— 80 —
Außenminister Ribot in der französischen Kammer (18. September):
„Frankreich verlangt die Rückgabe Elsaß-Lothringens,
Wiedergutmachungen, Entschädigung und
Garantien.“ Wenige Tage später erklärt Herr Acqguith in
Leeds: „Elsaß-Lothringen muß wieder zu
Frankreich kommen, Belgien und Serbien müssen wieder
hergestellt, die Ansprüche Rumäniens und Italiens müssen erfüllt
werden.“
Wenn man aus dem großen Komplex von Fragen eine herausschälen
will, die in einem besonderen Maße ein Friedenshindernis
bildete, so war es nicht Belgien — unsere Gegner
wußten, daß wir in diesem Punkte zur Rachgiebigkeit bereit waren
—, sondern viel eher Elsaß---Lothringen. Und wenn Herr
Erzberger und seine Leute wissen wollen, seit wann Elsaß-Lothringen
als Friedenshindernis unübersteigbar geworden war,
so ist die Antwort: Seitdem sich England öffentlich
undin aller Formmit dieser französischen Forderung
solidarisch erklärt hatte. Das ist, soweit ich
sehe. zum ersten Male geschehen durch den Mund von Bonar
Law am 25. Juli 1917, 19 Tage nach dem Erzbergerschen
Vorstoß im Hauptausschuß und sechs Tage nach der Juliresolution.
Damals hat Herr Erzberger den „Verständigungsfrieden“
totgeschlagen und dem Gewaltfrieden von Versailles den Weg gebahnt.
Kein „Haltet den Dieb!“, kein Vertrauensvotum seiner ergebenen
Mehrheit, kein Maueranschlag seiner Reden wird ihn von
dieser Schuld befreien! Für die Aufklärung des Volkes wird in
jeder Weise gesorgt werden.
––'’' -r„ — — —