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Diese Begründung unseres ablehnenden Beschlusses spricht für sich
selbsl. Wir haben ihr nichts weiter hinzuzufügen.
Soweit in diesem Zusammenhang von Kriegszielen und Friedensbedingungen
die Rede war, konnle innerhalb der Arbeiksgemeinschast
eine geschlossene, durch heinerlei Abschwächung oder WVerschleierung vorgeläuschte
Annexionsgegnerschaft festgestellt werden. Der Bericht der
großen Fraktion bedient sich (Seite 30 und 31) der verwerflichsten Zilierkünste,
wenn er aus einer Rede des Genossen Ledebour das Gegenteil
herauszudestillieren versuchl. Er folgt darin der offiziösen Parkeikorrespondenz.
Wir können uns darauf beschränken, als Enlgegnung den Wortlaut
einer Nokiz hierher zu setzen, die jüngst in einem Teile der Parteipresse
Aufnahme fand:
Wie die Parteihorrespondenz zilierk.
In der soeben erschienenen Parleikorrespondenz Nr. 30 wird den
Lesern in sehr hurzen Auszügen eine Reihe von Erklärungen der Frakkionsmehrheit
und des Parteivorstandes über „Kriegsziele“ wiederholt. Nachdem
hierbei besonders die Genossen Scheidemann, Ebert und Landsberg
als unbedingte Annerionsgegner präsenkiert werden, findet sich (Seite 439)
noch solgender hurze Satz:
Hinzufügen möchten wir aus der Reichstagsrede des Abgeordneten
Ledebour vom 6. Juni 1916 nur den Sat:
. Damit ist nichl gesagt, daß deshalb gar heine Grenzsleine
verrüchl werden sollen.“ (Entgegen dem Stenogramm von der Parteikorrespondenz
fekt gedrucht!)
Diese Gegenüberstellung, deren kendenziöse Oberflächlichkeit nur dem
Kenner der Sachlage zum Bewußtsein kommt, soll natürlich den Gedanken
auskommen lassen, daß entgegen den Annexionsgegnern der Fraktionsmehrheit
und des Parkeivorstandes sich der Redner der Arbeitsgemeinschaft
wenigstens bedingungsweise für Annexrionen erklärt habe. Es ist
daher nötig, die Worte Ledebours, denen der gleich falsche Sinn in
gleicher Absicht kürzlich auch von der Chemnitzer Volhestimme unterschoben
wurde, ganz wiederzugeben.
In der Beichskagsrede vom 6. Juni 1916 erklärte Ledebour:
„Was wir von der deutschen Beichsregierung und dem verantwortlichen
Staaksmann, dem Herrn Beichshanzler, verlangen, ist, daß er
rundweg erklärt: wir wollen einen Frieden, bei dem Deutschland heine
Gebiele gegen den Willen ihrer Völher sich einverleibt (sehr richtig!
bei der Sozialdemobratischen Arbeitsgemeinschaft), wir wollen einen solchen
annexionslosen Frieden. (Sehr wahr! bei der Sozialdemobratischen
Arbeiksgemeinschaft.) Damil ist nichl gesagt, daß deshalb gar heine Grenzsteine
verrücht werden sollen. (Lachen rechts und im Zentrum.) Die
Verrüchung von Grenzsteinen ist möglich, ohne daß Deutschland irgendwelche
fremdsprachigen Gebiete annehtiert. Was wir verlangen, ist, daß
die Bevölkerungen der von Deutschland und seinen Verbündeken heute
besetzten Gebiele, die sich von ihrem bisherigen Staatswesen loslösen
wollen. nach dem Techte der Selbstbestimmung der Völher über ihre
eigene Zuhunfl selbst enkscheiden.