und Felertage) — Ver A
Der „Aosenbelmer Anzeilger“ erscheint taglich nachmittags 4 Uhr mit Ausnabme der Sonnbonnementspreis
Leirdn otertelfahrlich Mark 3.—,
Honallich Mark 1.— JFür Pokabonnenten: Zuliellgcbühr frei ins Haus 14 Pleuu#g —
Ger#nsprechs#: Verlag und Nedaktion Ne. 72, Ins#walen-Ablellung Nr. 285.
294 ! Gorihtanta
Die Friedenskonserenz.
er Beginn der Vorfriedensverhandlungen.
. Par's, 18. Den Ein Note der Agence
voos erklart, daß d Vorfriedensneerand=Sgen
wuescheinlich 5 der ersten Hälfte des
tonats Januar anfangen werden.
* Amsterdam, 19. Dez (Drahtb.) Die
herilanische Abordnung wird auf der Pariser
drkonferenz fordern: Alle Delegierten müssen
Vertretereiner neuen kommen, nicht
* Herrenmenschen. (7) Jede andere
itung würde einen Frieden bedeuten, der ResLichegedanken
erzeugen muß und den Keim
neuen Rriegen in sich trüge. Völkerbund u.
iheit der Meere mũssen Vertragsgrundlagen
der Vasfennlillskand.
glische und französische Widereande
gegen die harten Waffenstillstandsbedingungen.
Jürich, 19. Dez (Drahtb.) Die fransische
Kammer lehnte, da die Regicrung die
errauensfrage stellte, mit 310 gegen 175
limmen eine Erörterung über die Frage der
olgten Erneuerung des Waffenstillandes
mit Deutschland ab.
Die Humanite erklärt, es kömten Ereignisse
in so außerordentlicher Schwere eintreten, datß
frangösische Sozialistenpartei an die re-Btttr
Energie des Proletaats
appellieren müsse. Der Temps
Närt hierzu, diese revolutionären Drohungen
en wirkungslos, weil Frankreich durch den
g vor Ansteckung gesichert sei.
* Bern, 19. De. (Drahtb.) Beim engli-*
Wahlkampf wurde in mehreren Bczirken
. Revolution gepredigt; besonders im
ahlkreis Glasgomw wurde die Errichtung einer
glischen Republik verlangt, die deutsche Revolion
gefeiert und der Waffenstillstand
#* insam bezeichnet.
* Genf, 18. Dez. Nach Meldungen aus Pawurde
für das Seine-Departement ein Verumlungsverbot
erlassen. An den Montag.Deonstrationen
in Paris nahmen nach einer
"eldung der „Humanite“ mehr als 100 000
Adbanen, Arbetter und Beamte teil. Der „Lyer
Progres“ meldet aus Paris: Die lkinkshenden
Kammersozialisten erhoben Einspruch
gen die Massenverhaftungen aus Anlaß der
ten Sonntags-Demonstrationen. Man mel-,
daß in ein Teilstreik begomen
Für Somtag werden trotz des ergangenen
— weilere Kundgebungen erwartet.
Ne K##e in im Osten.
esetzung Ungarns durch die Entente.
5 o2 est, 19. Dez. (Drahtb.) Das ru-2
rkommando verständigte die unun
*3 es habe von der Entente Be-II
erhalten, sich den nach Ungarn kommenden
nientetruppen anzuschließen, die ganz Ungarn
setzen werden.
Msemeine Tagesschan.
jerhaftungen kn Straßburg. (Drahtricht.)
Zwei Futsch- Landge Dorichtspr sidenten,
r Staatsanwälte, drei Amterichter u. Lehsind
von den Franzosen küerche —
Jahlungseinsteklungen der österichischen
Nüstung. sbetriebe. (Draohtrict.)
Bei Skoda und Böhler, den größten
erreichischen Nfungebehirben. droht Sab-#2seinstellung.
Die Skodawerke haben eine
ausgeglichene Rechnung von 240 Millionen,
öhler von 120 Millionen Kronen.
Volksabstimmung über Aaland.
rab#b.) Der schwedische Gesandte in Stock.
ischen Negierung eine Note
gicht, in der die nt—.*Bß . auf Aad
uͤber die Frage der Veteinigung mit Schwen
verlangt wird.
zur (mordung des rur
einikerprd schenten Die setten. Teleamme
aus liss eine
in, 9 N r zarne Se
erchter Stellung in die Ermordung des Präsinten
verwicelt sind.
#
Amtliches nabroslons-Ordan
Anzeiger
Die einlp. Peelle im Anzeigentet kostet 20 Bld, im Nelarnetell 70 B10., Zekalenzugen
nach belonderem Taril Annahme von Anzelgen und Beilage" durch die Annoncen-Ewedllien
Gaalenstein & Cogler A-& NRolenhelmn. München, NRurnverg Verlin, Bresla. Ca#cl ulm
6#lub der Anzeigen-Annahme 11 Uhr millags.
reisag. 20. Jezeuber 101
Englische und französische Sozialisten gegen
die harten Waffenslillstandsbedingungen.
Besetzung Ungarns durch die Gatents. — Neue Stbrungen der
Reichskonser#enz.
Die Cage im Leiche.
e Beleßung der Pfalz. Die franzöunn
Millirbefetee haben eine Reihe von
Verordnungen erlassen, die teilweise tief in das
Wirtschaftsleben der Pfalz eingreifen und sehr
störend em sunden werden. Es verlautet, daß
in den nächsten Tagen die Rheinbrücke gesperrt
wird. In Zweibrücken wurden zwei Einwohner
mitt je vier Tagen Gefängnis bestraft, weil sie
entgegen der Polizeiverordnung noch um 129
Uhr auf der Strahe getroffen wurden. In Neustadt
befinden sich unter den Besatzungstruppen
auch etwa 200 Italiener. In Privatquartieren
find dort etwa 100 Offiziere untergebracht. Die
Belsetzung von Flomersheim erfolgte am Montag.
Der Verkauf von Wein an Soldaten der
Besatzung ist bis auf weiteres uersant, für die
gZiyi onen jedoch frei. Der Markwert wurde
auf 70 Centimes und der Francwert auf 1.42
Mark ekentie In Kaiserslautern ist am 10.
Dezember der französische General Favolle eingezogen.
Der Buchdruckereistreik in Berlin.
Der Buchdruckereistreik bei den Zeitungsbetrieben
Scherl, Mosse und Ullstein dauert fort, so daß
auch heute abend die von den Firmen herauszugebenden
Blätter nicht erscheinen konnten.
Von der Reichskonserenz.
§ Berlin, 18. Dez. Präsident Leinert gibt
als Folge der gestrigen Ereignisse bekannt, daß
niemand im Hause ein Bestimmungsrecht habe
als das Präsidium. Zur Beratung stehen die
gestern von den Berliner Gardetruppen einge.
rachten Forderungen auf Einsetzung eines
Obersten Soldatenrates, der die Kommandogewalt
im Reiche zu übernehmen hat, auf das
Verbot sämtlicher Rangabzeichen und die Entwaffnung
aller Offtziere.
Lande aus Hamburg i#st der Ansicht, daß
diesen Forderungen entsprochen werden kann,
ohne daß es dabei einer Verhetzung der sozialistischen
Partei bedarf. Ein Redner aus Berlin
bemerkt, daß die Gardesoldaten durch das
Verhalten der Berliner Kommandantur zu ihrem
Vorgehen gezwungen worden seien. Führer dürfe
nur der sein, der das Vertrauen der Soldaten
enieße. Wenn die Regelung dieser bedeutsamen
rage nicht sofort erledigt werde, dam werden
die Soldaten im Osten und im Westen zur Selbstbilfe
greifen. Das aber bedeutet Anarchie und
Blutvergießen. Die Zustände, wie sie heute bestehen,
sind unhaltbar.
Im weiteren Verlauf der Tagung waren wieder
einige Deputationen erschienen, darunter Vertreter
der Berliner Arbeiter, die drohten, falls
sie nicht vorgelassen werden, daß morgen 250 000
Arbeiter die Arbeit niederlegen wollen. Es wird
fast einsrimmig beschlossen, für die Empfänge von
Deputationen einen besonderen Saal zur Verfügung
zu stellen. In diesem Augendick Eschein
eine große Arbeiterdeputation im Sie
trägt Plakate und rote Fahnen. S#b
Leinert macht die Deputation auf den soeben gefaßten
Beschluß aufmerksam und bittet sie, sich
damit zu bescheiden. (Bravo.) Der Führer der
Abordnung versucht darauf, zu sprechen, wiro
aber von großem Lärm und der Glocke des
Prästdenten übertönt. Schließlich versteht sich
Leinert dazu, diesmal noch oie Forderungen der
Arbeiterschaft entgegenzunehmen, da auch die.
Soldaten zu Worte gekommen sind. Der Fuhrer
trägt die Forderungen vor: 1. Deut dhlano eine
Enchenich W—— Reblkt. 2. Alle Macht
S.-Räten. 3. Negierungegewalt für
u 4. Beseitigung des Rates
der Volksbeauftragten. 5. Maßnahmen
zum Schutze der —— 6. "lis“
waffnung der Gegerrolut&1
zur u vergt *6
*n Proletariats. 8. Aufru
Forderungen zur ordnungsmäbigen Er-
ar iFrlilscden SSt Nachdem Le
nett
ledigung ungegengenommen, dn, verläßt die Abordnung
allmählich den Saal.
Wie die Abendausgabe des „Vorwärts“ meldet,
steht schon jetzt fest, daß ein Teil der Soldatendelegation,
die gestern in die Sitzung des
Kongresses des A.- und S.-Rates eindrang u.
die lofortige Abstimmung über ihre Forderungen
verlangte, sich das Recht, namens irgendr
Truppenteile zu W— angemaßt dane.
tovblsotisher n ANasionaltal.
München, 18. Dez
Auherhalb der Tagesordnung verweist der
Kultusminister Hoffmann auf die soeben vollzogene
Aufhebung der geistlichen Säulaussch,
die die Schule und Lehrer vom us der Kirche
befreie. Es wäre eine Schande für die Sozial.
demokratie, für das liberale Bärgertum uno für
die Aheer. wenn es jemals wieder anders kämc.
I.)
Ir der Fortsetzung der polktischen Aussprache,
die auch in der vorangegangenen Abendsitzung
vom Dienstag lebhaft weitergeführt worden war
und in einer Rede des Finanzministers Jaffe
ihren Höhepunkt gehabt hatte, spricht zunächst
RKlinglhöfer vom Landessoldatenrat, der
erklärte, die Nationalversammlung musse die
Vertretung und den Willen der Gesamtheit des
Volkes darstellen. Es müusse aber eine den Zeilnotwendigkeiten
entsprechende Nat onalversammlung
werden, sonst komme eine neue Revolution.
Das Referendum genüge micht, es sei auch die
Räteorganisation notwendig.
NR. Kaufmann (Polit. Rat geistiger Arbeiter)
vertritt die Forderungen der geistigen
UArbeiter.
NMR. Landauer (Unabh. Soz.) schildert oie
Schuld Deutschlands am Ensstehen des Krieges
und erklärt, die Organisation der Räte müsse
das ganze organgsierte Volk verkörpern zur Erneuerung
des verfluchten, nichtswürdigen bürgerlichen
Parlamentarismus, der in keiner Form
mederkommen kann. Wer nicht mit der Revolution
arbeite, der gehöre nicht dazu und sei es
die Mehrheit eines Parlaments. Die Revolution
würde eben dann auch die Mehrheit dieses
Parlament= binaergtreiben müssen.
Frau Dr. Kempf (Dem. Frakrion) meint,
das Gefühl der neuen Freiheit gehe in dem Versammlungsterror
unter. Die Begeisterung vergehe,
wenn die Ausübung der staatsbürgerlichen
Rechte mit körperkichen Gefahren verbunden sei.
Wolle die Regierung wirklich Freiheit, dann
müsse sie durchgreifen! Die Rednerin trägt ein
umfassendes Programm der Forderungen der
Frauen in politischer, wirtschaftlicher und sozialer
Hinsicht vor und begründet dann mit grohem
Nachdruck den Antrag auf Einsetzung einer
fünfgliedrigen parlamentarischen Kommission
beim Ministerium des Aeußern.
Ministerpräsidert Eisner erwidert, *
eine Kontrollkommission, welche die ganze
g##erung kontrolliere, sei nichts einzuwenoen. Da-Fegen
verwerfe er einen Antrag, der einseitig
nur den Minister des Aeußern entmündigen
wolle. (Während dieser Rede kommt es zu heftigen
Zwischenfällen, da der Sozialdemokrat v.
Haller dem Minister zuruft, er seife die Kommission
des ies nnn ein. . Ex.
en itig zwisden nabhängigen un ialgenseiug
unt Beschimpfungen und Jaische,
Präsident ist dagegen ohnmöchtig. Stter
wiederholen sich die Auftritte. Eisner erklärt,
von alldeutschen Einschleichern lasse er sich nicht
komtrollteren.) Dann beschäftigt sich der Mimsster
mit den Versammlungsstörungen in München,
warnt vor Ucbertreibung der in München
** Zustände, fordert das *
Selbsthirse auf und verspricht, daß
x- Schuldige rücksichtslos —
Snsc stell fest, daß der Antrag seiner
Fraktion kein Mißtrauen gegen Eisner sein sollte.
Prot.: Ammon M. dehrgan
Er ziehe ihn daher zurück und beantrage setzt
eine beseliedaige. Kommission zur Kontiolle der
mdlungen der Gesamtregierung.
NR. Schwarzet (Christl. Gewerhschaften)
erklärt, die Revolutionsmacher allein könnten
weder Verwaltung noch Ernährung aufrechterhalten.
Die jetzigen Justände würden vom
größten Teil der Bevölkerung als unbefriedigeno
empfunden. Schuld seien die Regierung und
die Uebergriffe der Räte. Reoner kriunsiert deren
Tätigkeit, nimmt die Presse lebhaft in Schutz,
verlangt Respektierung des Wahlergebrisses der
Nationalversammlung und wendet sich gegen Eisners
Aktenweröffentlichung.
Ministerpräsident Eisner kündigt an, daß
demmächst die deutschen Alenstũcke vollntändig
veröffentlicht werden. Den Emente-Regierungen
kömmen wir überhaupt nichts Neues sagen, aber
um die Aufklärung des eigenen Volles handle
es sich.
Am Nachmnttag wurden die Beratungen fort-*3
der Nachmittagssitzung wird Stellung genommen
zu einer Reihe von Anträgen.
Abgelehnt wird der Antrag Meyer-Absberg
auf Zuziehung von zwei Vertretern von Industrie
und Handel zum Nationalrat. Abgelehnt
ferner ein Antrag Vaith auf Erleichterungen
bei Erwerbung der bayerischen Staatsangehörig.
keit, abgelehnt der Antrag o. Puttkammer auf
Emsetzung einer elfgliedrigen Kommission zur
Kontrolle der Regierungshandlungen; angenom.
men wird ein Antrag auf Weiterbeschäfrigung
von entlassenen Kriegebeschädigten und Wiedereinstellung
von Briegsbeschädigten in allen
staatlichen und gemeindlichen Betrieben, desleichen
ein Antrag auf Einführung der vollsa
länkigen Sonntagoruhe für das Handelsgewerde
und für die Friseurgeschäfte, der der Regierung
zur Würdigung hinübergegeben werden soll, ferner
angenommen ein Antrag auf Vornahme
des Ausbaues der Isarbrücke in Planling als
Notstandsarbeit.
Auf die demokratische Interpellation über den
Schutz der Versammlungsfreiheit er-#ülärt
Minister Auer, daß die Regierung entsprechende
Vorkehrungen treffen werde. Er
brauche nicht zu belonen, daß es die Meinung
der Gesamtregierung sei, daßz die freie Meinungsäußerung
in keiner Weise behindert werden
dürfe.
Ablehnung findet ein Antrag der Unabhängigen
Sozialdemok alen, die Fuhrung von Adelsprädikaten
iedes Grades, sowie von dekorativen
Tileln jedem Staa##bürger ohne Unterschied freizustellen,
der Regierung zur Würdigung hinübergegeden
ein Antrag betreffend Verstaat.
lichung der Apotheken, angenommen ein Antrag
der Unabhängigen Sosfialdemokraten betreffend
Sicherstellung der Bekleidung der heim.
gekehrten und noch heimkehrenden Truppen,
ebenso ein Antrag der gleichen Fraktion auf
Beseitigung der rechtlosen Lage der Amwaltsangestellten
auf dem Verordnungswege, desgleichen
angenommen ein Antrag betreffend die Erleichterungen
für die Kriegsbeschädigten, T
schließlich angenommen ein Antrag, der den
tretern der Konsumvereine die Möglichkeit gid-.
in den öffentlichen rechtlichen Korperschaften
vertreten zu sein.
Damit ist die Tagesordmung erschdpft. Die
nächste * wird auf 28. Dezember a
4.. ——
das nene Vehern.
Die robe Säge.
München, 18. Dez. Das „Neue Münchener
Tagdl.“ bringt le folgende Meldung:
Wie wir aus zuverlasst ger Quelle erfahren, wird
auf Antrag gröberer Standesorgamsationen die
Regierung in den nächsten Wochen darangehen,
sämtliche Beamte uder 65 Jahren zu pensio
nieren. Da man in Preußen darangeht, weger
EF9 jetzigen Lage die Beamten schon mit 60
Jabren zu vensionteren wird diese
t“ E im Schoße der bayerischen Regie,
rung ernstlich erwogen *
Sischcskonserenz Die Erzischofe u.
Bischöfe Bayerns sind gestern in Freising ange.
tommen, um der in diesen Tagen stattfindenden
Konferenz beizuwohnen. An Stelle des durch
Alter verhinderten Sie Dr. v. Schlör-Wür##
burg nimmt Domprobst Generalvikar Dr. Hetdörfer
an den Beratungen tell.