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deutscher Kraft, während der Krieg im Osten so lange hinhaltend geführt
werden sollte, bis es möglich wurde, nach Heranführung von
Teilen des Westheeres auch gegen Rußland zur Offensive überzugehen
457).
Zu den vorhandenen Oberquartiermeisterstellen kam am 1. April
1894 eine vierte. Der älteste Oberquartiermeister konnte den Titel
Generalquartiermeister erhalten.
Die Vermehrung des Heeres und der große Bedarf an Generalstabsoffizieren
für die Kriegsformation machten eine Erweiterung des
Generalstabes der Armee notwendig. Der frühere Nebenetat des
großen Generalstabes wurde zum 1. April 1898 aufgehoben. Die
nicht dem Generalstabe der Armee angehörigen, nicht an seiner besonderen
Ausbildung teilnehmenden und in ihm aufrückenden Offiziere,
die bei einzelnen Abteilungen tätig waren, wurden seitdem als
dem Generalstab zugeteilte Offiziere geführt. Die Zahl der Abteilungen
des großen Generalstabes wurde nach und nach auf 16
erhöht. Der Truppengeneralstab wurde infolge Errichtung neuer
Armeekorps, Divisionen usw. vergrößert, bei vielen Generalkommandos
eine zweite Hauptmannsstelle des Generalstabes errichtet.
Auch wurden etatmäßige Lehrerstellen bei der Kriegsakademie
geschaffen, die mit Generalstabsoffizieren besetzt wurden und für den
Kriegsfall dem vermehrten Bedarf an solchen zu gute kamen. Die
Zahl der zur Dienstleistung beim großen Generalstabe kommandierten
Offiziere wurde allmählich vermehrt, ihre Ausbildung vertieft. Die
obere Leitung der Eisenbahnbrigade und der Luftschifferabteilung
ging 1899 auf die neugebildete Inspektion der Verkehrstruppen über.
Besondere Hervorhebung verdienen die Verdienste des Grafen
Schlieffen um die schwere Artillerie des Feldheeres. Auf sein ganzes
Wirken konnte bei der Trauerfeier in der Invalidenhauskirche am
8. Januar 1913 der geistliche Redner mit besonderem Recht das Wort
anwenden: „Ein hohes Beispiel weckt Nacheiferung und gibt dem
Urteil höhere Gesetze.“
Am 1. Januar 1906 übernahm Generallieutenant v. Moltke,
seit 16. Februar 1904 Generalquartiermeister, das Erbe des Grafen
Schlieffen. Nachdem 1908 die Stelle eines fünften Oberquartiermeisters
bewilligt worden war, hatte der große Generalstab folgende
Einteilung:
Zentralabteilung,
6. Abteilung (Manöver),
O. O. I. 2., 4., 7. und Eisenbahnabteilung ts8) (Auf marsch, fremde Festungen,
Eisenbahnen),
*.) Kuhl, Der deutsche Generalstab in Vorbereitung und Durchführung des
Weltkrieges, 2. Aufl. 1920. Förster, Graf Schlieffen und der Weltkrieg, 2. Aufl.
1925. Groener, Das Testament des Grafen Schlieffen, 1927. Förster, Aus der
Gedankenwerkstatt des deutschen Generalstabes, 1931.
*) Der Eisenbahnabteilung unterstanden 26 Linienkommandanturen (A-Z2).