86 Drittes Kapitel. Die gemeinen Figuren.
so steht sie in der Regel in der Mitte und heißt die Hauptfigur,
die übrigen die Nebenfiguren.
Wenn ein Schild mehrere Felder hat, so müssen die in den
verschiedenen Feldern befindlichen Figuren nicht nach ein und
demselben Maßstabe gezeichnet sein, denn jedes Feld bildet für
sich ein Wappen; es kann daher z. B. ein Reiter mit dem
Pferde nicht viel größer sein als eine Rose im Felde daneben.
Die vornehmlichsten Kunstausdrücke bei Beschreibung der
Figuren sind folgende:
Ausgebrochen, ein in seinem Innern eines Teiles beraubtes
Wappenbild in der Form desselben, z. B. Rauten
rautenförmig (mit rautenförmigem Loch), Kreuze kreuzförmig.
Ist die Offnung rund, so heißt die Figur
durchbohrt.
Begleitet, ein Hauptbild, um das kleinere Bilder stehen,
ohne dasselbe zu berühren, wird von diesen „begleitet"
genannt.
Belegt, ein Bild, auf das ein oder mehrere andere gelegt
sind, z. B. ein Balken mit Sternen belegt.
Besäumt, bordiert mit einem Saume von anderer
Tinktur; geht dieser ganz herum, so sagt man besser
umsäumt.
Beseitet, wenn eine Figur eine oder mehrere andere
zur Seite hat.
Besetzt, wenn auf den oberen Rand einer Figur, z. B.
eines Heroldsbildes, andere Figuren gestellt sind.
Besteckt, mit einer daraufgesteckten Figur versehen, z. B.
ein Turm mit Fahnen oder ein Hut mit Federn.
Darübergezogen, darüberlaufend, häufiger überlegt,
wenn über eine Figur eine andere so gelegt ist,
daß sie beiderseits über dieselbe hervorragt (Abb. 103).
Durchgesteckt, geschlungen, wenn eine Figur durch
die Offnung einer anderen läuft.
Endgespitzt, zugespitzt, an einem oder allen Enden
gespitzt zulaufend (hauptgespitzt, fußgespitzt, wenn bloß
oben oder unten).