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grabe folgte Keller Werke 1, 82; — llbberbleibsel der
Mahlzeit: den rest von einem gerieht essen Adelung;
im vereinzelnden Plur.: reste eines schmauses. speiscreste:
rest bei Rauchern, in einer Pfeise unverbrannter
Tabak, cigarrenrestehen, Stummel; bei Getränken: rest
bier, wein in einem glase; in der Spr. der Trinker:
sein glas bis auf den rcst leeren; trink deinen rest!!
Keller Werke 8, 131; prosit rest!: studentisch: ich
komme dir meinen rest (vor), trinle ihn dir zu Ehren
aus; ich komme meicen rest nncb. trinke ihn Bescheid
thuend aus; einem den rest geben. in Zecherkreisen des
17. Jh. einen niedertrinken Stieler; allgemeiner einem
den Garaus machen: einem den rest geben, er hat
Scinen rest, er ist todt ebd.; da hat der alte fuchs
nu seinen rest empfungen Weckherlin 210, 392; stach
ihm die klinge ius haarwachs . und gab ihm dann
vollends den rest Heinse Ardingh. 1, 195; milder,
— einen zu Grunde richten: einem den rest vollcnds
geben Stieler; sie hat zu den buchern ihre zuflnebt
genommen . die werden ihr den rest geben Lessing
Gal. 1, 6. — Zusammensetzungen: Restbetrag, m. übrig
bleibender Betrag einer Geldsummc. — Resterhandlung,
k. Schnittwarengeschäft, das mit Restern handelt. —
restlos, ohne NRest: etwas geht restlos anf. — Restsumme,
k. übrig bleibende Summe.
Resten, in Rest bleiben, übrig sein, redundare,
uperesse Stieler; es resten noch einige thaler
Adelung; es resten noch viele schuldner, er restct
noch mir 10 thalern Campe: dafür lieber restieren,
schon bei Stieler, jetzt allgemein.
Rettbar, der oder das gerettet werden kann. —
retten, aus Gesahr befreien; westgerm. Wort, altengl.
hreddun, altfries. hredda, ahd. rettan. mhd. retteo, mit
der ursprünglichen Bed. des Entreißens und Wegziehens,
nächstverwandt zu dem gemeingerm. Adj. hraör.
altengl. hräd, ahd. hrat heftig, gewaltsam, schnell; mit
einsachem Obi.: sõ sul wir . die stat dd retten
Dietrichs Flucht 6001; eiden (1. Macc. 5, 12. Luc. 18, 5),
ein volk (1. Macc. 3, 43), leben und gesetz (2, 10), die
freihcit, seinen ehrlichen namen, sich durch die flucht
(Frisch) retten u. s. w.; muszten wir uns mit der
tucht retten Wieland Danischm. 42; man reiszt seines
nachbars haus nieder, um seines zu retten Möser
Phant. 2, 15; du rettest den freond nicht mehr, so
rette das eigene leben Schiller Bürgschaft; mit Angabe
des Wovon oder Wovor: rette mich von meinem
widersacher Luc. 18, 3; schäflein .. recht vom räuber
du sie rettest Spee Trutznacht. 175; rette mieb, die
du vom tod erreitet, auch von dem leben hier Goethe
Irhig. 1, I; sich vor feinden. sein vermögen aus
räuberischen hünden, scine sachen aus dem feuer, einen
aus der gefangenschaft, eines seele vom ewigen verderben
retten; sich aus dieser lage zu retten Goethe
Wanderj. 2, 2; das wenige, was wir aus den trummern
unsers wohlstacdes gerettet hatten Wieland Danischm.
44; mit Angabe des Wohin: die göttin . rettete
hierher mieb in ihr eigen heiligthum Goethe Iphig.
2, 1; rette dich zu mir nat. Tocht. 4, 2; maneb segel
rettet sich in diese buchten vor des orkanes wuth
Schiller Br. v. Mess. 1592; mit unterdrücktem Obi.:
alles reobct. rettet, üuchtet Glocke 193; in dem Hilferuf
rettet!; früher rettio! vgl. unter mordio; in besonderen
Wendungen: cr weisz sich vor schulden nicht zu retten;
wenn einer, auf den sie es gemünzt haben, zwischen
vier oder fünf solcher wädchen hinein kommt, weisz
er sich nicht zu retten Goethe ital. Reise 1II; da ist
kein retten mehr. da hilst nichts; retten verschämt für
stehlen Frischbier; für plündern: das retten und rollen
Freytag ges. Auff. 1, 475. Alter auch = helfen, beistehen:
wil dich nach meim vermögen retten, und der
hebammen statt vertretten (bei einer Gebärenden)
BWaldis Esop!, 20; im Bairischen durch Abwehren
M. Heyne, Deutsches Wöckerbuch, 11I.
Restbetrag — retten.
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beschirmen, schützen, sichern Schmeller. — Relter, m.
der da rettet Pf. 50, 22; ein r. in der not erscheint;
r. aus gefahr, vor schande, von feinden; wann wird
der retter kommen dicsem lande? Schiller Tell 1, 1:
bei Jägern heißt retter derjenige unter den Windbunden,
der den gesangenen Hasen vor den übrigen
Hunden schützt, bis der Jäger herbei kommt Frisch.
Rettich, Rettig, m. die Pflanze rapsianus, vorzüglich
ihre eßbare Wurzel; ahd. rätich. ratich, mhd. ralieh,
retich, altengl. rodie. rädic, frühes Lehnwort aus dem
lat. Stamme radie- von radir Wurzel, Rettichwurzel:
im älteren Nhd. vorwiegend die Schreibung rettich
(vgl. auch meerretlich): radiæ, rapanus ratich, retiel,
rettich, rätigh, rettig, redich, redig, niederd. redie
Dief.; rettich geessen nach dem nachtessen macht
wohl deuen Tollat marg. med. 32°; geplotzter rettieh
Garg. 97; noch im 18. Ih.: rettiche. reize des
hungers Voß Idyll. 18, 96; jetzt meist rettig; ihr
von dem diesjährigen rettigsamen zu seoden Keller
Sinnged. 33. Z
NRettung, k. Handlung des Rettens, rettende Hilfe,
mhd. rettunge: du wirst . .rettung thun 1. Sam.
30, 8; rettung leisten, an keine rettung denken Abelung;
hoffoung auf rettung Freytag Ahnen 4, 131;
r. nus gefahr. vor feinden; von schande; anstalt zur
r. vom sittlichen untergange; rettung vom hochgericht
Hebel 2, 264. — Zusammensetzungen: Rettungsanler,
m. Anker zur Rettung, besonders bildlich: den
letzten r. auswersen. — Rettungsanstalt, k. Anstalt zur
Rcttung Verunglückter; zur Rettung Verwahrloster vom
sittlichen Untergange. — Rettungsboot, n. Boot zur
Rettung Schiffbrüchiger. — rettungslos, ohne Rcttung:
r. verloren. — Rettungemittel, n. Mittel zur Rettung:
anf rettungsmittel bedaeht Möser Phant. 2, 33. —
Rektungswerk, n. Werk zur Rettung unternommen: Werk
der Rettung selbst.
Reuc, k. Zustand des Reneus, ahd. hriuwa, riuwa,
auch riuwi. mbd. riuwe. entsprechend altengl. hreéw;
in der älteren Spr. — Schmerz, Betrübnis überhaupt:
unde bräbtöst du sie in forhtun joh in rinwun (conturbasti
kerran) Notker Psf. 59, 4; der frawen rhew,
wenn jn die männer sterben ab B Waldis Esop 2, 45;
(das Haus) fuhret darumb ren und groszes angstgesehrei
Königsb. Dichterkr. 266; früh schon als Wort
der Kirche, Schmerz, Zerlnirschung über begangene
Sünde, dem lat. poenikenkia entsprechend: (Johannes
predigte, daß sie) zi gilonbn giffangin, in riwa gigiungin
Otfrid 1, 23, 11; riuwe und bihte Lamprecht
Franzisk. 4182; das jr betrubt seid worden zur rewe
2. Cor. 7, 9; reue uber seine sunden; von da aus allgemeiner
— Schmerz über irgend ein eigenes Verschulden,
die heutige Hauptbed.: reue worüber haben,
PDoenitentia kangi, duci, nach böser taht folgt gern
die reuc, posk faetum poeniket aetum, ich empfinde
deshalber keinc reue, non paenitet me saeti Stieler;
selbstbetrug, worauf zulctzt eine späte reue folgt
Möser Phant. 3, 63; mit einer herzlichen reue und
mil dem testen vorsatze, mich zu bessern 4, 70; der
wahn ist kurz. die reu ist lang Schiller Glocke 95;
ich fuhlte gleich die lebbalteste reuc, ihn eingeweibt
zu baben Heyse Par. 1, 31; reue über ctwas gethanes;
eine thräne der reue Möser Phant. 4,72; als Lebewesen
vorgestellt: schleiehen .. der zveisel und dic
reue leis herbei Goethe Iphig. 2, 1; keine reuc nage
ihn Schiller an die Freude. — Zusammensetzungen:
reuclos, reulos, ohne Reue. — Neugeld, n. Geld als
Buße für einseitige Lösung eines Vertrags. — Reulauf,
m. Vertrag über zu zablendes Reugeld bei einseitiger
Lösung eines Vertrags; die danach zu zablende Summe
selbst. — Reumut, m. reuiger Sinn Stieler: in seinem
reumuth Keller Seldw. 2, 130. — reumütig, Reumut
habend: mit reumuthigen betrachtungen Siunged. 2190.
Retter- reumütig.