Full text : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1862. (28)

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20.  Ir  gleicher  Weise  ist  über  den  Stand  des  Schulwesens  im  Allgemeinen,  über  die
in  der  Besetzung  der  Schulämter  und  der  Organisation  der  Schulen  eingetretenen  Veränderungen,
  über  die  Beschaffenheit  und  etwaige  Erneuerung  der  Schulhäuser,  über  die  im  Ganzen
oder  im  Einzelnen  wahrgenommenen  wesentlichen  Hindernisse  und  Uebelstände  und  insbesondere
über  die  Ergebnisse  der  abgehaltenen  Schulrevisionen,  unter  namentlicher  Hervorhebung  der
durch  ihre  Leistungen  und  ihr  Verhalten  ausgezeichneten,  beziehendlich  der  hinter  den  nothwendigen
  Anforderungen  zurückstehenden  Lehrer,  sowie  unter  Beifügung  eines  Urtheils  über  die
Thätigkeit  der  Localschulinspectoren  und  nach  Befinden  der  Schulvorstände,  ein  jährlicher
Hauptbericht  zu  erstatten.

Die  speciellen  Ergebnisse  der  abgehaltenen  Revisionen  sind  in  der  dem  Hauptberichte  beizufügenden
  Revisionstabelle  darzulegen,  in  welcher,  soviel  die  im  Laufe  des  Jahres  nicht  revidirten
  Schulen  anlangt,  nur  die  Namen,  das  Lebens=  und  Dienstalter  und  das  Einkommen
der  sämmtlichen  Lehrer  mit  einem  gedrängten  Urtheile  über  deren  Leistungen  und  Verhalten,
ingleichen  die  Zahl  der  Classen  und  der  in  jeder  derselben  unterrichteten  Schüler,  auch  der
Tag  der  letzten  Revision  anzugeben  sind.

Als  leitender  Grundsatz  ist  auch  hierbei  das  festzuhalten,  daß  die  vorgesetzten  Behörden
durch  eine  vollständige  und  zuverlässige  Uebersicht  über  den  Zustand  des  Schulwesens  im  Ganzen
und  im  Einzelnen  in  den  Stand  gesetzt  werden,  ihren  fördernden  und  abwehrenden  Einfluß
auf  dasselbe  nach  allen  Seiten  rechtzeitig  auszuüben.

21.  Unerwartet  der  unter  19  und  20  gedachten  Jahresberichte  sind  Zustände,  welche
ein  sofortiges  höheres  Einschreiten  im  Interesse  des  Amts  und  der  Kirchen=  oder  Schulgemeinden
  nothwendig  oder  wünschenswerth  machen,  der  vorgesetzten  Behörde  unverweilt  anzuzeigen
und  mit  pflichtmäßiger  Offenheit  darzulegen.

22.  Die  Einreichung  der  vorgeschriebenen  dreijährigen  Tabellen  über  den  Stand  der
Kirchenärare  soll  von  den  Ephoren  fernerhin  nicht  gefordert  werden,  in  der  zuversichtlichen
Erwartung,  daß  die  Sorgfalt  und  Gewissenhaftigkeit  derselben  in  der  Ueberwachung  des  Kirchrechnungswesens
  eine  weitere  Controle  entbehrlich  machen  werde.

23.  In  Betreff  der  jährlich  einzureichenden  statistischen  Kirchen=  und  Schulnachrichten,
der  über  die  Confessionswechsel  und  die  confessionellen  Unterrichtsverhältnisse,  ingleichen  über
die  theologischen  Candidatenvereine  zu  erstattenden  Jahresberichte,  nicht  minder  der  vierteljährigen
  Anzeigen  über  die  in  der  Ephorie  sich  aufhaltenden  Schulamtscandidaten  bewendet  es  bei
den  bestehenden  Vorschriften,  wogegen  von  der  Einforderung  der  nach  §  166  der  Ausführungsverordnung
  zum  Elementarvolksschulgesetze  vom  9ten  Juni  1835  halbjährlich  zum  Ephoralarchive
  abzugebenden  Elassen=  und  Censurtabellen  in  Zukunft  abgesehen  werden  mag.

24.  Damit  die  Ephoren  nicht  durch  äußerliche  und  mehr  mechanische  Arbeiten  ihrem
wichtigen  Amte  entzogen  und  an  einer  für  Kirche  und  Schule  ersprießlichen  Wirksamkeit  gehindert
  werden,  sind  dieselben  gehalten,  alle  Copialien,  die  Actenhaltung,  nach  Befinden  die  In-1862.

  43

Jährlicher
Schulbericht.

Außerordentliche
  Berichte.

Aufsicht  über
die  Kirchenärare.


Die  sonst  vorgeschriebenen


Jahresberichte
und  Tabellen.

Expeditionsarbeiten.