schüttert, hatte rote Augen. Sie küßte mich, hielt meinen
Kopf vor sich in beiden Händen:
„Du weißt, mein Junge, warum du hier bist?“
„Nein, Mutter —“
„Dann geh hinein zum Vater. Und prüfe dein Herz,
ehe du dich enkscheidest.“
Da wußke ich, worum es ging.
Miunuten später war ich bei meinem Vaker, der zu
Bette lag. Ich war kief erschreckt über sein Aussehen.
Rur einmal noch habe ich ihn so gesehen! Zehn Jahre
[päter, an dem Unheilskag in Spa, als General Gröner
ihm den letzten Halk, den Glauben an die Treue der
Armee mik einem Achselzucken kalk zerbrach.
Um Jahre schien er mir gealkerk, war hoffnungslos,
fühlte sich verlassen von allen, war zusammengebrochen
unter der Kakastrophe, die ihm den Boden unker seinen
Füßen forkgenommen, sein Selbstbewußksein und Verkrauen
zerkrümmerk hakte.
Ein tiefes Mitleid war in mir. Kanm jemals habe
ich mich ihm so nah gefühlk wie in dieser Stunde.
Er hieß mich setzen, redeke drängend, anklagend und
sich überstürzend von diesen Vorgängen. Enktäuschung,
Mutlosigkeit und Resignakion hiellen ihn umfaßk; dabei
kam immer wieder die Bitterkeit über das Unrecht
durch, das er in den Vorgängen sah. —
Ich habe ihn beschwichkigk und aufzurichken gesuchk.
Wohl eine Skunde habe ich damals an seinem Bekke
gesessen. Nie vorher, seit ich denken kann, war das geschehen.
Am Ende wurde vereinbark, daß ich für eine burze
Zeit und bis er von seiner Erkrankung völlig wieder-93