Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

60.  Jahrgang

Ar.  60

Freltag,  18.  Marz  1014

Rosenheimer  Anzeiger

 

und  Feiertage).  —  Der
60  Pf.,  ge  für  hiesige  als  auch  für  aus

 

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Rosenheimer  Tagblatt

Amtkliches  Publitations-Organ

 

Hamnover,  Atus  EF  FJ.  .  —
erumg  #

Themmi,  den,  Erfurt.  Frantfurt  a.  R.  Hamburg,
Schlub  der  Inseraten  ·  Annahme  1  Ubr  mitiags.  Nach  diesem  Jeltwunkt  kann  für  Aufnahme  in  dle  laufende  Tagesnummer  nicht  mehr  garons#er:.  werden.  ½  hlesbngeschriei  emr  Monuse#rip  wird  keme  Verantw

Die  heutige  Aummer  umfaßt  6  Seiten.

Keues  vom  Tage
12.  März.

Der  Regierungopräfident  von  Niederbayern,
Rudolf  Frhr.  von  Andrian-Werburg,  ist  zum
1.  Aprfl  auf  sein  Ansuchen  in  den  dauernden
Ruhestand  versetzt  worden.  In  Anerkennung
seiner  vorzüglichen  Dienüleistung  wurde  ihm
das  Großlomthurkrenz  des  Verdienstordens
der  baverischen,  Krone  verliehen.

Zum  Negierungsrrälickuten  roa  Niederbayern
wurde  der  Ministerialk  ircltoc  im  Kultusministerium
  Ferdinand  von  Pracher  ab  1.  April
ernannt.

·

Ueber  die  Aktiengesellschaft  Metzeler  in  München,
  den  zweitgroßten  Betrieb  der  Residenz,
ist  oer  Konkur?  verhängt  worden.  Damit
hängt  das  Schicksal  von  über  1100  Arbeitern
  in  der  Luft.  Das  Altienkapital  in  Höh:
von  mehreren  Millionen  gilt  für  verloren.

"

Die  Abreise  des  Kaisers  nach  Korfu  ist  endgültig
  auf  den  Abend  des  22.  März  fesigesetzt.
Die  Kaiserin  wird  aus  Familienrücksichten
wahrscheinlich  erst  kurz  vor  Ostern  in  Korfu
eintressen.  Der  Aufeäthon  daselbst  soll  bis
anfangs  Mai  auegedehnt  werden.

·  ·

Der  Rhein  führt  Hochwasser.  Bei  Koln  hat
ess  gesiern  mit  6.15  Meter  seinen  Höchststand
erreicht.  Die  Häfen  von  Duisburg  uno
Ruhrort  sind  überschwemmt,  sodaß  der  Verlehr
  eingesicellt  werden  mußte.

 

Aebeikerversicherung  und  Arbeiksvermiktlung.


(Rammer  der  Abgeordneten.)
München.  11.  Febr.
Das  mcite  Gebirt  der  neuen  Reichsversichetungsordnung
  gab  bei  der  Beratung  des  Etat
für  Arbeiterversicherung  u.  Arbeitsvermittlung,
der  29.3150  Mk.  an  Einnahmen  aufweist,  in
aur  auegiebiger  Weise  Veranlassung,  die  Durchfüh-„Königin

  der  Nachl“.

Sccroman  von  S.  Hill.

r  wünschte.  Sie  brächten  ihn  nicht  mehr
mil,  Enill,“  meinte  sic,  „ich  lann  diesen  Mann
nicht  n  iehen.“

„Warum,  was  hat  er  Ihnen  denn  getan?“
fragte  ich  etwas  uberrascht,  denn  ich  hatte  bemerkt,
das  Zavertal  ihr  und  Mrs.  Brinkworth  gegenüber
hanz  besonders  höflich  und  entgegenkommend  war.

„Ach,  nichts  besonders,  er  qnalle  mith  nur
immer,  ich  solle  seine  Medizin  einnehmen,  während
ich  doch  gesjund  bin  und  sie  gar  nicht  brauche,“
versetzte  sie.

Diese  Muteilung  war  mir  so  neu  und  über.
raschend,  und  summte  außerdem  so  vollkommen
in  dem  sch  recklichen  Gedanlen,  der  m  ir  durch  den

Kopf  geschossen  war,  als  ich  an  zavertals  drei
ernsthafte  Fälle  mich  crinnerte,  daß  ich  mich  auf
dem  ganzen  Wege  vom  Schiff  bis  wan  Vandungssielle
  damit  beschästigte.  Aus  der  Tatsache,  daß

r  Toltor  in  eigeutümlicher  va  auj  dem
Konsulat  zurückgebalten  wurde.  konnic  ich  nur
schließen,  Kennard  hälte  eine  wichtige  Entdeckung
gemacht,  die  ihn  veranlaßte,  sich  an  die  Behörden
zu  wenden,  aber  wie  lonnte  Zavertal  erwarten,
daß  ich  imstande  oder  auch  nur  willens  war,  ihn
unter  solchen  Umständen  zu  befreien?  Das  giug
über  mein  Verständnis.

beiden  behenden  ilalienischen  Bootslente
leglen  *  Eutsernung  in  kurzer  Zeit  zurück,  und
bald  wanderte  ich  über  die  Piatza  Cavour  nach
dem  Konfulat  Nach  meinen  fruheren  Studien
in  der  Delcktivliteratur  hatte  ich  halb  und  halb
erwartet,  Kennard  in  seiner  Verkleidung  an  der
Tür  herum  schleichen  zu  sehen,  doch  er

 

 

rung  der  Reichsversicherungsordnung  einer
kritischen  Würdigung  zu  unterziehen.  Als  erster
Redner  tat  das  der  sozialdemokratische  Abgeordnete
  Endres,  der  in  zweistündiger  Rede  die  verschiedensten
  Gebiete  der  Versicherung  streifte
und  dabei  eine  Menge  von  Beanstandungen,
Wünschen  und  Klagen  zum  Ministertisch  hinaufsandte.
  Er  wies  insbesonders  darauf  hin,  daß
unter  den  neuen  Versicherungsgesetzen  am  meisten
  die  Witmen=  und  Waisenversicherung  enttäuscht
  habe.  Bei  der  Unfallversicherung  würden
  leider  die  Berufskrankheiten  noch  immer
nicht  als  entschäoigungspflichtig  anerkannt.
Den  Kranlenkassen  habe  man  ihr  elbstverwaltungorecht
  erheblich  abgeschnitten.  Die  Satzungen
  für  die  Kranlenkassen  seien  nicht  vollständig
  und  überslürzt  bearbeitet  so  dah  fast
alle  Krankenkassen  demnächst  neue  Satzungen
würden  ausgeben  müssen.

Abg.  Schlittenbauer  („#tr.):  Die  Reichsper
sicherungsordnung  ist  ein  teures  Geschenk,  alle
dieser  dunllen  Seite  sieht  auch  eine  helle  4  Scche
seite  gegenüber,  nämlich  das  Bewußtsein,  daß
durch  sie  in  weitgehendem  Maße  die  wirtschaftlich
  Schwachen  geschützt  werden  gegen  alle
t  nfälle.  Die  Reichsversicherungsordnung  schütze
die  Kräfte  der  Arbeiterschaft  und  erhalte  sie.
Das  Versicherungewesen  bedente  freilich  eine
harte  Belastung  der  wirtschaftlich  Schwachen.
der  Handwerker  und  der  Landwirtschaft.  Die
Industrie  vermag  diese  schwere  Belastung  leichi
  zu  ertragen.  Die  Wirlungen  der  Tätigkeit  der

Landkrankenkassen  sollte  man  erst  abwarten.
Durch  die  Neuregelung  der  sozialen  Versicherungsgesetzgebung
  haben  die  Arbeiter  sehr  viele
und  grohe  Rechte  erhalten,  sie  haben  aber  auch
Pflichten.  Die  Arbeitgeber  auf  dem  Lanoe
dürfen  sich  RZicht  darauf  festlegen,  die  ganzen
Beiträge  für  die  Kransen  und  Invalidenversicherung
  aur  der  eigenen  Tosche  zu  zahlen,
sie  sollien  lieber  eine  Lohnerhohung  eintreten
und  die  Arbeiter  an  der  Zahlung  der  Beiträne
teilnehmen  lassen,  damit  die  Arbeiterschaf:  auch
ein  persönliches  Interesse  an  der  Versicherung
en  und  damit  auch  eine  gewisse  Verantwortung
  übernimmi.  Die  Hauptursache  der  hoben
Beiträge  sind  die  hohen  Forderungen  der
Neriteschaft.  Anerlannt  müsse  werden,  daß  die
Kranken=  und  Invalidenversicherung  ganz  bedeutende
  Vorteile  biete,  namentlich  den  kleinen
Gütlern  auf  dem  Lande  dure  die  Möglickteit

nungende  in  eimdesten.

Scharen

  

NRur  oie  gewöhnlichen
nlilapitanen,  Sceicuten  und
Handlune-  zu  drungten  sich  vor  den  großen
Türen,  die  in  den  Warteraum  des  beschaftigsten
Konfulate  von  *  uropa  fuhrten.
Vei  meitem  Gintn  schrieb  ich  meinen  anen
und  mein  Ankegen  auf  einen  Zenel,  som  sich
letztere  schtmicch  wiedergeben  lich,  #  ab
piesen  einm  Diener,  der  dam  in  einem  zweiten
imm  erschwand,  um  bald  darauf  mu  der
Wülllemn  i  iuuiliirtirirlil  zurückzulehren.  der  Lonjul
wünsche  mich  sofort  zu  surechen.  Ginen  Angen-.
blick  jpaler  wurde  ich  zu  dem  Vertreter  des  Königven
  England  gefuhrt.
Als  ich  hincintrat,  blickte  ich  mich  zunächst
nach  Zar  W#anl-  um,  sah  aber  sosert,  daß  sich  in
diesem  Bureau  niemand  anderes  beiand,  als  der
Kons#l  66  Lens.  der  an  seinem  Schreiblisch  saß,  und
ein  Se  der  an  einem  Nebenische  arbeitetc.
Indem  o  neine  leeberraschung  nach  Möglichkeit
derbarg.  1  trat  ich  vor,  um  den  Gruß  des  Beamten
zu  erwidern.
„Kapman  Forrester,  Sie  erscheinen  wohl  auf
Grund  eine  Mitleilung,  die  Ihnen  von  Fettes
Ihres  Schiffsarztes  zugegangen  ist?“  sagte
Fonsul,  und  ich  erinnerte  mich  erst  nachher  ver
den  scharf  sorschenden  Blick,  mit  dem  er  mich  ins
Auge  faßte.

 

 

 
 

 

    

.Ja,  ich  erwartete,  Dr.  Zavertal  hier  zu
tressen,“  erwiderte  ich.

„Er  ist  auch  hier,  Sie  werden  ihn  sosort
sehen.“  versetzte  der  Konsul.  „Es  bamoock  sin
um  eine  Angelegsube.  in  der  ich  zue
besragen  möchte.  Ein  Gentleman.  unine  Wiern
hat  hier  ains  Klage  sart  Sie  eingebracht,  Kapman,
Sie  hälten  sich  ebewener.  ihn  auf  Ihrem  Schifse
aufzunehmen,  obwohl  er  sein  Billet  bezahlt  hat.
Er  behauptet.  Sie  bätten  ibn  beschuldiat.  sch  als

 

der  Weiterversicherung  und  der  Zuatzversicherung.
  In  Jukunst  sollten  auch  die  landwirtschastlichen
  Arbeitgeber  bei  Vergebung  der  Kapitalien
  der  Versicherungeanslalten  in  einem  höheren
  Maße  berüccksichtigt  werden.  In  der  Befriedigung
  des  ländlichen  Nealkredites  zur  Vornahme
  von  gemeinnützigen  Arbeiten  wie  Moorkultur,
  Bewässerung  usw.,  geschehe  heute  noch  zu
wenig.  Es  sei  zwar  feigestellt,  daß  Banern
aus  den  Beiträgen  zur  Angestelltenversicherung
über  den  Neichodurchschnitt  hinaus  mit  Darlehen
  bedacht  werde,  aber  es  sei  auch  festgesiellt,
  daß  drese  Darlehen  fast  ausschließlich
an  große  Kommunen  gelangen.  Man  sollte
auch  die  Handwerkergenossenschaften,  namentlich
die  mittleren  und  kleineren  Betriebe,  mit  Darlehen
  bedenken.

In  der  weiteren  Debatte,  in  der  Abg.  Bühler

  (lib.)  vom  Minister  Au:kunft  wegen  der
Amtsdauer  der  Kranlenkassonvorsitzenden  verlangte,
  sprach  dann  der  Abg.  Steininger  (3.)
die  ganz  bestimmte  Erwartung  aus,  daß  Landwirtschaft
  und  Handwerk  mit  sozialen  Aufwendungen
  nicht  mehr  weiter  belasiet  werden,  da
sie  an  der  Grenze  ihrer  Leistungsfäbigkeit  seien.
Vieles  müßte  noch  verbessert  werden  bei  den
Land  und  Ortskrankenlossen;  jetzt  arbeiten  sie
zu  koneert  umständlich  und  zu  teuer.  Abg.

Orwakld  (Zir.)  meinte,  die  Entwicklung  der

Landkrankenkassen  müsse  man  abr-arten.  Die
Verwallungslosten  seien  in  den  einzelnen  Kreisen
  sehr  verschieden  und  die  Kürzung  der  Renten
  würde  vielfach  als  Schikane  empfunden.
*WlI  Lutz  (Ubd.)  ist  gleichfalle  der  Ansicht,
daß  es  der  sozialen  Lasien  für  die  Landwirtschaft

  jetzt  genug  sei.

Seitens  zweier  Regierungsvertreter  wurde  auf
die  Wünsche  erwidert  und  dabei  betont,  daß  eine
weitere  Belastung  hinsichtlich  der  Versicherungsbeitrage
  nicht  in  Aussicht  genommen  sei.  Landkrankenkassen
  könnten,  mo  ein  Bedürfnis  vorhanden
  sei,  immer  noch  errichtet  werden.  In
ausgiebigem  Maße  ersolge  bereite  èine  Hinausgabe

  der  Kapitalien  der  Landesversicherungsanstalten
  zu  Darlehenszwecken.  Der
Wunsch,  daß  die  Versicherungsanstalten  ihre

Gelder  auch  zu  Darlehen  an  kleine  Unternehmer,
  Handwerker  usw.  hinausgeben,  sei  wohl
verständlich,  aber  dee  Anstalten  seien  hier  an
bestimmte  Vorschriften  gebunden.  Für  Kleinbunder

  Panamer  cisinneschmunget  und  als  solcher
die  Fahrt  von  London  nach  Barcelona  mitgemacht
an  haben,  —  wenigstens  lautele  seine  Behauptung

adyniich."

.So  war  es  auch,  Sir.“  versente  ich.  „Er
hat  das  übrigen-  gestein  so  gut  mic  in  aegeben.
G#  ist  kein  zweriiel.  daß  das  derselbe  Mann  ist,
den  ich  an  Land  geseln.  Wenn  Tu.  Zavertal  hier
ist,  wird  er  in  der  Lage  sein,  meine  Worte  zu
bestätigen.“

„Tr.  Zavertal  hat  Mr.  Vizard  bereits  gesprochen,,
  sagte  der  Ganfur  lum.  „Noch  cine
Frage  Sie  gegen  den  Doktor  eine  Beschuldigung
  oder  Ankiager  vorkuon-  ngen?“

UAus  dem  Ton  und  dem  Benehmen  des
Konsuls  ersah  ich.  daß  Zavertal  mir  zuvorgekommen
  war,  salls  ich  die  Shan  aussiellen
sollte,  Vizard  und  Enrianes  wären  ein  und  dieselbe
Person.  Ich  hatle  ein  unangenehmes  Gefühl,  die
Sache  könnte  in  meinen  Ungunsten  auslaufen.
und  dieses  Gesuhl  schnürte  mir  dermaßen  die
Kehle  zusammen,  daß  ich  kaum  zu  sprechen  vermochte.


„Nicht  gerade  gine  Anllage.“  rief  ich  endlich,
„weuiigstens  jeht  noch  nicht.  Doch  ich  halte  ihn
für  einen  niederträchtinen.  hörteeshenen  Schurken.
Ich  kann  das  nicht  in  Worten  auedrücken,  aber
ich  weis,  daß  das  Schiff  voller  Geheimnisse  und
Verschmerungen  steckt,  sen  es  den  Hafen  verlassen,
und  dan  alle  diese  Schleichwege  und  unheimlichen
Dinge  mit  diesem  Manne  zusammenbängen  «

„Nun,  dann  wissen  wir  ja  Bescheid,  sagte
der  Konsul  entschlossen,  „wenn  Sie  bier  eintreten
wollen,  so  werden  Sie  sinden,  daß  ich  zu  einer
praktischen  Losung  der  Schwierigleiten  gelangt
bin,  die  Hie  quälen.

Er  deu  ße  auf  eine,  mit  einem  Vorhang
bedeckte  wi  die  dem  Kimmer,  in  das  ich  ein- 



wohnungsbauten  wurde  von  den  Versicherungsanstalten
  ein  Fünftel  des  Gesamtvermögens
zur  Verfügung  gestellt.

Am  Tonnerstag  bird  die  Beratung  fortgesetzt.


Die  Arbeiksverhältnisse  in  den
staallichen  Betrieben.
münchen.  11.  März.

Im  Finanzausschuß  der  Kammer  der  Abgeordneten
  referierte  Abg.  Graf  Pestalotg#a  austührlich
  uber  Klagen  und  Wünsche  der  Arbeiter
  in  den  Staatswerken,  die  sich  hauptsächlich
  auf  Urlaubsrerhältnisse,  Behandlung  seitens
  Vorgesetzter,  Akkordarbeiten,  Lohnverhält.
nisse  und  Unfalleerhütung,  Wohnungsverhältnisse
  und  Strafweise  beziehen.  Auch  die  Abgg.
Bühler,  Vogel-Hersbruck,  Stets,  Baumann  und
Göring  nehmen  sich  warm  der  Arbeiter  an.  GEeneraldireltor
  Klaiber  bemerkt  im  allgemeinen.
aß,  wenn  alle  vorgetragenen  Wünsche  erfüllt
  werden  wollten,  man  unbedingt  an  die
Schließung  sämtlicher  Werke  gehen  müßte.  Die

Lohne  seien  erheblich  gestiegen.  Eine  gesunde
Lohnpolitik  gebiete  sich  von  selbst  mit  Rülsicht
  auf  die  Drivatindustrie  und  die  örtlichen
Verhältnisse.  Unwiderruflichkeit  des  Arbeiterverhältnisses
  käme  nur  unzuverlässigen  Arbeitern
zugute.  Alkordarbeiten  könnten  nur  bei  guter
Konjunktur  zugeteilt  werden.  Die  Arbeiterausschüsse
  seien  hinreichend  selbständig  und  wirkten
durchaus  zufriedenstellend.  Daß  die  Strafen
an  den  Staatewerlen  viel  zu  rigoros  seien,
könne  er  angesichts  der  Verhältnisse  in  der  Privatindustrie
  nicht  zugeben.  Für  entlassene  Arvreiter
  habe  man  so  gut  als  möglich  anderweitig
Arbeit  beschafft.  Die  Arbeitszeit  auf  den
Gruben  sei  durch  das  Berggesetz  geregeit.  Wohnungsgeldzuschüsse.
  zu  geben,  sei  nicht  möglich.
Die  Generaldirekrion  werde  es  sich  angelegen  sein
lassen,  hygienische  Verbesserungen  zu  schaffen,
wo  es  immer  notwendig  und  möglich  sei.  Die
Arbeiterpetitionen  wurden  sodann  der  Regierung
zur  Würdigung  hinübergegeben,  womit  der  Etat
der  Berq-,  Hütten=  und  Salzwerke  ersedigt  ist.

 

·———

gelreten  war,  gegenuber  lag,  und  in  meiner  Han,
zu  einer  schuellen  Losung  der  asredenen  zu
lemmen,  ging  ich  schnell  darauf  zu.  Ich  hatte
die  Emt,  ldung,  die  Tür  würde  in  ein  inneres
Gemach  fubren,  und  dort  würde  ich  vielleicht  die
Teiluchmer  des  Komplotts  finden,  in  das  ich
neuerdinas  verwickelt  worden  war.  Gerade,  als
ich  öfinetc,  sah  ich  an  einer  von  mir  vier  Fuß
entsernten  Wand,  daß  ich  mich  geirrt  hatte.  Der
Ort,  an  dem  ich  mich  besand,  war  ein  enger
Turchgang,  mit  einer  Tür  zur  Rechten  und  Linken.
Bevor  ich  ctwas  Weiteres  bemerken  konnte,
lauchten  auf  jeder  Seite  cine  Anzahl  Gestalten
auf,  ich  wurde  beftig  von  starlen  Armen  gepackt,
ein  dickes  Tuch  wurde  an  meine  Nasenlöcher
gedrückt,  und  ich  fühlte,  wic  ich  an  Körper  und
Scele  machtlos  wurde

Doch  während  meine  Sinnc  mich  verließen,
waren  die  letzten  deutlichen  Gegenstände,  die  sich
meinen  Augen  darboten,  die  Inge  von  Vizard
und  Zaverlal,  die  lriumphierend  unter  der
olwenfarbener,  unbelannter  Gesichter  auftauchten.
die  mich  von  allen  Seiten  dedrängten.
sträubte  mich  nach  Kräften,  doch  die  Glieder
wollten  meinem  Willen  nicht  geborchen,  die  Ohren
sausten  mir,  Dunkelbeit  und  Stille  umfing  mich,
und  schließlich  wußie  ich  nicht  mehr,  wie  mir
geschah.

13.  Kapitel.
Das  Kloster  Soanta  Lucia.

Als  ich  wieder  zum  Bewußtsein  tr.  lag
ich  auf  dem  Rücken  auf  einem  schmupigen  steinernen
Bett  in  einer  Zellc,  die  ctwa  lzwölsf  Fuß  Länge
auf  sechs  Fuß  Breite  hatte,  und  meine  zu
kehrenden  Hi#ae  inae  langsam  ihre  Ei.
keit  wieder  auf,  indem  ste  die  Stäbe  an  einem
eisernen  Gittersenster  zählten,  das  sich  uien  der