Full text : Diplomatische Aktenstücke.

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teilweise  Mobilisierung  in  seinem  Lande  gemacht  hat,  hat  sich
die  Wiener  Presse  enthalten,  die  Nachricht  zu  veröfientlichen.
Das  den  Zeitungen  auferlegte  Schweigen  findet  seine  Erklärung
in  einer  hochwichtigen  Unterredung  zwischen  Herrn  Schebeko
und  dem  Grafen  Berchtold,  die  die  furchtbaren  Schwierigkeiten,
vor  denen  wir  stehen,  einer  eingehenden  Betrachtung  unierzogen
haben,  beide  mit  demselben  guten  Willen,  ihnen  durch  beiderseits
  annehmbare  Lösungen  zu  begegnen.

Die  militärischen  Vorbereitungen  auf  der  russischen  Seite,
hat  Herr  Schebeko  dargelegt,  haben  keinen  andern  Zweck,  als
auf  diejenigen  Oesterreichs  zu  antworten  und  die  Absicht  und
das  Recht  des  Zaren  kundzutun,  bei  der  Beilegung  der  serbischen
  Frage  mitzusprechen.  Die  in  Galizien  getroffenen  Mobilmachungsmassnahmen,
  hat  Graf  Berchtold  geantwortet,  bedeuten
  ebensowenig  irgend  welche  feindselige  Absicht  und  bezwecken
nur,  den  gegenwärtigen  Stand  der  Dinge  aufrecht  zu  erhalten.
Auf  beiden  Seiten  wird  man  sich  darum  bemühen  zu  verhindern,
  dass  diese  Massnahmen  als  Zeichen  der  Feindseligkeit
ausgelegt  werden.

Zur  Beilegung  des  österreichisch-ungarischen  Streites  ist
vereinbart  worden,  die  Unterhandlungen  in  Petersburg  zwischen
Herrn  Sasonow  und  dem  Grafen  Szapary  wieder  aufzunehmen;
wenn  sie  unterbrochen  worden  sind,  so  ist  es  nur  infolge  eines
Missverständnisses  geschehen,  indem  Graf  Berchtold  glaubte,
der  russische  Minister  des  Aeussern  verlange  für  den  mit  ihm
verhandelnden  Botschafter  Vollmachten,  die  ihm  erlauben  würden,
  den  Wortlaut  des  österreichischen  Ultimatums  abzuändern.
Graf  Szapary  wird  nur  ermächtigt  sein,  darüber  zu  verhandeln,
was  für  ein  Uebereinkommen  mit  der  Würde  und  dem  Ansehen
vereinbar  wäre,  die  zu  wahren  beide  Reiche  in  gleicher  Weise
besorgt  sind.

In  dieser  unmittelbaren  und  auf  die  beiden  Meistbeteiligten
beschränkten  Form  würde  daher  vorderhand  die  Prüfung  der
Angelegenheit  vorgenommen,  welche  Prüfung  Sir  Ed.  Grey  vorgeschlagen
  hatte,  den  vier  nicht  direkt  beteiligten  Mächten  anzuvertirauen.


Sir  M.  de  Bunsen,  der  sich  bei  mir  befand,  hat  Herrn  Schebeko
  sofort  erklärt,  dass  das  Foreign  Office  dieses  neue  Vorgehen
  völlig  billigen  werde.  In  Wiederholung  seiner  am  Ball-