Südamerika — Szurdulpaß
kommen sollten; für den Fall des Mißlingens des Aufstandes
sollten die auf deutsches Gebiet übergegangenen
lusständischen als deutsche Untertanen erklärt werden.
Die überlegenen Regierungstruppen umzingelten am
1. Dez. 1914 Dewet und zwangen ihn zur Ergebung.
Er wurde am 22. Juni 1915 in Bloemfontein wegen
Hochverrats zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt,
bald aber begnadigt. Beyers ertrank verwundet im
Vaalfluß, Kemp und Maritz konnten sich noch über
die Jahreswende hinaus erfolgreich behaupten. Kemp
mußte sich dann am 4. Febr. mit 500 Mann ergeben,
er erhielt am 26. Juli 7 Jahre Gefängnis. Maritz,
der am 24. Okt. 1914 die Engländer erfolgreich bei
Keimas angegriffen hatte, trat nach Angola über, wurde
aber von den Portugiesen Aug. 1915 ausgeliefert.
Sowar der Aufstand niedergeschlagen, als im Herbst
1915 die Wahlen stattfanden (20. Okt.). Dievon Botha
eführte Südafrikanische Partei erlangte 54, die (engischen)
Unionisten 40, die Nationalisten Hertzogs 27,
die Unabhängigen 5, die Arbeiter 4 (zusammen 130)
Sitze. Nach diesem Wahlsiege wurden Dewet und 118
andere Angeklagte durch das Gericht in Johannesburg
von der Beschuldigung des Hochverrats freigesprochen.
Nunmehr konnte Botha auch an eine Beteiligung am
Kriege in Deutich-Ostafrika gehen, und er erlangte
auch die erforderlichen Kredite. Eine Rede Bothas im
Unterhaus am 23. Aug. 1916, in der er vor neuen
Aufständen warnte, verriet, daß noch immer das Land
nicht völlig beruhigt war. Toobgrößter Anstrengungen
gelang die Bezwingung Deutsch-Ostafrikas bis
zum Kriegsende nchl otha starb am 28. Aug. 1919
in Pretoria. Die Volks ählung in der S. U. am 5.
Mai 1918 stellte eine weiße Bevölkerung von 1,4 Mill.
fest. Vgl. Weißbuch der Regierung Südafrikas über
die Burenaufstände (3. März 1915). über die Beteiligung
der S. U. am Kriege vgl. S. 121ff.
Südamerika, s. ABC-Allianz u. die Einzelstaaten.
Sudelkopf, Gipfelin den oberelsäss. Vogesen, nordwestlich
von Thann, war 12.—15. Febr. 1915 in
heftigen Nahkämpfen umstritten.
Südslawisches Reich (Jugoslaw. Reich), der
1919 durch Vereinigung Serbiens mit Montenegro,
Dalmatien, Kroatien, Slawonien, einem Teil des
Banats, Krain und einem Teil Kärnteus errichtete
roßserbische Staat (s. Serbien). Bereits im 18.
Fobr. hatte die sog. illyrische Bewegung, die sich
auf literarisch-akademische Kreise beschränkte, unter
dem Kroaten Ludwig Gaj die Vereinigung aller Südslawen
angestrebt, war aber allmählich erstorben. Auf
breiterer völkischer Grundlage erhob sich die jugoslawische
Bewegung im 19. Jahrhundert zu einer der allerstärksten
politischen Ideen der jünngsten Vergangenheit.
Den entscheidenden Fortschritt erlebte die jugoslawische
Bewegung, seitdem sie sich unter der Eshrung der
serbischen Dynastie Karageorgewitsch mit dem russ.
Panslawismus verbündete. Rußland begünstigte lebhaft
die serbischen = Aspirationene auf die füdflawischen
Gebiete Osterreichs und in diesen die auf Lostrennung
vom Gesamtstaat gerichteten Bestrebungen. Der Erfolg
der beiden Balkankriege 1912/13ließ den serbischen
Nationalismus hoch anschwellen, während gleichzeitig
die staatsfeindlichen Ideen in Bosnien durch die Annexionskrise
von 1908 neu belebt worden waren. Aus
dieser Saat erwuchs das Verbrechen von Sarajewo.
Der österr.= ungar. Außenminister, Graf Berchtold,
wußte sich keinen andern Nat mehr als den Krieg, von
dem er eine Erstickung des jugoslawischen Gedankens
durch die Vernichtung Serbiens erhoffte. Bereits der
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Zusammenbruch der österr. Offensive in Serbien im
ez. 1914 schadete der Sache Osterreichs ungeheuer.
Der Herbstfeldzug 1915 vernichtete zunächst die Hoffnungen
der südslawischen Patrioten; während aber
Montenegro, das bei Verwirklichung der großserbischen
Pläne für seine Selbständigkeit fürchtete, im Jan. 1917
einen Sonderfrieden anstrebte, setzte Serbien auch
weiter alle Hoffnungen auf die Hilfe der Verbündeten,
die die Errichtung eines südflaw. Gesamtstaates in ihr
Kriegszielprogramm aufnahmen. Freilich ergaben
sich daraus schwierige Reibungen mit Italien, dem
Frankreich und England im Londoner Vertrag (s. d.)
1915 Fiume u. gewisse Gebiete Dalmatiens zugesichert
hatten. Am 18. Okt. 1918 forderten die Vereinigten
Staaten von der österr.-ungar. Regierung die Anerkennung
der südslaw. Aspirationen, die auch von seiten
Osterreich-Ungarns in der Note vom 27. Okt. erfolgte.
Unter dem serbischen Prinzregenten Alexander wurde
Anfang 1919 die Errichtung des S. R.bstatsächlich vollzogen;
Montenegro wurde bei den Verhandlungen
mit Österreich in St.-Germain nicht mehr als selb
ständiger Staat behandelt. S. auch Fiume, Montenegro,
Serbien. II47 sowie Bo. III. S. 1217.
tdwestafrika (Deutsch-S.), s. Bd. II, S. 14f.,
Sueskaual, Seekanal zwischen dem Mittelländischen
und Roten Meer. über die Kämpfe am S. vgl.
S. 129. Vgl. Agypten.
»Suffren-«, Kan Linienschiff (12730t), 14. Nov.
1915 versenkt; vgl. Bd. II, S. 248.
Suganertal (Val Sugana), oberes Brinttal in
Südtirol, bis zur ital. Grenze (vgl. Bd. II. S. 99 u.
103). Die wichtige Einbruchstelle wurde Anfang Juni
1915 bis Levico geräumt und war Mai bis Juli 1916
umkämpft. Anfang Nov. 1917 rückten Teile der
Heeresgruppe Conrad bis Primolano vor u. befreiten
das ganze Tal, doch Nov. 1918 dangen die Italiener
wieder Über die Tiroler Grenze ins S.
Sulttsprit, s. Bd. I, S. 300. Goeben ·.
»Sultau Jawns Selim«, Panzerkreuzer, s.
Suvla-Bucht, s. Anaforta.
Suwalki, 1) ruff.-poln. Gouvernement, an Preußen
grenzend, wurde 14. Sept. 1914 als erstes unter
deutsche Verwaltung gestellt. — 2) Hauptstadt des
russ.-poln. Gouv. S., an der Bahn Orany-Grodno.
Die russ. Vorstöße nach der Besetzung von S. Ende
Sept. 1914 scheiterten, ebenso der neue Vormarsch der
Russen gegen S. Anfang Oktober.
Swakopmund, Hafen in Deutsch-Südwestafrika,
wurde 14. Jan. 1915 von den Engländern besetzt.
Syudikalisten (franz.; Gewerkschaftler), die
von Jaures geführten organisierten Gewerkschaftler,
erklärten sich 5. Sept. 1914 gegen den Kampf bis zur
Vertreibung des Feindes, wie ihn die Anhänger Guesdes’
predigten. Es kam darüber zur Spaltung in der
Sozialdemokratie; die sog. Minoritäre vertraten
die Richtung der deutschen Unabhängigen und besuchten
die Kongresse von Zimmerwald u. Kiental (deshalb
auch Kientaler genannt). Vgl. Sozialdemokratie.
Szadow, Ort im russ. Gouv. Wilna, wo die Rufsen
5. u. 6. Mai 1915 eine schwere Niederlage erlitten;
nach Eintägiger Verfolgung wurden sie im Raume
von S. 23. Juli 1915 zersprengt.
Szeptycki, Graf von, Kommandeur der Poln.
Legionen, wurde April 1917 Generalgouv. in Lublin.
zurdukpast, Karpathenpaß im Vulkangebirge
östl. vom Vulkanpaß vg Bd. II, S. 141). Die Aug.
und Sept. 1916 hier in Siebenbürgen eingebrochenen
rumän. Abteilungen wurden 19. Sept. über den S.