wir bei den emsigen Angriffsvorbereitungen der Franzosen auf der
Thampagne--Front vom Rande der Argonnen nach Westen hin zweifellos
entgegengingen. Im Waldgebiet selbst lleferten württembergische und
lothringische Regimenter am 8. September durch Wegnahme feindlicher
Stellungen und Stützpunkte, wie des Werkes „Marie Therese“, neue Beweise
ihres Angriffogeistes. Am 10. September nahm der Cberbefehleshaber
der rechts benachbarten 3. Armee, Generalobersi v. Pinem, mit
mir persönlich Rücksprache über die gespannte Lage vor seiner Front.
Auch er stand unter dem Eindruck, daß in Rürze ein starker feindlicher
Angriff bevorstände. Ahnliche Nachrichten lagen von der Front der S. Armee
des Rronprinzen Rupprecht von Bapern vor. Unter diesen Umständen
blickten wir erwartungevoller denn je nach dem Csten, wohin fast unsere
sämtlichen Reserven zur Oernichtung der Russen abgegeben waren.
Gerade setzt war die neue Offensive Sindenburgs auf und über Wilna
in vollem Gange. Wir waren aber allmählich skeptisch in bezug auf
den Ausgang geworden. Soviel stand jedenfalls fest: Wir hatten zwar
ungeheure, aber doch nur frontale Siege in den weiten östlichen Käumen
erzielt, weder die rückwärtigen Derbindungen getroffen, noch die Zange
zur Umfassung der abzlehenden Truppenmassen des Russen rechtzeitig
schließen können. Angesichts dieser nicht voll befriedigenden #Ergebnisse
im COsten und der in drohende Nähe gerückten Gefahren im Westen
und auf dem Balkan mußte es jetzt zunächst in Rußland genug sein.
Die G. S. K. hatte rechtzeltig den Abtransport namhafter Rräfte angeordnet,
zunächst nach dem ungarischen Zanat, dann auch an die Westfront.
Unser Interesse für die auf dem Balkan sich vorbereitenden großartigen
Operationen im freien Felde, denen sich durch den Anschluß Bulgariens
an die TMittelmächte verhelßungevolle Aussichten eröffneten, mußte bald
den näherliegenden Sorgen weichen, die durch die französisch-englischen
Angriffsarbeiten in der Thampagne und im Artois hervorgerufen waren.
Dom 22. bis 25. September besichtigte Seine Majestät im Bereiche
melner ZSeeresgruppe im Elsaß, dann zwischen Maas und Mosel und
schließlich bei der S. Armee in Ruhe zurückgezogene Truppen. In diesen
Tagen lag auf der 6. und 3. Armee sowie auf meiner Front westlich
der Argonnen bereits so gewaltiges Trommelfeuer, daß kein Zweifel über
den Anbruch der lange vorausgesehenen englisch-französischen Angriffsunternehmung
größten Stils bestehen konnte.
141