4. Das Kirchsplel Sicoby. 69
völlig niederdeutsch; um so auffallender sind die zahlreichen jütischen
Flurbenennungen, die auf eine langdauernde jütische Bewohnerschaft
hinweisen, in wahrscheinlich ursprünglich niederdeutscher Gründung.
In Bosebu werden 1407 genannt:
Mummeke Frese Lasse Blender Peter Brun;
Herderus, dessen Sohn Mates
1470 tritt Marquard Mule als landesherrlich auf.
Anscheinend ist das Dorf schon damals völlig germanisiert.
Guggersby hat 1463 als Lansten:
Hinrik Blender Hans Dode Raleff Butzen
Bartold Dode Clawes Dode Olde Dode.
Moldenhower
Lauter niederdeutsche Bewohner, unter denen die Familie Dode
viermal vertreten ist, neben einem Jüten; die Ortschaft hat schon damals
niederdeutsches Wesen angenommen. Das Verhältnis wird später
ein wenig geändert; 1509 treten auf Peter Brucn und Marquart
Moele, 1530 Clawes Petersen und Laurens Bussen, der erstere wahrscheinlich
ein Sohn des Peter Bruen. Als adeliger Besitz 1543 mit
4 Lansten, Soverin, Peter Brun, Jes Mattysen und Lawerens Busen,
ist das Dorf allmählich untergegangen und hat seine Bedeutung für
das Volkstum verloren. Zu bemerken ist dabei, daß sich von 1463
bis 1543 nur die ursprünglich jütische Familie Butzen auf ihrer Hufe
erhalten hatte.
Außer den aufgeführten Lansten und Bonden kennen wir noch
aus einer Kirchspielswinde v. J. 1533 neben Hans und Detlef Buggi
und der Maryne Bugedochter (Maryne Buwknechtes in der femarnschen
Urkunde) die nächsten Blutsverwandten des verstorbenen Laurens
Bughe aus Sarnstorpe auf Femarn, die kerkswaren und kerspellude
und framen lude: Siwerrn Pynde, Clawes Brun, Hans Buck und
Laurenns Brun.1)
Fassen wir das Ergebnis zusammen, so ist in der 2. Häfte des
15. Jahrhunderts kein einziges Dorf mehr rein jütisch; die meisten
sind gemischt, doch so, daß das niederdeutsche Element das Übergewicht
hat. Als bereits völlig germanisiert sind insbesondere Symmerce,
1) Jahrbücher für Landesk. X. 528. Femar. Urkunden und Regesten 54.