Full text : Erläuterungen des Atlas zur Geschichte der sächsischen Länder.

Die  3.  Karte.

Die  aus  dem  eroberten  Serbenlande  nach  und  nach  sich  bildenden  deutschen
Marken,  Süd=  und  Ost-Thüringen  und  Meistn  stehen  bald  einzeln,  bald  vereinigt
unter  verschiedenen  Herrschern  (Markgrafen).  Der  Familie  Wettin
war  es  vorbehalten,  den  größten  Theil  dieser  Reichsländer  erblich  an  sich  zu
bringen.  Die  Karte  zeigt  uns  das  in  Konrads  des  Großen  Hand  vereinigte
Gebiet,  welches  von  ihm  an  in  seinem  Hause  forterbte,  zeigt  uns  aber  auch  wie
von  verschiedenen  Punkten  aus,  theils  durch  fremde  Einwanderer  (Kolonisten),
  theils  durch  Kirchen=  und  Klosterstiftungen,  das  Land  angebaut
wurde  (Freiberger  Bergbau).  Dieser  Anbau  schreitet  geschichtlich  fort  von  Nordwesten
  (Petersberg)  und  Westen  (Pegau)  sowie  aus  der  Mitte  (Meißen,  Altzelle)
  nach  Süden  (Erzgebirg).

982.  stirbt  Dietrich  I.  (Theodorich)  aus  dem  Hause  Buzici,  begütert  in  der
Umgegend  von  Halle,  Graf  zu  Wettin,  der  erste  nachweisbare  Ahnherr
  des  regierenden  Hauses  Sachsen.  Sein  älterer  Sohn,  Dedo,
erwirbt  die  Burgwart  Zörbig,  der  jüngere  besitzt  Eilenburg  und
erhält  die  Grafschaft  über  den  Siusligau  (s.  Karte  2.).  Dedo's  Sohn,

1017.  Dietrich  II.,  Burggraf  von  Zörbig,  Graf  zu  Wettin,  erbt  Eilenburg

1  und  die  Siuslergrafschaft,  verwaltet  auch  seit

1030.  die  Ostmark  (Osterland);  stirbt  1084.  Von  seinen  Söhnen  ist  um

1103.  Thimo  Markgraf  zu  Meißen,  Gero  Graf  zu  Brene  (mit  Kamburg);
Debo  erhält  die  Ostmark  und  später  auch  die  Verwaltung  der  Meißner
  Mark.  Sein  Sohn  ist  6

Heinrich  der  ältere  von  Eilenburg,  welcher  die  meißner  und
lausitzer  Marken  an  sich  bringt.  Da  er  vor  der  Geburt  seines  Sohnes,

Heinrichs  des  jungern  von  Eilenburg,  stirbt  (1103),  wird  sein  Oheim

Thimo  mit  der  Mark  Meißen  belehnt.  Des  Letztern  Sohn,

Kourad  kämpft  um  die  Mark  mit  seinem  Vetter,  dem  jüngern  Eilenburger,
  bis  zu  dessen  Tode  (1128),  während  Graf  Wiprecht  v.  Groitzsch

im  Pleißner=  und  Osterlande  Gebiete  erwirbt,  dazu  Budissin  und

Nisani  (s.  Karte  2.),  auch  die  Mark  Meißen  (1123.)  empfängt,

sowie  die  (Nieder-)  Lausitz.  Streit  um  Meißen  zwischen  Konrad,

Albrecht  von  Ballenstädt  (Askanien,  s.  Karte  13.)  und  Lothar  von

Sachsen  einerseits  und  Wratislaw  von  Böhmen  und  Wiprecht  anderer-