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30. März und antwortet sofort in höhnisch höflichem Tone, daß Heinrich,
der Nachsicht predige, selber ihrer ermangele. Heinrich fordert
seinen Abschied. Der König schlägt die Bitte ab. Heinrich bleibt
und führt den Feldzug fort mit Ehre und Glück, bis er im Herbste
den bedeutenden Sieg bei Freiberg erringt.
Das Verhalten der Brüder wird uns namentlich klar bei
dieser Gelegenheit. ) Heinrich schickt an den König seinen Adjutanten
Kalkreuth mit genauer Meldung über die Umstände des
Sieges. Der König ergeht sich vor diesem Kalkreuth in einer
bitteren Kritik über den Feldzug seines Bruders. Kalkreuth erkennt
Einiges als begründet an, sucht in anderen Dingen den Prinzen
zu rechtfertigen. Der König wiederholt ihm mehrmals: „Es betrifft
nicht Sie. Es ist nicht Ihre Schuld. Ich weiß, daß Sie
alles thun, was Sie können, um die schlechten Maßregeln zu hindern.“
Aber er befiehlt ihm mehrmals diese Kritik dem Prinzen
zu überbringen, und ernennt Kalkreuth auf der Stelle zum Major.
Kalkreuth kehrt zurück und wagt nicht ein Wort davon dem Prinzen
zu sagen. Sobald der König den Kalkreuth mit der mündlichen
Kritik entlassen, schreibt er selbst einen Brief an seinen
Bruder. „Die Ankunft Kalkreuths mit Ihrem Briefe, mein theurer-Bruder,
hat mich um 20 Jahre verjüngt. Gestern war ich sechszig
alt, heute achtzehn. Ich danke dem Himmel, daß er Sie in guter
Gesundheit bewahrt hat und daß die Dinge so glücklich gegangen
sind.“ Und so geht es fort in überfließendem Lobe und Danke,
und vom Tadel keine Spur. Eben so findet sich der Tadel nicht
in der Geschichte des siebenjährigen Krieges, welche nachher der
König verfaßte.)
Wir Spätere aber erinnern uns dabei an einen ähnlichen Zug,
1) Oeuv. XXVI. p. 258. vgl. die Zeitschrift Minerva, von Bran 1839
S. 360. — 2) Oeuv. V. p. 205. ft.