Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Sechster Band. (6)

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sitze,  als  alte  Verträge  und  Privilegien  der  Stände  bedacht
  zu  haben  schien.

Sein  Vater  war  gerade  in  dem  Zeitpunkt  gestorben,
da  manche  schon  entworfene  und  schon  gebilligte  Veränderungen,
  welche  die  neue  Verbindung  der  Fürstenthümer
Calenberg  und  Wolfenbüttel  nothwendig  machte,  allmählig
  in  Gang  gebracht  werden  sollten,  und  noch  mehrere
Veränderungen,  die  vielleicht  wohl  eben  so  nothwendig  waren,
  aber  erst  noch  in  Erwägung  genommen  worden,  nach
dem  wunderbaren  Wechsel  der  Denkark,  den  ein  stiller  weiser
  Fürsi  so  schön  befördern  kann,  selbst  während  den  wei,
teren  reiflichlangsamen  Erwägungen  in  allgemeine  Observanz
  hineingeschoben  werden  konnten,  ohne  daß  allgemeine
Klage  entstünde  oder  allgemeine  argwöhnische  Aufmerksamkeit
  rege  würde.  Selbst  der  größere  Glanz  des  neuen  Hofes,
  der  herrschende  Lurus,  wie  er  unter  dem  Adel  und  in
den  größeren  Städten  einriß,  und  auch  die  immer  sichtbarere
  Wirkung  der  Universität  Helmstädt  flossen  unvermerkt
so  zum  Vortheil  des  Fürüen  in  einen  großen  Erkfolg  zusammen,
  daß  die  schlauesie  Politik  zu  seyn  schien,  mehr
abzuwarten  und  reisen  zu  lassen,  als  mit  fühlbarer  Betriebsamkeit
  selbst  zu  befördern.

Es  war  für  alte  Nitter,  die  doch  den  Glanz  der  Tage
Karls  V.  gesehen  hatten,  ein  wundervoller  Anblick,  wie
sehr  sich  nun  die  junge  Welt  vergaffe,  wie  Hoffarth  und
Pracht  stiegen,  wie  mit  dem  schbnen  Gelde,  das  mancher
Kriegsoberster  aus  Frankreich  oder  aus  den  Niederlanden
brachte,  so  viel  Franzdsische  und  Welsche  Sitten  kamen,
und  leider  alter  Deutscher  Sinn  nebst  alter  Deutscher  Rittertugend
  völlig  verschwinde.  So  war  kein  altes  Schloß,
kein  altes  Wohnhaus  den  jungen  Herren  prächtig  genug,