Full text: Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1895. (72)

118 
nicht vom Eigenthümer selbst geleitet wird, von dem 
den Betrieb führenden Beamten, z. B. von dem Ober- 
förster für die in seiner technischen Verwaltung stehen- 
den Staats= und Gemeindewaldungen. # 
3. Ein Gewerbebogen ist auszufüllen am Sitze 
eines jeden Gewerbebetriebes (Industrie= und 
Handwerks-, Bergbau-, Baugewerbe-, Handels- und 
Verkehrs-, auch Versicherungsbetrieb), der in der Regel 
mit wenigstens einem Gehilfen (oder Mitin- 
haber) oder, wenn auch ohne solchen, doch mit 
einer durch elementare Kraft bewegten Ma- 
schine (Wind-, Wassermühle, Dampfmaschine u. s. w.) 
arbeitet und dessen Inhaber daher die Spalten 13 
oder 14 der Haushaltungsliste mit Ja zu beantworten 
hat (vergl. die Erläuterungen zu Spalte 13 und 14 
der Haushaltungsliste). Wenn mehrere Mitinhaber 
oder sonstige Geschäftsleiter bei einem Betriebe vor-, 
handen sind, von denen jeder die Spalte 13 oder 14 
der Haushaltungsliste mit Ja beantwortet hat, ist der 
Gewerbebogen nur von einem derselben auszufüllen. 
Auch für zeitweilig ruhende Gewerbebetriebe sind Ge- 
werbebogen auszustellen. Das Nähere über Aufstellung 
des Gewerbebogens ergibt die darauf gedruckte An- 
leitung. 
Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, 
daß auch für Staats-, Gemeinde-, Gesellschafts= 2c 
Unternehmungen gewerblicher Art Gewerbebogen und 
zwar je durch den leitenden Beamten aufzustellen sind. 
  
  
Ausgenommen ist jedoch der Eisenbahn-, der staatliche 
Post= und Telegraphenbetrieb, wogegen für Eisenbahn- 
und Telegraphenwerkstätten, für Posthalterei und 
Straßenbahnbetrieb Gewerbebogen auszufüllen sind. 
4. Hat ein Landwirth zugleich einen industriellen 
Betrieb — wie Brennerei, Brauerei, Ziegelei, Torf- 
stich, Stein-, Kalkbruch, Lohnfuhrwerk 2c. — in welchem 
außer ihm eine oder mehrere Personen beschäftigt sind 
oder in denen er elementare Kraft verwendet, so hat 
er außer der Landwirthschaftskarte einen oder mehrere 
Gewerbebogen, und zwar so viele wie er verschiedene 
Gewerbe betreibt, auszustellen; auch gewerbliche Molkerei- 
betriebe haben Gewerbebogen auszufüllen. 
II. Die Austheilung der Zählpapiere. 
8. 3. 
Vor der Austheilung der Zählpapiere wolle der 
Zähler sich Kenntniß davon verschaffen, wie viel und 
welche Haushaltungen, landwirthschaftliche ꝛc. Betriebe 
und Gewerbebetriebe in seinem Zählbezirk vorhanden 
sind, damit er sich mit der nöthigen Zahl von For- 
mularen versehen, seine Zählungsarbeit zweckmäßig 
eintheilen kann und nichts übersieht. 
8. 4. 
Die Haushaltungslisten müssen vom Zähler, falls 
es nicht schon seitens der Gemeindebehörde geschehen 
ist, mit der Orts- und Straßenbezeichnung versehen 
und innerhalb seines Zählbezirks nummerirt werden; 
werden mehrere solche Listen in eine Haushaltung ge- 
geben, so bekommen diese eine gemeinschaftliche Nummer 
und es ist ein a, b, c u. s. w. hinzuzusetzen. 
Auf den Landwirthschaftskarten und Gewerbebogen 
muß an dem hiefür bestimmten Platz oben auf der 
ersten Seite kenntlich gemacht sein, zu welcher Haus- 
haltungsliste sie gehören. Sind Gewerbebogen in Ge- 
schäftssitze gegeben, in welchen keine Haushaltungsliste 
auszufüllen ist, sei es weil dort niemand wohnt, sei 
es weil der Geschäftsinhaber oder Betriebsleiter außer- 
halb des Zählbezirks wohnt, so ist statt der Nr. der 
Haushaltungsliste zu schreiben: „ohne Haushaltungs- 
liste". 
S. 5. 
1. Trifft der Zähler in einer Wohnung Niemand 
an, dem er die Formulare einhändigen könnte, so wolle 
er sie an Hausgenossen oder Nachbarn zur Besorgung 
geben, nöthigenfalls auch den Besuch wiederholen. 
2. Der Zähler wolle beachten, daß auch in die- 
jenigen Gebäude, die nicht hauptsächlich zu Wohn- 
zwecken dienen, wie Schulgebäude, Theater 
Museen, Magazine, in denen aber doch Leute 
wohnen oder übernachten, Haushaltungslisten zu geben 
sind, ebenso wie auf Schiffe (die sich am 14. Juni im 
Zählbezirk befinden oder nach einer Nachtfahrt Morgens 
dort anlanden), in die Wohn-Wagen von umherziehen-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.