Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1893. (27)

II

Artikel  2.
An  Stelle  der  Vorschrift  des  §.  8  der  Aichordnung,  letzter  Absatz,  tritt  die
Bestimmung:
Die  innere  Weite  des  Halses  darf  bei  Maaßen
von  5  Liter  Raumgehalt  nicht  mehr  als  12  Centimeter,
- 10  -  -  -  -  17  -
-  20  -  -  24  -
betragen.
Artikel  3.
§.  1.    


  Die  Vorschrift  im  §.  63  der  Aichordnung  unter  Nr.  1  erhält  folgende
Fassung:    
Die  eigentliche  Waage  soll  den  auf  gleicharmige  Balkenwaagen
bezüglichen  Bestimmungen  entsprechen  mit  der  Abweichung,

à)  daß  es  genügt,  wenn  sie  nach  Aufbringung  der  größten  zulässigen
Last  in  Bezug  auf  Empfindlichkeit  und  Richtigkeit  die  Anforderungen
  des  §.  60  erfüllt;

b)  daß  das  im  §.  56,  vorletzter  Absatz,  geforderte  Zwischengehänge
wegfällt,  welches  indessen  durch  spielende  Pfannen,  welche  um
eine  zur  Längsrichtung  des  Balkens  parallele  Achse  beweglich  sind,
ersetzt  werden  darf;

c)  daß  zur  Beseitigung  aller  seitlichen  Schwankungen  der  Lastschale
eine  Lenkerstange  von  der  Länge  und  Richtung  des  Lastarms  des
Balkens  angebracht  werden  kann,  durch  welche  die  Lastschale  mit
dem  Gestell  beweglich  verbunden  wird.  Die  Lenkerstange  muß
mindestens  so  weit  vom  Balken  entfernt  sein,  als  sie  selbst  lang
ist,  und  ihre  Drehung  soll  mittelst  gehärteter  Schneiden  und
Pfannen  erfolgen,  welche  so  eingerichtet  sind,  daß  sie  die  nach
beiden  horizontalen  Richtungen  auftretenden  Seitendrucke  aufnehmen.
Auch  ist  es  zulässig,  eine  zweite,  mit  der  ersten  in  Ausführung
und  Lage  übereinstimmende  Lenkerstange  auf  der  Rückseite  der
Waage  anzubringen.

§.  2.
Der  §.  63  der  Aichordnung  erhält  folgenden  Zusatz:

1.  Auf  dem  Gestell  der  selbstthätigen  Registrirwaagen  von  50  Kilogramm
  Füllungsgewicht  oder  mehr  darf  als  Hülfswaage  eine  einfache,
für  dieselbe  größte  zulässige  Belastung  wie  die  Hauptwaage  bestimmte
Balkenwaage  mit  Laufgewicht  und  Skale  ohne  Lastschale  angebracht  sein,
mit  deren  Hülfe  das  Gewicht  des  am  Schlusse  der  Abwägungen  in
der  Registrirwaage  verbleibenden  Restes  des  verwogenen  Materials
bestimmt  werden  kann.  Zu  diesem  Zweck  soll  die  Hülfswaage  so
gelagert  sein,  daß  sich  ihre  Lastschneide  unter  der  Gewichtsschale  der