Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

 

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Vummer  113

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Sonntag,  16.  Mai  1913

 

Albre.  Großfunn,  gefallen:  Gesr.  Alfred
Dornih  u##e  Murquartstein,  schwer  verwundet.

Reserve-  Insanterieregiment  Nr.  18:  Infant.
Florian  Oswald  aus  Altbabensham,  schw.  verwundet,
  geslorben  am  20.  J.  15;  Ins.  Leonhard
Rieser  ans  Schliersce,  schwer  verwundet:  Juf.
Andreas  Söldner  aus  Froschham,  schwer  verwun##el;
  Zus.  Anton  Doppler  aus  Adelsietten,
schuer  verwundet:  Gefreiter  Alois  Moser  aus
Feilnbach,  leicht  verwundel:  Ins.  Tav.  Nahm
aus  Kirchdorf,  leicht  rerwundet;  Jus.  Thomas
Lohmeier  aus  Hundsham,  leichi  verwundet;  Jusanterist
  Martin  Klotz  aus  Tegernbach,  gesollen;
  nf.  Nilolaus  Hacg  aus  An.,  gefallen;
Juf.  Georg  Surer  aus  Tittmoning,  schwer  verwundet:
  Inf.  Luitpold  Schubert  aus  Traunsiein,
  leicht  veru#undet:  Gesreiler  Barth.  Steiner
  and  Moosen,  leicht  verwundet:  Unteroffizier
  Kaspar  Maier  aus  Zenggries,  gefallen;
Uifiz.  Ludwig  Reichersamer  aus  Eggstätt,  gesallen:
  Iuf.  Alois  Wimmer  aus  Kirchdorf,  gefal
len:  Ons.  Jolann  Vachleitner  aus  Tolz,  gesal
len:  Ius.  Peler  Hofner  aus  Nibling.  gefallen;
Gefreilet  S.  bastinn  Schurer  aur  Grasing,  schwer
verwimdet:  Gefreiter  Franz  Beicht  aud  Niedermoosen,
  sch  Uer  verwundrt.

1.  Auß  Artillet  eregimnt.  Kan.  Felir  Aig
ner  aut  Weihrr.  schm.  r  rerwunde!.

Reserre  Fußartillerieregiment  Nr.  1:
d.  L.  Venno  Kögl  aus  Peiting,  gefallen.

Fahr.

3.  Pionier  Butaillon  Ingolstedl:  Pion.  Jos.
Noit  ans  ur  ssan,  leil#vermnde

 

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Stumblng,1—I.Mui.Dass-...?1misdin,1cr
Tagl«"iatt··inclrei:HeutcfniljBlitz-toude
wie  zmes  zeugen  mitteillen,  von  der  Donauhrücke
  aus  eine  Frauensverson  in  die  donau
geworsen.  Die  Bewolener  der  donauabwärts
hgelegruen  Häuser  verlahmen  um  diese  Jeit
Hilseime.  Oer  Täter  lonnte  ermimel:  werden.
Er  leitt  Kari  Banmeisler.  Kansfman.)  an  Ne
enz  uln.  Neiselter  ##r  Fitena  Deutiates  BVer
lagelaus  VBong  &  Cu.  iu  Leipig.  Das  in  die
Donau  geworfene  Madten  isl  die  Kelinerin
im  „Regenoburger  Heof'“  dabier,  Therese  Frau
enhoser.

Nürnberg,  14.  Mai.  Gestern  nachmittag
wollte  die  in  der  Wie#nstraße  wohnende  Reiß
zeugmacherefrau  Kißlolt  mit  ihrem  elf  Monate
alten  Töchterchen  auf  dem  Arm  an  das  Wohn
zimmersenster  treten.  Dabei  stolperte  sie  ülber  ein
am  Voden  liegendes  Kopflissen,  dar  Kind  entglilt
  ihren  Armen  und  stür#te  durch  das  Fensier
  aus  der  Höhe  des  zweilen  Slockwerkes
auf  den  (öchiteig  hinad.  Des  Kind  erlin  einen
schweren  Schedelbruch  und  starb  alsbeld.

Grenzkande.

Kufstein,  141.  Mai.  Das  Kaiserlal  bietet
gegenwärtig  einen  Berrlichen  Anblid.  Die  Wege
nacf  Vorderlaiserfelden  und  Hinterbärenbad
sind  volliommen  sch  neefrei.  Die  Unterlunftshäufer
  der  Sektion  Kufitein,  Hinterbärenbad
und  Strirfsenjoch  bleiben  auch  mährend  der
Kriegsdauer  gedifnet,  uur  wird  der  Wirtschaftsbetrieb
  in  besckränitem  Masse  ausgeubl.  Das
Strixsenjochhaus  wird  an  Pfingsien  wieder  geöffnel.
  Das  Bad  und  die  Gastwirtschaft  am
Hintersteinersee  sinp  ab  13.  Mai  wieder  geöffnet.
  Die  Trift  ist  im  Kaisertale  gegenwärtig
in  vollem  Gange.  Das  seltsame  Schauspiei  loct
allabendlich  riele  Zuschauer  in  di:  Sparchner
Klamm,  wo  unter  lautent  Getöse  die  Hölzer
durch  die  schämm:  :?  :  Wasser  drängen.  Die
Klause,  die  abends  #  Uhr  geschlagen  wird,  bildet
  vor  Hinterbärenbad  ei#n  wunderschönen
tiefgrünen  See,  mit  der  Ellmauer  Halt  und
dem  Totenlirchl  im  Hintergrunde.

——————

Brannenburg,  14.  Mai.  Seit  einiger  Zeit
kann  man  auf  dem  Aussichtsturm  des  malerisch
gelegenen,  bistorisch  berühmten  Schlosses  die
Flagge  des  Roten  Kreuzes  wehen  sehen.  Der
Anblick  dieses  Zeichens  christl.  Nächstenliebe  slößt
dem  Beobachter  entschieden  Hochachtung  und
Verehrung  für  den  Schloßherrn  Maijor  Reinhard
  ein.  Als  alter  erprobter  Militär,  welcher
bereit  1870  für  die  Ehre  unseres  Vaterlandes
mit  Gut  und  Blut  einstand,  weiß  er  die  Mühsalen
  des  Krieges  zu  schätzen;  auch  ist  es  ihm
klar,  was  jeder  unserer  braven  Vaterlandsverteidiger
  im  Felde  auszustehen  hat.  Deshalb
Bhat  er  in  hochberziger  Weise  einen  Teil  seines
herrlichen  Schlosses  als  Erholungeheim  unseren
verwundeten  Helden  zur  Verfügung  gesiellt.
Für  die  liebevolle  und  gute  Pflege,  welche  er
seinen  Schützlingen  angedeihen  läßt,  sei  ihm
der  herzlichste  Dank  ausgesprochen.

Bad  Uibling,  14.  Mai.  Die  Willa  des
Herrn  Otio  Rist  ist  durch  Verkauf  in  den  Besitz
des  Herrn  Ludwig  Graf,  Chemiker  und  Fabrikdireltor
  aus  München,  übergegangen.  Ferner
hat  das  Gereranwesen  nächst  der  Thürham=Mühle
  samt  Inventar  Herr  Jos.  Müller,  Vorstand
  a.  D.  bei  der  Bauverwaltung  des  Kaiserlichen
  Gouvernements  Daressalam  (Deutsch-Oslafrika)
  zurzeit  in  Murnau,  erworben.

Grafing,  14.  Mai.  In  Bruck  wurden  in
dem  nächst  dem  Bahnhose  gelegenen  Obstgarten

 

 

 

des  Waldarbeiters  Joh.  Braun  nachts  von
Bubenhänden  26  Obsthäume  abgehanen.  Die
Anlage  ist  ersl  vor  einigen  Jahren  ausgeführt
worden.

Miesbach,  14.  Mai.  Eine  Teucrungszulage
lewilligte  die  Oberbayerische  Bergbau  Akt.-Gei.
in  Hausham  ab  1.  Mai  ihren  Arbeitern,  und
zwar  für  verheiratete  Arbeiter  40  Pfg.,  für
alle  übrigen  Arbeiter  und  Arbeiterinnen  20
Nfg.  pro  verfahrenen  Arbeitslag.

Ortssammeiskelle  für  ciebesgaben

Rathaus,  Zimmer  Nr.  16).

Zu  unserer  großen  Freude  lönnen  wir  be
richten,  daß  trotz  des  Tabaklages,  der  an  die
Gebefreudigleit  der  Rosenheimer  Spender  und
Spenderinnen  große  Ansorderungen  gestellt  hat,
die  Liebesgaben  für  die  Krieger  im  Felde  nicht
rergessen  wurden.  Dadurch  sind  wir  in  der  Lage.
in  der  nächsien  Woche  wieder  die  beliebten  Sol
datenpalete  anfertigen  zu  lönnen  und  bilien
um:  Briespapier,  Aleististe,  Notizbücher,  Seise,
Waschlappen,  Socen,  Fuslappen.  Spiellarten,
Munrharmonila,  gedörrte  Zwelschgen,  Crfri
schungsbonbons  und  Schololade.  Es  ziehen  5
wiele  neue  Truppen  in  den  Kampf,  auch  diese
find  danlbar  um  jeden  Gruß  aus  der  Heimat.

Fotulnuchrickers.
Rosenheim,  15.  Mai.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
nion.  Duniel,  Sohn  des  H.  Direltors  Dmiel
btes  slädt.  Eleltrizitälswerke#  in  Rosenheim  (bri
einent  Stutin  auj  eine  feindliche  Anhölle  in  (da
linien,  2½  m  vor  einem  russ.  Schüyengraben?;
Garth.  Osflerhammer,  Oelonomensfohn  ven
daindorf  bei  Niederaschan,  Res.  im  1.  Juf.
eg.:;  Joseph  Hofmam,  Feichtlbauerssohn  von
alobsberg.  Eri.  Nes.  im  3.  Inf.  Reg.:;  Andr.
Muier,  Veichipanlsohn  von  Hirschberg.  Erf.
es.  im  18.  Nes.  Juf.  Reg.;  Georg  Rrindl.
rVoerm.  Kischerbauer  Bauerssohn  von  Gries
ull,  zulem  Säger  i#u  Oberfleinach,  Eri.  Res.
im  18.  Jus.  Neg.  *

Auszeichnungen  im  Felde.  Der  Land.
uehrmann  Joseph  Geiger,  Gefreiter  im  Land.
wehr-Inf.  Reg.  Nr.  1,  Bräuer  in  der  Auerhrauerei
  in  Nosenheim,  wurde  mit  dem  Mililarverdienukreuz
  3.  Kl.  mit  Krone  u.  Schwer
lern  ausgezeihnet.  Johann  Lechner,  Sohn  des
Telephonvorarbeiters  Lechner  in  Hotzlirchen,  exlrelt
  das  Eiserne  Krenz.

Militärdienst.  In  der  Landwehrfeldartillerie
  1.  Aufg.  wurde  der  Mizewachtmei
srer  Guftav  Kuntze  (Nosenheim)  zum  Leutnant
besördert.

Diözesannachrichten.  Anweisung  erhielten
  der  Kommorant  in  Hasloch,  Priester
Stephan  Steinbacher  cls  Koadjutor  in  Pelerskirchen;
  der  1.  Kooperator  in  Isen,  Priester
Franz  Paul  Wintschecd  als  Vilar  in  Hallberg
moos;  der  Koadjutor  in  Rott  am  Inn,  Priester
Joseph  Wimbauer  als  Miker  der  erledigten
Rfarrei  Rott  am  Inn.

Eichdienst.  Der  K.  Eichmeister  K.  Schmid
in  Trannstein  wurde  auf  sein  Ansuchen  wegen
Kraätheit  vom  1.  Juui  ab  unter  Anerkennung
seiner  Dienstleisltung  seines  Amtes  enthoben.

Bahndienst.  Der  Wagenwartergehilfe  L.
Lechner  in  Rosenheim  wurde  unter  Anerkennung
  seiner  Dienstleistung  ab  1.  Mai  in  den
#inhe  land  versetzt.

Mehlpreise.  In  UAerbmucherlreisen  beeht
  vielfach  Unklarheit  über  die  Vorgänge  bei
der  derzeiligen  Preisbildung  für  Weizen  und
Roggenmehl.  Selr  häufig  ist  die  Meinung
rerbreitet,  als  ob  die  Mehlverkaufsstellen  (Müller,
  Bäcker,  Händler)  den  Preis  willkürlich  brllimmen
  lönnten.  Dies  trifft  jedoch  nicht  zu,
sondern  in  erster  Kinie  liegt  die  Preisbestim- 



 

mung  beim  Kommunalverband.  Dieser  lauft:

das  Brotgetreide  von  den  Landwirten  zu  den
gesetzlich  festgelegten  Höchstpreisen,  läßt  alsdam
  das  Getreide  in  den  Mühlen  unter  Bejahlung
  angemessener  Malllöhne  vermahlen
und  gibt  dann  d#s  fertige  Mehl  an  die  Verlaufsstellen
  zu  Preisen  ab,  welche  neben  den
Gestehungskosten  noch  die  Zuschläge  für  Verwallungslosen
  suiR  jär  vorgesehene  Rüdlagen  entbolten.
  Jurzeil  hat  auch  noch  die  Kriegsgetreidegesellschaft
  ein  Mitbestimmungsrecht  für  die
Preishöbe  in  Bayern,  dahingehend,  daß  ein
bestimmt  genannter  Preis  ulcht  unterschritten
werden  darf;  so  lange  diese  Vertragsklausel
nicht  aufgehoben  ist,  kann  an  eine  Varbilligung
des  Mehles  in  Bayern  nicht  gedacht  werden.
Was  alsdann  die  Kleinverkaufspreise  betrifft,
so  ist  zu  beachten,  daß  die  Verkaufsstellen  das
Mehl  vom  Kommunalverband  unter  erschwerenderen
  Bedingungen  (Barvorauszahlung,  Verfrachtungskostentragung),
  als  zu  Frürdensgiten
im  freien  Handel  üblich  ist,  zu  übexn  ehmen  haben.
  Trotzdem  beträgt  die  Spannung  zwischen
Einlaufspreis  und  Kleinhandelsverllaufspreis,
welch  letzterer  durch  Höchstpreise,  die  nicht  überschritten
  werden  dürfen,  bestimmt  it,  nicht  mehr,
als  in  normalen  Zeitläuften  zur  Deckung  der
Verkaufsspesen  und  zum  Berbleib  eines  lleinen
Gewinnes  nötig  erachtet  wird.  Die  Kleinverlaufspreise

  können  nur  dann  eine  Herabminderung

  erfahren,  wenn  es  den  Kommunalverbänden
  ermöglicht  sein  wird,  den  sackweisen  Verkauf
  im  Preis  erheblich  billiger  zu  gestalten.

 

Die  Pahrevision  in  Kiefersfelden
soll  in  den  Kufsteiner  Bahnhof  verlegt  werden.
Grüunde  hiezu  sind  die  erheblichen  Verspätungen,
die  namentlich  die  Schnellzüge  nach  München
durch  den  Pas#zwang  erleiden.  Die  Südbahn  hat
den  Hoswartesalon  ip  Kufstein  für  diesen  Zueck
zur  Verfügung  gestellt;  ob  jedoch  die  Verhandlungen
  zu  einem  Ergebnis  führen,  weis  man
noch  nicht.

Der  Kriegslochkurs,  welchen  der  katholische
  Frauenbund  und  der  Verein  für  Fraueninteressen
  gemeinsam  abzuhalten  beabsichtigen,
soll  nunmehr  nach  Pfingsien  beginnen.  Die  besonders
  schöne  große  Küche  im  „Bräu  am  Anger“
  wurde  für  diesen  Zweck  zur  Verfügung
gestellt  und  eine  vorzügliche  Lehrerin  wird  den
Unterricht  leiten.  Der  Kurs  dauert  10  Tage
und  findet  immer  nachmitlags  von  2  bis  6  Uhr
sratt,  morauf  das  Gelochte  von  den  Schülerinnen
  verzehrt  wird.  Eingehbende  Belehrungen
über  alle  mogliczen  Zusammensehmungen  der  verschiedenen
  Mehle,  Fette  und  sonstigen  Nahrungs
mitteln,  über  deren  Nährmerl  und  vorteilhafleste
  Nerwendung,  sowie  Bereilung  mannigsalliger,
  billiger  Speisen,  wird  den  Schülerinnen
nene  Gesichtspunlle  eröffnen  und  gar  Vieles
raccden  sie  praltisch  auch  in  der  Friedenszeil
trmerten  lönnen.  An  dem  Urnterricht  lönnen
jomohl  Ansängerinnen  wie  auch  geübte  Haus
jfrauen  teilnelhnen.  Der  billige  Preis  beträgt
nur  4  Ml.  für  den  Kurs  und  610)  Pfg.  pro
Tag  für  die  Mahlzeit.  Die  Zabl  der  20  Schülerinnen,
  welche  Aufnahme  finden,  wird  bald
bollständig  sein.  In  Oberbayern  sanden  beleite
  31  solcher  Kurse  bei  regster  Beleiligung
slall;  wir  ossen,  daß  auch  die  NRosenheimer
„aueie#lt  aus  dem  Platze  sein  und  dann
recht  Gntes  kochen  wird.  Anmeldungen  bis  Don
nerstag,  den  20.  Mai  bei  Frau  Kommerzien
rat  Senft  (Müncknerstraße  2)  und  Frau  Kauf
mann  Groß  (Münhnerstraße  48.

Eine  wonilberechtigte  Warnung.
Dar  Sachsische  Ministerium  de##  Innern  ver
o  kentlide  solgende  eitgemäße  Marnung:  Man
jollle  es  nichl  für  moglich  halten,  daß  es  An.
nehörige  deutscher  in  Gefangenschaft  geralener
Krieger  gibt,  die  sich  nicht  schämen,  in  ihren
VBriefen  nach  den  seindlichen  Ländern  einige  in
Vieser  Zeit  unvermeidliche  Entdehrungen  zu  ei
ner  Notlage  aufmbauschen  und  sich  darüber
n  heliagen,  daß  das  Petroleum  teuer  oder
der  Reis  knapper  sei.  Manche  schreiden  sogar
Unwahrheiten,  wie,  daß  wir  leine  Karkoffeln
mehr  hättien  oder  daß  das  Fleisch  nächstens
u  Cnde  sein  werde.  Ein  derarliges  Treiben
greus  beinahe  an  Lendcsverrat.  Die  seindliche
Preise  druckt  diese  gewissenlosen  Schreibercien
als  Beweise  für  den  Eintritt  einer  Hungersnot
  in  Deulschland  ab  und  hebl  damit  den
Mut  und  die  Ausdauer  der  Feinde.  Jeder,  der
einen  solchen  Brief  schreibt,  verlängert  also  den
Krieg.  Sollte  diese  Warnung  erfolglos  sein,
so  würde  nichts  anderes  bleiben,  als  jeden  ins
seindliche  Ausland  gehenden  Gefangenenbries  einer
  scharfen  Zenfur  zu  unterwersen  und  möglichst
auch  die  Schreiber  unwahrer  Behauptungen  zur
Rechenschaft  zu  ziehen.  (J.).

Kriegspferde.  stellvertretende  Generallommando
  1.  Armeekorps  gibt  belannt:
1.  Gesuche  um  Abgabe  lriegeunbrauchbarer
Pferde  sind  ausschließlich  an  den  betreffenden
landwirtschaftlichen  Krcisausschuß  zu  richten,  Gesuche
  um  zuchttaugliche  kriegennbrauchbare
Pferde  an  die  K.  Landgestütsverwallung,  München,
  Königinstr.  11.  Gesuche  an  das  siellv.
Generalldmmando  sind  völlig  zwecklos  und  lönien
  nicht  beanlwortet  werden.  2.  Die  leihweise
Abgabe  von  Pferden  aus  dem  Stande  der  Ersatztruppenteile
  ist  gegenwärtig  ausgeschlossen,
da  die  Ersatztruppenteile  die  Pferde  zur  Ausbil
kung  im  Reiten  und  Fahren  und  zum  Nachersan
für  das  Feldheer  unbedingt  benoligen.  3.
Mündlich  beim  seellvertretenden  Generallommando
  vorgebrachte  oder  dem  stellv.  Generallommando
  unmittelbar  eingereichte  Gesuche  könneu
  nicht  berücksichtigt  werden,  da  die  Beurteilung
  der  Verhältnisse  nur  durch  die  Begutachtung
  der  Distriktsverwaltungsbehörden  mögkich
  ist.  Solche  Gesuche  verzögern  nur  die  rasche
Erledigung  oder  verursachen  unnötige  Schreibereien.


Aus  dem  Gefangenenlager  Puchheim
  entslohen  in  der  Nacht  vom  9.  auf  10.
ds.  Mts.  drei  französische  Kriegegesangene:
Duval  Georges,  21  Jahre  alt,  1,72,  Haar
braun,  Schnurrbart,  Augen  grau-blau,  spricht
nicht  deutsch;  Moreean  Charles,  25  Jahre  all,
1,68,  Haar  rötlich,  Schnurrbart,  Augen  grau,
spricht  nicht  deutsch;  Courbier  Emile,  22  Jahre
alt,  1,01,  Haar  duntelbraun,  Ueinen  Schnurrbart,
  Augen  braun,  soricht  nicht  deutsch,  serner
  der  russische  Kriegsgefangene  Rjipin  Nikolaus,
  25  Jahre  alt,  1,62,  Haar  blond,  bartlos,
  Augen  grau,  spricht  nicht  deutsch.  Richtung
  der  Flucht  unbekannt.  Weiter  entflohen  in
der  Nacht  vom  8.  auf  0.  ds.  3  russische  Kriegsgefangene:
  Kletlin  Iwan,  22  Jahre  alt,  1,69,
schwarzes  Haar,  braune  Augen,  leichter  Anflug
von  Bart,  spricht  gut  deutsch;  Sobolew  Anton,
20  Jahre  alt,  1,70,  blondes  Haar,  graue  Augen,
  Anflug  von  Bart,  spricht  etwas#  deutsch;
Krilum  Luka,  24  Jahre  alt,  1,70,  blondes
Haar,  blaue  Augen,  blonder  Bart,  spricht  nicht
deutsch.  Außerdem  sind  na  ichnete  3  russische
  Kriegsgesangene  in  der  Nocht  vom  7.  auf
B.  ds.  entflohen:  Swirsdin  Alexander,  33  Jahre

–
Vas

 

alt,  1,75,  schmächtig,  blonde  Haare,  ohne  Bart,
bleiches  Aussehen,  gebeugte  Haltung,  irägt  russische
  Unisorm  mit  Schirmmützc,  spricht  nicht
deutsch;  Rosanowm  Anatoli,  1,66,  31  Jahre
alt,  kräftig,  untersetzt,  hellblonde  Haare,  ohne
Bart,  breites  Gesicht,  energisches  Auftreten,
trägt  neuen  gelblich  braunen  Gefangenen-Anzug,
russische  Schirmmütze,  spricht  nicht  deutsch:  Prochorow
  Mitali,  1,61,  14  Jahre  alt,  kräftig,
aber  klein,  dunkelblonde  Haare,  ohne  Bart,
trägt  abgetragene  braune  Hose  mit  gelben  Streifen,
  blauen  Rock,  Schirmmütze,  spricht  nicht
deutsch.  Um  Festnahme  wird  ersucht.

Schützengesellschaft  Rosenheim.  Da
alle  größeren  Veranstaltungen,  z.  B.  Feilschieten,
  in  der  tiefernsten  Zeit  ausfallen,  appelliert
  das  Schützenmeisteramt  an  die  Einwohnerschaft
  Rosenheims,  durch  Besuch  der  Schützenwirtschaft
  die  durch  den  Krieg  sinanziell  schwer
geschädigte  Gesellschaft  unterstützen  zu  wollen,
umsomehr  als  sie  vaterländischen  Sport  treibt
unter  dem  Wahlspruche:  Ueb  Aug  und  Hand
für'“  Vaterland.  Vielfach  besteht  die  irrige  An
sichl,  alo  dürfte  das  Schützenhaus  nur  von
Mitgliedern  besucht  werden.  Diese  Annahme
ist  salsch,  denn  das  Schützenhaus  ist  eine  öfsentliche
  Gastwirtschaft;  seder  Gast  ist  willlommen!
  Zeden’  Sonn=  und  Feiertag  ist  der  Schür2
gensaal  für  allgemeine.  Besuch  geöf  net.  (Siehe
Inserat.)

Verhasteter  Dieb.  Wie  seinerzeit  berichtet,
  wurden  in  einem  Anwesen  an  der  Innlände
  2—07  Marl  durch  Einbruch  gestohlen.  Der
Täter  ist  der  ledige  Taglöhner  und  Kufscher
Johann  Niedermaier,  weliher  mit  seiner  Beule
sluchtig  ging.  Jetzt  isl  er  in  Munchen  verhaftet
worben.  Niedermaier,  der  aus  Dorsen  flammt,
lut  erst  jüngit  eine  mehrjährige  Zuchthausstrase
rerbüßt.  Mit  ihm  wurden  auch  seine  beiden
„Geliebten“  wegen  Hehlerei  und  Betrugs  sest
nenommen.  Bei  Niedermaier  wurde  verschiede
ne  Einbrecherwerlzeug  gesunden.

Die  Spargelzeit  hat  begonnen.  Das
otel  „Deuticheo  Haus“  veranstallet  morgen
Sonntag  einen  Spargeltag.

Gefunden.  Eine  Geldbörse  mit  Inhalt
murde  gesunden;  abzuholen  im  magistratischen
(deschäftszimmer  Nr.  2.

Die  Maul  und  Klauenseuche  in  Sem.
mellhub,  Gde.  Lappach,  in  Mühlberg,  Gde.
Amerang  und  in  Rettenbach  ist  erloschen.  Am
17.  Mai  l.  Is.  i#t  der  Amtsbezirk  wieder  seu
chenfrei.  Wegen  des  derzeitigen  Standes  der
Seuche  im  Amtsbezirk  Ebersberg  bleibt  das
Hausierverbot  mit  Klauenvieh  für  die  Gemeindebezirke
  Albaching,  Christoph,  Farrach,
Psaffing  und  Reitenbach  bis  auf  weiteres  noch
bestehen.

Kicchiaze  Kochrichten.

Kriegomaiandacht  in  der  Stadt-[sarrtirche.
  Als  Segenslied  wird  in  der
tommenden  Woche  täglich  Nr.  70  gesungen,  und
zwar  die  erste  bezw.  die  fünfte  und  sechsie
ZStrophe.  Als  Marienlied  wurde  Nr.  80  (drei
Strophen)  gewählt,  am  Dienstag  und  Samslag
  Nr.  86.  Mit  dieser  Andacht  wird  jeden
Tag  die  Andacht  zum  hl.  Geist  verbunden
(Goltesdienst  S.  281  und  282).

 

 

Bergnügungsanzeiger.

Lichtspiele  Helios.  Im  „Hotel  „Deutscher
  Kaiser"“  kommt  Samstag  und  Sonntag
außer  der  neuesten  attuellen  Kriegsberichterstatiung
  im  Bild  ein  hervorragender  Kunstfilm
,Geheimnisvolle  Nachtschatten“,  Drama  in  vier
Aklen,  zur  Vorführung.  Herrliche  Szenerien
und  grohartige  schauspielerische  Darbietungen
gestalten  diesen  Film  zu  einem  der  besten  Werke.
auf  dem  Gebiete  der  Kinematographie.  Das
Programm  ist  mit  abwechslungsreichen  Nebennummern
  ausgestattet.

Aus  dem  Gerig#lssaale.

Die  Folgen  eines  Kirchweihrausches.


München,  13.  Mai.  Der  36  jährige  Monteur
  Joses  Drechsler  in  Kolbermoor  verübte
nach  reichlichem  Viergenuß  in  Hausham  am
Kirchweihsonntag  an  einem  12  jährigen  Mädchen
  ein  Sittlichkeitsverbrechen.  Der  Angeklagte
bestreitrt  die  ihm  zur  Last  gelogte  Untat  und
bezeichnet  die  Anzeige  als  einen  Rachealt.  Das
Gericht  erachtete  Drechsler  für  überführt  und
verurteilte  ihn  zu  7  Monaten  Gesängnis.

 

 

Wetterbericht  für  Sonntag,  16.  Mai:
Langsame  Besserung,  stellenweise  Nachtfrostgefahr.


 

Bekanntlich  finden  die  Aufnahmeprüfungen
an  den  Mittelschulen  seit  dem  Vorjahr  auch
im  Juli  statt.  Für  die  Eltern,  welche  ihre
Kinder  einer  Mittelschule  zuführch,  landelt  es
sich  auch  zugleich  darum,  die  Wahl  für  jie
Wohnung  und  Exziehung  ihrer  Kine##  zu  trej-.

  Das  Städt.  Erziehungsinsti  uu  Traunstein
  unterzieht  sich  der  Erfallung  dieser  Aufgabe
  seit  mehr  als  30  Jahren  in  allseitig
anerkannt  guter  Welse.  (Sieh#  Inserat.)