Aumimer 27
Noseaßeimitr Angergen
Mittwoch, 7. Februar 1013
Rechnet man die bisher im Januar gemachten
2500 Gefangenen und zählt mon etwa 4000
bis 5000 Tote hin u, so ergibt sich französischerseits
ein Gesamtverlujt in den Argonnen von
etwa 36 000 Mann. Ein ganzes Armeekorps
ist also so gut wie aufgerieben, während die
Verluste auf deutscher Seite nicht einmal den
dritten Teil betragen. Wie sehr die Franzosen
in den Waldkämpfen gelitten haben, gebt allein
schon aus der Tatsache hervor, daß sie immer
neue Verbände in die Argonnen geschickt
haben. Kämpften dort zuerst die Truppen des
II. und V. Armeekorps, so wurden diese bald
verstärkt durch Kolonialtruppen und Marineinfanterie.
Im Januar tauchten vorübergehend
Truppen des I. Armeekorp= und Garibaldianer
auf; endlich wurden Mitte Januar neue, disher
bei YDpern verwendete Verbände in den Wald
geschickt, um das anscheinend völlig zusammengebrochene
II. Armeekorps abzulösen.
Wie es mit der Verfassung der fransösischen
Truppen in den Argonnen bestellt ist, das zeigen
am besten jene Dolumente, welche den französischen
Gejangenen in Gestalt. von Anordnungen,
Befehlen, geheimen Erlassen, Briefen und Tagebuchaufzeichnungen
algenommen wurden.
* Da erwidert General Gourand, Kommandeur
der 10. Division, in einem Zusatze zu dem
Tagesbefehl vom 28. Dezember die Klagen sei-#ner
Untergebenen mit den Worten: „Sie werden
daraus entnehmen, daß sich der Gegner bei
der Wegnahme einer Stellung mit den gleichen
Schwierigkeiten abzusinden hat uie wir. Das
gibt zu denken, denn man denlt oft wegen der eigenen
Schwierigkeiten. Anstrengungen und Verluste
nicht an jene, die auch der Gegner hat.“
Die Schwierigkeiten erweisen sich aber auf
franzüsischer Seite als recht erheblicke, sonst
würden die höheren Führer nicht so oft über die
Untätigleit und Paisivitäl der ihnen unterstellten
Truppen Beschwerde führen. So enthält ein
Mitte Dezember abgenommenes Besehlstagebuch
folgende Weisungen: „Es ist von der größten
Wichtigkeit, auf der gan:en Front die Tätigkeit
zu erhöhen. Oie bisherige ist nach Aniicht
der Dioifionsgeneräle unzulänglich .. Es muß
eine größere Angriffstätigkeit entfaliet werden.
Wenn es weiter geht wie bisher, werden die
Deutschen uns zuvorkommen.“
Eine geheime persönliche Anweisung des kommandierenden
Generals! des II. Armeekorps enthält
folgende Sätze: „Der kommandierende General
stellt mit Bedauern fest, daß die Gefechtstätigkeit
sich ausschließlich auf starre Verteidigung
beschränkt, während die Deutschen bei gleichen
Verlusten wie die Franzosen immer erneut
angreisen und durch Teilerfolge angeseuert werden
Man hat sich an Untätigleit gewöhnt
und warter rein passiv auf den feindlichen Angriff.
Der Mann übernimmt seinen Wachtposten
im Schützengraben wie im Frieden vor einem
Pulvermagazin oder Proviantamt Die
Führer bleiben in ihren Geiechtsständen sitzen;
sie führen die Posten viel zu selten auf und geben
ihnen keine bestimmten Auftrage. Alle Führer
bringen ihre Zeit in vorderer Linie in Langeweile
oder Angst zu .. Es ist unbedingt
notwendig, daß dies anders wird . Alle
Abschninskommandeure, die Bataillons= und
Kompagnieführer müssen jeden Tag in den vordersten
Schützengräben ihre Leute aufsuchen.
Alle Truppenlommandeure haben ihre untergebenen
mit Angriffsgeist zu erfüllen.“ Zum
Schluß heißt es: „Der kommandierende General
will merken, daß die Franzosen den Deutschen
das Gesetz vorschreiben. Wenn sie fühlen, daß
wir ihnen überlegen sind, dann werden die Deutschen
weicher und die bisherige schwere Arbeit
wird leichter werden.“ Wie ermähnt, mußte inzwischen
das ll.#französische Armeekorps aus
den Argonnen zuruckgenommen werden.
Has orlhaus im Teufelsgrund.
Deten#iv.Roman von F. Eduard Pflüger
Machdrud berboien.)
as war nun tchr schwer, denn ei groner
Teil der Herrichaften, von denen einige dem hoͤchsten
Adel Rußlands angehörten, hatten natürlich ihre
Dienerschaft zu Hause und es lonnte schwer vermieden
werden, daß diese eine Mitteilung von der
DTurchsuchung der Wohnung machen würden. Bei
einigen, die von den umliegenden Taumusbädern
nach Wiesbaden gekommen und in eir Hotel
abgestiegen waren, lies sich diese Turchsuchung vollkommen
geheim ins Werk setzen, da es sich ja um
weiter nichts handelte, als das Hotelzimmer zu
öffnen und die betreffenden Recherchen anzustellen.
Wo0 Tienerschaft mit im Holel war, wurde sie geschickt
durch die Beamten entfernt, indessrn der
russische Fahnder, der ganz besonders für solche
Arbeit geelhne war, Kisten, Kasten und Kofser
mit der Beschicklichkeit eines Einbrechers durchstöberte,
wobei der deutsche Poliuist Wache hielt oder,
wenn man im Bilde des Einbrechers bleiben
will, Sch'niere stand.
Das Refultat war durchaus negativ. nirgends
wurde etwas gefunden. aß die eine oder andere
Familie Tolch oder Revolver mit sich fuhre, war
etwas durchaus Naktürliches und siel nicht auf.
Troy alledem wurde eine diesbezügliche Meldung
an den Grasen Boroff gemacht, der sie wieder
Breitschwert übermittelte.
½" im Hotel zum s war eine Dame
abgesuegn die sich, wie es hieß#, zur Kur in
#kleusteu- aufgehalten — eine Frau Nadas
Solowiew. Ter russische Polizist fand aaaseg
nichts, was seine 6 amkeir erregie, big ihm
ganz eigentümlich in dreieckige Form aeschnittene
Dem Brigadegeneral- Gossart (V. französisches
Armeekorps) fällt es auf — Besehl vom 30.
November „daß der Dienst in den Schützengräben
in bezug auf deren Einrichtung und auf
nerdisziplin viel en wünschen übrig läßt“.
General Fouborge (3. Dioision) „lennt genan
die schwierige Lage, in der sich die Truppen
befinden, zwe felt nicht daran, daß fie diese überwinden
werden. (13. Novemder.) Der Armeeführer
will leinen Zoll hVurlickweichen. Er wird
unerbittlich gegen jeden Offizier und Mann
einschreiten. der nicht bie zum Zußersten die
Stellung und den ihm anvertrauten Posten
hält.“
Inwwischen gemannen aber die deutschen Truppen
erneut Boden und auf fran cösischer Seite
stieg die uusft am Kriege, die Zahl der dem
Feinde in die Hand fallenden Soldaten und
Maschinenge vehre. Dagegen versuchte nun der
Oberbesehls aber der 4. Armee und das fran-Ksische
Gro. Haurn#taua#: ier der Ontarme: einzuschreiten.
Anfangs Jannar erschien, vron der
erstgenannten Stelle ausgegeben, ein Erlaß gegen
die zunehmende Selbstverstümmelung bei
den Leuten. „Seit einiger Zeit“ lantet dieser,
„sind eine Anzahl verdächtiger Verwundungen
bei Mannschaften verschiedener Truppenteile, vor
allem bei der Insanterie bemerlt worden. Es
hat sich ergeben, daß es sich um Fälle freiwilliger,
Verstümmelung handelt eu dem alleinigen
Jw weck, sich seiner Militärpflicht zu entziehen.“
In Änlage 3 dieses Erlasses wird erläuternd
binzugeseht „Durch Kriegsgericht der 4. Armee
om 18. Dezember 1914 sind wegen Selbstverschmmelung
zwecks Verlassens des Schlachtseldes
verurteilt worden je 1 Mann der Regintenter
151, 34, 7, 149, 247, 336, 135, 88, Jäger 21
und je 2 Mann vom Kolonial-Regiment 24 und
Jäger 19. Das Urteil ist am 19. vollstreckt
worden.“
Eine Versügung des Generals Joffrre stellt
sest, daß allein in der Zeit vom 20. November
bio 15. Dezember der Ersatz von 315 Stück
Maschinengewehren angesordert worden sei.
Nachdem der Oberbesehlshaber kurz die Schwierigkeiten
betont, die ein derartig umsangreicher
Ersatz bereite, weist er darauf hin, daß wohl
nur ein Teil der Gewehre aus Mangel an
Sorgsalt unbrauchbar gemorden, daß dagegen
aus den verhältnismäßig hohen Verlusten ganzer
Maschinengewehrzüge der Schluß zu ziehen
jei, daß viele Maschinengewehre in Feindeshand
I/geiallen seien. Dazu bemerlt der Generalstab
§ V. Armeekorps: „Diese Verfügung kommt
gelegener Stunde, da die schmachvolle Panik
der 5. Kompagnie des Regiments 46 den Verlust
von 2 Maschinengewehreügen gelostet hat.“
Ein anderer Joffrescher Erlaß richtet sich endlich
dagegen, daß so zahlreiche französische Soldaten
in deutiche Gefangenschaft geraten und
verfügt, „daß jeder gefangen gewesene, nicht
verwundete Soldat bei seiner Rückkehr aus der
Gefangensckaft einer Untersuchung unterworfen
wird“.
Dieser und der vorher genannte Erlaß haben
nicht zu verhindern vermocht, daß die Jahl der
Gefangenen in den Argonnen ständig zunimmt,
so daß unmittelbar nach der Ablösung des
II. Armeelorrs den jrischen Truppen sogleich
2 Offiziere, 250, Mann und 5 Maschinengewehre
algenommen wurden.
Aus den Gefangenenaussagen klingt starke
Kriegsmüdigkeit hindurch, die wir aber nicht
ohne weiteres verallgemeinern wollen, da der
Gefangene ja nur allzusehr dazu neigt, dem
Sieger #zu Gesallen z reden, um sich dadurch
in eine günfrigere Lage zu versetzen. „Weit
schärfere Schlüsse vermag man aus dem Briefwechsel
zwischen den Soldaten und ihren Angehörigen
zu ziehen. Wie aus zahllosen Briefen
und Tagebuchaufzeichnungen hervorgeht, be-Nartons
aumelen und ein Nolmbuch, das auf verschiedenen
Seiten Dreiecke zeigie, die mit einer ihm
unbrlanmen Geheimschrift bedeckt waren. Sofort
gab er dem deutichen Poli;isten Nackricht und
zehn Minnten spater traf ein (#e## scktrager mit
einem Kosser auf der Schuiter im Holcl ein. Er
wurde von dem Oberkellner nach oben gewiesen,
der erllarte, im Auftrage von Frau Nadaschda
Solowiew diesen Kofterdersonlich in ihr Zimmer
ieben zu mussen. Der Mann schien durchaus verkrauenzwürdig,
halte auch eine Eisenbahn müne auf
und ung die amiliche Messimgmarlke auf seinem
blauen Kiriel. Cine lurze Konferenz mit dem
deulschen Bramten ergab die Erlanbnis zum Eintrut
in das Zimmer und sofort untersuchte der Gepäcknäger
daͤs Notizbuch und die Grheimschui,
die ihm der russische Polizist vorleg
Troy dem rot angemalien mit Anen salschen
Ba#t bellebten Gesichtes, hemerlie der ruffische
Polizist, daß ein sellsames Leuchten der Freude die
geschickte Masle des Gepacktragers überstrahlie.
„Endlich, luirschte Breikschwert in sich hincin,
anun aber Nuhe, nun aber Ruhe.“
Suchen Sie weiter,“ er zu dem
Fahnder, „es handelt sich hier um eine Geheimschrift.
viclleicht sinden wir den Schlüssel.
Er selbst seyte sich sofort an ein Cüchele
und lopierte mit Ener die Geheimschrift, innerhalb
der DTreieckl. Dann wurde wider ules 4rgsallig
an On und Sult gebracht und
ließen das Zimmer, mit tiefem heet
schwerts, daß der Schlüffel zu - Erheimschemt
un worden w
Gi r nun nchiche uer- E—l Punkt mit
it vor te Hand
deese Vedaschoe Sur- owiew ##enen
n lediglich
mnächst nicht msglich;
weil psort dreieckige —— und ein
trachten die Angehörigen den in die Argonnen
entsandten französischen Soldaten als Todeskandidaten
und den aus diesen Kämpfen heil
Entkommenen als einen, über dessen Haupt die
Vorsehung gewaltet haben müsse.
Ein Mitte Jor bei einem größeren erfolgreichen
Angriffsgefecht gefangen genommener
französischer Stabofüzier (Major Guinard)
jagte aus: „Der Angriff der Deutschen wurde
mit bewunderungswürdiger Energie ausgeführt.
Unsere Steliung war schnell durchbrochen. Meine
Kompagnien hatten den Befehl, sich bis zum
äuhersten zu halilen. Darum wurden alle, die
nicht fielen, gefangen genommen. Ich jelb ·
bekam einen Schuß in den Kopf und weiß ont
diesem Augenblick an nichts mehr. Ich bin zufrieden.
daß ich verwundet bin, denn nun brauche
ich den Fortgang dieses Krieges nicht mitzuerleben.
Wir waren sehr schlecht orientiert
über die Qualität des deutschen Heeres. Derattigen
Leistungen hatten wir ihm nicht zuge—
traut. Anderseits hat man die Nussen weit überschätzt.
Für die von Josste befohlene Offensive
haben die Franzosen noch einmal ihre beste
und äußerste Kraft an allen Punkten eingesehzt.
Nachdem nun auch dieser Stoß keinen Erfolg
gebracht hat, könnte höchstens nur noch ausländische
Hilfe den Feldmg günstig entscheiden.
Von wem sollte die Hilfe aber kommen? Rußland
ist fertig und England hat wohl Menschen,
aber kein Kriegsmaterial mehr einzusetzen. Der
Krieg kann zwar noch lange dauern, aber an
eine Vesserung unserer Lage glaube ich. nicht
mehr. Diese Auffassung verbreitet sich immer
mehr, und deshalb ist es kein Wunder, wenn wir
alten Soldaten traurig und deprimiert sind.“
Mögen die Franzofen in ihren Bulletins immerhin
weiter von angeblichen Erfolgen in den
Argonnen berichten, mögen sie fortfahren zu behaupien,
daß sie bei St. Hubert und im Bois de
Grurie Stellungen inne hätten, die schon längst
einen Kilometer hinter der vorderen Linie der
Deutschen liegen, durch alle diese Mittel wird
lich auf die Dauer nicht verheimlichen lassen, wer
der Sieger in den Argonnen int, ob derjenige,
der unaufhaltjam vorwärts schreitet, oder derjenige,
der gezwungen ist, Erlasse herauszugeben
von der Art, wie sie im Auszuge soeben vorgeführt
wurden.
. w
Algemeines vom sitieg
Der Justizmord in Casablanca.
Berlin, 1. Febr. Die Vollstreckung des
Todesurteils an den deutschen Staalsangehörigen
Ficke und Grundler in Casablanca ist ein
Justizmord, der hler um so größere Entrüstung
erregen muß, als der französische Generalresident
in Marokklo dem amerikanischen Geschäftsträger,
der sich in nachhaltiger und sehr dankenswerter
Weise der beiden Deutschen angenommen hat,
versicherle, es werde gegen die beiden Todesurteile
Berufung an den Präsidenten Poincare
eingelegt werden. Daß es sich um einen
Justi-mord handelt, lann man, ohne daß Einzelheiten
der Untersuchung bekannt sind, einfach
daraus schließen, daß die beiden verurteilten
Deutschen gleich nach Ausbruch des Krieges
verhaftet wurden. Sie konnten also gar teine
strafbaren Handlungen während der Kriegszeit
begehen, und es kommen also nur Verfehlungen
in Betracht, die sie sich vor dem Kriege hätten
zuschulden kommen lassen können. Auch nach
den Berichten über die französische Anklage sind
diere Verfehlungen nicht derart, daß sie in Friedenszeiten
mit der Todesstrafe geahndet wer-E
lönnten. Man muß also annehmen, daß
—— ——- —
— uch mit einigen Geheimschriftseiten in emem
Kosser hat, kann man lnen Verhaftsbefehl auswirken.
Aber es we##mn ganz llar geworden,
daß die Nadaschda n. ##en bei der Zeremonie des
Haudlusses ein Aktenlal zus eüüben werde und seine
Mienen verfinsterten 5 wie der Himmel beie
einem heranziehenden (zewiter. Er mußte ein ganz
vervcgenes Spiel spiclen, er mußte das Attentat
edeihen lassen bio zu dem Augenblick, wo die
and zum Mord erl#den war, selbst auf die Gesahr
hin, 5e 2 die laiserlichen Herrschaften den Anschlag
entde
Er war sich volllommen bewußt, welch' eine
unendliche Verannortung er auf seine Schultern
lud, volllommen, aber er lonnte nicht anders
handeln, es gab keinen andern Weg. Und er durfte
dabei nicht einmal einem der russischen Beamten
Mitteilung machen, er mußte gauz allein handeln.
ermarterte und zergrübelte sein Gehirn, auf
welche Wes wohl der Anschlag geplant werden
konnte, Dolch, Gist, Revolver oder Bombe. Sie
lonnte, wenn sie sich zum Handkuß niederbeugte,
der Kaiserin sehr leicht einen Schaden ufügen, sie
lonnte ihn zufügen, aß er hindern
konnte. Es war furchtbar, die Weantwortung
drückte ihn schier nieder, zum ersten Mal in
seinem Leben sühlte er sich schwach und der Aufgabe,
die ihm gestellt war, nicht gewachsen.
Wenn er sie verhaftete, ehe sie zum *
luß zugelassen wurde, kounte man vielleicht einen
Dolch oder einen Nevolver in ihrer Tasche vorfinden,
eine vergiftrte Nadel oder irgend 66 etwas,
ein Blumenbouquct mit einem vergifteten Rosenos3
#ei gday ware kein nenis brauchte nur
ergleichen Dinge zu
rrr hen Sn es log sonst 126 *—
urchtbare miite also gew
e r es ein anderes Mittel. Und nundie
beiden Deutschen für angebliche Verfehlungen,
die sie sich in Friedens#zeiten haben zuschulden
kommen lassen, lock- Kriegsrecht verurteilt
worden sind. (3.) Es ist selbilverständlich,
daß unsere Negierung alles tun wird, um die
Sühne für das an unseren Landsleuten begangene
Verbrechen fo schnell wie möglich herbeizuführen.
Kein Ende abzusehen.
Kopenhagen, 1. Febr. „Politiken“
schreibt in einem längeren Leitartikel anläßlich
der halbjährigen Dauer des Weltkrieges: Die
Kriegslage ist äußerst trüb, weil leine Friedenszeichen
sichtbar werden. Die Hoffnungen auf
eine Beendigung des Krieges infolge Geldmangels
sind verfehlt; die Kriegführenden überbieten
sich mit mächtigen Goldvorräten, die eine fast
unbegrenzte Papiergeldausgabe ermöglichen.
Die Erwartung, daß ein lebhafter Handel der
Neutralen während des Krieges einsetzen werde,
ist durch die Minengefahr vereitelt worden. Die
neutralen Staaten werden vielmehr von bestigen
wirtschaftlichen Erschütlerungen heimgesucht.
Englands Aushungerungspolitik wird den Abschluß
des Krieges nicht herbeisführen, Deutschlands
innere Hilfsquellen sind weit größer, als
man anjänglich angenommen hat. ().)
Der Einspruck gegen die amerikanischen
Wassenlieferungen.
Köln, 1. Febr. Der „Köln. Ztg.“ zufolge
versichern briefliche Meldungen aus Nordamerila,
es hätten im ganzen Lande Einspruchsversammlungen
gegen die Waffenlieferung und
Waffenaussfuhr stattgesunden. Deulsche und Jr.
länder halten überall treu gegen den gemeinsamen
Feind zusammen. Mam hofft, daß der
gewaltige Cinspruch in Washington wirlen werde.
1 sa àt"
###n wesilichen Kriegsschawiss.
Die Deutschen in Lille.
Amsterdam, 1. Febr. „Daily Chronicie“
meldet aus Nordfrankreich, daß alle Positionen
rings um die Stadt Lille durck. Zaufgräben
verstärkt worden sind. Die Deutschen sind in
fieberhafter Arbeit, um die Stadt uneinnehmbar
zu machen und sie haben ihre Arbeit selbst
während der Nacht nicht unterbrochen, wobei
alles taghell durch eleltrisches Licht beleuchtet!
wurde. Es wurden Laufgräben um die Zitadelle
angelegt und hinter diesen befinden sich
Batterien, die nach Lamberferd im Nordwesten
der Stadt gerichtet sind. Gefechte von Flugmaschinen
sind keine ungewöhmlche Erscheinung.
Seit Beginn der Besetzung sind 600 000 Mann
deutsche Truppen durch die Stadt ge'ogen, der
die deutsche Behörde etwas von ihrer früheren
industriellen Tätigkeit #urücktugeben sucht. Es
liegt jedoch eine srarte Sttuer auf der Industrie.
Eine Schokoladefabrik muß Hunderte von Küo
pro Tag für das deutsche Heer verschaffen und
Tabalfabrikanten und händler mussen hohe
Prozente zahlen. (Z.)
"r a 2
In den Rolonlen.
Aufstand in Britisch Nyassa-London,
1. Febr. Das Pressebureau ver
öffentlicht folgende Meldung des Gouverneurs
von Nyassa-Land: Unter den Eingeborenen
auf dem Hochplateau von Schire zwischen Zomba
als Breitschwert zu diesem Entschluß gelangt war,
erwachte auch nder die alte Cnergie, die alle
Zuversicht in ihm. Vor allem sagte er sich, muß
ich diese Nadaschda sehen und man muß sie als
leyte zu der Zeremonic zulassen. Hätte ich doch
meinen getreuen Kluge hier, aber so niemand zu
haben, niemand, dem man sich anvertrauen lann
. vielleichl ist doch der Fürst ein Mann, der
dieser Aufgabe gewachsen ist, oder wenigstens stark
genug, einen Teil der Verantwortung auf seine
Schultern zu nehmen.
Kurze Veit darauf hatte sich der Gepäckträger
wieder in den eleganten Mann verwandelt und
stand im Zimmer des Fürsten Prugawin.
Wenige Worte geungten, den Generaladjutanten
des Zaren mit der Lage vertraut in
machen. Ter Kürst erbleichte und ein Zittern lief
durch seine Gestalt.
„Lieber Frrund, wir spielen ein gewagkes
Spiel und der Einsac ist das kosibare Leben Ihrer
Majestät. Sollen wir es dahin kommen lassen?
Und was hätten wir, wenn wir wirklich Nadaichda
Solowiew auf der Tat absaßten? Handeln“ wir
nicht viel richtiger, wenn wir die ganze Zeremonie
absagen und diese gefährliche Nihilistin, vvrausgesetzt,
daß Sie recht haben, unter strenge Beobachtung
siellen? Sie wird von hier wirder abreisen,
sie wird der Zentrale der Ver chworung
zmustreben und wir werden die Hand auf die ganze
Bande leen können.“
der eigentliche Gewegge#n rund zu seiner
0 sei, verschwieg Breitschwert dem
7.
Land.
ürsten. Für ihn haydete es sich ja nicht darum,
eine augenblickliche Aufgabe zu Etuu sondern
auch Rechenbach zu beschützen oder E ganzen
gegen ihn unternommenen Altion zu befreien
freilich durste er dem unnen mie
—. — .