Full text : Handbuch für Landgemeinde-Verwaltungen.

374  II.  Abth.  9.43.  Aliftriktsrnth,

 

Bei  Nactzeit  Fönnen  die  Ortöbehörden  ihren  Beiltand
öhre  Angabe  von  Gründen  verjagen.
°F)  Ueber  Haudfırchungen  bei  Foritfreveln  |.  ©.284  oben,
g)  DieDisciplin  über  die  Bürgermeister  jteht  aus:
Ichließlidh  der  Dijtriftsverwaltungsbehörde  zu  ımd  haben  Gerichte
und  andere  Behörden,  wenn  fte  Bejchtverde  über  Ntichterledigung
ihrer  an  die  Gemeindebehörden  ergangenen  Verfügung  zu  fühven
  haben,  fich  desfalls  an  die  DiftriltSverrvaltungsbehörde  zu
wendeit.  |
8.  49,

Ditriktsenth.
a)  Zufammenjegung  und  Wahl  desjelben.

Wie  jchon  int  8.  1  oben  bemerkt  worden  ift,  bilden  die
färnmtlicheii  Gemeinden  eines  Diftriktöverwaltungs-  oder  Landgerichtsbezirts
  (Art.  1  des  Dijtriftsrathsgefehes  von  28.  Mai
1852  Abj.  2)  eine  Diftriftsgemeinde,  deren  gejeblicher  Vertreter
der  Diftriktsrath  ift.

Derjelbe  wird  gebildet:

a)  Aus  den  Vertretern  fürnmtlicher  Gemeinden  des  Diftrit3
  in  der  rt,  daß  Gemeinden  bis  zu  2000  Seelen  einen,
größere  Gemeinden  für  je  2000  Seelen  mehr  einen  weiteren
Abgeordneten  zu  wählen  haben  wobei  ein  Neftbetrag  von  mehr
als  1000  Seelen  vollen  2000  gleicjgeachtet  wird;  die  Wahl
erfolgt  in  Landgemeinden  Durd)  den  ©emeindeauzihuß  aus
den  Gemeindebiirgern  nad)  abjoluter  Stiminenmehrheit  mittelit
nette  Täheres  über  die  Vornahme  diefer  Wahl  .  Seite  111
oben,

b)  aus  den  Eigenthümern  desjenigen  Grumdbefites  von
welchen  die  höchfte  Grumdftener  im  BDiftrikte  entrichtet  wird,
oder  ihren  Benollmächtigten.

Die  Zahl  derfelben  Hat  ein  Achtel  der  Sahl  der  Vertreter
der  Gemeinden  lit.  a  zu  betragen;  ergeben  fich  Bruchtheile,  fo
werden  diefelben,  wern  fie  die  Hälfte  oder  Darüber  betragen,
der  vollen  Zahl  gleich  gehalten.  |

Die  Bevollmächtigten  müffern  bayerifche  Stantäbiürger  jet,
imd  fünmen  fi)  im  Diftriftsrathe  auf  erhaltene  Aufträge  nicht
beziehen,

ce)  aus  den  Bertretern  des  unter  lit.  b.  nicht  begriffenen
größeren  Grundbefites  mit  einem  Viertel  der  Zahl  der  Vertreter
  der  Gemeinden,  wobei  Bruchtheile  wie  bei  b  in  Beredhnung
  fommen.