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meiner Lessing Brief 1751; ich habe mieh .. aul
seiten der majorität belunden Bismarck Red. 6, 192.
3) adverbiale Bildung zu seite in genikiver Form seits,
& latere, ad latus Stieler; sciner seits mag es wahr
sein EKönig an Lessing 1772; ihr seid eurer seits ein
Präsentabler ker! Isfland Spieler 1, 11; meiner seits
entscheide ein dritter Schiller Ränb., 2. Vorrede;
gewöhnlich in Zusammensetzungen: dies-, jenseits, auch
bloß zusammengerückt einer-, aller-, väterlicher-, mütterlicherscits,
u. d. (getrennt geschrichen groszpapn väterlicher
seits Keller Werke 1, 19); — erst der neueren
Spr. angehörig seitens statt von seiten: seitens der
regierung werden keine schwierigkeiten erboben. Danderes
scite, s. saite. — Zusammenusetzungen zu 1 und 2:
seitab, seitlich weggewendet, vgl. auch abseits: seitab
vom wege lag das haus; seitab gehen, namentlich in
der Bühnenspr. Campe; als Präposition: seitab dem
strom Gerstenberger ebd.; auch seitab des pfades. —
Seitenansicht, kI. Ausicht von der Seite her. — Scitenblick,
m. Blick der von der Seite her geworfen wird,
Zeichen verstohlener Ermunterung, auch der Mißgunst:
ein schnellcr seitenblick Hagedorn Fab. 1, 59; mit
einem schelmischen seitenblick Hauff 5, 20; hat.
einige scheele seitenblicke auf den volkswirtschaltsrat
geworsen Bismarck Red. 11, 169; Blick zur Seite,
Zeichen mangelnder Aufmerksamkeit: beim ersten seitenblick
der tugend Schiller Fieslo 4, 12. — Eeitendeckung,
s. Wort der Kriegssprache, Deckung von der
Seite her: die sicherung der flanken wird durch seitendeckungen
bewirkt Feldd. 40. — Seitencebe, m. erbender
Seitenverwandter. — Seitengebäude, n. Gebäude zur
Seite eines Hauptgebäudes. — Seitengewehr, u. Gewehr
das an der Seite getragen wird, Säbel, Degen;
neuer auch Bayouekt: zu jedem gewehr gehört ein
scitengewehr, woelches aufgepflanzt wird, wenn das gewehr
als stoszwalle benutzt werden soll Instr. 1. —
Seitenhieb, m. Hieb von der Seite her; Ausdruck der
Fechtkunst, übertragen auf Wortgefecht: die seitenhiche
Vvon wegen des redactcurs hütten Sie sparen können
Benedix Wespe 2, 13; mit verdeekten seitenhieben
auf Westphulen Bismarck an Gerlach 70. — seitenlang,
so lang, daß etwas ganze Seiten einer Schrift
ausmacht: seitenlunge nusfuührungen, berichte.— Seitenlehnec,
s. Lehne an der Seite eines Gegenstandes, Gegensatz
zu rucken-, vorderlchne. — Seitenlinic, k. Linie,
die die Seite einer Figur ausmacht; übertragen, Linie
der Seitenverwandten: nichte, ich weisz nicht von
welcher geüchtelen scitenlinie des hauses EF Mever
Jenatsch 137. — Seitenmaner, s. Mauer zur Seite
eines Gebäudes oder die Seite eines solchen ausmachend.
— Seitenschmerz, m. Schmerz in der Seite, besonders
in der Weiche. — Seitenstechen, n. pleurfeis, eine Krankheit
Frisch; die hünde in beiden seiten, wie jemand,
der dus seitenstechen hat Issland Reise nach d. Stadt
1, 1; wollt ihr euch seilenstechen lachen Shakesp.
was ihr wollt 3, 2. — Seitenstück, n. Stück das sich
einem andern zur Seite stellt, ähnliches Stück, Verdeutschung
von „endant Adelung. — Seilentasche, (
Tasche in der Seite eines Kleidungsstücks oder Wagens.
— Seileuthür, k. Thür an der Seite eines Gebäudes,
Gegensatz zur Hauptebür. — Seitenverwandter, m.
der nicht in gerader Linie von einem andern abstammt;
Fem. die seitenverwandte. — Seitenweg, m. Weg der
dem Hauptwege zur Seite geht, Nebenweg: auf ceinem
seitenwege an einen ort gelungen; übertragen, mit dem
Beisinne des heimlichen: nuf scitenwegen zu etwas gelangen;
den drang nuch politischer thütigkeit auf einem
kleinen seitenwege zu befriedigen Freytag Erinn.
216. — Seitenweh, n. Seitenschmerz. — Seitenzahl, k.
Zahl mit welcher die Blattseite emes Buches bezeichnet
ist. — seitwärks, nach einer Seite gerichtet, vom geraden
Wege abweichend, obliquus, oblique Stieler; die sonn
feitab — seitwärts.
seitens — selb. 580
(im Winter) . schiclet das verlangen der welt nur
seitwerts an Königsb. Dichterkr. 27; er schlug sich seitwärts
in die busche Seume Ged. 62.
Seitens, vgl. seite 3. — seither, vgl. unter seit. —
seits, vgl. seite 3. — seitig, in Zusammensetzungen,
vgl. dies-, jen -, all-. gleich-, ein-, viclseitig u. a.:
außerdem mit Zahlwörtern, ein-, zwei-, drei-, vierseitig
u. s. f. — seitlich, zur Seite befindlich, nenere,
noch bei Campe nicht verzeichnete Bildung: seitliche
stellung der blätter, augen, u. a.
Sekt, m. Trockenbeerwein, Süßwein von Spanien
und den canarischen Inseln, nach ital. vino secco, franz.
vin sec so genannt; niederl. sec, vinm ispaniense
Kilian; bei Frisch als richtige Form seck, als gewöhnlich
gebrauchte scet; es setste manch glasz wein,
und manche flasche sect Picander 2, 421; — in
neuerer Spr., von Berlin aus, auf Champagner und
Schaumwein überhaupt übertragen: dusz. minister
mehr sekt trinken Bismarck an Gerlach 165; dazu
Sektkellerci, k. Herstellung von Schaumwein und Anstalt
wo dies geschieht.
Sekte, 1. von der Kirche abgetrennte Glanbens
genossenschaft; mhd. secte, Lebnwort aus dem mittellat.
secta in der Bed. haeresis (Du Cange); die seckt,
anhang, meinung von vilen angenommen, weisz und
gestalt ze läben, secka, haeresis Maaler; scete der
Saduceer Ap. Gesch. 5, 17, der Nazarener 24, 5; alles,
was nur lathrisch wär, sei ein bös seet und falsche
lehr Opel-Cohn 13, 12; eine ketzergeschichte
darinnen alle trennungen und sckten von anfang der
welt an beschrieben und abgebildet sind CFMeyer
Nov. 1, 203. Dazn: seltieren, eine Sekte bilden oder
in eine solche treten; Selticrer, m. der dies thut;
sektiercrisch, einem solchen gemäß, älter seelirisch (Germ.
28, 101), mhd. seetisch.
Sekünde, (. sechzigster Teil einer Minnte; Lehnwort
aus lat. (pars) secunda, Unterteil, im 17. Ih. aufgekommen:
secunde in der zeitrechnung Nehring
1077; neben der genauen Bed.: (wird man) in jeder
sekunde wissen können, was vorgeht Moltke 6, 311;
die watle nicht eher zu zichen, als in der sckunde,
wo man sie braucht Bismarck Red. 1, 257; auch
freier: kinder flüchtiger sekunden Arudt 106; was
hilst das grümen in der sckunde zeit? 564; als lleinster
Zeitteil im Gegensatze zu einem größlen: donn ersetzt
mir dic sekunde, was in jahren ich verlor Leuthold
Ged. 583. — Dazu: Sekundenuhr, k., -zeiger, m. Uhr,
Zeiger die Sekunden angebend. — sekindlich, der Sekunde
gemäß, alle Sekunden geschebend: greif iell mir
die lust sckunclich in dem wein Arndt 323.
Selb, in eigener Person; gemeingerm. Wort verschiedener
Declination, goth. silba. nur schwach; altnord.
sjadlfr. altengl. sclf. sylf und selsa, sylsa, altsächs.
sell und selbo. ahd. selb. selber und selbo, mhd. selp,
selber und selbe; in Verwandtschaft zu altflav. scli,
preuß. suba selbst, doch ist der Bau des deutschen Wortes
nicht klar. In der alten Spr. von weiterem Gebrauch,
auch als Adv. und Conjunction; neuer uur 1) flectiert
geblieben in der Zusammenrückung der-, die-, dasselbe
(s. d.), die ihre eigene Bedeutungsentsaltung gehabt bat;
im Falle der Verschmelzung des Artikels mit einer
vorausgehenden Präp., getrennt um selben, zum, zur
selben (s. ebendort); hiernach hat sich in neuerer Spr.
auch wieder ein stark slectiertes schb eingefunden: parallelismus
.. welcher aber, statt den geist zu sammcin.
selben zerstreut Gocthe 6, 108; um selbe zeit Schiller
M. Stuart 2, 8; fand einen schatz un selber stütte
Geibel 2, 128. 2) in der unveränderten Form selb:
wer nuch selb nicht sicher vor dir HSachs Fab.
I, 271; mich selb ich auch nicht sehen kan 180; durch
selh erwelete geistligkeit Col. 2, 23; als Adv. da selb
— damals BWald is Esop 4, 90, später ausgestorben;