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Etwas veröffentlicht wurde, einiges Interesse hat; so geben wir
sie gleichfalls unverkürzt:
Anno domini 2c. quinquagesimo tercio quarta post Lamperti
hard myn her. Nachdem Hans Jode zen Eschmanstorff Bothen karlewitz
cu ostebritz labatzsch karlewitz zen Bilnitz vnd Ihan Sachsen zen
Ric endorff fur xliiij schock groschen und schaden nach Innhaldt des
Houptbriues doruber gegebn gein den Bibrachen gebrudern zen Burgen
versatzt In darkegin eyn weßen nydewendig dem Dorf Eschmännsstorff
fur gericht nach vßwißung des gerichtsbuchs des Ritterr dinges zen
Dresden, darzu er sich verwillet Ingegl. had, dorzu sinen willen
vnd gunst gegeben, doch also das Hanß Jode ader sine erben die genante
weße 13) sollicher Insatzunge von den Burgen bynnen dem nesten
Jare wider zen laßen ond ledigen sollen 11) 2c. Dat. Dreßden uts.
Um 1460 kamen die Carlowitze auch in den Besitz von Eschdorf.
Am 13. März d. J. stellte nämlich Heinrich Jode 163) wegen
des Verkaufs von Eschdorf (urkdl. Eschmannsdorf) an Bodo
von Carlowitz und dessen Brüder einen Revers aus, nachdem
Eschdorf nebst dem wüsten Dorfe Rossen dorf und zwar mit der
Clausel, daß der Käufer und seine Erben 60 Schock neuer Groschen
vom Kaufgelde so lange innehalten sollten, bis Jode's Bruder
Hans, der damals in Preußen 15) war, zurückgekehrt sein
würde. Bemerkenswerth ist übrigens noch in dieser Urkunde das
Versprechen, daß Jode dem Kurfürsten Friedrich „geret, globt
vnd mit vffgerackten Fingern an eynes rechten eydes stat gesworen“,
daß er Recht „vor keynen andern Richtern ader gerichten
geistlichen nach werltlichen vnd sun derlich auch nicht vor den
freyen heymlichen stulen suchen ader fordern sal noch wil.“
— Es scheint daraus deutlich hervorzugehen, daß die Vehme in
jener Zeit doch ihre Gewalt noch nach Sachsen herein erstreckt hat;
sonst würde es gewiß nicht in diesem Reverse besonders hervorgehoben
worden sein 12). — Die Urkunde lautet wörtlich wie folgt:
richtsstellen, von den Betheiligten freiwillig erwählte Teidingsgerichte und
Schiedsrichter vor, zu diesen gehören die sogenannten Ritterdinge. Diesen
Namen führt urkundlich unter andern ein Schiedsspruch, den im Jahre 1461
Hans Arras, Friedrich Carlewitz (diese Teidigung soll besonders mitgetheilt
werden) nebst noch drei Edelleuten aus dem Meißnischen in einer Rechtsangelegenheit
zwischen Siegfried Grünberg und der Gemeinde zu Wermsdorf
gaben, wobei der Hauptmann zu Dresden Schiedesrichter (Dirigent?) war,
und worin die Schöppen zu Leipzig bereits ein Urtheil auf Beweis gesprochen
hatten. Die Richter nannten sich selbst „Gekorene“, welche „suhnlich
teidingen sollten, nach Willen und Rath des Schiedesrichters“; das gekorne
Gericht heißt aber „das Ritterding zu Dresden“.
13) Wiese. —
14) Haupt-St.-Arch. Copial 44. Fol. 248b.
15) Auch „Jude“ genannt. Vgl. S. 232.
16) Wahrscheinlich im Dienste des Ordens.
17) Geh. Rath Dr. v. Langehn bemerkt in seinem „Albrecht“, S. 318,