1251
schuler wurde nicht versctzt, blieb in derselben Klasse;
bat uns versetzt in das reich seines lieben sons Col.
1, 13; das seltne festliche gewand der schönen versetzt
mich aus mir selbst in fremdes land Goethe
Tasso 1, 4; einen, sich in einen zustand, eine stimmung,
in eine andere zeit versetzen; wenn ich mich
nicht in einen noch unerträglichern zustand versctzen
wollte E König an Lessing 1771; nahm eine prise,
um mich in die allerbeste laune zu versctzen Moltke
6, 38; in die notwendigkeit versetat Bismarck Red.
5, 11; in gewöhnlicher Rede auch: er ist nach einem
sndern orte bin versetzt worden; versetzen Sie sich
einmal in meine lage hinein; — in der Grammatik
und als Unterhaltungsspiel worte, silben, buchstaben
eines wortes versetzen. 3) setzend versperren, hindern,
wehren, cine thur mit planken; im Bergwerk, außer Gebrauch
gesetzte Baue mit unhaltigem Gestein ausfüllen,
auch aushäufend verbergen, verdecken; in andern Verbindungen:
ctwas versetzt einem die luft; mir ist
als ob die ergel mir den athem versetzte Goethe
Faust lz die im magen versetzten winde Adelung;
frei: die (Zärkllichkeit) versetzt sich ihnen (alten Mädchen)
dann leicht Immermann Münchhb. 1, 120; bei
Jägern versetzt sich der dachs, wenn er sich schnell
gegen die Hunde in die Erde gräbt; — versetzen als
Fechterausdruck, in älterer Spr. = abwehren, parieren:
das sol yeiz syn ein meisterstuck, das man nit licht
versctzen kan Brank Narrensch. 101, II; in neuerer Spr.
kämpfend austeilen, einem einen schlag, stosz, hieb. obrfeige
(Keller Nachl. 72), fusztritte (16); die königin.
versctzte mir eine wunde Schiller 5, 110;: auch: einem
eins versetzen,/brire et decipere aliquem Stieler; versetzen,
bei Gegenrede: guter rath ist theucr, versctzte der
braune Goethe Rein. Fuchs 6; was hast du hier zu
fragen? versetzte ich trotzig Schiller 1, 71. 1) falsch
setzen: cin buch ist versetzt, an einen falschen Ort; in
der Druckerei, sctzer versetzen zeilen, worte, buchstaben.
Versichern, mhd. versichern, durchaus sicher machen,
sicher stellen; in der älteren Nechtsspr.: das (schulbige)
gelt versichern . mit phanden D. Städtechr. 1, 117;
einen versichercn oder versicherung gäben umb ent
lihen galt Maaler; später in bestimmtem verengtem
Sinne: (in schiff und dessen ladung versichern lassen
Adelung; ein haus gegen leuersgefahr, leld gegen
hagelschlug, sein leben, sich versichern; sicher gewähren:
deinem vrolk der freiheit köstliches geschenk versichein
Schiller M. Stuart 2, 3; euer mächtger beistund
versichert uns den glucklichen erfolg 2, 8; refl.
sich eines dinges versichern, in sichern (körperlichen oder
geistigen) Besitz überführen: sich sein es gluckes gewisz
versichern, /orznon suom pressis Maonfbs 1e#9##
Steinbach; sich ciner person versichern, sie verhaften
Adelung: sich dieser kronc auf immer zu versichern
Ranke Päpste 2, 173; der sich scines sieges schon versiohert
hielt Werke 1, 31; dafür mit persönlichem Dativ:
nach tisch eilte ich, mir erst einen eindruck des gauzen
zu versichern Goethe ital. Reise I: — versichern,
mannigfach in Bezug auf Uberzeugung; versiehert sein
eines dinges, von einem dinge; der mann der von dem
messia des gottes Jacob versichert ist 2. Sam. 23, 1;
mit solchen gehullfen war der kalender des erfolges
seiner anschläge rersichert Wieland Danischm. 38;
ihr ganzes bezeigen versichert mich, dasz der präüchtige
gedanke . niehts als cino frucht der licbe sei
Gellert zärtl. Schwest. 1, 3; sei versichert. das: ich
es recht gut mit dir meinen musz Lessing Brief 1769;
fiel Troja? theurer mann, versichr es mir Goethe
Iphig. 2, 2; wundersame nächtliche erscheinungn
die ibr das dasein des geliebten versicherten Wahlr.
2, 3; versichern, durch Erklärung: einer versich ert das.
der andere das gegenteil; etwas un eidesstatt versichern;
er versicherte. dasz er lhr freund sei’. ich versicl ere.
versichern.
Versicherung versitzen. 1252
dasz ich sciner nicht hin Lessing Minna 1,6; in
älterer Fügung mit persönlichem Acc.: ich versichere
dich. a#severo, promitto tibi Stieler; mit Gen. der
Sache: einen seiner treue versichern, aliquo pignore
dem r#m obligare Steinbach; das wir sie unsrer
freundschaft versichern Rabener 3, 295; Eduard ver-Sicherte
seine galtin .. der lebhaftesten dankbarkeit
Goethe Wahlv. 1, 2; dafür: ich habe ihn schon öffentlich
von dem gesentheile versichern lassen Lessing
5, 358; mit abhängigem Satze: wenn ich dich versicherc,
dasz ich sie immer für die einzige frau in der
welt gehalten. .Brief 1776; ich versichere dich, es
ist nicht wahr; mit Aec. der Sache: das versichere ich
dich, hoe tibi asfirmo Steinbach; das gewisz nicht
nach muskaten schmeckte, das versichre ich Sie Wieland
Sylv. 3,2; endlich mit persönlichem Dativ: einem
etwas versichern Abelung; am Schlusse von Briesen
ich versichere lhnen meine hochachtung; dieser herr
versichert mir, dasz ich männer von ehre vor mir hahe
Schiller 1, 218; da man mir versichert, das kind sei
gesund Goethe W. Meister 7, 9. — Versicherung, k.
Handlung des Versicherns nach allen Bed. des Verbums;
besonders — Sicherstellung gegen Schaden, und
versichernde Erklärung: einem eine v. geben. — bersickern,
sickernd vergehen: ich versickere, interareseo
Steinbach; wssser, tropfe versickert. — dersiegeln,
mhd. versigelen, mit Siegel verschließen, briese; bildlich:
dasz der tod deine verfluchte zunge versiegle:
Schiller Räub. 2, 2; mit Siegel bestätigen, besiegeln:
den (Stein) versiegelt der könig mit seinem eigen ringe
Dan. 6, 17; übertragen: scine treue mit seinem tode:
mit einem eid gedachte er seinen betrug zu versiegeln
Schiller Kab. 5, 1. — versiegen, mhd. versigen. langfam
verfließen, vertrocknen; ursprünglich, wie das untergegangene
einfache mhd. sigen, starkes Verbum, das sich
im ältern Nhd. als verseigen sortsetzt (vgl. dazu auch
unter scihen): der ich spreche zu der tiesa, verseige
Jes. 14, 27; Prät.: das zucker-kwell vorsieg Lohenstein
Rof. 118; namentlich im Part. der Vergangenheit:
welchen .. die wosserquelle versicgen waren
Ps. 107, 43; gib jnen .. versiegene bruste Hos. 9, 11;
(die Kuh) gab auch kein milch, war gar versicgen
BWaldis Esop 4, 58; und noch im 18. Ih.: quelle
des gesuhls . . die jeizt für den bloszen burger und
gesellschafter beinahe versiegen ist Herder krit. Wäld.
1,4; gotnen die durch das schon im 16. Jh. entwickelte
schwache versiegen verdrängt worden sind: der strom
wird versiegen und verschwinden Jes. 19, 5; der gottlosen
güter versicgen wie ein bach Sir. 40, 13; seine
thränen versiegten; seine schöpferisehe kraft wor schon
versiegt Treitschke 5, 220. — versilbern, mhd. versilbern.
mit Silber überziehen: versilberte götzen Bar.
6, 50; bildlich: focken, dic das grune haar des dustern
tannenhains vereilbern Hölty 120; gegen Silber verkaufen,
gegen baar veräußern: seine babe versilbern. —
versimpeln, zum Simpel werden: er versimpelt nach
und nach, ist schon ganz versimpelt. — versinken, mhd.
versinken, sinkend untergehen: ich versinke in tiesem
schlam Pf. 69, 3; ein schiff ist versunken; übertragen:
in kummer, tranrigkeit. not versinken; versunken sein
in nachdenken; in einen anblick (Schiller Räub. 1, 5),
in bleiernen schlaf (CFMeyer Nov. 2, 472) versunken:
Ottilisns gegenwart verschlingt ibm alles: cr ist ganz
in ihr versunken Goethe Wahlv. 1, 13. — versinnlichen,
unter einem sinnlichen Bilde darstellen, etwas
einem Adelung; sich durch masebinen und bucher
den weltbau immer mehr zu versinnlichen Goethe
Wanderj. J, 15. — bersitzen, mhd. versitzen, sitzend zubringen,
vgl. unter verliogen; sitzend versäumen, gerichlstag.
spiel, zeit Adelungz refl. sitzend verkommen:
was hast du da in höhlen, felsenritzen dich wie ein
schuhu zu versitzen? Goethe Faust 1; Part. versessen