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sitze, als alte Verträge und Privilegien der Stände bedacht
zu haben schien.
Sein Vater war gerade in dem Zeitpunkt gestorben,
da manche schon entworfene und schon gebilligte Veränderungen,
welche die neue Verbindung der Fürstenthümer
Calenberg und Wolfenbüttel nothwendig machte, allmählig
in Gang gebracht werden sollten, und noch mehrere
Veränderungen, die vielleicht wohl eben so nothwendig waren,
aber erst noch in Erwägung genommen worden, nach
dem wunderbaren Wechsel der Denkark, den ein stiller weiser
Fürsi so schön befördern kann, selbst während den wei,
teren reiflichlangsamen Erwägungen in allgemeine Observanz
hineingeschoben werden konnten, ohne daß allgemeine
Klage entstünde oder allgemeine argwöhnische Aufmerksamkeit
rege würde. Selbst der größere Glanz des neuen Hofes,
der herrschende Lurus, wie er unter dem Adel und in
den größeren Städten einriß, und auch die immer sichtbarere
Wirkung der Universität Helmstädt flossen unvermerkt
so zum Vortheil des Fürüen in einen großen Erkfolg zusammen,
daß die schlauesie Politik zu seyn schien, mehr
abzuwarten und reisen zu lassen, als mit fühlbarer Betriebsamkeit
selbst zu befördern.
Es war für alte Nitter, die doch den Glanz der Tage
Karls V. gesehen hatten, ein wundervoller Anblick, wie
sehr sich nun die junge Welt vergaffe, wie Hoffarth und
Pracht stiegen, wie mit dem schbnen Gelde, das mancher
Kriegsoberster aus Frankreich oder aus den Niederlanden
brachte, so viel Franzdsische und Welsche Sitten kamen,
und leider alter Deutscher Sinn nebst alter Deutscher Rittertugend
völlig verschwinde. So war kein altes Schloß,
kein altes Wohnhaus den jungen Herren prächtig genug,