Nummer 158
ren sei. Dieses Gutachten löme nicht vlel kosten.
Redner unterstügte den Antrag Huber mit
dem Zusatze, daß ein Sachverständiger gehört
weroe.
G.-B. Kollmann: Die Frage hänge mit dem
aheenm Ankauf der Hofmühle zusammen. In
itte der neunziger Jahre sind zwei Peofene.
aufgetaucht, das erste betraf die Errichtung
des Eieltriztätswenler. Das war nicht
vordringlich. weil die Stadt das Gaswerk hatte.
Das zwmeite Projekt war die Wasserleitung. Diese
war dringlich, denn die damals bestehende
Wasserleitung war unzulänglich und ganze Vepirle
waren ohne Hochdruck. Es war daher
In, daß man in erster Linie an die Ausführung
d § Wasserwerkes dachte. Mehrere Anwesen wurden
dazu angekaust, mit den Höhenbesigern wurde
verhandelt. Plötzlich wurde aber von bem
Projelte abgegangen, man wollte zuerst das
elektrische Werk bauen, um elektrische Kraft für
das Wasser zu belommen. In Lofleiten sollte
die eleltrische Station erricktet werden, dazu
hat man eigens ein Anwesen erworben und das
Haus abgebrochen. Am 17. Sept. 1898 wuroe
dann eine Kumulatibsitzung abgehalten. Es
hießz, die Hofmühle wäre feil. Das war jedoch
früher auch sch#n der Fall. Dann kam ein
nganz neues Pre .n man wollte von der elektrischen
Kraft al ben und die Hofmühle anlauften.
Als Kaufpreis waren 115 000 Mk. angeseg"
Trotz schriftlicher Niederlegung ist aber
der Preis von Frau Huber plötzlich um 35.000
Ml. auf 150 000 Mk. erhöht worden, troßdem
murde die Hofmühle gelauft. Welcher Privat:
lieste sich zu so etwas herbei! Als nun die Frag#
der Algabe des elektrischen Stromes vom Werle
aklul wurde, hieß es, bei der Leitung in die
Hofleiten sei der Stromverlust zu groß. Das
habe aber nicht gehindert, daß zwei Jahre später
das Sägewerk Huber ihn doch erhalten habe,
nur am rechten Ufer sei es unmöglich gewesen.
Uner Wasserwerk Bänge mit bleiernem Gewicht
an der Hofmühle. Es habe fast eine Million gelostet,
obwohl in nächster Nähe Wasser in Ueberfluß
wäre.
60.-B. Rais stimmte diesen Aussührungen zu.
Es märe richtiger gewesen, im Elektrizitätawerk
seidst die Pumpstation einzurichten. Dann
ätte man das Wasserwerk mit unter einem
½ und stets frisches Wasser gebabt. Hier
sei der allergrößte Fehler gemacht worden.
Man habe sich damals sehr dafür ins Zeug
geregt und eine Kommission aus Nichtsachver—
ständigen gewählt. Was die Ausführungen des
(G.-B. Schrettenseger anbelange, so sei er nicht
gen richtig informiert. Er stimme aber dem
5..B. Dr. Lechleuthner zu, wenn die Sache nicht
% schon genügend geprüft sei. Direlor
Eberle sei Fachmann. Doch glaube er, daß
man trotzdem nicht zu einem anderen Resultat
kommen werde. Denn in der Kommission könne
teine größere Kapazität sitzen wie Direktor
Dyunkel.
GE. B. Wendl wendet sich geg##n Dr. Lech-*22
leuthner. Für die Kosten lomme ja auch noch
der Verlauf der Lokomobilc in Vetracht, für
die auch einige Tausend erzielt würden. Jehzt
lomme man nach Abzug der Lokomobile mit
14000 Mk. durch, später koste es mehr.
G.-B. Huber wendet sich dagegen, als ob die
Ausfüh rungen Mißtrauen gegen die fslädtischen
Beamten in sich schließen würden. Seinerseits
sei dies nicht der Fall. Er wiederhole seinen
Antrag auf Zurückverweisung der Frage an
die zwei einschlägigen Kommissionen unter Beizichung
eines Sachverständigen nach dem Vorschiage
des G.-B. Dr. Lechleuthner. G.-B.
Schrettenseger verwahrt sich auch dagegen, daß,
wenn man etwas sage, es als Mißtrauen gegen
die Beamten aufgefaßt würde. Da wäre
es jia besser, man bliebe gleich ganz daheim.
*7“ Mißtrauen könne keine Rede sein, er weile
diesen Anwurf ganz entschieden zurück. G.-B.
Scheuer: Von den beiden Direktoren sage jeder
etwas anderes über die Ausführung des Procltes.
Daher sei doch die Einholung eines Ober-Lutachtens
das Zweckmäßigste, um so mehr, als
die Sache nicht vokdringlich sei. Was stehe
denn im Wege, daß man der Sache gründlich
nachgehe? Er bitte, den Antrag Huber-Lechleuthner
anzunehmen. G.-B. Krichbaumer
äußerte sich — noch für den Anschluß
an das städt.
Es folgte nun Abstimmung. Der Magistrato=
und Kommissionsbeschluß wurde mil allen
gegen 6 Stimmen abgelehnt, während der
Antrag Huber-Lechleuthner einstimmig angenommen
wurde.
FEotalnachrichten.
Rosenheim, 8. Juli.
Vom Simsbad Hofmühle. In der
feutiuen Sitzung der Gemeindebevollmächtigten
regte G.-B. Wendl die Ausgabe von Saisonkarten
für das Simsbad Hofmühle an. Das
Kollegium beschloß, vom nächsten Jahre ab
dieser Anregung stattugeben.
Das Schulturnfest unserer Mittelschulen
ist auf Donnerstag, den 9. Juli, nachmiltags
2 Uhr, anberaumt. Es wird auf dem
Gymnasialspielplatz am Wasserhof abgehalten.
Hoffentlich wiro das Wetter dazu noch günstig.
Die ehem. St. Michgelskapelle, in
deren oberem Stockwerk die Bramsche Gemäloelammlung
untergebracht ut. wird zurzeit i
— ——□□
den Parlerreräumsichfeiten einer garundlichrn
Renoration unterzogen, u. a. auch d z Fuzboden
erneuert. Der an der Ostseite brfinelich-„Oelberg“
wird ebenfalls renoviert. Im Par
terre soll bekanntlich die Kunstblattsammlung
ntergebracht werden.
Die Alpenvereinssektion Rosenheim
hat eine außLerordentliche (Generalversammülung
auf morgen Donnerslag, abends 8
Nbr, im Flötzinger Löchl einberusen. Auf der
Tagesordnung stehen: Bewilligung von Mitteln
für die Hrchries-Slihütte, Vergröherung der
Aeranda des Brünsteinhauses, Sabungsänderung
und Besprechung der Tagesordnung der
diesjährigen Haupkrersammlung des Alpenvereins.
Die Wichligkeit dieser Tagesordnung
macht also die größtmögliche Beteiligung der
Mitglieder an der Versammlung erforderlich.
„Staatliche Tierquälerei“. Unler
dicsem Titel veröffentlicht der „Miesb. Anz.“
eine Zuschrif!, in der es heißt: „Rokenheim hat
bekanntlich als einziger Ort des Sbert andes das
Renommee seiner Biehmärkte zu erhalten gemußt.
Auch die Bauern und Viehhändler der
Miesbacher Gegend decken einem alten Herkom:
men nach einen Teil ihres Viehbedaties in Rosenheim.
Interessant ist in letztet Zeit der Trans
port der Tiere von Rosenheim nach Mieskach
heworden. Gewöhnlich wird in Rosenheim vormiltags
10 Uhr eingeladen; nachts 10 Uhr 20
Minuten treffen die Tiere in einem bemittjeidenswerten
Zustand in Mies bach ein. Ueber 12
Stunden muhz so das Vieh in den slundenlang in
der Sonne stehenden u. unnatürlich erhisten Waagons
schmachlen trotz erhöhter Tarife und Zuschläge“.
Die Zuschrift appelliert dann an die
Tierschutzpereine. Wenn diese Mitteilungen den
Tatsachen entsprechen, ist der Ruf nach Abhilfe
gewiß berechtigt. Die Stadt hat ein Interese
daran, daß durch solche Vorknamaisse der Zu-3#19
aus der Mieebacher Gegend zu unseren Märklen
nicht unterbunden wird.
Der Fremdensaison wird jetzt ein besseres
Prognostikon gestellt. Bisher hat sich die
Saison etwas merklich langsam angelassen. In
München hat das Amtliche Bayer. Reiseburean
bieher etwa 50 000 Kü#ometer meniger mit seinen
Automobilen in das Hochland zurücgelegt
wie im Vorjahre. Jedoch sind jetzt Anzeichen
vorhanoen, daß eine Besserung eintritt, und
awar eine recht gute. Die Feriensonderzũge sind
sehr starl besetzt, ebenso die Ueberseedampfer.
Die Hauptsache ist aber schönes Wetter.
Große Gurkentransporte gehen zur
Zeit hier durch. Die Ferngüterzüge von Kufstein
brachten viele Wagenlacungen Gurken aus Italien
und Südtirol, die für Sachsen und Norddeutschland
bestimmt waren. Mancher diesel Züge
führte 30—40 Waggons, von denen jeder mit
Gurten voll beladen war.
Böses Mißgeschick hatte die Laderinnung
am Dienskag-Nachmittag. Beim Umkehren
vor oei Wolfschen Schlosserei in der Königsstraße
lippte cer einseitig belastete Wagen um.
Dadurch wurde die Deichsel derart in die Höhe
gedrückt, daß für die Pferde Gefahr bestand.
Mittels Zangen wurden die Ketten, mit denen
die Zugtiere an der Deichsel hingen, abgee
Der Inn ist abermals wesentlich gestiegen.
Am- Dienstag. abend 7 Uhr zeigte der Pegel
2.61 Meter, bis heute früh 7 Uhr waren bereitso
3.12 Meter erreicht. Zu Mittag konnlen
3.20 Meter abgelesen werden. Die groten
Niederschläge machen sich also neuerdings
geltend.
Aus Juduflrie und Gewerbe.
Chewische Fabrik Heufeld. Die
Bayerische Allien-Gesellschaft für chemische und
lanowirtschaftlich chemische Fabrilate Heufeld erzielte
in dem am 30. April 1914 beendeten Beltriebsjahr
einen WM.#rengewinn von 1531 652
Mark (gegen 1 362 025 Mark im Vorjahr und
1207 059 Mk. vor zwei Jahren). Eleichzeitig
erforderten die Fabrikationsunkosten 1272 456
Mark (gegen 1 091 4768 Mk. bezw. 1.044 8
Mark). Die übrigen Posten des Gewinn= und
Verlustlontos zeigen gegen das Vorfjahr leine
starten Veränderungen. Nach 89 742 (65 467)
Mark. Abschreibungen wird ein Jahresgewinn
von 90 626 Mk. gegen 115 020 Mk. im Vorjahre
ausgewiesen. Der Gewinnvortrag aus dem
Vorjahre von 105 566 Mk. mindert sich um
den Betrag nachträglich zu 3 Prozent eingelöster
Dividendenscheine fun 1906 um 180 Mk.
auf 105 386 Mk. Hiezu kommt das gesamite
Gewinnergebnis des abgelaufenen Berichksjahre
mit 90 626 Mk., so daß die Bilanz mit
einem Gesamtüberschuß von 196 013 Mk. (gegen
121 332 Mark im Vorjahre) abschließt.
Hiervon sind 4531 Mk. der gesetzlichen Reserve
zuzuweisen; zur Arbeiter-Pensionslasse find
Mk., zu Tantiemen an Vorstand und Angellellte
7102 Mk. stimmt. Der Vorzugs-Tiotenden-Rest
für 1906 zu 7188 Mk. und
die Vorzugsdiovidende für 1307/08 mil 66000
Mark, alfo zusammen 73 188 Mk., sollen eingelöst,
110 191 Mk. auf neue Rechnung vorgetragen
werden. Die Verwaltung legt noch dar:
„Es sind Anregungen an uns ergangen #uf Zufammenlegung
von Aktien und auf Umwandiung
unserer Vorzugs-Dividenden-Rückstände,
welche nach Anmahme unsleres heutigen Antra-
ges noch für sechs Jahre insgesamt 297 000
Mark betragen werden, in eine unrerzinsliche,
aus den Jahresgewinnen auf dem Wege der
Auslosung zu tilgende Obligationenschuld. Unsere
Beurteilung der heutigen Lage Heufelos
veranlaßt uns, von Anträgen in dieser Nichtung
abzusehen.
Vom bayer. Holzmarkt. Der Absatz
in Banholz konnte auch während der jüngsten
Zeil befriedigen, trotzdem man noch viele Klagen
über ungenügende Bautätigkeit zu horen
besommmt. Die bayerischen Vauholrägen iind
auf jeden Fall heuer weit besser beschäftigt u#12
im Vorjahre, wo sich viele in Ermanglung
von Aufträgen mit dem Brettereinschnilt besassen
mußten. Der Umschwung in der Wilterung
zum Besseren hat am Baulolzmarkte wicder
bessere Stimmung gczeitigt. Mit großer
Spannung erwartet man zurzeit am Eichenholzmarlte
das deutsche Urteil über die Vermenoungsbrauchbarkeit
der jaxanischen Eiche, die am
deutschen Markte seit einiger Zeit große Beachtung
gefunden hatte. Nun treffen aber aus
England Nachrichten ein, denen zufolge dorten
ein ungünstiges Urteil Aber die ausländische
Ware gefällt wurde. Es wird berichtel, daß die
sapanische Eiche hinsichllich ihrer Beschaffenheit.
in Wirlklichkeit nicht das sei, was ehedem von
ihr angenommen wurde. Auf jeden Fall wiro
die deutsche Tiche, falls die japaniiche auch bei
usns in Mißtredit kommen sollte, an Bedeutung
wieder gewinnen. Am Markte mit Eichenholz
ist gegenwärtig der Absatz und der hanze
Geschäftsgang sehr flau. Vielfach ist es nicht
mögiich, d.e um Winter gelauften Eichen urt
leiche Pre'se abmietzen, ganz abgesehen von
gewinnbringenden Preisen. Auch die banerische
Möbelindufirie erscheint mit sehr bescheidenem
Bedarfe am Markte. Die großen Möbelgeschäfte
halten mit ihren Aufträgen sehr zurück,
weil sie m wenig Beschäftigung haben. Am
bayerischen Breltermartle nimmt die Produktion
infolge eines sehr günstigen Wasserstandes
einen ungehinderten Fortgang, so daß einmal
die Vortäte während der jüngsten Zeit sich
sehr anhäuften, und weiter die Bestände an
Rundhol= wesentlich zurückgegangen sind. Bei
weiterem Anhalten des guten Wasserstandes werden
die meisten Wassersägen ihren Vorrat an
Rundholz bis gegen Ende des Jahres aufgearbeitet
haben, so daß allseits dit ersten Kaufgelegenheiten
in den Forsten rege benüst zu
werden scheinen. So dürfte ein Zurüdgehen
der Holrpreise für den nächsten Winter schon in
Anbetracht des Vorhergesagten schwerlich zu erwarten
sein.
Grenzlande.
Innsbruck. 7. Juli. In die in Touristenkreisen
weit beiannte idyllische Waldkapelle,, Hötlinger
Vild“ auf dem Wege zum Frau-Hittsaltel
wurde heme vormittag eingebrochen. Die
Kapelle wurde vollständig ausgeraubt vorarfunden.
Von den Tätern, die die Kapelle und
Sakristei vrerwüsteten, fehlt jede Spur.
Aus dem Gerichtssaale.
Kal. Amtsgericht Rosenhetmn.
Dienstag den 7. Juli 1914.
Wegen Diebstahls und Hehlerei saßen die bereits
vorbestraften Taglöhner Johann Buchner
in Mitterhart, Kerneder Josef in Kolbermocr,
der Eroorbeiter Hötzinger Georg in Bach und
Foriner Franz von hier auf der Anklagebanl.
Am 14. Februar heurigen Jahres mußten
Buchner, Kerneder und Hoͤhinger auf dem Verladeplatz
des hiesigen Güterbahnhofe- eine dem
Kaufmann Wachter hier gehörige Ladung Altcisjen
abladen und nach etwaigen edleren Metallen
sortieren. Bei dieser Arbeit kam auch
ein kupferner Eimer im Gewichte von 3½ Kilo
zum Vorschein. Den Angeklagten wird nun zur
Last Lelegt, diesen Eimer dem Mitangeklagten
Fortner gegeben zu haben, damit ihn derselbe
verkaufe, was dieser auch tat. Den' Erlös behielten
die Unehrlichen für sich. Fortner bestreitet,
gewußt zu haben, daß der Eimer auf
unrechtmäßige Weise in den Besitz der anderen
drei Angeklagten gekommen war. Doch das Gericht
war anderer Meinung. Fest steht nämlich
durch Zeugenaussage, daß Fortner am 14.
Februar den ganzen Tag in der Nähe des
Lagerplatzes zugebracht hat und plötzlich von
Kerneder und Buchner gerufen wurde. Sie
übergaben ihm den fraglichen Eimer mit der
Weisung, ihn zu verkaufen. Wegen eines Vergehens
des Diebstahls erkannte das Gericht beie
Buchner auf 10 Tage Gefängnis, wegen Hehlerei
bei Fortner auf 5 Tage Gefängnis. Hötzinger
wurde unter Ueberbürdung der ausscheidbaren
Kosten auf die Staatskasse freigesprochen,
weil ihm nicht nachgewi-esen werden
donnte, daß er ebenfalls bei dem „GEeschäft“
beteiligt war. Der Mitangeklagte Kerneder war
lrotz rechtzeitiger Ladung nicht erschienen, weshalb
gegen ihn Haftbefehl rrssen und das
Verfahren einstweilen ausgesetzt wurde.
Die Hausiererin Elisabeth Stephan in Nicklbeim
wurde beschuldigt, ihre beiden Kinder,
einen 14jährigen Sohn und ein 13ähriges
Mädchen bei Ausübung ihres Beruses mit
verwendet zu haben. Ferner hat sie ihre *
tex zum Betieln ausgeschidt oder doch den
Donnerstag, 9. Juli 1014
Beliel nicht verhindert. Es wurde ihr deshalb
ein Gtkosbecht #gestelt. der auf 12 Mk.
eventuell 4 Tage Haft lautete. Die Stephan
erhob dagegen GEisspluch, aber ohne Erfoelg.
Die Beweisaufnahme ergab, daß der Sohn
mit Seifen hausiert, während die Tochter in den
Häusern gebettelt Die Angeklagte bejsaß
aber nur einen Wonvergenerbeichein für Lumpensammeln,
Handel mit Kurzwaren und für
ineinen Austausch. Die auf dem Mandarswege
ausgesprochene Strafe wurde daher aufrecht
erhalten.
Wegen gefährlicher Körperverletzung hatten
sich der Taglöhner und Hausbesicer Lorenz Kébinger
in Westerndorf-St. Peter und die Malcr##hefrau
Therese Uebelacker von hier zu verantworten.
Am 10. Mai drang Köbinger
in dse Wohnung der Uebelocker, die demels bei
ihm in Logis war und machte ihr Vorwürfe
wegen vorausgegangener Streitigkeit, welche bie
Angeklagte mit der Frau des Köbinger hatte.
Dabei erhitzten sich die Gemüter derart, daß
es bald zu Tätlichleiten kam, wie die Anil- e
schrift sagt. Die Angellagte soll einen S.,#
halen genommen und dem Köbinger auf den
Kopf geschlagen haben, während der Angeklagte
Köbdinger die Uebelacker mit einem Stuhl tcallierte
und mit dem der Angeklagten entrissenen
Schürhaken deren Schwiegertochter einen
Schlag auf den rechten Arm versetzte. Die Beweisaufnahme
ergab. daß die Uebelacker erst
zum Schürhaten deqlissen hat, als Köbinger
trotz mehrfacher Aufforderurg die Wohnung
nicht verlassen wollte und die K###uu demnact
in der Wahrung ihres Hausrechte gehandelt
hat, wenn sie auf Köbinger eingedrungen ill,
was sie aber in Abrede stellt, weshalt die
Uebelader unter Ueberbürdung der aussmeidbaren
Kosten auf die Staatskasse freigesprochen
wurde. Gegen Köbinger erkannte das Gericht
wegen Kefährlicher Lnteerverssiun auf 3 M.
vdet einen Tag Geläi#nis, wobei z#m mildernce
Umstände im weilestgehenden Maße zugebilligl
wurden.
Schön hereingefallen ist der Dienstknecht Taver
Kempinger in Westerndorf-St. Peter. Er
nahm am 17. Mai l. IJs. in der Pronotdschen
Wirtschaft in Westerndorf einen dem Taglöhner
An'n Ster#l gehörigen Wetterkragen im Werie
von 12 Mark mit, ohne den Eigentümer oavon
zu verständigen und ohne den Kragen dem
Sterim wieder zurückzugeben. Er redete sich
in der Hauptverhandlung darauf hinaus, er
hale gemeint, nachdem Sterzl ein „Luter
Freund“ von ihm sei, könne er den Mantel einstweilen
anniehen, weil es stark regnete. Es stellie
sich aber heraus, daß die „Freundschaft“ zwischen
den beiden nicht so weit her war. Wegen
Diebstahls kann jetzt Kempinger drei Tag:
„brummen“.
Die Hauptverhandlung gegen die Kochkermcrin
Maria Pfeffer in Prien wurde ausgesehzt
und Haftbefehl erlassen, da die Angeklagte tratz
rechtzeitiger Ladung lücht erschienen war. Desgleichen
bei dem Schreiner Martin Spitzendobler
in Kufstein.
Wegen Uebertretung der Baupolizei wurde
der Waldmeister Anton Hamer hier zu 2 Mark
event. 1 Tag Haft verurteilt. Er unternahm
bei seinem Zaune vor dem Anwesen an der
Kufsteinerstraße eine größere Reparatur, ohne
vorher die Genehmigung zu erholen. Die Baupolizei
wird ermächtigt, auf Kosten des Angecliag#ten
die gesetzwidrigen Zustände zu beseiti-#en.
Efn fremdem Eigentum sehr gefährlicher
Mensch ist der Uhrmacher Christoph Maier,
zurzeit Iheer in Untersuchungshaft. Am 29.
Arril I. IJs. verkaufte er mehrere ihm zur
Reparatur übergebens Uhren im Werte von
20 Mk. Das Gericht verurteilte den Ungetreuen
wegen Unterschlagung zu 6 Wochen Gesängnis,
weil der Wuelge ein alter, oft vorbestrafter
Sünder ist.
Wegen Zechprellerei muß der led. Schweizer
Josef Schönauer, zurzeit hier in Haft, 2 Wochen
„brummen“. Am 26. Juni machte er
in der Oberauerschen Wirtschaft in Unterflintsbach
eine Zechschuld in der Höhe von
2.34 Mk., wogegen er nur 22 Pfig. bezohlen
konnte und den Rest bis jetzt noch schuldig 0l.
Auf die zwei Wochen werden 7 Tage der Untersuchungshaft
angerechnet. Wegen des gleschen
Reates hatte sich der Dienstknht Alois Fuchs,
zurzeit hier in Haft, zu verantworten. Juchs
blieb am 30. vorigen Monats i in der Kloo= und
in der Bergwirtschaft in Kiefersfelden zwei Zechen
von 70 und 39 Pig. schuldig. Das Urteil
lautet auf 5 Tage Gefängnis, die durch
die Untersuchungshaft verbüßt sind.
Eine umfangreiche Rauferei, die am 3. August
1912 in der Gastwirtschaft Nicklheim inszeniert
wurde, hatte nunmehr ihr gerichtliches Nachspiel.
Es hatien sich nämlich die Teilnehmer
wegen Körperverletzung zu verantworten. Es
sind dies die Torfarbeiter Gebhard Hermann,
Gebhard Leonhard, Müller Simon, Herrman
Josef in Nicklheim, Schmöller Georg in Salinsilie,
Pöschl Ludwig in Kast. erstraße, Fallner
Franz in Gerst fenn. Reiter Adolf, Taglöhner
in Erünthal, Grüninger Karl, Bergarbeiter in
Hetten, Auer Johann, Taglöhner in Rottau,
und Schmid Taver, Taglöhner in Nicklheim.
Fallner und Pöschl waren von dem Erscheinen
in der Hauptverhandlung entbunden. Im
Laufe der Rauferei bewarfen sich die Raufbolde,
die sich in zwei gleichstorke Parteien spalte-