— 77 —
lische Geschäftsträger, dass sie in erster Linie international geworden
sei.
Jules Cambon.
Nr. 42.
Herr Jules Cambon, französischer Botschafter in Berlin,
an Herrn Bienvenu-Martin, stellvertretenden Minister des
Aeussern.
Berlin, den 25. Juli 1914.
Der russische Geschäftsträger hat Weisung erhalten, von
der deutschen Regierung zu verlangen, sie solle bei der Wiener
Regierung auf eine Verlängerung der Frist des Ultimatunis
dringen.
Da Herr von Jagow ihm erst auf den Spätnachmittag eine
Zusammenkunft gewährte, d.h. in dem Augenblick, wo das Ultimatum
gerade abgelaufen sein wird, hat Herr Broniewski dem
Staatssekretär eine dringende schriftliche Note geschickt, in der
er betont, dass die Verspätung der Mitteilung an die Mächte
durch Oesterreich die Wirkung dieser Mitteilung illusorisch
mache, da sie ihnen nicht Zeıt lasse, vor dem Ablauf der bestimmten
Frist Kenntnis von den angeführten Tatsachen zu
nehmen. Er beharrt sehr lebhaft auf der Notwendigkeit, sie zu
verlängern, wenn man nicht ın Aussicht nehme, eine äusserst
schlimme Lage zu schaffen.
Jules Cambon.
Nr. 43.
Herr Jules Cambon, französischer Botschafter in Berlin,
an Herrn Bienvenu-Martin, stellvertretenden Minister des
Aeussern.
Berlin, den 25. Juli 1914.
Der russische Geschäftsträger hat beim Staatssekretär den
Schritt ausgeführt, der ihm hinsichtlich einer Verlängerung der
Frist des Ultimatunis vorgeschrieben war. Herr von Jagow hat
ihm geantwortet, er habe schon eine derartige Anzeige nach
Wien übermittelt, glaube aber, alle diese Schritle seien zu verspätet.