Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1899. (76)

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2)  Die  Ablieferungen  der  Eisenbahnhauptkasse  vom  wirklichen  Reinertrag  eines
Etatsjahrs  find  von  der  Staatshauptkasse  bis  zur  Höhe  des  in  Ziff.  1  genannten
Durchschnitts  für  die  Laufende  Verwaltung,  der  Mehrbetrag  für  den  Reseresonds
  der  Staatseisenbahnen  zu  verrechnen.  Bleiben  aber  die  Ablieferungen
hinter  dem  nach  Ziff.  1  in  den  Hauptfinanzetat  eingestellten  Etatssatz  zurück,  so
hat  der  Reservefonds  das  Fehlende,  soweit  seine  jeweiligen  Mittel  reichen,  zur
Laufenden  Verwaltung  abzugeben.

Art.  2.

Die  jeweiligen  Bestände  des  Reservefonds  sollen  zur  Leistung  von  Vorschüssen  auf
noch  nicht  vollzogene,  für  Eisenbahnzwecke  bewilligte  Anlehenskredite  verwendet  werden.
Die  Berechnung  von  Zinsen  aus  den  Beständen  findet  nicht  statt.

Uebersteigt  der  Reservefonds  den  Betrag  von  5  Millionen  Mark,  so  unterliegt  die
Verwendung  des  überschießenden  Betrags  der  jeweiligen  Verabschiedung  mit  den  Ständen
(Verfassungsurkunde  F.  181).

Art.  3.

Die  Bestimmungen  dieses  Gesetzes  gelten  bis  zum  31.  März  1909  und  treten  am
1.  April  1899  mit  der  Maßgabe  in  Kraft,  daß  insolange,  als  der  in  Art.  1  genannte
zehnjährige  Durchschnitt  der  Ablieferungen  der  Eisenbahnhauptkasse  den  Betrag  von
16  300  000  noch  nicht  erreicht  hat,  dieser  Betrag  an  die  Stelle  des  genannten  Durchschnittes
  tritt.

Nach  Ablauf  der  Gültigkeitsdauer  des  Gesetzes  werden  die  vorhandenen  Bestände
des  Reservefonds  zur  Verrechnung  auf  noch  nicht  vollzogene,  für  Eisenbahnzwecke
bewilligte  Anlehenskredite  oder,  soweit  dies  nicht  möglich  ist,  zu  einer  außerordentlichen
Tilgung  an  der  Eisenbahnschuld  verwendet.

Unsere  Ministerien  der  auswärtigen  Angelegenheiten,  Abtheilung  für  die  Verkehrsanstalten,
  und  der  Finanzen  find  mit  der  Vollziehung  dieses  Gesetzes  beauftragt.

Gegeben  Schloß  Friedrichshafen,  den  29.  Juli  1899.
Wilheln.
Mittnacht.  Sarwey.  Schott  von  Schottenstein.  Pischek.  Breitling.  Zeyer.