Contents : Die Wappen der Großherzogthümer Mecklenburg, ihrer Städte und Flecken.

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32.  Röbel.

(herrschaft  Werle.)

Wappen.
Gespalten:  rechts  in  gold  der  halbe  Werle'sche  Stierkopf,  links  in  blau  ein  aufrecht
stehender,  auswärts  gekehrter  goldener  Schlüssel;  im  rechten  Oberwinkel  des  Schildes  ein  blauer
Stern.

Siegel.
0m:  oben  59,  Axe  68  mm.  Halber  gekrönter  Stierkopf  in  der  rechten,  nach  auswärts  gekehrter  Schlüssel
in  der  linken  Schildhälfte;  im  Schildwinkel  neben  dem  Stierhorn  ein  Stern.  Umschrift
Sl(CILLU  z3  CrolT#e#eS  &  RoBd(LlG)
1296  im  Archir  des  llosters  Malchow.
2.  O  Dm:  56  mm.  Im  runden  Siegelfelde  ein  Dreiecksschild  mit  dem  Bilde  wie  sub  l.  Umschrift
SGdGRGrU  -GUTTZSIS  ROBGLG
Nach  einem  abgefallenen  Siegel  in  der  Sammlung  des  Dereins  f.  Meckl.  Gesch.  u.  Alterth.=  Kunde  in  Schwerin.
Der  Stempel  dürfte  der  Mitte  des  14.  Jahrhunderts  angehören.

1  5.  O  Dm:  37mm.  Im  ausgebogenen,  mit  verzopfter  Kartusche  umgebenen  und  gespaltenen  Schilde  rechts
halber  gekrönter  Stierkopf  mit  Masenring  (ohne  Stern  im  Schildwinkel),  links  ein  nach  auswärts  gekehrter
Schlüssel.  Umschrift

SIGILLVM  CIVITATIS  ROBELENSIS  æ  1707
1  4.  O  Dm:  23/22  min,  mit  dem  BZilde  des  vorigen  und  mit  derselben  Umschrift,  jedoch  ohne  Jahreszahl.

Die  Stadt  Röbel  ist  durch  Heinrich  Borwin  II.  (1219  —-  1226)  gestiftet;  im  Jahre  1261  wurde  ihr  durch
Nicolaus  I.  von  Werle  das  Schweriner  Stadtrecht  bestätigt.,)

Das  älteste  sigillum  der  Stadt  giebt  rechts  einen  halben  gekrönten  Stierkopf  mit  einem  Stern  im  rechten
Schildwinkel  neben  dem  Stierhorn,  links  einen  aufgerichteten,  nach  auswärts  gekehrten  Schlüssel.  Die  Zedeutung
des  Ortes  beruhte  darauf,  daß  dort  ein  Havelbergischer  und  ein  Schweriner  Hrobst  (archidiaconus)  saß,  auch
daneben  der  fürstliche  Dogt  über  das  Land  Röbel;  der  Schlüssel  könnte  also,  im  Gegensatz  zu  dem  sich  auf  die
weltliche  Oberhoheit  beziehenden  Stierkopf,  die  geistliche  bezeichnen  sollen.“)  Auffallend  ist  es  allerdings,  daß  das
Siegelzeichen  von  Anfang  an  als  wirkliches  Wappen  gebildet  ist,  indem  das  sigillum  eine  schildförmige  Gestalt
hat  und  das  Bild  auf  das  secretum  gleichfalls  nur  im  Schilde  übertragen  wurde.)  Es  dürfte  dies  zu  der  Dermuthung
  Anlaß  bieten,  daß  auch  der  Schlüssel  einem  wirklichen  (Geschlechts.)  Wappen  (dem  der  von  Blücher)
entnommen  sei.  Doch  sind  Beziehungen,  die  einen  sicheren  Anhalt  nach  dieser  Richtung  hin  bieten,  insbesondere
aus  älterer  Seit,  nicht  bekannt.

In  den  beiden  neueren  Siegeln  sub  5  und  4  ist  der  Stern  neben  dem  Stierhorn,  als  einer  Bedeutung

entbehrend,  fortgelassen.
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1)  M.  U.  B.  IV.  2506.  —  "„)  M.  u.  M.  1,  9,  6.  —  2)  M.  U.  B.  H.  cqu.  —  Der  Schlüssel  (Kirchenschlüssel,  Symbol  Sanct
Hetri)  ist  häufig  in  diesem  Sinne  gebraucht.  —  5)  Die  Unhaltbarkeit  der  Ansicht,  welche  sich  anderweitig  geltend  zu  machen  gewußt
hat,  daß  Städte  wappen  nur  rund  zu  bilden  seien,  und  daß  dort,  wo  in  den  älteren  runden  Siegeln  etwa  ein  Schild  steht,  auch  die
durch  die  Auflegung  desselben  entstandenen  Kreisabschnitte  des  runden  Siegelfeldes  mit  allem,  was  möglicherweise  darin  zur  Füllung
oder  Ausschmückung  angebracht  worden,  als  mit  zum  Wappen  gehörig  zu  betrachten  seien,  und  daß  ferner,  selbst  wenn  solche  Sierrathe
  nicht  vorhanden,  dennoch  das  Siegelfeld  mit  zum  Wappen  gehöre  und  ihm  eine  besondere  heraldische  Tinktur  für  solchen
Sweck  gegeben  werden  mücsse,  dürfte  sich  nach  eispielen  der  vorliegenden  Art,  deren  es  vielfache  in  Mecklenburg  giebt  (vid.  Brũel,
Gadebusch,  penzlin,  Stavenhagen,  Warin,  Wismar  lsecretum),  Strelitz  2c.)  und  welche  klar  erkennen  lassen,  daß  in  den  klteren
Siegeln  eine  große  Anzahl  von  Städtezeichen  ganz  die  nämliche  Zehandlung  erfahren  hat  als  die  Wappenbilder  wirklicher  Hersonen,
auf  das  Handgreiflichste  herausstellen.