Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

 

Aummer  291

im  Innern  an  der  Fertigstellung  der  Eisenbahn
arbeiteten.  Mehrfach  erschienen  türk.  Aeroplane
auf  beiden  Ufern  des  Suezkanals  und  ließen
Proklamationen  in  égyptischer  Sprache  herunterfallen.
  Sie  entkamen,  trotzdem  sofort  von
den  Eglandern  Jagd  auf  sie  gemacht  zut
de.  (3.)

#  n  „  rr  ·

poctnqai.
Parlament  und  Regierung  von
Portugal.

WTB.  London,  15.  Der  Das  Reutersche
Bureau  meldet  aus  Lissabon:  Ein  Vertrauensvotum
  für  die  Regierung  ist  in  der  Abgeordnetenkammer
  mit  6.3  gegen  79  Stimmen,  dagegen
  ein  Mißtrauensvotum  im  Senat  mit  27
gegen  26  Stimmen  angenommen  worden.

Die  baverischen  Verinsilisten.

Verlustliste  Nr.  97.

Inf.-Reg.  München:  Unteroffizier  Gg.
WMel  aus  Rosenheim,  schwer  verwundet;
Res.  Joseph  Auracher  aus  Holzkirchen,  schwer
verwundet;  Wehrmann  Gg.  Esiner  aus  Schliersee,
  leicht  verwundet;  Res.  Jak.  Goldes  aus
Bergen,  vermißt;  Gefr.  d.  R.  Otto  Dirsch  aus
Traunstein,  vermißt;  Unteroffizier  d.  R.  Ant.
EGmeiner  aus  Hausham,  leicht  verwundet;  Juf.
J.  B.  Ametsbichler  aus  Aßling,  schwer  verw.;
Res.  Martin  Schwarz  aus  Schechen,  vermißt;

1

 

Res.  Joh.  Kain  aus  Bergen,  vermißt;  Res.
Jal.  Schwarz  aus  Endorf,  schwer  verwundet;
gest.  am  28.  Sept.;  Inf.  Joh.  Pichlmeier  aus

Grafing,  leicht  verwundet;  Res.  Wolfg.  Weichlelberger
  aus  Heuseld,  schwer  verwundet;  Res.
Fritz  Wolff  aus  Aibling,  vermißt;  Unteroffizier
  Ernit  Doff  aus  Teisendorf,  leicht  verw.;
Jnf.  Jos.  Fuchs  aus  Tittmoning,  schwer  verwundet:
  Res.  Jos.  Schwarz  aus  Schechen,  schwer
verwundet:  Inf.  Seb.  Schürer  aus  Grafing,
leicht  verwundet;  Gefr.  d.  R.  Eichinger  aus
Kolbermoor,  verwundet;  Res.  Joh.  Marr  aus
Westerham,  schwer  verwundet.

Inf.-Reg.  Lindau:  Unteroffizier  Josef
Hauser  aus  Mühldorf,  schwer  verw.:  Unteroffizier

  d.  R.  Josef  Eckert  aus  Feldkirchen,
vermißt;  Einjähr.-Freiw.  Wilhelm  Anderst  aus

Unterwössen,  leicht  verwundet;  Unteroffizier  Andreas
  Koch  aus  Holzhausen,  schwer  verwundet.
Verlustliste  Nr.  98.

Brigade-Ersatz-Bat.  Nr.  6:  Unteroffizier  der
Reserve  Joh.  Blumlhubet  aus  Kolbermoor.
schwer  verwundet.

Brigade-Ers.-Bat.  Nr.  s  Wehrmann  Isidor
Kirchmaier  aus  Aibling,  leicht  verwundet;  Res.
Joh.  Ehegartner  aus  Mühldorf,  leicht  verw.:
Res.  Peter  Oßl  aus  Oberneukirchen,  leicht
verwundet;:  Res.  Konrad  Ostermaier  aus  Oberneulirchen,
  vermißt;  Wehrmann  X.  Weininger
aus  Traunstein,  vermißt;  Res.  Jakob  Mittermeier
  aus  Trostberg,  vermißt.

Res.-Feld-Laz.  Nr.  7:  Fahrer  Joh.  Obermei2r
  aus  Mühldorf,  schwer  verwundet.

Verlustliste  Nr.  99.

Ins.  Leib  Reg.  München:  Nes.
Bergen,  leicht  verwundel.

Brigade-Ers.-Bat.  Nr.  11:  Res.  Gg.  Fischer
aus  Westerham,  verwundet.

Verlustliste  Nr.  100.
.  Jus.  Reg.  München:  Res.  Jos.  Zehetmeier
aus  Westerndorf,  gefallen;  Wehrmann  Josef
Kern  aus  Brannenburg,  leicht  verwundet;
Wehrmann  Balth.  Neiderhell  aus  Kleinholzhausen,
  leicht  verwundet;  Wehrmann  Wolfg.
Hell  aus  Reischach,  leicht  verwundet;  Infant.

Schmid  aus

—

 

–——

Michael  Blockinger  aus  Degernorf,  schwer  verwundet;
  Wehrmaonn  Joh.  Maier  aus  Vachendorf,
  schwer  verwundet;  Wehrmann  Taver
Spitzer  aus  Vagen,  vermißt;  Wehrmann  igt
Obermeier  aus  Happing,  vermißt;  Res.  M
Aichbauer  aus  Holzhausen,  verwundet;  ent.
Andr.  Klauser  aus  Grabenstätt,  gefallen.  Res.
Jos.  Berger  aus  Beyharting,  leicht  verwundet;
Res.  Anton  Bauer  aus  Heufeld,  leicht  verw.;
Inf.  Josef  Auflechner.  aus  Rosenheim,  gesallen;
  Inf.  Ludw  berger  aus  Traunstein,
  gefallen:  Inf.  Ludo.  Hintermeier  aus
Kolbermoor,  schwer  verwundet;  Inf.  Anton
Pröll  aus  Rosenheim,  leicht  verwundet.

1.  Jäger-Bat.  Freiling:  Jäger  Benedilt
Brenner  aus  Rosenheim,  schwer  verwundet;  Vizefeldwebel
  und  Offizierstellvertreter  J.  Schußmüller
  aus  Gars,  vermißt;  Nes.  Ant.  Leißing
aus  Schöffau,  schwer  verwundet;  Res.  Franz
Steingraber  aus  Ebersberg,  schwer  verwundet;
  Gefr.  Alex.  Bär  aus  Harthausen,  schwer
nerwundet;  Jäger  Karl  Huber  aus  Schliersee,
vermißt;  Ers.-Res.  Jos.  Bauer  II  aus  Bernau,
vermißt;  Gefr.  Jos.  Widholzer  aus  Brandenberg,
  gefallen;  Jäger  Ludm.  Leugl  aus
Mietraching,  leicht  verwundet;  Gefr.  Albert
Waririn  aus  Kolbermoor,  leicht  verw.

2.  Jäger-Bat.  Aschaffenburg:  Res.  Johann
Unertl  aus  Holzkirchen,  vermißt.

Bayer.  Ers.-Inf.-Reg.  Nr.  1:  Wehrmann
Jos.  Amerell  aus  Glonn,  gefallen;  Wehrmann
Anton  „Fleischmam  aus  Heufeld,  verwundet;

Gefr.  d.  L.  Julius  Heinrich  aus  Vurghausen,
oerwundet:  Inf.  Heinrich  Schuster  II  aus
Traunstein,  leicht  verwundet;  Inf.  Seb.  Hell

aus  Sonnering,  gefallen;  Inf.  Hunseder  aus
Endorf,  gefallen;  Inf.  Jos.  Niederbichler  aus
Siegsdorf  leicht  verwundet;  Gefr.  Stephan
Malter  aus  Obing,  verwundet:  Inf.  Jos.
Kaffl  aus  Westerndorf,  schwer  verwundet,  geitorben
  22.  Sept.;  Inf.  Jos.  Eberl  aus  Innleiten,
  verwundet;  Inf.  Ant.  Niederreiter  aus
Högling,  schwer  verwundet,  gestorben  25.  Sept.;
Inf.  Franz  Klampfleuthner  aus  Fraueninsel,
leicht  verwundet;  Inf.  Peter  Röglinger  aus
Baierbach,  leicht  verwundet;  Gefr.  Alois  Huber
  aus  Burghausen,  leicht  verwundet;  Inf.
Joh.  Wimmer  aus  Engelsberg,  vermißt;  Inf.
Jos.  Brehm  aus  Au,  vermißt;  Res.  Tambour
  Felir  Altmann  aus  Oberbergkirchen,  verwundet;
  Res.  Ludw.  Mader  aus  Siegsdorf,
verwundet;  Res.  Mar  Schrobenhausen  aus
Chieming,  leicht  verwundet;  Res.  Mart.  Linder
  aus  Holzkirchen,  vermith;  Res.  Jos.  Schönbuchner
  aus  Aufham,  vermißt.

2.  Schweres  Reiterregiment  Landshut:  Reiter
  Thomas  Fischer  aus  Westerndorf,  schwer
verwundet.

1.  Ulanenregiment  Bamberg:  Unteroffizier
Seb.  Glück  aus  Hausham,  schwer  verwundet.

—  ——  —

Pforsheim,  15.  Dez.  In  der  außerordentlichen
  Generalversaminung  des  Pforzheimer
  Bankvereino  A.-G.  wurde  seitens  der
neuen  Direktion  mitgeteilt,  daß  etwa  die  Hälfte
des  6  Millionen  Mark  betragenden  Aktien.
kapitalo  als  durch  die  Spelulationen  der  in
Untersuchungshaft  befindlichen  Direktoren  Herrmann
  und  Krämer  als  verloren  anzusehen  ist.
*##  ergibt  sich  somit  ein  Gesamtverlust  von
10  338  466  Mk.,  dem  aus  dem  Nachlaß  des
früheren  Direltors  Kayser  5  90267  Mk.  gegenüberstehen.
  Bei  ruhiger  Abwicklung  durch  Sanicrung
  oder  Liquidation  glaubt  oie  Dircktion.
daß  die  Gläubiger  voll  befriedigt  werden  können
  und  daß  auch  für  die  Altionäre  die  Hälfte
des  Altienkopitals  zu  retten  sei,  wofür  allerdings
  Vorbedingung  sei,  daß  der  Krieg  die

 

 

.  nicht  noc  verschlechtere.  In  der  Diskussion
  wurde  einnimmig  die  Ansicht  vertreten,
daß  es  sehr  wohl  möglich  sei,  den  Bankverein
zu  sanieren  und  daß,  wenn  irgend  möglich,  die
Verangung  des  Konkurses  vermieden  werden
P

 

Ränchmer  Neninkeilen.

München.  16.  Dez.  Nach  dem  amtlichen
Wahlergebnis  wurden  bei  den  Münchener  Gemeindewahlen
  gewählt:  1  Kandioat  der  Liste
der  Hausbesitzer,  8  Sozialdemokraten,  6  Zentrum,
  3  Kandidelen  des  Verbandes  der  liberalen
  Vereine  und  zwei  Altliberale.  Das  Gewinn=
  und  Verusstwerhältnis  ist  für  die  einrelnen
  Parteien  solgendes:  Liste  der  Hausbesiher
  1  Sitz  gewonnen,  Sozialdemokraten  Z
Sitze  gewonnen,  zentrum  ebenfalls  3  Sitze  gewonnen,
  Liberalt  6  Sihe  verloren.  Die  Lifte
der  Christlich-Sojalen  ist  durchgefallen.

B#wensches  Oberland.

Hrutting,  15.  Dez.  Der  Bauer  Joseph
Roß  von  Rackering  war  im  sogenannten  Farmersec
  bei  Prutling  mit  Streumähen  beschäfüigt.
Als  er  mittags  nach  Hause  gehen  wollte,  brach
er  auf  der  inzwichen  weichgewordenen  Eisdecke
ein  und  war  berits  dem  Tode  nahe,  als  im
letzten  Augenblit  noch  der  Bauerssohn  Jos.
Liegl  von  Seeselen  zu  Hilse  kam  u#nd  ihn
unter  eigener  großer  Lebensgefahr  und  großer
Mühe  ans  Ulfer  rettete.

Bad  Aibling,  16.  Dez.  Der  Gefreite  Eduart
  Wagner  det  bayer.  Fernsprech-Abteilung  #
(Sohn  des  Streinermeisters  Mar  Wagner
hier),  fand  durg  Zufall  in  einem  Keller  in
Frankreich  die  Summme  von  50000  Francs.  Der
glückliche  Finder  vird  seine  Belohnung  erhalten.

Aßling,  16.  dez.  Am  Samstagmittag  wurden
  die  beiden  gestifteten  Pfarrkirchenglocken,
die  Meister  Konler  in  München  gegossen  hat,
seierlich  eingehoßt  und  in  die  hohe  Warte  des
Kirchturms  auser  ogen.  Bereits  am  Abend
llangen  die  Glochn  im  Chore  mit  den  anderen.
Die  Iuschtift  de  großen  (Glode  hat  auf  den
Welttrieg  Bezug.

Die  Gemeindewahlen  in  Rosenheim
Rosenheim,  16.  Dez.

Die  Gemeindewahlen  in  Rosenheim  fanden
am  gcstrigen  Teze  statt.  Wie  überall,  so  hatte
auch  hier  der  Emst  der  Zeit  ihnen  den  Stempel
  aufgedrück.  6  gab  keine  laute  Agitation,
der  Wahltag  selbst  verlief  in  voller  Ruhe,  ohne
jede  Aufregung  innerhalb  der  einzelnen  Parleien.
  Daß  aber  die  Gemeindebürger  den  Wahlen
  größtes  Iu#eresse  entgegenbrachten,  zeigt
die  Beteiligung  am  Wahlgeschäfte  und  das
Ergebnis  der  Wahlen.

Wahlberechtigt  waren  930  Bürger  gegen  717
bei  der  letzten  Mahl  von  1911.  Neben  der  allsjährlich
  zunehmenden  Zahl  der  Bürger  brachte
auch  die  Eingemindung  von  Fürstätt  ein  erheblicheo
  Mehr.  An  der  Wahlurne  erschienen.
wie  wir  gestern  noch  bcrichten  konnten,  726
Bürger  gegen  667  abgegebenen  Stimmen  im
Jahre  1911.  Wenn  man  bedenkt,  daß  eine
Reihe  von  Bürgm  unter  den  Fahnen  sieht,  ist
der  Prozentsatz  derjenigen,  welche  von  ih
rem  Wahlrecht  Gebrauch  gemacht  haben,  sehr
hoch.  Das  Ergebnis  siel  indessen  anders  aus,
als  vielleicht  onschiedentlich  erwartel  wurde.

Die  Liste  A  (Argerrechtsverein  Sterngarten)
erhielt  2723  Slimmen  gegen  1952  im  Jahre
1911,  somit  jetzt  ein  Mehr  von  771  Stimmen.

 

 

 

Unverändert  wurden  auf  diese  Liste  134

 

Sobald  ahe  hinter  einer  der  in  die  Halle  mündenden
  Türen  verschwunden  war,  wandte  Sutzko
sich  gegen  mich-„Ich

  glaube  zu  wissen,  wo  der  Vermißte
zu  suchen  t1  Denn  ich  fürchte,  daß  er  sich  in
der  Gewalt  einer  recht  gesaholichen  Sirene  bcn
sindet,  und  ich  denke,  daß  wir  beide  die  Pflicht
hätten,  ihn  daraus  zu  befreien

„Ich  muß  mich  Gmhreien.)  Herr  Oberst,“
erwiderte  ich  mit  iemiter,  eCutschiedenhei.
„Seit  der  letzten  Nacht  habe  ich  von  dem
Standschlöchen  und  seinen  Vewo)  nsen  mehr
als  genn

„Ah,“  meinte  er  leichthin.  „Das  kann  so
arg  nicht  gewesen  sein.  d  Sie  haben  ein
nicht  geringes  persönliches  Interesse  daran,  auf
meinen  *  2  einzugehen.  enn  sich  in

diesem  Schlötschen  so  etwas  wie  eine  Verschwörung
  angesponnen  hat,  wären  wir  beide
doch  wohl  am  ehesten  berufen,  die  Pläne
der  Verschwörer  zu  durchkreuzen.  Und  ich  bat
zu  uns  beiden  das  Vertrauen,  daß  wir
ihnen  sertig  werden.  „Maachen  Sie  also  beine
Umstände,  junger  Man#

„Sie  müssen  mich  *  alledem  entschuldigen,
Herr  Oberst!  —  Ich  trage  kein  Verlangen  nach
einem  Besuche  je  enes  Hauses,  nicht  einmal,  wenn
ich  dabei  die  Ehre  Ihrer  Grelshen  haben  soll.“

uäen  diesem  Augenblick  stand  zu  meiner
lieeberraschung  die  Wrinzefi  plötzlich  wieder
neben  uns,  so  daß  ich  wohl  annehmen  mußte,
sie  habe  unlsere  kurze  Unterhaltung  belauscht
und  sei  wieder  in  die  Halle  getreten,  sobald  es
ihr  zweckmäßig  erschlen,  in  das  nicht  nach  ihren
Wünschen  verlausende  Gespräch  einzugreisen

„Ihre  Welgerung  ist  gewiß  begreiflich,  Herr
dazai;  “sagte  sie  in  dem  I#eite  Kon
iber  den  sie  verfügte.  „Aber  Sie  sollten  nicht

 

vergessen,  daß  es  sich  nicht  um  einen  Hoslichkeitsbesuch
  handeln  würde.  Ich  bin  gang  sicher,
daß  mein  Bruder  nicht  freiwillig  9  onge  dort
bleiben  und  mich  in  Sorge  um  ihn  lassen  würde.
Meiner  Ueberzeugung  nach  muß  ihm  etwas.
Schlimmes  zugestoßen  sein,  und  ich  würde
jedem  herzlich  gaa  sein,  der  mir  Gewißheit
darüber  verscha
ie  113  ihre  Worte  mit  einem
bittenden  Blick,  der  mich  ihren  Wünschen  gefügig
  gemacht  haben  würde,  auch  wenn  sich's
darum  gehandelt  hätte,  geradeswegsi  in  die  Hölle
zu  gehen.  So  erklärte  ich  mich  denn  ohne
weiteres  Widerstreben  bereit,  dem  Verlangen
des  Obersten  zu  willfahren,  und  nach  kurzer
Verabschiedung  von  der  Pringessin  machten  wir
uns  auf  eg.

Sobald  wir  uns  in  igen,  Entfernung  von
dem  Schlosse  brianden.  brrach  ick  das  Schweigen,
um  meinem  Herzen  Luft  zu  imachen,  wie  es
sich  nach  meinem  Empfinden  zwischen  Männern

ei

ad  herr  Oberst,“  sagte  ich,  „als  wir  Ihnen
an  diesem  Morgen  begegneten,  gaben  Sie  zwei
Erklärungen  ab.  von  denen  nach  meiner  Ueberzeugung
  keine  der  Wahrheit  entsprach.“

Er  blieb  stehen,  um  sich  umständlich  eine
Zigarre  an  -  ünden

„Entschuldigen  Sie.,  sagte  er.  „Für  einen
leidenschafnichen  Raucher  ist  ceo  ein  wahres
Martyrium,  bei  einer  jungen  Dame  zu  Gaste
zu  sein.  Ich  schmachtete  sörmlich  nach  meiner
geliebten  Zigarre.  —  danke  Ihnen.
Wovon  sprachen  wir  doch?  —
meinten,  ct  hätte  die  Prinzessin  und  Sie  b
logen.  fragen,  welche  kaen  Sie  ben
Sie  neinler

 

Sie  hwchen  davon,  daß  Sie  heute  morgen

mit  dem  Fruhsuge  nach  Potesert  gekommen
seien,  und  daß  Sie  sich  Ihre  Verletzungen  durch
einen  Sturz  aus  dem  Wagen  zuge  logen  hätten.
Wollen  Sie  dabei  bleiben,  daß  diele  Angaben
der  Wirklichkeit  ensprachen  7“

„Gott  bewahr#e!  —  Vas  eine  war  eine
ebenso“  faustdicke  üge  wie  das  andere.  Und
ich  glaube,  ich  habe  nicht  viel  Talent  zum
Schwindeln.  Die  Geschichte  mit  der  Droschke
mag  herzüch.  n2n  gbetlungen  haben.“

Tat,  sot  „Herr  Oberst!“

„Na  #  Wt  “7#  u#el-eT  in  meinem  Alter
nicht“  auf  ungewohnte  Flunkereien  einlassen.
Ich  bin  also  mi  dem  nämlichen  Zuge  gekommen,
  den  Sie  selbst  benutzten,  und  für
meine  Verletzunge  darf  ich  keinen  ungeschickten
Autscher  verantwonlich  machen,  sondern  einzig
und  allein  Sic,  nein  werter  Herr  Lazar!“"

„Das  war  ven  Anfang  an  meine  Ueber-.—
  Und  die  werden  zugeben,  Herr
berst

daß  ich  danach  Anspruch  auf  einige
weitere  Erklärungen  habe.“

e  —  ein  unbefangenes,  sonores
Lachen,  und  es  wor  ein  Blitzen  von  Schelmerei
in  dem  Blick,  mit  dem  er  auf  mich  herabsah.

"„  einen  uungen  Mann  von  Ihrem
Körperbau  verjügen  Sie  über  recht  ansehnliche
Muskelkraft  —  des  Kompliment  darf  ich  Ihnen
schon  machen.“

enn  ich  den  Zusammenhang  recht  versteh
  und  es  gibt  darüber  ja  leider  kaum
eimen  Zweikel,  lauerten  mir  der  Herr  Oberst
also  auf,  um  mich  aus  dem  Hinterhalt  zu
überfallen?“

„Mit  anderen  Worten:  Sie  halten  wich
für  komplett  vemckt.  Denn  ich  müßte
wohl  veirinnn,  genesen  sein.  um  etwas  2
wvitlac#  zu  tun

(Bennerstäg,  17.  Bezemher  1914

Zettel  abgegeben.  Die  höchste  Stimmenzahl
  beträgt  412,  die  niedrigste  135

Auf  die  Liste  B  (Freie  Bürgervereinigung)
entfielen  3703  Stimmen;  im  Jahre  1911  waren
cs  5023,  sowit  ein  Weniger  von  1320  Stimmen.
  Unverändert  wurden  114  Stimmzettel
abgegeben.  Die  höchste  Stimmenzahl  eines
Kandidaten  beträgt  hier  530,  die  geringste  137.
Die  Ausgabe  eines  neuen  Stimmzettels  unter
  einer  Reihe  von  Wählern  am  Tage  der
Wahl  scheint  auf  das  Ergebnis  nicht  ohne
Einfluß  gewesen  zu  sein.

Die  Liste  (Konservative  Bürgerpartein  ver-#einigte
  80q4  Stimmen  auf  sich.  Da  im  Jahre
1911  auf  die  Liste  (  6312  Stimmen  abgegeben
  wurden,  beträgt  hier  der  Zuwachs  2732
Stimmen.  Hier  dürfte  vor  allem  Fürstätt  mit
in  Betracht  kommen.  Von  dieser  Liste  wurden
264  Stimmzettel  unverändert  abgegeben.  Die
höchste  Stimmenzahl  eines  Kandidaten  beträgt
  851,  die  geringste  377.

Nach  diesem  Ergebnis  wurden  gewählt:  von
der  Liste  A  zwei,  von  der  Liste  B  ebenfalls
zwei  und  von  der  Liste  C  sechs  Kandidaten.
Da  von  der  Liste  A  niemand  aususcheiden  hatte,
gewinnt  diese  Liste  zwei  Site  im  Kollegium
der  Gemeindebevollmächtigten.  Sie  iist  somit
itatt  bisher  mit  einer  Stimme  in  Zukunft  mit
brei  Sitzen  vertreten.  Von  der  Liste  B  hatien
zwei  Kollegiumsmitglieder  auszuscheiden.  Da
von  dieser  Liste  auch  zwei  gewählt  wurden,
bleibt  der  Besitzstand  der  Freien  Bürgerverceinigung
  im  Kollegium  der  Gemeindebevoll
mächtigten  gewahrt.  Sie  schickt  also  auch  in
zukunft  11  Mitglieder  in  das  Kollegium  der
Gemeindebevollmächtigten.  Von  der  Liste  ((7
hatten  acht  Mitglieder  auszuscheiden.  Durch  den
(Gewinn  der  Liste  A  verliert  die  Liste  ('  trotz
des  Stimmenzuwachses  zwei  Mitglieder  im
Kollegium,  so  daß  von  ihr  nur  noch  16  statt
Lisher  18  dem  Kollegium  der  Gemeindebevoll.
mächtigten  angehören.  Mit  den  gleichen  Ziffern
  verschiebt  sich  das  Verhältnis  zwischen
Mojorität  und  Minorität.

Gewählt  sind  als  Gemeindebevollmächtigte
von  der  Liste  &:  Schneider  Langenegger  u.  Verpacker
  Geistaller;  von  der  Liste  E:  Jabrikkesitzer
M.  Beilhack  und  Oberlokomotivführer  Gareis:
von  der  Liste  I:  Oekonom  J.  Huber,  Bäcker
meister  Finsterwalder,  Weißgerbermeister  Andr.
Bauer,  Postpackmeister  Rubandl,  Arcchitekt
Schrettenseger,  Rechtsanwalt  Kollmann.  Ausgeschieden
  sind  von  der  Liste  B„:  Kaufmann
Reiserer  und  Fabrikbesitzer  Bernrieder;  beide
hatten  sich  als  Kandiraten  nict  mehr  aufiel
len  lassen.  Von  Liste  7  find  ausgeschieden:
Schlossermeister  Ewald,  Holzhändler  Perr,  Ha'snermeister
  Gradl,  Brauereidesitzer  Krichbau
mer;  erstere  zwei  hatten  nicht  mehr  kandidiert.
Nickt  berücksichtigt  ist  hiebei  die  Frage  der  Ersatzmänner.


Im  übrigen  lassen  wir
geb.  nis  der  Wahl  folgen:

nun  das  Einzeler-Liste

  A.
Schneider  Hans  Langenegger  412  Stimmen
Verpader  H.  Geiflaller  408  Stimmen
Brauer  Josef  Geiger  18  Stimmen
Kaufmann  Simon  Göpfert  274  Stimmen
HDammerschmied  Alois  Kock  273  Ztimmen
Seilergehilse  Gg.  Hintermeier  272  Stimmen
(bastwirt  Georg  Penendorfer  2/1  Stimmen
Sudgchilfe  F.  Fischhaber  270  Slimmen

Sudgehilse  (0g.  Kratzer  135  Slimmen
Lisic  B.

Fabrikbesitzer  M.  Beilhack  5.0  Slimmen

Oberlokomotioführer  Gareis  •31  Stimmen

Bäckermeister  Buckecker  112  Stimmen

36
365

Stmmen
Stimmen

Fabrikbesitzer  Niedermayr
Lederhändler  Stechl

„Mein  Got:,  mas  joll  ich  denn  denken  und
woran  son  ich  überhaupt  noch  glauben?  J#W-U
verdanke  Ihnen  die  großten  und  wertvollsten
Wohltaten,  die  ein  Mensch  den  andern  eimenten
ann.  Denn  Sie  haben  sich  meiner  ange
nommen,  als  ich  krank  und  von  alle:  Welt
verlassen  war.  Sie  daben  mir  Ar  ben  und
Brot  verschafft,  als  ich  ohne  solchen  eiftand
vielleicht  dem  Wi  preisgegeben  gemeten

wäre.  Aber  die  schwer#en  Kampte  und  Verwirrungen
  meines  Lebens  haben  nnt  dem  Tage
begonnen,  da  Sie  meinen  Weg  getreuzt.  Sind
Sie  mein  Freund  öberP.  nein  Deind’“  Ich  we.
es  nicht,  und  ich  tra  nir  nicht  mehr  das
Urteil  zu.  es  zu  nnlseeiden.  Vor  meinen
sehende  Augen  spielt  sich  ein  Drama  ab.  das
ich  nicht  verftehe,  und  in  dem  ich  doch  beftandig
eine  leidende  Rolle  zu  agieren  habe.  Die  Personen,
  mit  denen  ich  in  Berührung  komme,.
huschen  gleich  phantastischen  Sputgestallen  an
mir  vorüber,  in  jedem  Augenblick  ihre  Gestal:
oder  doch  ihren  Charalter  verandernd.  Man
legt  mir  die  schwerste  Verantwortung  ausf  die
Schultern,  aber  man  laßt  mich  meinen  Weg
im  Dunkeln  suchen  und  verweigert  mir  Vertrauen
  und  Offenhen  gerade  da,  wo  ich  ihrer
am  dringendsten  bedürfte,  um  den  Mut  nicht
zu  verlieren.“

Ich  hatte  endlich  einmal  rückhaltlos  aus
sprechen  müssen,  was  mir  so  schwer  auf  der
Seele  lag,  und  es  war  mir  in  diesem  Augenblick
gleichgültig,  ob  der  Mann  da  an  meiner  Seite
mich  vielleicht  wegen  meines  Kleinmuts  verachtete.
  Aber  es  hattie  nicht  den  Anschein,  als
ob  die  Empfindungen  des  Obersten  von  dieser
Art  seien.  Er  sah  mich  mit  einem  Blick  a  an,  in
dem  viel  aufrichuges  Interesise  ng.  und  in  jeiner

 

tlesen,  ruhinen  Slimme  war  ein  Unterklang  von