Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Aummer  158

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Nössu##c##en  A#l###r—

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VBonnerskag,  J.  Auli  19N

 

wüten  unter  der  -französischen  Armec,  von  der
beispielsweise  1211  nicht  weniger  all  368.579
Mann  in  den  Lararetten  behandelt  werden  mußten.


Der  radikale  Deputierte  Armez,  der  für  das
Dreijahr-Gesetz  gestimmt  hatte,  hat  einenesetzantrag
  eingebracht,  durch  den  die  Rückkehr  zum
Zweijahresdienst  ermöglicht  werden  soll.  Armez
  schlägt  vor,  alljährlich  30  000  Freiwillige
anzuwerben,  die  sich  verpflichten  sollen,  fünf

hre  zu  dienen,  und  die  dafür  einen  erhöhlen
Solo  und  nach  bceendetem  Militärdienst  eine
Prämie  von  2500  Francs  erhallen  würoen.
Hierdurch  würde  es  dem  Kriegsminister  möglich
sein,  die  übrigen  Mannschaften  nach  24monatiger
  Dienstzeit  zu  entlassen.

Der  neue  Obmann  des  Dectedausschusses,
General  Pedoya,  hat  einem  Mitarbeiter  der

„LLanterne“  erllärt,  daß  der  dreijährige  Mililärdient
  weit  die  Hilfsmiltel  und  Kräsie  übersteige,
  über  die  eine  Nation  von  laum  40
Millionen  Einwohnern  verfügt.  Jtalirn,  das
32  Millionen  Einwohner  hat,  besihe  eine  Armee
  von  rund  450  000  Mann  und  Oesterreich-Ungarn
  mit  seinen  50  Millionen  Einwohnern
habe  eine  Armee  von  rund  550  000  Mann.  Die
Kraftanstrengung,  die  mun  dem  französischen
Volle  auferlegt  habe.  beraube  die  Landwirtschaft
  und  die  Industri:  der  notwendigen  Arbeitskräfte.
  Man  müsse  die  nationale  Verteidigung
  auf  ernsten  Grundlagen  ausgestalten,  sich
dabei  aber  von  den  hergebrachten  und  schädlichen
  Methoden  fernhalten.

Dem  „Erzelsior“  zufolge  beschäfligt  sich  der
Kriegsminister  mit  der  Frage,  auf  welche  Weise
dem  Mangel  an  Offinieren  an  der  Ostgrenze
und  bei  den  nordaftilanischen  Truppen  abzuhelsen
  isl.  Ein  Vorschlag,  der  als  besonvers
wirksam  angesehen  wind,  geht  dahin,  daß  nur
mehr  jene  Offiziere  den  Grad  eines  Obersten
erhalten  können,  die  vier  Jahre  bei  den
Dedungstruppen  und  weitere  vier  Jabßte  in
Nordafrila  oder  in  den  Kolonien  gedient  haben.


Hos-  und  Personalnachrichten.

Bern.  7.  Juli.  Der  König  der  Belgier
traf  heute  vormittag,  von  Montreux  lommeno,
wo  er  mit  seiner  Gemahlin  zum  Kuraufenthali
weilt,  in  Bern  zum  offiziellen  Besuche  des  schweigerischen
  Bundesrates  ein.

Die  Huldigungsgescheule.

München,  7.  Juli.
An  die  bayerischen  Regierungspräsidenten  ist.
unter  dem  25.  Juni  eine  Entschließung  des
Ministeriums  des  Innern  ergangen,  die  lautet:


 

„Seine  Majestät  der  König  haben  schon  oft
die  Willensmeinung  ausgesprochen,  daß  Allerhöchst
  Denselben  die  Darbringung  von  Geschenken
  durch  Korporationen,  Städte,  Vereine  und
Einzelpersonen  nicht  erwünscht  ist.  Gleichwohl
wurden  Seine  Majestät  der  König  und  Ihre
Majestät  die  Königin  in  der  letzten  Zeit  wiederholt,
  insbesondere  auch  bei  den  Reisen,  durch
wertvolle  Geschenle  überrascht,  und  zwar  unter
Umftänden,  unter  denen  eine  Ablehnung  nicht
tuntich  war,  da  sie  von  den  Spendern  als
Krönkung  empfunden  worden  wäre.

Seine  Majestät  der  König  und  Ihre  Majestit
oie  Königin  verlennen  keineswegs  die  gute  Absicht,
  von  der  die  Spender  geleitet  sind.  Allerböchst
  Dieselben  wünschen  aber  dringend,  doß
derartiqe  Gaben  in  Jukunft  unterbleiben  möqc#n.
  So  sehr  Ihre  Majestäten  an  sich  über
jede  Kundgal  kder  Anhänglichleit  der  Bevöl-=krung
  erfreul  lnd,  ebenso  bestimmt  müssen  Alberhöchst
  oieselben  grundsätzlich  die  Annahme
werlvoller  Geschenke,  die  den  Gebern  namhafte
Kosten  verursachen,  ablehnen.

Im  Allerhöchsten  Auftrage  Seiner  Masestät
des  Königs  und  Ihrer  Majestät  der  Königin
ersuche  ich,  dafür  Sorge  zu  tragen,  daß  diese  Allerhöchste

  Willensmeinung  möglichst  aligemein
bekannt  wird,  und  daß  insbesondere  auch  die
Bürgeimeister  der  unmittelbaren  Städte  und
die  Bezirlsamtmänner  darauf  hinwirken.  daß
von  der  Darbringung  wertvoller  Geschenke  abgesehen
  wird,  und  daß  die  Majestäten  nicht  in
die  unangenehme  Lage  versetzt  werden,  Ihnen
dargebotene  Geschenke  persönlich  ablehnen  zu
müssen.“

Diese  Ministerial-Entschließung  wiro  wohl  ihre
Hauptveranlassung  in  der  Angelegenheit  des
Widmungsgeschenkes  der  bayerischen  Städte  zum
10.  Geburtslag  des  Königs  haben,  das  in  einem
Taselaufsatz  im  Wert  von  120  000  Mk.  bestehen
  sollte.  Dieser  Plan  hat  auf  verschiedenen
Seiten  in  der  letzten  Zeit  recht  unliebsame  Erörlerungen
  wachgerufen.

Soziale  Rundschau.

München.  7.  Juli.  Im  Gewerbegericht  begannen
  am  Montag  die  dreitägigen  Hauptrerbandlungen
  für  das  Baugewerbe,  die  zum
ersten  Male  in  München  unter  dem  Vorsig  der
Unparteiischen,  G  renner.
  München,  Magistratsrat!#  von  Schulz-  3
und  Bürgermeister  Rath--Essen  „stattfinden.  Vor
allem  sollen  Fragen  entschieden  werden,  die  das

 

 

 

nesamte  Tarisamt  betrefsen.  Non  München  selbst
stenen  zwei  Anträge  auf  Entscheidung  von  Aklordarbeit
  und  Festletzung  der  Lohnhöhe  am
Vorabend  der  hohen  Festlage  zur  Veralung.

Berschiedene  Nachrichlen.

Magdeburg,  7.  Juli.  Der  Gärknereibe:
siber  Masphul  in  Burg  erschoß  gestern  nack
einem  Streit  seine  Mutter,  und  schoß  sich  dann
selbll  mit  einem  Jagdgewehr  in  den  Muno.
Zwicchen  Masphul  und  seiner  Mutter  schwebte
cin  Prozeß  in  einer  Geldangelegenheit.

4  4

 

Wassereinbruch  im  Simplontunnel.
Mailand,  7.  Juli.

Der  Wassereinbruch  im  Simplontunnel  hat
sich  am  Dienstag  in  größerem  Umfsange  wiederholt.
  Der  von  Brig  kommende  Personenzuig
wurde  früh  127  Uhr  milten  im  Tunnel  ausgehalten.
  Eine  riesige  Wassermasse  hatte  die
Schienen  und  Schwellen  aufgerissen  und  die  Tunnelsohle
  war,  wie  sich  ergab,  um  etwa  40  Zentimeter
  gehoben.  Die  Lokomotive  entgleiste  und
der  Postwagen  und  die  nachfolgenden  Personenwagen
  legten  sich  quer  gegen  die  Lolomotive,
den  Tunnel  und  den  Masserabfluß  sperrend.

Die  Aufregung  unter  den  Reisenden  war  unocheuer,
  besonders  da  völlige  Dunkelheit  herrschte.
  Unter  den  größten  Anstrengungen  wurden
die  Reisenden  auf  den  Schultern  von  Arbeitern
bis  zum  Südportal  bei  Iselle  getragen.  Man
glaubt,  daß  die  Ursache  in  den  Arbeiten  des
im  Bau  begriffenen  zweiten  Tunnels  zu  sehen
ist.  Der  VDerlehr  durch  den  Simplonlunnel  wurde
  eingeslellt,  die  Züge  werden  über  die  Gotlhardlinie
  geleitet.

Münchener  Neuigkeilen.

München.  7.  Juli.  Die  Münchner  Universität
  wird  in  diesem  Sommersemester  von  6626
immanunlierten  Siudierenden,  davon  470  weiblichen,
  sowie  von  466  Hörern  und  1.33  Hörerinneu
  besucht,  so  daß  die  Gesamtfrequenz  7225
Stuodierende  und  Hörer  beträgt.  Von  den  6626
immatrikulierten  Studenten  sind  2845  Bayern
und  3781  Nichtbayern.  Von  den  legteren  sind
3167  Angehörige  deutscher  Bundesstaaten,  535
gehören  anderen  europäischen  Staaten  an  und
79  stammen  aus  außereuropäischen  Ländern.

München.  7.  Juli.  In  einer  Konditoreibacksltube
  an  der  Rosenheünerstraße,  geriet  heute
Abend  ein  17iähr.  Konditoreilehrling  mit  dem
Kopf  in  eine  Teigknetmaschine.  Er  erlitt  s5
schwere  Verletzungen,  daß  er  laum  mil  dem  Leben
  davonkommen  dürfte.

#ünchen.  7.  Juli.  Kürzlich  wurde  berichtet,
  oah  eine  Oberschäfflersfrau.  an  der  Tegernseerlandstraße
  nach  ihrer  Angabe  von  einem
Manne  in  ibrer  Wohnung  überfallen  und  beraubt
  v  Irben  sei,  nachdem  sie  rorher  duch  einen
Streif##huß  verletzt  worden  und  daraufhin“  bewußtles
  geworden  sei.  Die  Erzählung  der  Frau
begegnele  bei  den  Behörden  starten  Zweifeln,
  doch  wurde  im  Interesse  des  als  sehr
ordentlich  geschilderten  Mannes,  der  die  ans
einer  von  ihm  verwahrten  Vereinskasse  (er  war
Kassier  des  Schäffler-Fachvereins)  fehlenden
Gelder  (etwa  450  Mk.)  ersetzte,  von  weiteren
Schritten  abgesehen.  Der  Mann,  der  Dbekcschäffter
  Philipp  Henne,  hat  nun  heute  früh
Selbstmord  verübt,  indem  er  sich  die  Pulsadern
öffnete.  Die  Tat  ist  jedenfalls  auf  den  leichtsinnigen
  Streich  seiner  Frau  zurückzuführen.

Sayerische  Nacheichten.

Garmisch,  7.  Juli.  Die  Summe,  welche
der  Rentamtebezick  Garmisch  zum  Wehrbeitrag
abliefert,  beläuft  sich  auf  325  000  Mk.  Von  dieser
  Summe  tresfen  allem  auf  Garmisch  140  000
Mk.,  auf  Partenlirchen  128  000  Mk.  Während
  also  die  beiden  Hauptorte  des  Bezirks
Zusammen  268  000  Mk.  Wehrbeitrag  aufbringen,
  zreffen  alle  anderen  Orte  des  Bezirkes  zusammengenommen
  (Mittenwald  und  Oberammergau
  inbegriffen)  57000  Mk.  Wehrbeitrag.
Bei  oem  Ergebnis,  das  als  ein  sehr  hohes  bezeichnet
  werden  kann,  ist  auch  noch  zu  berncksichtigen,
  daß  viele  wertvolle  Objekte  (Villen.
Landsitze)  nicht  im  Rentamtsbezirk  Garmisch  veranlagt
  werden  konnten,  weil  deren  Besitzer  auswärts
  wohnen.

Regensburg,  7.  Juli.  Der  für  das  hiesige
  Stadttheater  engagkerte  Direstor  Willi  Stulfeld
  hat  nachträglich  seine  Berufung  nach  hier
abgelehnt.

3werischen  Oberland.

Brannenburg,  7.  Juli.  Der  18jährige
Sohn  odes  Schreiners  Waldmann,  Mathias
Walomann,  ist  am  Sonntag  beim  Baden  in
einem  Altwasser  des  Inn  bei  Brannenburg  ertrunten.
  Dessen  Eltern  waren  lange  Jahre  in
Mühloorf.  Waldmann  leinte  als  Schreiner  beie
der  Fiema  Ludwig  Geiger  in  Mühldorf.

Kolbermoor,  7.  Juli.  Geslorben  ist  in
Augsburg  an  den  Folgen  eines  Herzschlages  der
in  Konlurs  befindliche  Warenhausbesitzer  Frz.
Textor,  früher  in  Kolbermoor.

 

 

 

Straurdorf,  6.  Juli.  Das  schöne  Bäkereianwesen
  des  Heren  Franz  Einzinger  in  Straußdorf
  b.  Glasing  ging  durch  Kauf  an  Fran
Therese  Haid  aus  München  über.  Den  Verlauf
  leilete  das  bestbelannte  Immobilienb##
Eduard  Bachberger,  Aünhen  Tal  12.

Scebruck  a.  Chiemsee.  7.  Juli.  Seil  einigen
Tagen  hat  Seebruck  Teitriichre.  Licht  wie  auch
clellrische  Kraft.  Ist  das  eleltrische  Licht  von
grohee  Bequemiche,  so  ijt  die  eleltrische  Kraft
von  ungeheurem  Vorteile  für  unsere  Landwickschaft.
  Der  game  Betrieb  vereinfacht  und  verschnellert
  sich,  sudem  iit  der  Kostenaufwand  bedeulend
  gecinger.  Erit  nach  Jahr  und  Tag  werden
  die  Bewohner  unserer  Gegend  einsehen,
weiche  Wobilat  für  sie  die  Einführung  des  eleltrischen
  Lichtes,  besonders  der  eleklrischen  Kraft
isl.  Die  eleltrische  Energie  wird  vron  der  Oberbanerischen
  Ueberlandzentrale  zum  Großabnehmer
  Tarif  be’'ogen.  Die  Verwaltung  und  Unteraltung
  ersolgt  von  dier  Slrombezugsvereinigung
  Seebruck  in  eigener  Pegie.  DiegFernleitung
Gollenshausen-Seebruck  ist  5,3  Kim.  lang  und
besteht  aus  31  ranssormatorensta-  ionens000/200
Volt  für  eine  Leistung  von  60  1;  (Pferdekräften)
  und  zirka  500  Glühlampen.  Die
Stromlieferung  erstrett  sich  auf  die  Ortschaften
Straßham.  Burgllam,  Eßbaum.  Seebruck.  In
diesen  Ortschaften  sind  z.  Zt.  installiert  12  Motore
  mit  msammen  45  8  und  zirla  300  Gluhlampen.
  Die  Ausführung  unserer  elektrischen.
Licht=  und  Kraftanlage  lag  in  den  bemährlen
Händen  der  Firma  Hans  Alfred  Kaukoser  von
Roesenheim.  In  kurzer  Zeit  21:  Monaten
delang  cs  der  Firma,  die  Fernleitung  sowie
auch  die  Installationsarbeilen  zur  vollen  Zufriedenheit
  der  Abnelmer  berzustellen;  außer--dem
  waren  auch  die  Preise  in  jeder  Himicht
mäßige.  Die  Firma  dürfte  also  nur  zu  empfehlen
  sein.

Traunstein,  7.  Juli.  Die  in  Traunstein
im  Konversationssoal  slatifindende  Gemäldeans-.
stellung  „Die  Kunst  im  Chiemgau“  unter  dem
Proteltorate  oes  Reichstates  Freiherrn  von
Kramer-Klett,  deren  Eröffnung  auf  Sonntag,
den  19.  Juli  sestgesetzt  ist,  hat  infolge  der  zahlreichen
  Ammeldungen  einen  über  alles  Erwar
ten  großen  Umfang  angenommen.  Neuartig  ist
an  dieser  Ausstellung,  daß  den  Werken  unserer
  zeitgenössischen  Künstler  in  einer  historischen
Ableilung  das  hochbedeutsame  Schaffen  chiem.
gauischer  Maler  in  früheren  Jahrhunderten  gegenübergeslellt
  wird.

Freilassing,  7.  Juli.  Die  Leiche  des  zweijährigen
  Mädchens  der  Oekonomen  Widauer  in
Oberndocf  wurde,  von  Ameisen  zerfressen,  in
einem  Kornaijer  ausgesunden.  Das  Kind  mar
seit  iurzem  abgängig.

 

Aus  den  Jahresberichten  unserer
Mirelschulen.
Rosenheim,  8.  Juli.

K.  Realschule.

Die  sechsllassige  K.  Realschule  (mit  Handeieabteilung)
  Rosenheim  gibt  über  das  Schuljahr
  1913  14  den  34.  Jahresbericht  leraus.
Darnach  wurden  bei  Beginn  des  Schuljalrres
114  Schüler  neu  inskribiert,  während  des  Schul
jahres  kamen,  hauptsächlich  infolge  Wohnortwechsels
  der  Eltern  der  Schüler,  noch  6  Neulunfnahmen
  binzu.  Die  Gesamtfrequenz  der  Anstalt
beisserte  sich  auf  355  Schüler,  36  mehr  wie
am  Schlusse  des  Vorjahres.  Während  des
Schuljahres  verließen  die  Anstalt  32  Schüler,
e  daßz  die  Schlußfrequenz  323  Schüler  belrug.

Die  Handelsabteilung  besuchten  im  ganzen  32

Schiter,  das  technische  Keichnen  25.
Ou.  Voklanten  nahmen  in  der  5.  Klasse  am  unlerrichte
  in  der  Chemie  teil.  Katholischen  Bekenntnisies
  waren  314,  prot.  tantischen  38,  israelitischen
  4  Schüler.  Answärtigen  Eltern  gehörten
166  Schüler  an.  Die  höchste  Jahresfrequenz
stellle  sich  1909/10  aus  336,  1910  11  auf  225,
1511/12  auf  330,  1912/13  auf  341  und  2
Hospitanten,  1913.14  auf  355  Schüler  und
2  Hospitanten.

Ter  Verlauf  de?:  Schuljahres  darf  als  ein
rechl  befriedigender  bezeichnet  werden.  Empfindliche
  Störungen  des  Unterrichtes  sind  nicht
eingetreten  und  von  ernsteren,  andauernden
Ertrankungen  sind  Lehrer  und  Schüler  verschont
geblieben.  Auch  in  disziplinärer  Beziehung  ist
das  Schuljahr  1913/14  zu  den  besten  zu  rechnen.
  Die  erczieherischen  Bemühungen  der
Schuse  hatten  erfreuliche  Erfolge  aufzuweisen.
Strengere  Strafeinschreitungen  waren  nur
ganz  seltenen  Fällen  veranlaßt.  Zur  Erfüllung
ihrer  religiös-sittlichen  wie  ihrer  beruflichen
Pflichten  wurden  die  Schüler  unablässig  angehallen.


Der  Jahresbericht  erinnert  dann  an  die  verschiedenen
  Feiern  und  Veranstaltungen,  welche
in  der  Schule  im  Laufr  des  Jahres  begangen
wurden.  Oefters  durften  die  Schüler  auch  musilalische
  und  Kheatralische  Aufführungen  gemeinsam
  besu

Freundlicher  un  waren  auch  die  Beziehungen
der  Schule  nach  außen.  Vom  allgemeinen
Gewerbeverein  wurden  225  Mk.  für  Anschaffung
von  Schreib=  und  Zeichenmaterialien  für  wür- 



dige  und  bedurftige  Schuler  der  Real=  und

 

Zortbildungoschuse“  Zur  Versügung  gestelll.  M#5
Mitteln  diner  Reisestipendienstiftung  des  Heren
Geheimrates  von  Steinbeis  wurde  einem  Schüler
  der  Oberklasse  der  Besuch  des  Deutschen
Museums  in  München  ermöglicht.  Für  9  herrorragend
  mürdige  Schüler  wurden  aus  Kreisfonds
  370  Mk.  bewilligt.  Herr  Rechtsral  Wander
  beschenkte  die  Bibliothel  mit  dem  Werke
„Chfna“  von  Kürschner.

Das  Naturalienkabinett  der  Anftait  erfahr
von  neuem  eine  sehr  wertvolle  Bereicherung.
S.  Paternität,  der  Exprovinzial  Herr  P.  Anuine
  Hammerschmid,  K.  g.  Rat,  zu  Bad  Tölz,
ciner  der  bessen  Kenner  der  oberbaherũchen
Flora  und  speziell  der  Moosflora  der  Gebiele
bhn  Schliersee,  Tegernsee.  Tölzi.  Kochel  und
Walchensec,  hat  unsere  Schule  seit  Jahren  mit
ühberaus  sorgfältigen  Präparaten  aller  von  ihm
selbt  ausgesuchten  und  bestimmten  Arten  uno
Varieläten  von  Moosen  beschenkt.  Mil  der
neuestens  zur  Verfügung  gestellten  Ergänzung
dieser  wunderschönen  Sammiung  ist  die  Zahl
der  Präparate  von  Moos  Aten  und  Nartetäten
  aus  den  obenbezeichucten  Gebieten  auf
nahezu  500  gestiegen.  Viele  dieser  Moose  sind
für  die  fcaglichen  Ve#irle  von  I2  Anlon  nen
ausoeĩunden,  manche  sind  von  ihm  überlaopt
neu  entdeckl.  Der  gleiche  GCönner  Dat  der  Anftalt
  früher  eine  Flora  des  Tölzer  Bezirk#  nd
eine  sehr  schön  geordnete  Schn  ecensaänin  lung
schenlinosweije  überlassen.  Für  so  hochwil:
kommene  Zumendungen  wird  namens  der  Ä#Ksialt
  auch  an  dieser  Stelle  wärmiter  Danl  zum
Ausdruck  gebracht.

Ansangs  Juni  do.  Is.  konnte  Herr  K.  Hosak
Wüst  von  bie  tüauf  eine  27  Fjährige  göitgeie  Ine0
Amtistätigkeit  als  rechlekundiger  Bürgermeißter
von  Rosenheim  zurüäbliden.  Aus  diesem  Aulaß
  wurden  dem  hochverehrten  Herrn  Jukilar
auch  namens  der  hiesigen  Realschue  und  der
bisher  mit  dieser  verbundenen  Forthildunas.
schule  herziicher  Glückwunsch  und  schunn  iner
Dank  dargebracht  für  die  wi#lsame  Fürsorge,
die  er  al5  Bürgermeister  unserer  Stadt  und
namentlich  auch  als  Vertreter  derselben  im  oberbancrischen
  Landrate  den  beiden  Schrlen  bei
leder  Gelegenheit  zuzuwenden  die  —  hette.

Unterm  10.  Februar  I.  Is.  ttaf  vom  K.
B.  Staalsministerium  des  Jnnern  für  Kicchenund
  Schulangelegenheitlen  ein  allgemeiner  Bescheid
  auf  die  von  den  Anstallvärzten  erstatteien
Jabresberichte  cin.  Am  Schlusse  desselber
heißt  er:  „Jusammensassend  kann  gesagt  werden,
  das,  die  versuchsweise.  Ausnellung  voll
Sulärzten  für  höhere  Lehranstallen  imn  Schunjahr
  1912,  13  zu  einem  wohlbefriedigenden  Ergebnis
  geführt  hat.  Emsprecheno  einem  von
der  Mehrheit  der  Schulärzte  geslellten  Antrag,
murde  mit  Ministerialemschließung  vom  13.  Oltober,
  191  3.  Nr.  25233,  genehmigt,  daß  im
Schuliahre  1913  14  nur  die  Schüler  der  I.,  3.
und  6.  Klasse  sowie  alle  Neueingetretenen  schulärzllich
  untersucht  werden.  Ferner  waren  zu
mulersuchen  all  sene  Schüler,  die  oder  deren  Eltern
  es  beantraglten  oder  deren  Gesundheitszustand
  nach  den  Wahrnelmungen  des  Schularztes
  bei  Vornahme  der  Meisung  und  Wägung
  oder  nach  Mitteilung  cincs  Lebrere  eine
Untersochung  als  notwendig  oder  zweämähig
erscheinen  ließ.  Sehr  zu  wünschen  ist,  daß  die
Eltern  die  angeordneten  schulärzisichen  Spre.h
slunden  besuchen  möchten,  sobald  Aulaß  hiezu
oo#tiegt.  Gegen  Ende  des  Schuliahrez  wurde
seilens  des  Herrn  Anslaltsarzi#es  in  Gegenwart
sämtlicher  Schüler  ein  Vortrag  „über  ansteckende
  Krankheiten“  gehalten.

Am  J.  November  v.  Is.
Oberregierungsral  Herr  Joh.  V.  Loritz  die
Ran##e  Anstalt  sowie  auch  das  städtische  Pansionat
  für  Realschüler  einer  eingehenden  Besichtiung.
  Am  30.  April  und  am  2.  Mai
besuchte  der  K.  Oberkonsistorialrat  Herr  Dr.
Braun  den  prolestantischen  Religionsunterticht.
Am  11.,  12.  und  13.  Mai  sand  durch  den  K.  Regielungs=
  und  Studienrat  Herrn  Dr.  Boc  eine
Besichtigung  des  neusprachlichen  Unterrichts  der
gesomten  Anstalt  statt.

IJn  bezug  auf  Beginn  des  Schuliahres  und
Aufnahme  der  Schüler  an  Realschulen  gellen
auch  pro  1914/15  folgende  Bestimmungen:
1.  Das  Schuljahr  1914/15  beginnt  am  Miltwoch
  den  16.  September  l.  Is.,  vormitlags.
2.  In  die  erste  Klasse  werden  Schüler  aufgenommen,
  die  das  neunte  Lebensjahr  zurülgelegt,
  aber  das  zwölfte  noch  nicht  überschritlen
haben.  Schüler,  die  das  neunte  Jahr  noch  nicht
vollendet  haben,  können  nur  bei  besondets  früher
  lörperlicher  und  geistiger  Entwickung  zugelassen
  werden.  Schüler,  die  das  zwölfte  Lebensjahr
  schon  überschritten  haben,  können  nur
zugelassen  werden,  wenn  besondere  Verhälktnisse
den  verspäteten  Zugang  zum  Studium  erllärlich
machen.  In  beiden  Fällen  ist  Altersdispens  erforderlich.
  Die  für  die  1.  Klasse  angemeldeten
Schüler  haben  sich  einer  Aufnahmsprüfung  zu
unterziehen,  deren  Anforderungen  sich  auf  den
Lehrfkoif  der  dritten  Volksschulklasse  erstrecken.
Gegenstände  der  Prüsung  sind  Religion,  Deutsch
und  Rechnen.  Kur  die-  K.  Realschule  Nosenheie
wurden  noch  14.  und  15.  September  l.  Is.
als  Tage  der  Aufnahmsprüfung  für  die  1.
Klasse  festgesetzt.  Neueintretende,  welche  die
Aufnahmsprüfung  noch  machen  wollen,  haben
Ht  am  14.  September,  vormittags  sräh  2  ·

ht«iinRealschulgebäudeeinzujinden.Mlt

 

unterzog  der  K.