Full text : Eperimentelle und kritische Beiträge zur Neubearbeitung der Vereinbarungen. I. Band. (1)

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rung  nicht  zu  erwarten,  da  die  elektrolytische  Dissoziation  der  entsprechenden  Mercurisalze
  größer,  ihre  Komplexbildungstendenz  aber  geringer  ist  als  beim  Jodid.

Aus  der  Gleichung  (5)  geht  auch  hervor,  daß  bei  einer  Veränderung  des  Wertes
von  a,  d.  h.  wenn  man  von  einer  anderen  Kaliumjodidmenge  ausgeht,  auch  der  Korrektionsfaktor
  f  sich  ändern  muß,  und  zwar  im  umgekehrten  Sinne.  Zur  Prüfung
dieser  Folgerung  wurden  Kaliumjodidlösungen  hergestellt,  die  statt  1,25-normal  1-n
bezw.  1,5-n  waren,  und  mit  verschieden  starken  Quecksilberlösungen  einige  Titrationen
in  je  2  ccm  dieser  Lösungen  ausgeführt.  Anderseits  wurden  nach  Gleichung  (5)  mit
den  entsprechenden  a-Werten  die  theoretischen  Kurven  für  die  Korrektionsfaktoren
berechnet,  die  in  geringer  Entfernung  von  der  für  a  =  0,625  berechneten  Kurve
nahezu  parallel  zu  dieser  verlaufen.  Die  empirisch  für  die  beiden  Kaliumjodidlösungen
gefundenen  Punkte  lagen  den  entsprechenden  theoretischen  Kurven  etwa  ebenso  nahe,
wie  bei  der  1,25-n  Lösung.  Daß  bei  kleinen  Abweichungen  der  angewandten  Kaliumjodidmenge
  von  dem  Werte  2,5  Millimol  (etwa  um  1—2°/,)  die  Änderung  des  Faktors
wegen  ihrer  Geringfügigkeit  nicht  berücksichtigt  zu  werden  braucht,  ist  bereits  oben
erwähnt  worden  (S.  214).

Natürlich  wird  man  für  Berechnung  von  Analysen  nicht  die  theoretischen,
  sondern  die  tatsächlich  gefundenen  Korrektionsfaktoren  nach
Tab.  2  benutzen.  Eine  Unsicherheit  der  Faktoren  kommt  bei  der  Anwendung  zur
Ameisensäurebestimmung  nicht  etwa  mit  ihrem  vollen  Betrage,  sondern  in  der  Regel
nur  mit  einem  kleinen  Bruchteile  zur  Geltung,  da  man  ja  nur  das  überschüssige
Quecksilberchlorid  zurücktitriert  und  den  Überschuß  tunlichst  klein  wählen  wird.

Die  Reduktion  von  Quecksilberchlorid  durch  Ameisensäure  und  Formiate.

Nach  Ausarbeitung  der  titrimetrischen  Bestimmung  des  überschüssigen  Mercurichlorids
  war  es  notwendig,  die  vorangehende  Reduktion  desselben  zu  Mercurochlorid
(Kalomel)  durch  Ameisensäure  und  ihre  Salze  einer  Nachprüfung  zu  unterziehen.

Beim  Erwärmen  einer  Sublimatlösung  mit  einer  wässerigen  Lösung  von  Ameisensäure
  oder  Formiaten  entwickelt  sich  Kohlendioxyd,  und  Kalomel  schlägt  sich  nieder.
Die  chemische  Umsetzung  dabei  entspricht  den  Formeln:

2  HgCl;  +  HCOOH  >  HgCls  +  CO;  +  2HCI
2  HgCl;  +  HCOONa  —  Hgs  Cla  +  COs  +  HCl  -  NaCl,

oder  einfacher,  in  Ionenform  geschrieben,  für  beide  Fälle:
2  (Hg)  +  HCO0’  =  (Hg)  +  CO;  +  H'.

Die  Reaktion  würde  jedoch  in  dieser.  Richtung  nicht  vollständig  verlaufen,  da
mit  zunehmender  Wasserstoffionenkonzentration  (d.  h.  zunehmender  Acidität)  das
Oxydationspotential  des  Mercuri-Mercurogemisches  so  weit  sinkt,  daß  die  Oxydation
des  Formiat-Ions  zum  Stillstand  kommt.  Es  ist  also  nötig,  die  Acidität  auf  einem
kleinen  Werte  festzuhalten;  dies  geschieht  am  einfachsten  durch  Zusatz  reichlicher
Mengen  von  Acetaten,  wobei  durch  die  Acetationen  die  entstehenden  Wasserstoffionen
  unter  Bildung  undissoziierter  Essigsäure  abgefangen  werden,  bis  auf  die  sehr
geringe  Menge,  die  der  Dissoziation  von  Essigsäure  bei  Gegenwart  eines  großen  Über-