Metadata : Diplomatische Aktenstücke.

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ist  bisher  von  ihrer  Seite  keine  aufrichtige  Handlung  erfolgt,
um  Oesterreich  zurückzuhalten.  Der  englische  Vorschlag,  der
in  einer  Aktion  der  vier  weniger  beteiligten  Mächte  besteht,  um
eine  Einstellung  der  militärischen  Operationen  in  Wien,  Belerad
  und  Petersburg  zu  erlangen,  und  in  der  Einberufung  einer
Londoner  Konferenz  der  Botschafter  Deutschlands,  Frankreichs
und  Italiens  unter  dem  Vorsitze  Sir  Ed.  Greys,  zur  Beratung
einer  Lösung  der  österreichisch-serbischen  Verwicklungen,  besegnet
  in  Berlin  Einwendungen,  die  derart  sind,  sie  zum  scheitern
  zu  bringen.

Der  österreichische  Botschafter  hat  einen  Schritt  unternommen
  um  mitzuteilen,  seine  Regierung  werde  morgen  energische
Massnahmen  ergreifen,  um  Serbien  zur  Abgabe  der  von  ihr  geforderten
  Genugtuungen  und  Gewährleistungen  zu  zwingen  ;
Graf  Szecsen  hat  sich  über  diese  Massnahmen  nicht  ausgesprochen;
  es  scheint,  laut  Bericht  unseres  Militärattaches  in  Wien,
beschlossene  Sache  zu  sein,  dass  die  Mobilisation  mit  dem
28.  Juli  beginnen  werde.

Bienvenu-Martin.

Nr.  78.

Herr  Bienvenu-Martin,  stellvertretender  Minister  des  Aeussern,

an  die  französischen  Botschafter  in  London,  Berlin,
Petersburg,  Wien  und  Rom.

Paris,  den  28.  Juli  1914.

Ich  hatte  heute  morgen  wieder  den  Besuch  des  deutschen
Botschafters;  er  sagte  mir,  er  habe  mir  keine  Milteilung,  keinen
offiziellen  Vorschlag  zu  machen,  sondern  er  komme,  wie  gestern,
um  sich  über  die  Lage  und  über  die  Mittel  zur  Vermeidung
nicht  wieder  gutzumachender  Handlungen  zu  besprechen.  Ueber
die  Absichten  Oesterreichs  befragt,  erklärte,  er,  sie  nicht  zu
kennen,  und  nicht  zu  wissen,  welcher  Art  Zwangsmassnahmen
Oesterreich  vorbereitet.

Nach  den  Worten  des  Freiherrn  von  Schoen  wünscht
Deutschland  nichts  anderes  als  mit  Frankreich  gemeinsam  für
die  Erhaltung  des  Friedens  zu  wirken.  Auf  die  ihm  gemachte