Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1894. (78)

Unter  den  Briefen  aus  der  Heimat,  die  ich  bei  meiner
Rückkehr  vorfand,  war  auch  das  Schreiben  eines  Kriegs—
kameraden.  Von  hundert  Einzelheiten  redet  es  und  kommt
dabei  auch  auf  das  törichte  Geschwätz,  das  über  meine
Tätigkeit  als  Oberbefehlshaber  der  5.  Armee  bei  denen,
die  mehr  wissen  als  alle  anderen,  im  Umlauf  ist.  Also:
auch  den  unglückseligen  Rückzugsbefehl  der  O.  H.  L.  nach
der  Marneschlacht  des  Jahres  1914  soll  ich  verschuldet
haben.

Ganz  genau  wissen  das  diese  Superklugen!

Da  ist's  vielleicht  doch  nicht  ganz  unberechtigt,  wenn
ich  auch  sage,  was  ich  von  der  Schlachk,  die  unsere  Schicksalswende
  bedeutek,  zu  sagen  weiß  —  zumal  das  meiste,
was  von  ernsten  kritischen  Bekrachkern  bisher  gegeben
wurde,  nur  wenig  von  den  Vorgängen  bei  der  5.,  6.  und
7.  Armee  berichkek.

Was  ich  hier  niederlegen  will,  soll  nicht  ein  Bild  der
milikärischen  Entwicklung  und  Operakionen  meiner  5.  Armee
  in  jenen  bitter  schweren  Tagen  sein  —  dafür  ist
ja  eine  andere  Stelle  von  mir  vorgesehen  —  es  soll  allein
in  großen  Zügen  die  Umstände  zeigen,  die  das  deuksche
Heer  damals  mikten  aus  stegreichem  Vormarsch  heraus
zu  dem  kragischen  Rückzuge  führken.

Eine  Schuld  meinerseiks!?  Nur  gemeine  Böswilligkeit
  konnke  derlei  erfinden,  nur  grenzenlose  Dummheik
es  glauben!

Als  Oberbefehlshaber  der  5.  Armee  habe  ich  im  August
  14  den  Vormarsch  meiner  Armee  geführk,  die  Ent—
schließungen,  Meldungen  und  spärlichen  Aussprachen  mit
der  O.  H.  L.  und  den  Nachbararmeen  ständig  miterlebt
und  endlich  in  den  Tagen  der  Mearneschlachk  die  Enk-190