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420 3. Buch. 8. Kapitel.
nur die Gefahren dazu, welche sich in seinem eigenen Lande erhoben.
Daͤnemark wurde von neuen Thronstreitigkeiten bedroht und wieder
einmal schien es, als sollte sich die Königsfamilie von Neuem in
blutigem Hader entzweien. Diese Gefahr ging aus von dem Bischofe
und Herzoge von Schleswig, Waldemar, dem Vetter Knuds VI.
Er war ein junger, ebenso ehrgeiziger wie begabter, namentlich auch
kriegserfahrener Mann: Bischof von Schleswig zu sein, genügte ihm
nicht; weltliche Macht war es, auf die sein Sinn gerichtet war.
Auch stand ihm, wie es schien, eine glänzende Zukunft bevor:
Knud VI. war kinderlos und das nächste Anrecht auf die Nachfolge
hatte Waldemar. Um dieses einst geltend machen zu können, strebte
er vor allen Dingen nach Vergrößerung seiner Macht. Die Verwirrungen
in Sachsen hatten ihm die Erwerbung des dithmarsischen
Gebietes möglich gemacht. Damit aber begnügte er sich nicht, sondern
ging, um fernere Vergrößerungen zu gewinnen, mit dem Auslande
Verbindungen ein, welche Knud VI. allerdings mit Recht um
seine Sicherheit besorgt machen mußten. Waldemar schloß sich auf
das Engste an den dem Dänenkönige feindlich gegenüberstehenden
Kaiser an, und als Hartwig II. von Bremen als Anhänger der
Welfen aus seinem Erzbisthume verjagt wurde, gelang es ihm, zu
vessen Nachfolger erhoben zu werden. Aber auch mit den benachbarten
nordischen Reichen, Schweden und Norwegen, ließ er sich in
geheime Verbindungen ein, die es bald ganz klar machten, welches
das Ziel seines Strebens sei. Nichts Geringeres wollte er, als
Knud VI. stürzen und sich selbst der Herrschaft bemächtigen oder
seinen Vetter wenigstens dazu nöthigen, ihm einen Theil der königlichen
Macht abzutreten. Bald trat er mit seinen Plänen offen
hervor: auf den Beistand einer norwegisch-schwedischen Flotte gestützt,
erhob er im Süden des Reiches offen die Fahne der Rebellion, ja,
er legte sich sofort den Titel eines Königs von Dänemark bei.
Gleichzeitig trat er mit den deutschen Fürsten in Verbindung, welche
eben damals in Sachsen mit der Bekämpfung Heinrichs des Löwen
beschäftigt waren, den dem Kaiser treu ergebenen Markgrafen Otto
von Meißen, Adolf von Schauenburg und auderen.) Adolf von
Schauenburg eilte ihm auch sofort mit bewaffneter Macht zu Hülfe:
1) Arnold. Lub. IV, 17: — Wal- giae et Snecisc sibi contrazerst, eui
demarus Slesviconsis episcopus — con- ex altern parte farchant amici impotra
Conutum inimicitias pro regno ratoris — —.
meceperat ct auxzilium regum Norve-