Full text : Königlich-Baierisches Regierungsblatt. 1807. (2)

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Schuzen-Kompagnie
nöthig  sind,  so  kann  eine  solche  organisirt
werden;  nur  muß  die  Bürger-Miliz  in  einem
  solchen  Orte  so  stark  seyn,  daß  wenigstens
  #  Fusilier-Kompagnien  mit  bestehen.

Wenn  eine  Stade  rc.  60  wohl  berittene
Gemeine,  nebst  den  dazu  gehörigen  Ober-Unter-Offizieren
  und  Spielleuren  aufbringen
kann,  so  darf  dieselbe  eine  Eskadron

Kavallerie
formiren.

Da  in  Unserer  Haupt=  und  Restsdenzstadt
München  2  Eskadrone  bestehen,  so  kommandirt
  dieselben  ein  Divisions-Kommandant,
welcher  einen  Adjutanten  bei  sich  hat;  und
diese  Division  führt  eine  Standarte.

Eine  Eskadron  formtrt  sich,  wie  eine  Infanterie
  Kompagnie.  Nur  ist  bei  derselben
statt  des  Pfeiffers  ein  Paucker,  und  statt  der
à  Tambeurs  :  Trompeter.

Nach  obigen  Voraussezungen  sind  zwar
60  Kôpfe,  als  die  geringste  Zahl  der  Gemeinen,
  für  eine  Kompagnie  und  Eskadron  bestimmt;
  jede  derselben  kann  aber  auf  00,
und  darüber  vermehrt  werden.

Wo  sich  Kanonen  befinden,  kann  eine

Artillerie=Kompagnie;
  aber  höchstens  nur  eine  gestellt
  werden.  Sie  besteht  aus  1  Hauptmann,
1  Oberlieutenant,  :  Unterlieutenants,  2
Oberfeuerwerkern,  2  Feuerwerkern,  8  Korporälen,
  1  Pfeiffer,  2  Tambours,  und  60
oder  höchstens  80  Kanoniers.

Jeder  Bürger  ohne  Unterschied  muß  sich,
je  nachdem  er  sich  nach  seinem  Gewerbe,  Vermoͤgen,
  oder  seiner  physischen  Beschaffenheit

 

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zur  Inf  inkerie,  zu  den  Schüzen,  zu  der  Kavallerie
  oder  Artillerie  eignet,  bei  einem  dieser
  Korps  einschreiben  lassen,  und  in  demselben
  bis  zum  sechzigsten  Jahr  seines  Lebens,
nach  welchem  er,  wenn  er  es  wünscht,  unentgeldlich
  befreyet  wird,  Dienste  leisten.

Es  ist  daher  eine  förmliche  Musterung.
simrlicher  Bürger,  einschließlich  derjenigen,
welche  bisher  aus  was  immer  füc  einer  Ursache
  freigesprochen  wurden,  vorzunehmen,
und  in  Zukunfe  soll  sich  jeder  angehende  Bürger
  dem  Magistrate  bei  seiner  Aufnahme  in
der  National-Uniforme  prdsentiren.

Falls  ein  Bürger  wegen  käörperlicher  Gebrechlichkeit
  oder  sehlerhaften  Körperbaues  niche
zu  dienen  im  Stande  wäre,  so  ist  dieser  Umstand
  mittelst  medizinisch-chyrurgischer  Attestate
  zu  beweisen,  und  alsdann  hat  ein  solcher
Bürger,  wenn  er  vermöglich  ist,  zur  Erleichterung
  der  allgemeinen  Last  einen  verhältnißmäßigen
  Beitrag  an  Geld  zu  leisten,  damit
aus  diesem  Fond  Unrermegliche  in  Anschaffung
  der  Montur  unterstüzt,  und  Armatur
und  Lederwerk  immer  in  brauchbarem  Stande
erhalten  werden  können.

Alle  jene,  welche  vermög  ihres  Gewerbes
ferde  zu  halten  benöthiger  sind,  und  hinreichendes
  Vermögen  besizen,  werden  zum  Kavallerie-Dienst
  gezogen.

Müller,  —  Mezger  und  dergleichen  koͤnnen
  künftighin  nicht  mehr  vom  Dienste  befreit
  bleiben:  sie  werden,  wenn  sie  Ordonnanz-Ritte
  zu  machen  haben,  und  uniformirt  sind,
in  diesem  Geschäfte  weniger  Anstände  und
mehr  Förderung  finden.

Wir  sind  zwar  nicht  entgegen,  daß  das