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I. Der Schluß vom transzendentalen Begriff des Subjekts, der
nichts Mannigfaltiges enthält, auf die in jeder Beziehung mögliche
Einheit desselben; d. h. der Schluß vom Übersinnlichen des Menschen
auf die menschliche Seele. — Diesen dialektischen Schluß nennt Kant
den transzendentalen Paralogismus, d. h.Falschheit des Schlusses der
Form nach. Und da die Form in Raum und Zeit besteht, so kommt
der Trugschluß davon, daß man die subjektive Zutat von Raum und
Zeit als objektiv zu der Erkenntnis nimmt.
II. Der Schluß vom transzendentalen Begriff der in jeder Beziehung
möglichen Totalität der Bedingungen zu einer gegebenen Erscheinung;
d. h. der Schluß der Welt als der in jeder Beziehung möglichen
Einheit als Ganzes in bezug auf die Bedingungen der Erscheinungen.
— Den Zustand der Vernunft bei diesem dialektischen
Schluß nennt Kant die Antinomie der reinen Vernunft, d. h. das
Widersprechende derselben.
III. Der Schluß, der davon ausgeht, daß von der Totalität der
Bedingungen gegebener Gegenstände überhaupt gedacht werden kann,
und der dabei auf die absolute synthetische Einheit aller Bedingungen
der Möglichkeit eines Wesens kommt, das nach seinem bloßen transzendentalen
Begriff nicht erkannt werden kann. D. h. der Schluß, der
auf das Wesen aller Wesen, auf Gott kommt, und von dessen unbedingter
Notwendigkeit man sich ebenfalls keinen Begriff machen kann.
Mit anderen Worten: Der Schluß auf Gott als der absoluten Einheit
aller Gegenstände des reinen Denkens überhaupt. Diesen Vernunftschluß
nennt Kant das Ideal der reinen Vernunft.
Die Idee der Seele hat ihren Ursprung in unserem geistigen Ich,
das sich durch das „ich denke“ äußert und dem unser Körper nur ein
mittelbares Ojekt der Erkenntnis ist. D. h. das „ich denke"“ ist ein
Gegenstand des inneren Sinnes, während der Körper ein solcher des
äußern ist. Wenn man von dem „ich denke“ oder noch besser „ich
existiere denkend“ nicht nur auf die Möglichkeit, sondern auf die Wirklichkeit
einer Seele schließen will, so kann dieses nur vermittelst der
Kategorien des Verstandes geschehen.
Alle Gegenstände sind Subjekt und Prädikat. Das Prädikat sind
die Akzidenzen; werden diese abgesondert, so bleibt als eigentliches
Subjekt die Substanz als das Ding an sich übrig. Da das Eigentümliche
unseres Verstandes aber darin besteht, nur durch Begriffe, d. h.
vermittelst der Prädikate oder Akzidenzen zu denken, wobei das absolute
Subjekt jederzeit fehlen muß, so können wir das Ding an sich nie für
ein letztes Subjekt halten. .
Nun könnte man annehmen, daß wir in unserem Ichbewußtsein,
d. h. in unserem geistigen Ich das Substanziale des letzten Subjekts,