— 15 — “ 11
Wörnißz, Altmühl und Pegnitz; hier endlich werden auch die meisten Mineralschätze des
Gebirges verwertet, so im Schwabenjura die Olschiefer bei Reutlingen, die Eisenerze
bei Aalen, im Frankenjura die berühmten Lithographieschiefer bei Soluhofen und
die Eisenerze bei Amberg und bei Hollfeld. "
Den Kern der oberfränkischen Bergwelt bildet das Fichtelgebirge. Vier
der stattlichsten deutschen Mittelgebirge schließen sich ihm an: Erzgebirge, Böhmer-
wald, Jura und Frankenwald. Vier Flüsse entspringen auf ihm: Main, Saale, Eger
und Naab. Vier Volksstämme stoßen hier zusammen: Bayern, Franken, Sachsen
und Böhmen. Es hat die Gestalt eines nach Nordosten geöffneten Hufeisens. Die
Hauptmassen des Gebirges liegen im Westen, wo Ochsenkopf und Schneeberg
eine Höhe von mehr als 1000 m erreichen. Dem Böhmerwald ist das Fichtelgebirge
sowohl nach seinem landschaftlichen Aussehen als nach seiner wirtschaftlichen
Bedeutung nahe verwandt. Auch hier besteht der Boden aus Granit und
Gneis: auch hier ist das Klima
rauh und der Wasserreichte
infolge der reichen Niederschläge
bedeutend. Ausgedehnte Wall
dungen, die dem Gebirge seinen
Namen gegeben haben, bedecken
seine kuppelförmigen Höhen und
geben Anlaß zu einer umfang-
reichen Holzindustrie. An Mine-
ralien werden Granit und Syenit
sowie Porzellanerde (bei Selb)
und etwas Eisenerz gewonnen.
Daneben betreibt die Bevölkerung
des Fichtelgebirges als Haus-
industrie in weiten Bezirken die
Leinenweberei, die Stickerei und Aus dem Fichtelgebirge.
die Kunst des Klöppelns. Der
Ackerbau ist wegen der Ungunst der Bodenverhältnisse sehr wenig ergiebig und
erzeugt nur Hafer, Kartoffeln und Flachs.
Der Frankenwald schließt sich dem Fichtelgebirge gegen Nordwesten hin an.
Er gehört nur teilweise zu Bayern und bildet ein Tonschiefergebirge mit vielen
parallel streichenden Zügen, deren Scheitelflächen sich plateauartig verbreitern.
Der Holzreichtum des Gebietes bildet die Grundlage für die Flößerei, die namentlich
in den gegen den Maingrund hin aufgeschlossenen Tälern schwunghaft betrieben
wird. Daneben blüht die Fabrikation von Schiefertafeln und Griffeln, zu denen
die zahlreichen Schieferbrüche (namentlich bei Lehesten und Gräfenthal) das
Material liefern.
Den Mittelpunkt des Handels im gesamten Frankenlande bildet Nürnberg
(310 T.), der Kreuzungspunkt der Wege vom Main nach Böhmen, von den Rhein-
landen nach Wien, vom Fichtelgebirge und dem Frankenwalde zur Donau. Nürn-
berger Spielwaren, Bleistifte, Farben, Blech--, Leder- und Zuckerwaren haben
Weltruf. Ebenso blüht dort die Fabrikation von Blattmetall, Eisenbahnwagen,