NHummer 160
Rosenheimer Angzelger
In der höheren Mädchenschule.
Zu einer Schlußfeier hat die höhere Mädchenschule
Rosenheim auf Montag, nachmittags
13 Uhr, Einladung ergehen lassen, der von
allen Seiten, besonders von den Eltern der Schülerinnen,
sehr zahlreich entsprochen wurde. Wird
doch den Darbietungen der Schule bei jeder
Gelegenheit gerne Aug'’ und Ohr geboten, vor
allem auch am Schlusse eines abgelaufenen Schuljahres,
da man das große Arbeitsfeld, das
so erfolgreich bearbeitet worden ist, höchst zusammenfassend
überblicken kann. Bis auf das
letzte Plätchen war die geräumige und seslgeschmückte
Halle, inderen Vordergrund die Büste
des Landẽehertn inmitten eines Rahmens herrlicher
Blattpflanzen thronte, beseht, so zahlreich
war man von nah und fern herbeigeströmt.
U. a. hatten sich auch Herr K. Hofrat Bürgermeister
Wüst, Ö#. Stadtpfarrer Geßl, mehrere
HH. Geistliche usw. eingefunden.
Eine Lut gewählte Einleitung fand die erhebenoe
Feier in den frohen Festesklängen von
„Hochzeitstag auf Trodlhausen“ von Grieg, oeren
einschmeichelnde Akkorde durch den vollbesetzten
Saal rauschten. In die Wiedergabe teil-#ten
sich die Schülerimen Hildegard Kanzler und
Amalie Kollmann #ie besonders auch den vo##n
JInnigkeit getragene. Mittelsatz gut zur Geltung
lommen ließen. Eine vortrefflich-Dacbietung war
der Chor „Frühlingskonzert“ von Pache, bei
dem man an den glockenreinen Alkorden seine
helle Freude haben konnte. Eine Glanznummer
des umsangreichen Programms bildete der Vortrag
des Allegro Moderato aus der Symphoni:
in h moll an zwei Pianos von Schubert. Er gab
Jengnis, daß sich die beiden Schülerinnen Paula
Niedermayr und Marie Ewald auch in der
schweren Musik eines Schubert mit Erfolg zurecht
finden. Mit anerkennenswerter Bravour wußtken
die beiden jugendlichen Meisterinnen des Klavierspiels
selbst auch die gefäbrlichen Klippen
glatt zu überwinden.
Eine gute Leistung für den Chor der 5. und C.
Klasse stellten die Vorträge der beiden Lieder
„O, Sommerfrühe“ und „Der Wanderer und
der Bach“ dar, in Ton gesetzt von Herrn Bezirlsamteaassessor.
Dr. Liebermann in Rosenheim.
Die Sängerschar widmete sich der Wiedergabe
dieser Lieder, die sich durch hohe
Tonfülle auszeichnen, mit großer Hingabe und
mit nicht zu verkennendem Verständnis, so daß
der Erfolg nicht ausblieb. Eine slaunenswerte
Routine und Fingerfertigkeit konnten wir bei der
lleinen Marie Seeanner kennen lernen, die dem
Auoitorium mit „Tarantelle“ von #. Nubinstein
aufwartete. NReicher Beifall wurde der
kleinen Künstlerin gezollt. Einen würdigen Abschluß
fand die hehre Feier in dem Singspiel
für Chor und Soli „Alpenrösleins Talsahrt"“
von Laesler. dem der Chor wie auch die S)=listinnen
einen dezenten Vortrag angedeihen liehhen.
Die „Lerche“ war bei Anny Springer und
das „Alpenröslein“ bei Amalie Schör mit ihrem
hellllingenden Sopran gut ausgchoben, wie
auch die „Blumenfee“(Moezrosopran) in Myra#eilerer
und der „Bach“ in Stefanie Wüst. mit ihrer
tiesen, vollen Altstimme eine samose Vertrelerin
fand. Sehr hübsch nahmen sich die Reigen der
Aipenröslein und der Blumen des Tales aus, die
von den Schülerinnen der 1. und 2. Klasse iuszeniert
wurden.
In das durchaus geschmackvoll gewählte Pro-9ramm
waren auch verschiedene Rezitationen eingestreut,
wie die 2. Szene des 5. Attes aus
„Iybiernie“ von Nacine, vorgelragen von Mariechen
Finsterwalder und Marie Dunkel, der
3. Gesang aus Dantes „Göttliche Komödie“,
vorgetragen von Emma' Schweighart, serner
„From Paradiese and the Peri“ von Mdore,
vorgetragen von Marie Kürzinger und schlieblich
„Die Mutter des Siegers“ von Paul Hoyse,
gesprochen von Mathilde Burgmeier, Johanna
Vonlsinoer und Hedw. Müblbauer. Alle Vortragenden
zeigten, daß sie mit großem Geschick
von oft schwierigen, zum Teil fremdsprachigen
Sioff beherrschten.
Am Schlusse ergriff SH. Geistl. Rat Stadtpfarrer
Geßl das Wort zu einer Ansprache an die
Schülerinnen der 6. Klasse, die mit dem heutigen
Tage die Anstalt verlassen. Er widmete ihnen
ergceeisend schöne Worte, wobei er zunächst die
Dankespflicht hervorhob, der die Scheidenden
sowohl der Schule und ihren Lehrkräften wie
auch den Eltern gegenüber zu genügen haben.
Er eimahnte sie, das Gelehrte und das Gelernte
im ferneren Leben in die Praoxis umzusectzen
zum Wohle Herer, die ihnen nahestehen
werden. Sie wollen sich auch gerne der Schule
und der bier verlebten Jugendzeit erinnern und
mit Freuden das Vergangene wachrufen. Den
Schluß seiner eindrucksvollen Ansprache faßte
Redner in berzliche Glück= und Segenswünsche,
welche die Scheidenden auf ihren weiten Wegen
ins Leben geleiten mochten. Nachdem noch auf
den Landesherrn ein Hoch ausgebracht und die
Königshymne intoniert war, erstattete die Schulerin
Maiechofer der 6. Klasse den Dam ihrer
Mitschülerinnen in schönen Worten der Schule,
den Lehrkräften und den Eltern.
So fand das heurige Schuljahr in dieser
eindrucksvollen unde erhebenden Feier einen wücdigen
und schönen Abschluß. Auch wir wünschen
den Schaterinnen der 6. Klasse glückliche Fahrt
auf ven- serneren, oft sehr hindernisreichen Lebeenzu
* Verlauf der glänzenden Schlußfeier
Wlolten sich die meisten Halte einem Bund-
gang zur Besichtigung der Ausstellungen von
Handarbeilten, Malereien und Jeichnungen der
Schsllerinnen an. Die Erzeugnisse fleißiger und
verständiger Arbeit waren hier in reicher Fülle
aulammengetragen und gesällig gruppiert. Bei
den Handarbeiten sand man Waäsche in jieder
Art und Ausführung, teils mit den schönsten
und neuesten Hochstickereien, teilo mit sauber
ausgeführten Lochssumen gearbeitet. Dann
wieter konnte man wundervolle Durchörucharheiten
bestaunen, um sich gleich darauf einer
schönen Filelarbeit zu erfrenen. Auch eine
große Auswahl von Lurusarbeiten gal es, wie
Tischläufer, Sofalissen, Täschchen, Schürzen,
Decen, in allen Größen, in Hoch= oder Flachstich,
wie iin dem einfacheren Stil= und Kreutstich,
in Knüpf= oder Häkelarbeit. Alles und
jedes war zu sehen und durch vorteilhafte Aufmachung
und Gruppierung ins. beste Licht gepeill.
Im zweiten Saale waren Zeichenblälter
der Schülerinnen aller Klassen zu sehen, darunter
manch ungewöhnlich scharf charakterisierles
Motiu. In Malerei gab es cinige auscrieĩlene
Stücke, wie Stilleben, Bauernhaus,
Landschaft. Verschiedene Kästchen und Nahmen
aus Holz hatten tleinere Malereien, zwei
bemalte Damentäschchen aus Sammt fanden
viei Bewunderung und selbst in Glas= und Melallmalerei
hatten sich einige geübt. Wem
man all das Schöne sieht. das hier geleistet
wurde, so denkt man unwillkürlich der vielen
Mühe und großen Geduld, die hierauf verwendet
wurde und zwar nicht nur von Seite
der Schülerinnen, sondern vielmehr der versländrisvollen
und tüchtigen Leitung der ebru.
Schwestern. Ihr unermüdlicher Eifer, ihre slete
Bereitwilligkeit findet ihre beste Anerlennung
in der Ausstellung dieser Schätze, die für sich
selbst das beste Zeugnis geben, was die Schülerinnen
bei den ehrw. Schwestern der höheren
Töchterschule in Rosenheim leisten können.
Der diesmalige Jahresschluß steht noch im
Zeichen eines besonderen Ereignisses. Es sind
aun sechs Jahre verflossen, seitdem die höhere
Mochenschule ihren stattlichen Neubau bezogen
hal. Die Schule selbst ist sechsllassig, so daß
also die Schülerinnen, welche als erste im Neunau
in den ersten Kurs eintraten, heuer die
ersten Absolventinnen sind, welche ihre ganze
Auebildung im neuen Heim genossen haben.
Kolaluachrichten.
Rosenheim, 14. Juli.
Diözesannachrichten. Anweisung erhielten
der Neomyst Josef Belz als Verweser
des Helmschen Benefiziums in Aibling, der
Koadjutor in Grassau P. Joses Fleidl als
Kooperaturverweser in Secon, der Koadjsutor
in Velden Pr. Karl Pistorius als Koadiutor
in Grassan, der Koadjutor in Kirchdorf bei
Aibiing Pr. Jalob Prähuber als KRooperator
in Jarzt, der Koadjutor in Moosen a. Vils
Pr. Johann Högl als Koadjutor in Kirchdort
der Aibling, der Kooperator in Mühldois
Dr. Georg Lipp als Kooperator in Krantberg,
der Kaplan in München-Oberföhring Pr.
Josef Komposch als zweiler Kooperator in
Mühldorf. Zur vo rübergehenden Auzhilfe
murden angewiesen der Neomyst Anton Pollwein
im Kiofter Attel, der Neomyst Mar Weidenauer
in der Expositur Asten, der Neomyst Jo?-sef
Hahner in der Pfarrei Prien, der Neomyst
Georg Faltermeier in der Pfarrei Pang,
der Neomyst Franz Kaver Thomo in der Paarrei
Rosenheim, der Neomyst Rudolf Heigl in
der Pfarrei Vogtareuth, der Neomyst Anton
Seebäd in der Pfarrei Schloßberg.
Zum Jubilänm des Herrn Studienrates
Jalob. Die Realschule Hielt Beute
Vormittag ihre Schlußfeier ab. Nach derselben
erbat sich Herr k. Studienrat Ostermann das
Wort und gratulierte in einfacher Form mit
Nerzlichen Worten im Namen der Schule dem
allverehrten Schulvorstand Herrn Studienrat
Jalob zu seinem 25jährigen Jubiläum als Realschulrektor
in Nosenheim. Von einer hröbe--ren
Festlichkeit, die beabsichtigt und schon wohlvorbereitet
war, mußte, auf dringendes Erfuchen
des Herrn Jubilars, leider Abstand genommen
werden. Das Lehrerkollegium überreichte
als Jubiläumsgabe ein unter Mitwirkung und
Leitung des Herrn k. Reallehrers Grabensee
lünstlerisch ausgeführtes Album, welches die Bilder
sämtlicher 59 Lehrer enthält, die in den
25 Jahren an der Anstalt gewirkt haben.
Todesfall. Frau Rentiere Anna „Zöglen
ist heute aus diesem Leben geschieden. Sie war
schon längere Zeit leidend und ist jetzt im Aller
von 64 Jahren #ngestorben. Ihr Gemahl, der
früher Besitzer der Geilenhauerei an der Ecke
der Frühling= und Haustätterstraße war, ist ihr
schon vor einigen Jahren Im Tode vorausgegangen.
Durch den jehigen Codesfall ist ein großer
Verwandtenkreis in Trauer wersetzt worden.
Die Verforbene ruhe ### Frieden.
Die Ferien nehmen heute an den Schulen
Bayerns ihren Anfang. Heute sind die Schüler
hereits entlassen worden. Für sie begiant
jetzt die lang ersehnte Zeit der Erholung nach
angestrengter Tätigkeit eines Jahres. Dlie Erfolge
bieses Jahres kommen in dem Zeugnis
zum Ausdruck, das den Schülern heute mit auf
den Weg hegeben wurde. Mancher wird seinen
Noten wohl bangen Herzens antgegengesehen. haben,
weiß er d Vater und Mutler
zu Houle bkrengen Auges darüber washen. Geme
wünschen wir allen, daß ihre Zeugnisse allgemein
hefriedigen, so daß die Ferien keinerlei
Trübung erfahren. Eine wohl verdiente Zeit
der Erbolung sind die Ferien auch für die Lehrerkollegien.
Mit Geduld und Aufsopferung
widmeten sie sich der Weiterentwicklung der ihnen
anvertrauten Schüler. Ihre Frende ist
groß, wenn sie sehen, daß ihrer verantworlungsvollen
Tätigteit reiche Erfolge beschkeden
lind. Allen, den Lehrkräften sowohl als auch
den Schülern und Schülerinnen wnuschen wir
recht frohe, erholungsreiche Tage in der nun
beginnenden Ferienzeit.
Bon der Hauptübung der freiwilligen
Sanitätskolonne hat Herr
Photograph Knarr mehrere photographische
Aufnahmen gemacht, die gewiß zahtreiche Liebhaber
finden werden. Sie halten sowohl die
Uebungen am Kipferling als auch die Vorgänge
nach ver Ankunft am Güterbahnhof im
Bilde fest. Mehrere Karten sind in unserem
Schaufenster ausgestellt.
Geschäftsverkauf. Das gutrenommierte
Spenglerei- uno Installationsgeschäft der verwitweten
Frau Englisch war in letzter Zeit
rerpachtet, ist aber jetzt durch Kauf in andereu
Besitz übergegangen. Känufer ist der Spengler
und Blitzableitersetzer Ludwig Egelhofer
aus Pfassenberg bei Mallersdor#.Auch das
Haus Nilolaistraße 11 ist vom neuen Besitzer
käuflich miterworben worden. Herr Egelhofer
wird das Geschäft selbst ausüben.
Ueber den Umbau der Gumbeikrücke,
welche über die Auerbachschlucht beim
Tatzelwurm führt, haben wir bereits früher berichtet.
Gleichzeitig konnten wir mehrere photographische
Aufnahmen davon in unserem Schausenster
ausstellen. Heute übermitltelte uns die
K. Seltion für Wildbachverbauungen neue Bilder,
die ebenfalls allgemeines Interesse
wecken werden. Auch diese Bilder haben wir in
unserem Schaufenster ausgestellt.
Die alten bayer. Briefmarken muit
dem Bildnis des Prinzregenten Luitpold werden
roch nicht sobald aus dem Verkehr verschwinden.
Obwohl das ganze Jahr hindurch in Bayein
etwa 400 Millionen M Mark verwendet werden,
wird bie zu ihrem Hollen Aufbrauch noch ein
gules Jahr verfließen, weshalb denn auch vom
Verlettomieistenium bis jetzt ein Termin der
Aufßerkurssetzung nicht bestimmt worden ist.
Die Einstellungstage der Rekruten und
Freiwilligen des Landheeres im Herbst 1914
sind festgesehl: 1. Oktober Bezirkskommandos,
Oelonomiehandmerket, Militärkrankenwärter;
2. Oktober 3. Train-Abteilung, Bespannungeabteilung
Z. Fuß-Art.-Regts., Fahrer der Maschinengewehr-Komp.,
der Scheinwerserzüge des
3. und 1. Pionier- Batle, und der Bespannungsabteilungen
bes 1. und 2. Telegr. Batls-: ;
13. Oktober 1., 2.. ö., 7. Chev.-Regt., Schu.
Reiter-Regt., 2. II Pee 21. Eer B
Leib-Regt., 4. 6., 8., 11., 21. Inj. Regt.,
und 3. 7 Art 9.11 en Ball., bit
und Kraftfahr--Batl., I. und 2. Peten, Ball.
und Flieger-Batl.; 22. Oktober 7 J., 1., 3.,
Inf.-Regt. und 12. Feld-Art. kiet. — OÖl
lober 5., 10., 14. Jnf. Regt. und 3., 6. , 10.
Feld. Ari. Negt., 2. und 4. Pon. 4 mit
Sckeinwerferzug.
Verhafstung. Ein Zimmermann von
Burgrain wurde wegen Diebstahls und Betteis
sestgenommen.
Kirchliche Nachrichlen.
Pilgerzuginsheilige Land. An einem
Pilgerzug, der Mitte dieser Woche nach Palastina
abgeht, beteiligen sich auch ml, rere Personen
aus Rosenheim, vor allem die HH. Geistl.
Rat Stadtpfarrer Geßl und Professor Ehreuwirth.
Die Pilgerfahrt dauert eiwa drei Wochen.
Es ist die dritte bayerische Vollswallsahrt
ins Heilige Land, die am Donnerstag den
16. Juli, mittags 11 .45 Uhr, mittels Sonderziuges
in München ihren Ausgang nimmt. Der
Pilgerzug zählt insgesamt 548 Personen. Der
Fug geht über die Tauernbahn und kommt
Freitag früh 4 Uhr in Driest an. Nach fünflägiger
Dampferfahrt folgt die Landung in
Haisa; nach dreitägigem Aufenthalt in Galiläa
jährt das Migerschiff nach Jaffa, von wo
aus die ahn die Pilger zu neuntägigem
Aufenthalt in die Hl. Stadt bringt. Am 3.
August verläßt der Zug wieder Jerusalem:
in Jaffa wird der Dampfer bestiegen, der nach
fünf Tagen in Triest eintrifft. Dort steht
wieder ein Sonderzug bereit, der am d. August
früh 7.15 Uhr in München eintrifft. Am
Abend vor der Abreise ist in München im iHotel
Union Abschiedsversammlung, zu der auch
Karoinal Bettinger erscheinen wird.
St. Petrus Claver-Sodalität. Der
rierte Kongreß der St. Pelrus Claver-Sodalität
wird vom 6. bis 10. August in Salzburg
unter dem Protektorate des Erzbischofe Dr.
Kaltner abgehalten. Das Programm weist
neben den täglichen Fordereroecssammlungen
auch gezellige Abendzusammenkünfte, eine Wallsahrt
nach Maria Plain und eine Besichtigung
der Missionsanstalt Maria Sorg auf. Der
Jahresbeitrag für Förderer beträgt Mk. bei
Gratisbezug von „Echo“ u egertind“.
Die Geschäftsstelle befindet utht in Salzburg,
Dreisaltigkeitsgasse 12. Die Sodalität gibt
auch den Elarek-Kalender herals, der berelts
Mittwoch, I5. Juli 1914
für das Jahr 1915 erschlenen sst. Als eigent.
licher Missionskalender nimmt er die erste
Stelle ein, da der ganze Stoff sich nur mit den
Missionen befaht. Der Inhalt ist ausgezeichnet.
Für den Bezug wende man sich an Frl.
Marie Holleis in Rosenheim, Niederstraße 1.
Der Kalender kostet 50 Pfg.
Alpines.
Im Kaiser abgestürzt. Montag uuitlag
ich es gelungen, die Leichen der beiden mnler
der Elmauer Balt aufgefundenen Touristen
zu bergen. Die Leiden waren angeseilt. Der
Absturz erfolgte vom Kopftörlgraf. Die Absturzhöhe
beträgt ungefähr 150 Meter. Die
kesden Abgeslürzten müssen sofort tot geweken
ein
Abgestürzt. Am Sonntagnachmiktag ist
von der Höfats im Algäu der Geschäftsführer
Leonhard Wallner 80 Meter tief abgestürzt und
erlitt so schwere Verletzungen, daß er noch im
Lause des Nachmittags starb.
Ein weiteres Opfer der Allgäuer
Berge. Zwei Kaufleute von Stuttgart namens
Jatobus und Manz wollten am lehten
Dienstag eine Tour über den Heilbronner Weg
nach dem Biberkopf machen. Sie wurden am
Samstag in Stuttgart wieder erwarket; nachdem
sie aber nicht Furücklehrten, wurde am
Montag früh bei der Reltungsstelle in Oberslorf
um Nachforschungen gebeten. Später
rrachte der Wegmacher des Heilbronner Weges
die Nachricht, daß er eine Leiche ausgefunden
habe, die scheinbar in der vorigen Woche
schon abgestürzt sein dürfste. Sicherlich
handelt es sich um einen der beiden Vermißten,
oie Nachforschungen nach dem anderen werden
fortgesetzt. Die aufgesundene Leiche wurde
nach Oberstdorf geschafft.
Im Schneesturm umgekommen. Auf
der Höhe des Untersulzbachtorl am Großveneaiger
sanden Touristen die Leichen von 4 Toutisten
auf der Seite gegen Windischmatrei auf.
Bach der Situation der Leichen müssen die Tonrisicn
im Schneesturm umgelommen sein. Von
Windischmatrei aus ist eine Führerexpedition abgegangen.
In Windischmatrei ist ferner die Nach
richt eingelaufen, die Führer hätlen an einer
anderen Stelle noch eine Leiche gefunden.
-zu dem folgenschweren Unglück wird noch gemerdet,
daß dieffünf Touristen in einen heftigen
Schuceftlurm gerieten und umlamen. Drei von
den Verunglückten stammen faus Wiener-Neusladt,
ein Privatbeamter aus Graz, während
die Identität eines jungen Mannes, anscheinend
cines Studenten, noch micht festgestellt weroen
lonnte. Die Leichen sind anter grofen Schwie
rigkeiten geborgen worden und nach Winoisch=Matrei
gebracht worden.
Aus dem Gerichtssaale
Lebenslänglich im Zuchthaus.
Ravensburg, 13. Juli. Ein surchtbarer
Gattenmord fand seine Sühne. Die Anllage
richtete sich gegen Franz Brüstle, Bauer vom Bechlenrot.
Der Angellagte, der von allen Zeugen
als ein äuberst roher Mensch geschildert wird,
heiratete trotz mebrfacher eindringlicher Verwarnung
eine junge, hübsche, nicht unvermögende,
aber geistig nicht volltommen normale Wilwe.
Hatte nun seine Frau ihre Ansälle, so
wurde sie von ihrem Mann und dessen Eltern
äukerst roh behandelt. Die Verbringung der
Kranlsen in eine Anstalt war wiederholt nölig.
—— hatte inzuischen einen Gröshe Hoô#fübernommen
und geriet in ungünstige Vermögeneverhälnsse=
seine kranke Frau sland ihm
da bindernd im Wege, seine sinanzie'te Lage zu
T##vessern. Am 15. März begab sich Brüstle
nad. Ochsenhausen, laufie dort zweiertei Rattengift,
in der Apotheke den für Menschen harmlosen
Meerzwiebel, in der Drogerie bettelte er
um Struchnin, da er viele Ratten zu Hause
habe. Das Gift mischte er seiner Frau in
die annebliche -Slon. Die Frau verltarb unrer
schreclichen Daalen. Nach langem Leugnen
gestand der Angellagte, seiner Frau Strych
nin gegeben zu haben. Während der Verhandlung
lam auch ein einzig dastehender Roheitsakt
zur Rede. Der Angeklagte war vor acht
Jahren wegen Sachbeschädigung angeklagt. Er
hatte als Stallschweizer, um sich das Millgeschäft
zu erleichtern, sämtlichem Melkvieh die
Schweifwirbel abgedreht. In allen fünf Stallungen,
in welchen der UAngeklagte innerhalb
seche Jahren in Dienst stand, konnte von jachverständiaer
Seite bei den noch vorhandenen
Tieren, die als Melktiere in Betracht kamen,
Wirbelbrüche oder vielmehr verwickelte Schweise
konstaliert werden, dagegen niemals bei Ochsen,
Bullen oder Jungvieh. Trotz des leinale
erdrückenden Beweismaterials erkannte das
ssiengeric Leuttirch damals auf Freisprechung.
Der damalige Sachverständige bekunbete
als Zeuge, daß ihm der Angetlagte nach
Schluß der Verhandlung in Fynischer Wesse,
unter Bespöttelung seines Gutachtens und Beschimpfung
der Richter die Täterschaft zugeslanden
habe. Auf die Frage des Jeugen
ob er denn gar kein Mitleid gehabt mit de
a#rmen Tieren, die er ## Hunderten 6
surchtbar gequält, gab er damals zur Antw##t:
Die haben mit mir auch kein Mitleid
gehabt, wenn sie mir den Melkrübel umgeworfen.
Der Angeklagte wurde zu lebens-Bnglichem
Zuchthaus Lemuteeslt.
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