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der Obduktion beiwohnen, woran sich seitens des Klinikers nach
Feststellung der pathologisch-anatomischen Diagnose cine epikritische
Besprechung des Falles anschließt. An anderen Universitäten beschränkt
sich dies nur auf die Mitteilung der pathologisch-anatomischen
Diagnose und die darauf folgende klinische Epikrise. Um den Studierenden
fortlaufend Gelegenheit zu geben, sich von dem Verlauf der
Krankheit der vorgestellten Patienten zu überzeugen und nicht nur allein
die in der klinischen Vorlesung besprochenen, sondern alle übrigen
in der Klinik vorhandenen Kranken zu sehen, ist die Einrichtung
getroffen, daß mindestens einmal wöchentlich unter der l.eitung des
Professors klinische Visite auf den Krankensälen gemacht wird. Im
übrigen steht es auch sonst den Studierenden, die den Wunsch aussprechen,
jederzeit frei, an der klinischen Visite der Assistenten auf
den Krankensälen teilzunehmen. Auch in den Kursen, Auskultationsund
Perkussionskurs, klinisch-diagnostischen Kursen, Kursen
der klinisch - bakteriologischen und klinisch - chemischen
Untersuchungsmethoden wird den Studierenden möglichst reichlich
Gelegenheit gegeben, an Kranken die ärztlichen Untersuchungsmethoden
kennen zu lernen. Besonders cingehend wird ferner in
der Klinik die Therapie behandelt und zwar in ihrem vollständigen
Umfange. Neben der eigentlich medikamentösen Therapie wird cin
großer Wert darauf gelegt, den zukünftigen Arzt auch mit den Methoden
der allgemein physikalischen und diätetischen Therapie
vertraut zu machen. Dahin gehören die Massage, die Hydrotherapie,
die Übungstherapie, Mechanotherapie, Elcktrotherapie,
Lichttherapie usw. Gerade diese Seite der Therapie,
die unzweifelhaft in vielen Fällen vorzügliche Heilresultate aufzuweisen
hat, wurde früher von den Medizinern etwas vernachlässigt,
und dies mag zum Teil der Grund dafür sein, daß sich vornchnılich
dieser therapeutischen Zweige dic kurierenden Nichtärzte, d. h.
die Kurpfuscher, angenommen haben. Mit Recht sahen daher
sowohl Behörden wie Ärzteschaft als eines der wirksamsten Mittel,
un den Kurpfuschertum zu begegnen, die möglichst gründliche
Ausbildung der Ärzte in diesen therapeutischen Methoden an. Dem
entspricht auch die Forderung der ärztlichen Staatsprüfung, welche
besonderen Nachdruck auf die Kenntnis dieser Heilmethoden legt.
An den größeren Universitäten bestehen zur praktischen Erlernung
derselben eigene Anstalten, so in Berlin die Universitätsanstalt für
Hiydrotherapie, diejenige für Massage und für Mechanotherapie.
Ybenso wird die im letzten Jahrzehnt mächtig aufgeblühte und für