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Nie war während Karls Regierung, so sehr auch damals besonders
in Castilien die Gewalt des Königs immer siieg, nie
war in irgend einem Falle die Inquisition recht sichtbar gebraucht
worden zur Wasse des Despotismus, aber was unter
Philipp II. dem Staats-Sekretär Perez geschah, ist nur einer
der auffallenderen Beweise, wie damals der König oft auch
in geringeren Fällen der Inguisition sich bediente.
Unter Karls Regierung kam wohl der Fall vor, daß
die Stelle eines Großinquisstors vier Jahre lang unbesetzt
blieb *), vielleicht selbst auch, weil Karl unzufrichen war mit
der furchtbar unerbittlichen Strenge, womit der Großinquisstor
sein Amt trieb 750). Philipp hat dem Großinquisitor
*) Der Erzbischof von Sevilla, Don Alsons Manriquez, der eilf
Jahre lang, von 1523 — 4534 Großinquisitor war, wurde im
letzteren Jahre von Karln abgesetzt. Erst aber 1539 wurde ein neuer
Großingquisstor gemacht in der Person des Errbischof von Toledo,
Card. Johann Tavera. S. Ortiz de Zuniga Annales
Ecclesiasticos y Seculares de le Cindad de Serillg. p. 493.
#) In der erstangeführten. Geschichte des Diego Ortiz de Zuniga
findet sich Seite 482 eine Inseription, die über dem Thor des
Castels von Triana stehl, und ein eben so schamloser als zuverläßiger
Beweis ist, welche Verheerungen die Inquisttion auch
nur bis auf den Großinguisstor Don Alfons Manriqguez
angerichtet habe. Die Inschrift ist folgende:
Anno Dni MCDLNANXl. Sixto IV. Pont. NMax. Fernando V.
et Elisabeih Hispaniarum et utriusque Siciliæ Regibus Catholicis,
sacrum Inquisitionis Ossicium contra hæreticos judaizantes
ad sidei exaltationem exordium bic sumsit. Ubi post Judæorum
et Saracenorum expulsionem ad a. usque 1524 .. ...
XX Millia hæreticorum et ultra, nesandum hereseos crimen
objurarunt, nec non omnium fore M. in suis heercsibus obstinalorum
posten jure prævis ignibus tradita sunt et combusta.
Die Inschrift hatte mit Erlaubniß aller höchsten und hohen
Obern sethen lassen, nach Angabe des Archidiacon von Sevilla,
der Licentiat de la Cueva.