Volltext : Sachsen-Chronik Erste Serie. (1)

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Klae  gleichfalls  dem  Boten  des  Kunz  ausbändiaen  sollte26),  so
wollte  doch,  wie  wir  später  aus  dem  Einlasse  des  Kurfürsten  auf
Kuniens  Klage  ersehen  werden,  dieser  die  Verspätinung  der  Eingabe
  des  Kunz  als  eine  Versäumniß  angesehen  wissen;  doch  die
magdeburger  Schöppen  gestehen  dem  Kurfürsten  nicht  das  Recht
zu,  daß  er  deshalb  dem  Kunz  keine  Antwort  schuldig  sei  27).  —

Bereits  Montars  nach  Mariä  Empfängniß  sendete  der  Kurfürst
  srinen  Einlaß  auf  Kunzens  Klage  nebst  derselben  von  Torgau
  an  den  Münzmeister  Monhaupt  mit  folgendem,  die  weiteren
Verhaltungsbefehle  enthaltenden  Besleitschreiben  ab,  welches  Mittwochs
  darnach  in  Freiberg  anlangte.

Friedrich  von  gots  gnaden  Herzog  czu  Sachssen  rc.  lantgraf  In
doringen  ond  Marcegraff  zu  Missen  Lieber  getruwer  wir  schicken  dir
hiemit  vnser  Antwort  off  Cuntzen  von  kouffungen  schulde  ond  dobie
desseiben  Cuntzen  von  kauffungen  schulde  vorsigelt  als  wir  die  of
Dornstag  nehst  kauffung  dir  uberantworten  lassen  sollen  mit  flisse
begernde,  das  du  die  von  dem  geinwertigen  onserm  boten  ofnemest,
so  sal  vff  denselben  Dornstag  Cuntz  von  kauffungen,  sine  antwort
und  onser  schulde  auch  versigelt  bie  dich  gein  friberg  schicken  die  du
auch  vrfnemen  salt.  ond  nicht  anders  halden  komet  vns  von  dir  wol
zu  danke  Geben  zen  Turgaw  am  Montage  nach  Conceptionis  Marie
  Anno  2c.  liiijo.

2e)  Der  Münzmeister  hatte  nämlich  den  kurfürstlichen  Boten  den  Tag
über  aufgehalten  und,  dem  ihm  durch  den  Boten  mündlich  zugegangenem  Besehle
  gemäß,  unbedingt  durch  den  Boten  dem  Kurfürsten  ein  Antwort  zugehen
zu  kastn  2c.  noch  in  der  Nacht  den  Boten  mit  folgender  Antwort  abgesendet:
Meine  onderthenige  willige  Dienste  allecziet  bereit,  durchlouchtigister  Hochgeborner
  furste  unde  gnediger  Herre,  als  euwer  gnade  mir  geschrieben,  zen
spruche  ond  schulde  zeu  Cunzen  von  kouffungen  weigen  gesandt  ond  dobie  besolen
  hat,  die  vff  hewte  dorustag  nach  Martini  Cunczen  vorgenant  boten  ober
czu  entwertene  yn  biewezen  guter  leuthe,  ouch  von  demselben  boten  Cunczen
czu  spruche  zen  euwern  gnaden  weder  offczunemen,  vnde  diesim  enere  gnaden
boten  czu  antwortene  2c.  Als  geruweche  euere  gnade  zcu  wissen,  daz  nach  diß
hewte  ezu  ende  deß  tages  von  Cunczen  von  kouffungen  weigen,  nymandes
kommen  ist  ouch  nicht  ongeleget  hat,  Vdach  hat  Merten  keigenwertiger  euwer
  gnaden  boten  mutlichen  do  bie  beworben  Ab  sie  nach  her  noch,  noch  diesem
  tage  ungeleget  worden,  daz  ich  die  glich  wol  her  noch  vffnemen  ond  euwern
  gnaden  czusproche  hen  weder  ober  entwerten  sulde,  dornoch  ich  mich
zerne  richten  ond  enwern  gnaden  alleczit,  onderthenichen  wil  dynen  Geschit
vnder  myne  Sigel  von  Dornstage  zcu  nacht  nach  martini  Anno  2c.  liiijto
5  Nickel  Monhoubt
Munczemeister  czu  Frieberg

7)  Die  Schöppen  sagen:  „So  had  her  dem  beisprochen  anlaße  damete
nicht  genug  gethan  her  en  ist  aber  In  siner  sage  nicht  fellig  geworden  App
daz  sonder  chen  nicht  vorpenet  ist“  2c.  —