Full text : Im alten Reichstag. Band II. (2)

IV  Vorwort.

fehlbarer,  allein  zielbewußter  Staatsmann  erscheint,  jeder  Widerftand,
selbst  gegen  seine  für  Volk  und  Reich  nachteiligsten  Umgestaltungen,
aber  als  entweder  auf  blöder  Kurzsichtigkeit  beruhend  oder  aus  willkürlichen,
  wohl  gar  persönlichen  Gründen  entstammend  dargestellt  wird.

Den  wirklichen  Zusammenhang  der  Vorgänge  habe  ich  unter
Benutzung  aller  auch  sonst  bisher  dazu  vorliegenden  Mitteilungen
zu  schildern  mich  bemüht.

Im  allgemeinen  Rahmen  find  Einzelheiten  soweit  erörtert,  wie
ich  dabei  unmittelbar  persönlich  beteiligt  war,  also  etwas  mehr  berichten
  kann  als  ein  anderer  Abgeordneter.  Daß  ebenso  mir  wie
jedem  Abgeordneten  daran  liegen  muß,  die  eigene  parlamentarische
Thätigkeit,  welche  dem  Zeitungsleser  stets  nur  in  einzelnen  Tagesberichten
  vor  Augen  tritt,  auch  einmal  im  Zusammenhang  ihrer
grundsätzlichen  und  folgerichtigen  Haltung  hervortreten  zu  lassen,
bedarf  keiner  Rechtfertigung.

Hoffentlich  findet  mein  Beispiel  bei  Kollegen  in  unabhängiger
Stellung  mehr  und  mehr  Nachahmung,  damit  wir  schließlich  zu
einer  vollständigen  und  unparteiischen  Parlamentsgeschichte  über
das  erste  Vierteljahrhundert  des  deutschen  Reiches  gelangen.  Eine
solche  Geschichte  ist  notwendig  schon  für  das  allgemeine  Verständnis
der  im  Reiche  gegenwärtig  geltenden  Gesetzgebung.

Charlottenburg,  den  8.  Januar  1896.

Beuuttte  Schriften.

Die  verschiedenen  Schriften  von  Poschinger,  „Fürst  Bismarck  und
die  Parlamentarier",  „Fürst  Bismarck  als  Volkswirt“,  „Aktenstücke  zur  Wirtschaftspolitik
  des  Fürsten  Bismarck“;  Böttcher,  „Eduard  Stephani"“;
„Denkwürdigkeiten  des  Grafen  von  Roon";  Horst  Kohl,  „Jahrbuch“;
Schultheß,  „Europälscher  Geschichtskalender“;  Stöcker,  „Christlich-sozial“.