Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfter Band. (5)

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dafuͤr  ihren  Verwandten,  den  Grafen  von  Helfenstein,  Gutes
  thun,  und  deßwegen  sollte  sich  ihr  Mann  sein  Stuͤck
Landes  abtheilen  lassen.  Eberhard,  wie  er  die  Absichten  seiues
  Bruders  merkte,  brauchte  statt  Sauftmuth  Gewalt,  und
noͤthigte  ihn  endlich,  daß  er  mit  Beibehaltung  hinlaͤnglicher
Einkuͤnfte  auf  die  ganze  Regierung  Verzicht  thun  mußte.
Sobald  die  Bruͤder  hierüber  unter  einander  einig  waren,  ritten
  sie  mit  einander  nach  Rotweil,  da  wurde  auf  freier  offeuer
  Landstraße  kaiserliches  Hofgericht  gehalten,  hier  gaben
sie  sich  feierlich  den  Handschlag,  der  sey  kein  Ritter  mehr,
der  sein  gegebenes  Wort  nicht  halte  ?).  Schade,  daß  Ulrich
  bis  an  seinen  Tod  sein  Wort  doch  nur  so  hielt,  wie
man  gewöhnlich  abgedrungene  Versprechungen  hält,  aber
jede  Anwandlung  von  Reue  war  vergeblich,  Eberhard  wurde
vom  Kaiser  unterstützt.  Karl  IV.  bezahlte  demselben  siebzig
tausend  Gulden,  wie  er  Kaiser  werden  wollte,  und  wieder
vierzig  tausend,  um  seinem  Wenzel  ruhige  Nachfolge  zu  verschaffen.
  Wen  Kaiser  Karl  so  viel  Gelds  werth  hielt,  dem
gab  er  gewiß  noch  reichlichere  Privilegien,  und  die  angenehmste
  aller  Privilegien  waren  für  Eberhard  immer  solche,
wo  er  gelegenheitlich  die  Bürger  der  Reichsstädte  züchtigen
konnte.  Fast  einziger  Stoff  der  Wirtembergischen  Geschichte
im  vierzehnten  Jahrhundert  sind  solche  ewige  kleine  Kriege
mit  den  Reichsstädten,  welche  durch  die  verschiedenste  Veraulassungen
  geweckt  und  immer  neu  unterhalten  wurden.
Dem  Ritter  dieses  Zeitalters,  der  auf  keinen  etwas  hielt,

sius  und  Rauschers  Manusc.  im  Archiv  drei  Töchtern  Ulrichs
an.  Adelheid,  verm.  mit  Marggr.  Rudolf  von  Baden.  Margaretha,
  verm.  mit  einem  Herrn  von  Ravenstein.  Catbarina,
vermählt  an  Ulrich,  den  jüngern  Gr.  von  Helfenstein.

*)  S.  Sattlers  Gesch.  der  Grafen.  I.  Th.  S.  191.

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