Full text : Ergänzungsband zum Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1838. (15a)

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sich  zu  einer  Partey  halten,  die  gegen  den  Pfarrer  und  seine  Familie  widrig  ge.
stimmt  ist.

Privat-Versammlungen  zu  leiten  oder  Privat-Erbauungssiunden  zu  halten,  ist
den  Pfarrgehülfen  durchaus  verboten;  jedoch  ist  es  ihnen  nicht  verwehrt,  mit  Vorwissen
  oder  aus  Auftrag  des  ordentlichen  Geistlichen  solche  Versammlungen  und  Stunden
  je  und  je  zu  besuchen.

.  6.
Obliegenheiten  der  Pfarr-Verweser  insbesondere.

Pfarramts-Verweser,  welchen  das  ganze  Amt  anvertraut  ist,  haben  dasselbe  mit
besonders  gewissenhafter  Sorgfalt  nach  allen  Theilen  so  zu  fuͤhren,  daß  der  Gemeinde
der  Mangel  eines  ordentlichen  Geistlichen  nicht  zu  fuͤhlbar  werde,  und  sich  vorzuͤglich
zu  huͤten,  daß  sie  durch  ihren  Lebenswandel  keinen  Anstoß  geben.

Hat  ein  Vibar  eine  durch  Todesfall  erledigte  Stelle  während  des  Sterbe-Quartals
  zu  versehen,  so  wird  erwartet,  daß  er  die  Familie  des  Verstorbenen  mit  zarter
Schonung  und  Menschenfreundlichkeit  behandle.

Pfarramts-Verweser  haben,  besonders  in  dem  Falle,  wenn  sie  von  keinem  ordentlichen
  Geistlichen  abgelbst  werden,  vor  ihrem  Abzuge  dem  Dekanatamte  genaue
Rechenschaft  von  ihrer  Amtsführung  zu  geben.

6)  Die  von  dem  K.  evangelischen  Consistorium  unter  dem  15.  Juni
1827  Frtheilte  Anweisung  zu  Fertigung  und  Fort  führung  der
Pfarrbeschreibungen  für  die  evangelischen  Parochien  des
Königreichs.

(Mit  einer  Beilage.)

g.  1.

Zweck  der  Pfarrbeschreibungen  im  Allgemeinen  ist:  Zusammenstellung  der  wichtigeren,
  für  die  Geschäftsbehandlung  in  Kirchen=  und  Schulsachen  bleibendes  Interesse
habenden  Nachrichten  von  einer  jeden  Parochic.  Sie  enthalten  also  im  Ganzen  eine
kirchliche  und  Schul-Statistik  der  Parochie,  und  sollen  dazu  dienen,  daß  die  Vehörden
sich  mit  Leichtigkeit  über  die  auf  das  Kirchen=  und  Schulwesen  einer  Parochie  Einfluß
  habenden  örtlichen  Verhältnisse  unterrichten  können.  So  wie  zu  diesem  Ende
ehedem  in  jede  Pfarr-Relation  gewisse  statistische  Rotizen  aufgenommen  wurden,  so