Der Entscheidungslampf mit dem Kaiser. 329
Durch viese Vorstellungen bewogen entsagte Philipp II. seinen krie= 1180.
gerischen Plänen; Graf Philipp von Flandern folgte seinem Beispiele.
Ja, um den Kaiser, der von dem Gerüchte über ihre ihm
feindlichen Absichten beunruhigt sein mochte, von jeder Sorge zu befreien,
schickten sie Gesandte an ihn: dieselben trafen ihn zu Sinzich
am Rhein und erklärten ihm, daß ihre Herren niemals daran gedacht
hätten, ihn wegen der gegen Herzog Heinrich ergriffenen Maßregeln
mit Krieg zu überziehen.) Da sich nun aber Heinrich II.
nicht ohne starke Verbünvete auf eine so große Unternehmung einlassen
wollte, so zerschlug sich der ganze Plan: Heinrich der Löwe
blieb ganz ohne Hülfe und stand seinen zahlreichen Feinden gegenüber,
ganz auf sich selbst und seiner Vassallen Treue angewiesen.
Doch verlor dieser den Muth keinen Augenblick und gerade in
dieser Zeit, wo von allen Seiten die mannigfachsten Bedrängnisse
gegen ihn heranstürmten, entwickelte er eine Festigkeit und eine
Energie, welche seinen Feinden wohl einen Begriff davon geben
konnte, was für eine schwere Aufgabe sie noch zu läsen hatten.
Kaum war der mit den Fürsten eingegangene Waffenstillstand am
27. April abgelaufen, als Heinrich auch schon mit kühner Schnellig= . Apr.
keit den Angriff begann. Mit einem starken Heere brach er von
Braunschweig gegen den Harz hin auf. Er wollte sich Goslars,
des wichtigsten festen Punktes dieser Gegend, bemächtigen, denn wenn
er diese stattliche Zwingburg inne hatte, so war seine Stellung in
Obersachsen durchaus gesichert. Aber wie er die Festigkeit der stolzen
Burg schon einmal zu erfahren gehabt hatte, so gelang es ihm
auch diesmal nicht, ihrer Herr zu werden. Auf das Engste schloß
er sie von allen Seiten ein, die ganze Gegend verwüstete er ohne
Schonung durch Raub und Brand, zerstörte die an edlen Mectallen
so ergiebigen Gruben, die Quelle des großen Reichthums dieser Gegenden.")
Aber alle Anstrengungen der Seinen blieben vergeblich:
und als nun auf die Mahnung des Kaisers, welchen die dem wichexherodationem
secum ducerent exercitum,
a comite supradicto consilio
accepto a tali overtuntur facto. Comes
enim H., uthote sapiens vir, dixzit,
non esse regi utile vel iustum, ut im-Peratorem
pro sui ducis lesione aggrederetur,
cum nec ipse neo reten cius
i* fuisset ab imperatore les
1) Ann. Colon. max.
Mon. . XVII, p. 90:
1180.
Nunciü regis
Franciac imperatorem Sinzeche
adeunt cum littoris eiusdem regis, in
quibus se derote exeusavit, numquam
sibi animo fuisse, ut causa ducis Saxonine
imperatori rebellaret. Id ipsum
nuneii comitie Flandrensis de domino
suo credi petebant. Utrorumquc nuncios
imperator cum honore et pace
remisit.
2) Ann. Pegar.
p. 263: Post