Full text : Materialien der Deutschen Reichs-Verfassung. Band III (3)

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gekommen.  Seitdem  sie  zu  Preußen  Aehört,  hat  sie  schnell  und
mächtig  an  Einwohnern,  Handel  und  Wohlhabenheit  zugenommen.
Sie  verdankt  dies  dem  weisen  Regimente  der  preußischen  Könige.
Majestätisch  breitet  sie  sich  am  Rheinufer  entlang  aus.  Zwei  riesige
Brücken  mit  steinernen  Pfeilern  führen  über  den  Fluß.  Hoch  über.
ragt  die  gewöhnlichen  Häuser  der  herrliche  Dom.  Sein  Bau
begann  im  Jahre  1248;  240  Jahre  wurde  der  Bau  fortgesett
alsdann  aber  mußte  er,  weil  die  Kosten  zu  groß  wurden,  einge  teut#
werden,  ehe  er  noch  zur  Hälfte  fertig  war.  Es  ist  das  Verdienst
der  Könige  Friedrich  Wilhelm  III.  und  IV.,  die  Vollendung  diesesz
katholischen  Gotteshauses,  als  des  schönsten  Denkmals  mittelalterlicher
Baukunst,  angeregt  und  durch  große  Summen  gefördert  zu  haben.

Unterhalb  Düsseldorfs  kehren  wir  in  Kaiserswerth  ein  und
freuen  uns  der  Diakonissen-Anstalt,  aus  der  schon  viele  Krankenpflegerinnen
  und  Lehrerinnen  in  alle  Teile  Deutschlands,  selbst
nach  Smyrna,  Jerusalem,  Alexandrien,  London,  Petersburg  und
Nordamerika  gesandt  worden  sind.  In  Duisburg  befindet  sich  eine
ähnliche  Anstalt,  in  der  Diakonen,  d.  h.  männliche  Krankenpfleger,
ausgebildet  werden.  Wo  die  Lippe,  die  wie  die  Ruhr  aus  Westfalen
  kommt,  mündet,  liegt  die  preußische  Grenzfestung  Wesel.
Dann  kommt  man  in  die  einförmigen  Ebenen  Hollands.  Dort
teilt  sich  der  Rhein  in  viele  Arme;  der  Arm,  der  den  Namen
Rhein  beibehält,  ist  so  schwach  und  dünn  geworden,  daß  man  ihn
durch  einen  Kanal  in  die  Nordsee  leiten  mußte.  In  einen  dieser
Arme  mündet  auch  die  Maas,  die  aus  Frankreich  kommt.  Dort
liegen  Verdun  und  Sedan  an  ihren  Ufern.  Dann  fließt  sie  durch
das  Königreich  Belgien  an  Lüttich  vorüber.

An  den  Wiegen  des  Rheins  erklingen  die  Gesänge  armer,  aber
freier  und  froher  Hirten;  an  seinen  Mündungen  zimmert  ein  ebenso
freies,  dabei  reiches,  kunstsinniges,  gewerbefleißiges  Volk  seine
schwimmenden  Häuser,  die  die  fernsten  Länder  und  Meere  beschiffen
und  einst  beherrscht  haben.  Wo  ist  der  Strom,  der  eine  Schweiz
an  seinen  Quellen,  ein  Holland  an  seinen  Mündungen  hätte,  den  seine
Bahn  so  durch  lauter  fruchtbare,  freie,  gebildete  Landschaften  führte?

(Nach  Mendelssohn.)

Der  Harz.

Da,  wo  Braunschweig,  Anhalt  und  die  preußischen  Provinzen
Sachsen  und  Hannover  zusammenstoßen,  erhebt  sich  ein  Gebirge
von  höchst  eigentümlichem  Charakter  und  weltgeschichtlicher  Berühmtheit:
  der  Harz.  Ubertrifft  ihn  auch  das  Riefengebirge  an