Full text : Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

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schuler  wurde  nicht  versctzt,  blieb  in  derselben  Klasse;
bat  uns  versetzt  in  das  reich  seines  lieben  sons  Col.
1,  13;  das  seltne  festliche  gewand  der  schönen  versetzt
  mich  aus  mir  selbst  in  fremdes  land  Goethe
Tasso  1,  4;  einen,  sich  in  einen  zustand,  eine  stimmung,
  in  eine  andere  zeit  versetzen;  wenn  ich  mich
nicht  in  einen  noch  unerträglichern  zustand  versctzen
wollte  E  König  an  Lessing  1771;  nahm  eine  prise,
um  mich  in  die  allerbeste  laune  zu  versctzen  Moltke
6,  38;  in  die  notwendigkeit  versetat  Bismarck  Red.
5,  11;  in  gewöhnlicher  Rede  auch:  er  ist  nach  einem
sndern  orte  bin  versetzt  worden;  versetzen  Sie  sich
einmal  in  meine  lage  hinein;  —  in  der  Grammatik
und  als  Unterhaltungsspiel  worte,  silben,  buchstaben
eines  wortes  versetzen.  3)  setzend  versperren,  hindern,
wehren,  cine  thur  mit  planken;  im  Bergwerk,  außer  Gebrauch
  gesetzte  Baue  mit  unhaltigem  Gestein  ausfüllen,
auch  aushäufend  verbergen,  verdecken;  in  andern  Verbindungen:
  ctwas  versetzt  einem  die  luft;  mir  ist
als  ob  die  ergel  mir  den  athem  versetzte  Goethe
Faust  lz  die  im  magen  versetzten  winde  Adelung;
frei:  die  (Zärkllichkeit)  versetzt  sich  ihnen  (alten  Mädchen)
  dann  leicht  Immermann  Münchhb.  1,  120;  bei
Jägern  versetzt  sich  der  dachs,  wenn  er  sich  schnell
gegen  die  Hunde  in  die  Erde  gräbt;  —  versetzen  als
Fechterausdruck,  in  älterer  Spr.  =  abwehren,  parieren:
das  sol  yeiz  syn  ein  meisterstuck,  das  man  nit  licht
versctzen  kan  Brank  Narrensch.  101,  II;  in  neuerer  Spr.
kämpfend  austeilen,  einem  einen  schlag,  stosz,  hieb.  obrfeige
  (Keller  Nachl.  72),  fusztritte  (16);  die  königin.
versctzte  mir  eine  wunde  Schiller  5,  110;:  auch:  einem
eins  versetzen,/brire  et  decipere  aliquem  Stieler;  versetzen,
  bei  Gegenrede:  guter  rath  ist  theucr,  versctzte  der
braune  Goethe  Rein.  Fuchs  6;  was  hast  du  hier  zu
fragen?  versetzte  ich  trotzig  Schiller  1,  71.  1)  falsch
setzen:  cin  buch  ist  versetzt,  an  einen  falschen  Ort;  in
der  Druckerei,  sctzer  versetzen  zeilen,  worte,  buchstaben.

Versichern,  mhd.  versichern,  durchaus  sicher  machen,
sicher  stellen;  in  der  älteren  Nechtsspr.:  das  (schulbige)
gelt  versichern  .  mit  phanden  D.  Städtechr.  1,  117;
einen  versichercn  oder  versicherung  gäben  umb  ent
lihen  galt  Maaler;  später  in  bestimmtem  verengtem
Sinne:  (in  schiff  und  dessen  ladung  versichern  lassen
Adelung;  ein  haus  gegen  leuersgefahr,  leld  gegen
hagelschlug,  sein  leben,  sich  versichern;  sicher  gewähren:
deinem  vrolk  der  freiheit  köstliches  geschenk  versichein
  Schiller  M.  Stuart  2,  3;  euer  mächtger  beistund
  versichert  uns  den  glucklichen  erfolg  2,  8;  refl.
sich  eines  dinges  versichern,  in  sichern  (körperlichen  oder
geistigen)  Besitz  überführen:  sich  sein  es  gluckes  gewisz
versichern,  /orznon  suom  pressis  Maonfbs  1e#9##
Steinbach;  sich  ciner  person  versichern,  sie  verhaften
Adelung:  sich  dieser  kronc  auf  immer  zu  versichern
Ranke  Päpste  2,  173;  der  sich  scines  sieges  schon  versiohert
  hielt  Werke  1,  31;  dafür  mit  persönlichem  Dativ:
nach  tisch  eilte  ich,  mir  erst  einen  eindruck  des  gauzen
zu  versichern  Goethe  ital.  Reise  I:  —  versichern,
mannigfach  in  Bezug  auf  Uberzeugung;  versiehert  sein
eines  dinges,  von  einem  dinge;  der  mann  der  von  dem
messia  des  gottes  Jacob  versichert  ist  2.  Sam.  23,  1;
mit  solchen  gehullfen  war  der  kalender  des  erfolges
seiner  anschläge  rersichert  Wieland  Danischm.  38;
ihr  ganzes  bezeigen  versichert  mich,  dasz  der  präüchtige
  gedanke  .  niehts  als  cino  frucht  der  licbe  sei
Gellert  zärtl.  Schwest.  1,  3;  sei  versichert.  das:  ich
es  recht  gut  mit  dir  meinen  musz  Lessing  Brief  1769;
fiel  Troja?  theurer  mann,  versichr  es  mir  Goethe
Iphig.  2,  2;  wundersame  nächtliche  erscheinungn
die  ibr  das  dasein  des  geliebten  versicherten  Wahlr.
2,  3;  versichern,  durch  Erklärung:  einer  versich  ert  das.
der  andere  das  gegenteil;  etwas  un  eidesstatt  versichern;
er  versicherte.  dasz  er  lhr  freund  sei’.  ich  versicl  ere.

versichern.

Versicherung  versitzen.  1252
dasz  ich  sciner  nicht  hin  Lessing  Minna  1,6;  in
älterer  Fügung  mit  persönlichem  Acc.:  ich  versichere
dich.  a#severo,  promitto  tibi  Stieler;  mit  Gen.  der
Sache:  einen  seiner  treue  versichern,  aliquo  pignore
dem  r#m  obligare  Steinbach;  das  wir  sie  unsrer
freundschaft  versichern  Rabener  3,  295;  Eduard  ver-Sicherte
  seine  galtin  ..  der  lebhaftesten  dankbarkeit
Goethe  Wahlv.  1,  2;  dafür:  ich  habe  ihn  schon  öffentlich
  von  dem  gesentheile  versichern  lassen  Lessing
5,  358;  mit  abhängigem  Satze:  wenn  ich  dich  versicherc,
  dasz  ich  sie  immer  für  die  einzige  frau  in  der
welt  gehalten.  .Brief  1776;  ich  versichere  dich,  es
ist  nicht  wahr;  mit  Aec.  der  Sache:  das  versichere  ich
dich,  hoe  tibi  asfirmo  Steinbach;  das  gewisz  nicht
nach  muskaten  schmeckte,  das  versichre  ich  Sie  Wieland
  Sylv.  3,2;  endlich  mit  persönlichem  Dativ:  einem
etwas  versichern  Abelung;  am  Schlusse  von  Briesen
ich  versichere  lhnen  meine  hochachtung;  dieser  herr
versichert  mir,  dasz  ich  männer  von  ehre  vor  mir  hahe
Schiller  1,  218;  da  man  mir  versichert,  das  kind  sei
gesund  Goethe  W.  Meister  7,  9.  —  Versicherung,  k.
Handlung  des  Versicherns  nach  allen  Bed.  des  Verbums;
  besonders  —  Sicherstellung  gegen  Schaden,  und
versichernde  Erklärung:  einem  eine  v.  geben.  —  bersickern,
  sickernd  vergehen:  ich  versickere,  interareseo
Steinbach;  wssser,  tropfe  versickert.  —  dersiegeln,
mhd.  versigelen,  mit  Siegel  verschließen,  briese;  bildlich:
  dasz  der  tod  deine  verfluchte  zunge  versiegle:
Schiller  Räub.  2,  2;  mit  Siegel  bestätigen,  besiegeln:
den  (Stein)  versiegelt  der  könig  mit  seinem  eigen  ringe
Dan.  6,  17;  übertragen:  scine  treue  mit  seinem  tode:
mit  einem  eid  gedachte  er  seinen  betrug  zu  versiegeln
Schiller  Kab.  5,  1.  —  versiegen,  mhd.  versigen.  langfam
  verfließen,  vertrocknen;  ursprünglich,  wie  das  untergegangene
  einfache  mhd.  sigen,  starkes  Verbum,  das  sich
im  ältern  Nhd.  als  verseigen  sortsetzt  (vgl.  dazu  auch
unter  scihen):  der  ich  spreche  zu  der  tiesa,  verseige
Jes.  14,  27;  Prät.:  das  zucker-kwell  vorsieg  Lohenstein
  Rof.  118;  namentlich  im  Part.  der  Vergangenheit:
  welchen  ..  die  wosserquelle  versicgen  waren
Ps.  107,  43;  gib  jnen  ..  versiegene  bruste  Hos.  9,  11;
(die  Kuh)  gab  auch  kein  milch,  war  gar  versicgen
BWaldis  Esop  4,  58;  und  noch  im  18.  Ih.:  quelle
des  gesuhls  .  .  die  jeizt  für  den  bloszen  burger  und
gesellschafter  beinahe  versiegen  ist  Herder  krit.  Wäld.

1,4;  gotnen  die  durch  das  schon  im  16.  Jh.  entwickelte
schwache  versiegen  verdrängt  worden  sind:  der  strom

wird  versiegen  und  verschwinden  Jes.  19,  5;  der  gottlosen
  güter  versicgen  wie  ein  bach  Sir.  40,  13;  seine
thränen  versiegten;  seine  schöpferisehe  kraft  wor  schon
versiegt  Treitschke  5,  220.  —  versilbern,  mhd.  versilbern.
  mit  Silber  überziehen:  versilberte  götzen  Bar.
6,  50;  bildlich:  focken,  dic  das  grune  haar  des  dustern
tannenhains  vereilbern  Hölty  120;  gegen  Silber  verkaufen,
  gegen  baar  veräußern:  seine  babe  versilbern.  —
versimpeln,  zum  Simpel  werden:  er  versimpelt  nach
und  nach,  ist  schon  ganz  versimpelt.  —  versinken,  mhd.
versinken,  sinkend  untergehen:  ich  versinke  in  tiesem
schlam  Pf.  69,  3;  ein  schiff  ist  versunken;  übertragen:
in  kummer,  tranrigkeit.  not  versinken;  versunken  sein
in  nachdenken;  in  einen  anblick  (Schiller  Räub.  1,  5),
in  bleiernen  schlaf  (CFMeyer  Nov.  2,  472)  versunken:
Ottilisns  gegenwart  verschlingt  ibm  alles:  cr  ist  ganz
in  ihr  versunken  Goethe  Wahlv.  1,  13.  —  versinnlichen,
  unter  einem  sinnlichen  Bilde  darstellen,  etwas
einem  Adelung;  sich  durch  masebinen  und  bucher
den  weltbau  immer  mehr  zu  versinnlichen  Goethe
Wanderj.  J,  15.  —  bersitzen,  mhd.  versitzen,  sitzend  zubringen,
  vgl.  unter  verliogen;  sitzend  versäumen,  gerichlstag.
  spiel,  zeit  Adelungz  refl.  sitzend  verkommen:
was  hast  du  da  in  höhlen,  felsenritzen  dich  wie  ein
schuhu  zu  versitzen?  Goethe  Faust  1;  Part.  versessen