Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Kummer  44

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Dienstag,  24,  ehrnar  1915

 

ten.  Auch  das  niederländische  Geseß  verbietet
den  Mihtbrauch  der  niederländischen  Flagge,  aber
behandelt  nicht  eine  Ausnahme  analog  dem
Merchant  Shippingakt,  nämlich  den  Fall,  daß
eine  Flagge  mißbraucht  würde  als  Mittel,  um
dem  Feinde  zu  entgehen.  Mangels  internatfonaler
  Vorschriften,  die  die  Dinge  regelten,  ist
jeder  Staat  für  sich  befugt,  Bedingungen  aufzustellen,
  unter  denen  seine  Flagge  benutzt  werden
  darf.  Es  steht  fest,  daß  die  britische  Regierung
  nicht  stets  imstande  sein  wird,  die  Benutzung
  einer  neutralen  Flagge  durch  britische  Handelsschiffe
  zu  verhindern,  aber  die  niederländische
Regierung  glaubt  erwarten  zu  dürfen,  daß  die
britische  Regierung  keinen  Mihbrauch  sanktioniert,
  der  die  niederländische  Schiffahrt  den  Gesahren
  des  Krieges  aussetzen  würde.“

Diese  Haltung  entspricht  dem  Geiste  wahrer
Neutralität  und  verdient  von  allen  Neutralen
beachtet  und  nachgeahmt  zu  werden.  Gleichzeitig
werden  aber  Aeußerungen  Sir  Edward  Greys
bekannt,  die  unter  Berufung  der  Vorgänge  während
  des  nordamerikanischen  Bürgerkrieges  ein
Recht  zum  Flaggenmißbrauch  für  die  Handelssciffahrt.
  in  Anspruch  nehmen.  Man  wird  mit
einiger  Spannung  erwarten  dürfen,  was  Amerika
  hierauf  zu  sagen  haben  wird.  Oder  sollte
Amerika  tatsachlich  alle  ruhia  einsteden  wollen?

Ae  -  der  neutralen
Os  Schifaahrl.

Amsterdam,  20.  Febr.  Das  norwegische
Schiff  „Belridge“  ist  auf  eine  Mine  gestohen.
Reuter  weiß  in  einem  offiziellen  Telegramm
aus  London  zu  melden,  daß  das  Schiff  „Belridge“
  von  einem  deutschen  Iunt  serl  in
den  Grund  gebohrt  worden  sei.  iese  Meldung
  ist  plumper  Schwindel.)  *7  biesiges
Blatt  meldet:  Die  letzten  Berichte  besagen,  ab
der  Dampfer  „Belridge“  wieder  flott  ist.
Schiff  wird  sich  nach  England  begeben,  un
dort  im  Dock  ausgebessert  zu  werden.  Es  soll
dann  die  Reise  nach  Amsterdam  vollenden.
Direktor  Jantzen  vom  Nordischen  Schiffsreederverein
  äußert  sich  im  „Dagbladet“:  Die
Nachrichten  über  den  „Belridge“  klingen  wenig
  glaubhaft.  Er  könne  nicht  verstehen,  daß  die
Deutschen  irgendwelches  Interesse  daran  haben
sollten,  ein  neutrales  Petroleumschiff,  das  unterwegs
  nach  Amsterdam  sei,  in  den  Grund  zu
bohren.  Der  Schiffsreeder  Wilhelmsen  in  Tönserg,
  dem  „Belridge“  gehört,  erhielt  von  dem
Kapitän  ein  drahtloses  Telegramm  von  Bord,
worin  es  heißt,  daß  das  Schiff  einer  Katostrophe
  ausgesetzt  gewesen  sei.  Vorläufig  sei
es  unmöglich,  zu  sagen,  ob  das  Schiff  ein  Wrack
oder  noch  zu  retten  sei.  Der  Kapitän  meldet,
in  dieser  Depesche  nichts  von  Torpedierung  durch
ein  Unterseeboot,  noch  auch  von  einer  Mine.

Kopenhagen,  21.  Febr.  „National  Tidende“
  meldet:  Der  norwegische  Daimpfer  „Bel.
ridge“  wurde  gerammt,  als  er  mitten  im  Kanal
  auf  der  Höhe  von  Folkestone  fuhr.  Da
der  Vorraum  sich  rasch  mit  Wasser  füllte,  gab
der  Kapitän  Olsen  der  Besatzung  von  achtzehn
Mann  den  Befehl,  in  die  Boote  zu  gehen.
Nachdem  er  ein  Stück  sortgerudert  war,  hoffte
der  Kapitän  den  Dampfer  wieder  retten  zu  können,

  ging  an  Bord  zurück  und  setzte  die  Pumpen
  in  Bewegung,  wodurch  cs  ihm  glückte,
das  Schiff  zu  retten.  Die  Petroleumladung  hat

leinen  Schaden  genommen.  (3.)

London,  21.  Febr.  Der  Daily  Mail“
zufolge  ist  gestern  bei  Goodwin  im  Sande  ein
Retlungsboot  des  spanischen  Dampfsers  „Horacio"
  aus  Pilbao  gefunden  worden.  Es  wird
befürchtet,  daß  das  mit  Eisenerz  nach  Westhartlepoort
  bestimmt  gewesene  Schiff  einen  Unfall
  erlitten  hat.  (3.)

Ebsjerg,  21.,  Febr.  Auf  dem  norwegischen
  Dampfer  „Postard“  entstand  eine  Meu-Tuch

  Herr  von  Wangenheim,  der  dicht  an  seiner
Erile  giug.  warf  im  Gesprach  gelegentlich  einen
Alick  zurück,  als  ob  er  das  Geräusch  ebenfalls
Vehört  hãtte.

Der  Doltor  mußte  wieder  und  wieder  das
seine  Grich  des  neben  ihm  OserendeG  b##
wundern  uno  vor  auen  ungen  uverraschte
Pracht  der  mächltigen,  lsender  Weh  o  n  do  6
hoheits  wvoll  aus  dem  schönen  Gesicht  leuchteten.
Die  Mütze  saß  auf  dem  kurzen  Blondhaar  etwas
verwenen  auf  die  rechte  Seite  gerückt  und  verlieh
dem  Gesicht  einen  igenartigen  Ausdruck  von

Kühnheit  und  Wagemut.

Der  Anstieg  auf  den  Tem  plerberg  war  befihwerich
  und  so  sügte  es  sich  von  selbst,  daß

alb.  in  einer  Linie  marschierten,  sondern
pnh  44  einzelne  Gruppen  absonderten.  vereinigten
und  wieder  trennten,  je  nachdem  eine  Wogstelle
sich  leicht  oder  schwer  überwinden  ließ.

Lechenbach  sühlte  sich  außerordentlich  wohl
iꝛ  aft  der  jungen  Offiziere.  Es
machte  ihm  Verpnügen.  mit  gebildeten  Lenten  zu
plandern,  verschiedene  Ansichten  über  das  Kaisermanöver
  zu  hören  und  in  der  militärischen  Unter,
baliung  verleugnete  er  nicht  den  alten  Reserveofsizier.
  Er  sprach  von  diesem  und  jenem,  von
nrcuden  und  Bekannten,  die  er  in  der  bayerischen

mer  hatte  und  erfuhr  auch  gelegentlich,  daß
9  oder  der  andere  gleichfalls  mit  einem  seiner

Begleiter  befreundet  war.  Er  it  hue  88  um  so
behaglicher,  weil  ihm  ja  doch  i  Gesell  schat
von  Osfizieren  das  Gefühl  des  Wisi  unter  dem
er  gerade  am  heutigen  Tage  stand,  mehr  und
mehr  schward.

Laugsam,  unter  Lachen  und  Scherzen,  langte
die  kleine  WMiellchaft  endlich  oben  auf  der  Krone

des  #  Berges  an  und  trat  in  den  Kreis  der  Ruine.
Man  blieb  stehen  und  itechien  sich  über  die

 

terei,  als  das  Schiff  abgehen  sollte.  Die  Verein
  sine  Dampfschiffsgesellschaft  konnte  gestern
grs  insolge  Ter-  eigerung  der  Mannf
  aft  nicht  nach  England  abgehen  lassen.  Sie
rief  die  Polizei  an,  und  die  Mannschaft  wurde
polizeilich  befragt,  warum  sie  nicht  fahren  wolle.
ie  antwortete,  sie  wage  es  nicht  wegen  der
Blocladegefahr.  Die  Verhandlungen  führten  zu
keinem  Ergebnis.  Es  glückte  der  Gesellschaft,
auch  nicht,  neue  Mannschaften  zu  erhalten.  In
Frederikshaven  erklärten  auf  dem  der  gleichen
Gesellschaft  gehörigen  Dampfer  „Knutenborg"“
die  Feuerleute,  daß  sie  auch  gegen  eine  noch
so  hohe  Bezahlung  nicht  fahren  würden.  Die
Polizei  konnte  nichts  ausrichten.  Das  Schiff
mußte  gleichfalls  liegen  bleiben.  (J.)
Bremen,  21.  Febr.  Der  amerilanische
Dampfer  „Faxlyn“.  der  mit  Baumwolle  von
Neuyork  nach  Bremen  unterwegs  war,  ist,  wie  verlautet,
  gestern  Morgen  nördlsich  von  Borlum
auf  eine  Mine  geraten  und  gesunken.  Die  Besatzung,
  die  sich  in  Booten  retten  konnte,  wurde
  von  einem  in  der  Nähe  befindlichen  deutschen
  Dampfer  ausgenommen.  ().3.)

Bom  önlchen  Stieosschowist.

Der  Sieg  in  Masuren.
Berlin,  21.  Febr.  In  Petersburger  Militärkreisen

  zerbricht  man  sich  den  Kopf  darüber.
woher  Deutschland  die  sehr  erheblichen  Truppenmassen
  genommen  hat,  die  den  russischen  Rückzug
aus  Ostpreußen  erzwangen.  Die  Heranführung
von  Truppen  in  so  erheblicher  Zahl  sei  erstaunlich;
  denn  augenscheinlich  seien  diese  Verstärkungen
  nicht  von  der  Westfront  gekommen.
sondern  stellten  frische  Reservetruppen  dar,  deren
  Vorhandensein  nicht  zu  erwarten  war,  weshalb
  die  Ueberraschung  der  Russen  entschuldbar
gefunden  werden  musse.  Die  russische  Heeresleitung
  ist  mit  einer  strengen  Untersuchung  beschästigt,
  und  da  offenbar  gewisse  Fehler  begangen
  wurden,  munkelt  man  schon  von  Veränderungen
  in  der  Leitung  der  russischen  Nordarmee.
  —  Von  einem  „merkwürdigen  Ereignis“,
nämlich  dem  Verschwinden  einer  Regimentskasse
mit  60000  Rubel,  berichtet  der  Korrespondent
der  „Daily  News“  weiter:  Die  Kasse  soll,
da  sie  nicht  mehr  zu  retten  war,  um  nicht  in
die  Hände  der  Deutschen  zu  fallen,  in  der  Nähe
der  Grenze  vergraben  worden  sein,  jedoch  sind
die  Zahlmeister  und  die  beteiligten  Soldaten
auf  der  Flucht  gefallen  oder  gefangen  genommen
  worden.  (J.)

Die  russische  Niederlage.

is,  21.  Febr.  Die  franzosische  Presse
gesteht  Ein  daß  die  Russen  auf  beiden  Flügeln
den  Rückzug  antreten  muhten.  Doch  sagt  sie,  es
sei  ein  Rückzug  strategischer  (1)  Art.  Kenmzeichnend
  ist,  was  der  „Temps“  schreibt:  Unsere
Verbündeten  haben  eine  Schlappe  erlitten.  Dies
ist  unbestreitbar.  Aber  sie  halten  den  Feind  in
Schach  und  töteten  ihm  viele  Soldaten  (1).  Sie
halten  ihn  im  Zaumt?)  und  nehmen  sogar  die
Ossensive  wieder  auf,  da  wir  im  deutschen  Tagesbericht
  lesen,  daß  russische  Kolonnen,  welche
von  Lomza  gegen  Kolno  marschierten,  zurück.
gemorfen  wurden.  Der  Sieg  ist  demnach  bei
weitem  nicht  so  entscheidend  (7),  daß  er  den
Deutschen  gestattet.  dort  ihre  Front  zu  entblößen.
  Wenn  (1)  die  Lage  es  geslattet,  werden
die  russischen  Armeen  den  Vormarsch  sofort  wieder
  aufnehmen.  Der  „Figaro“  erklärt,  ein  rus.
sischer  Rückzug  sei  erfolgt.  Man  müsse  eingeserhene
  daß  Hindenburg  ein  großer  Feldherr
ei  .

sort.

IAA

Die  amtlichen  öslerr.  Berichte.

WB.  Wien,  20.  Febr.  Amtlich  verlautbart
unter  dem  20.  Febr.  mittags:  In  Russisch-Polen
biell  auc:  pestern  verstärktes  Geschützfeuer  an.
Um  die  von  uns  eroberten  russischen  Vorstellun.
gen  im  Raume  südlich  Tarnow  und  am  Dunajer
entwickelten  sich  heftigere  Kämpfe.  Die  Gegenangriffe
  des  Feindes  murden  mehrmals  blutig
zurüdfgeschlagen.  An  der  Karpathenfront  iit  die
allgemeine  Silualion  bis  in  der  Gegend  von
Wnslom  unverändert.  Es  wird  nahezu  überall
gelämrit.  In  Sürengalizien  klonnte  aber  der
Feind  bie  ftarten  Eitellungen  nördlich  Nadwoma
nickt  behan  #en.  Dem  letzen  entscheidenden  Angrife
  ausweichend  2oz  er  in  der  Richtung  auf
Stanislau  ab,  ver  olg#  von  unserer  Kavalleric.

WIB.  Wien,  21.  Febr.  Amtlich  wird  ver-(lautcort:
  Die  Silua.ion  in  Polen  und  Westgalizien
  int  im  allgemeinen  unverändert.  Der
gestrige  Tag  verlief  ruhiger.  In  den  Kämpfen
an  der  Karpathenfront  von  Dulla  bis  Wyszlow
wurden  wieder  mehrere  Angriffe  unter  schweren
Verlusten  des  Gegners  zurückgeschlagen,  der  biebei
  auch  750  Mann  an  Gesangenen  verlor.
Operationen  südlich  rom  Dujestr  schreiten  weiter
In  der  Bukowina  herrscht  Ruhe.
Die  gewaltigen  Anürengungen

der  Russen  in  den  Karpathen.

Budapest.  21.  Febr.  Die  Russen  machen
die  verzweifeltsten  Anstrengungen,  den  Eisenbahnknotenpunkt
  Kolomea  wiederzugewinnen.
Dieser  Punkt  ist  ihre  Hauptbasis  für  Truppentransporte
  an  die  Ostfront  der  Karpathen.  Die
Russen  sind  gezwungen,  alle  Kräfte  in  der  Richtung
  gegen  Stanislau  zu  senden.  Die  durch
diese  Reseroen  verstärkten  russischen  Truppen
haben  gegen  unsere  über  Kolomea  hinaus  vorgedrungenen
  Truppen  einen  heftigen  Angriff
gerichtet,  der  sich  auf  der  weiten  Front  zu  einer
großen  Schlacht  entwickelt,  deren  Ausgang  auf
die  ganze  Karpathenfront  von  weittragender
Wirkung  sein  kann.  An  den  übrigen  Teilen
der  Karpathen  drängen  unsere  Truppen  die
russischen  Linien  ununterbrocken.  zurück.  Bei
Dukla  wird  der  bisherige  Druck  der  Russen
immer  schwächer.  (3Z.)
Französische  Offiziere

im  serbischen  Heere.

Mail  21.  Febr.  „Corriere  della
Sera“  land  daß  sich  im  serbischen  Heere
zahlreiche  franzöfische  Artillerieoffiziere  finden.
  Einige  Forts  seien  mit  schweren  französi—
schen  Geschützen  versehen,  welche  über  Saloniki

)

eintrafen.
*  ½

Malien.

Die  ittalienischen  Kammersozialisten
für  die  Neutralität  Italiens.

Rom,  21.  Febr.  Die  parlamentarische
(Hruppe  der  Sozialisten  nahm  gestern  nach  Besprechung
  der  internationalen  Lage  die  Lagesordnung
  Modiglianis  an,  worin  sie  es  heute
mehr  als  je  fün  eine  Pflicht  erklärt,  sich  mit
aller  Macht  den  der  Intervention  gunstigen
Stromungen  zu  widersetzen  und  sich  zu  jeder
wirksamen  Aktion  zur  möglichst  schleunigen  Beendigung
  des  Kriegsgemetzels  bereit  zu  halten.
Sie  schließt  sick  daher  neuerdings  auch  den  von
der  Parteileitung,  dem  Erekutokomitee  der  parlamentarischen
  Gruppe,  geäußerten  Wünschen
auf  Aufrechterhaltung  der  Neutraliläl,  an,  die
sich  immer  klarer  als  mit  den  Interessen  des

Proletariats  Italiens  übereinstimmend  und  der

Richtung  des  proletartschen  -  ernationaliamus
entsprechend  hergusstelle.  (3.)  —  In  Poaris
ist  man  über  die  Haltung  Flalien  sehr  enttäuscht.


—#

de  Turlel  iin  Deillties

Die  erfolglose  Beschießung
der  Dardanellenforts.

Konstantinopel,  21.  Febr.  Der  für  das
Gebiet  der  Dardanellen  beslellte  Berichterstatter
der  Agence  Milli  telegraphiert  über  das  vorgestrige
  Bombardement:  Eine  feindliche  Flotte,
benehend  aus  vier  englischen  und  rier  franzesischen
  Schiffen,  eröffnete  am  19.  Februar
um  8  Uhr  2  Minuten  rormittags  in  einer  Entfernung
  von  16  Kilometern  das  Feuer  mit
Geschützen  gröhten  Kalibers.  Die  osmanischen
Artilleristen  erwiderten  das  Feuer  trotz  des
Kartätschenhagels  nicht.  sondern  warteten.  bis
der  Feind  näher  kam.  Das  englisch-französische
Ceschwader  näherte  sich  der  Küste  in  der  Meinung,
  die  Forts  zum  Schweigen  gebracht  zu
haben.  In  diesem  Augenblicke  erst  eröffnete
die  osmanische  Artillerie  das  Feuer.  Von  18
Schüssen,  die  sie  abgab,  gingen  blohß  vier  fehl;
die  übrigen  trafen.  Das  Admiralsschiff  erlitt
eine  schwere  Havarie  und  wurde  von  Torpedotroten,
  die  es  sofort  umringten.  als  sie  es  in
Gefahr  sahen,  aus  der  Schlachtlinie  geschleppt.
Zwei  weitere  feindliche  Schiffe  wurden  außer
Gefecht  gesetzt  und  zozen  sich  zurück.  Nach  einer
Vergeudung  von  6/1)  Granaten  mußte  sich  die
feindliche  Flotte,  von  der  drei  Einheiten  fast
rollständig  unbrauchbar  gemacht  worden  wa.
ren,  entfernen.  (Z.)  «

sit

Japan.

Grey  über  die  japanischen  Pläne.

London,  21.  Febr.  Ueber  die  Forderungen
  Japans  an  China  sagte  Sir  Edward  Gren
im  Unterhaus,  er  könne  gegenwärtig  im  Hause
keine  Aufklärungen  über  die,  wernkaulichen  Inso-mationen
  geben,  die  n  Japan  erhallen
  habe.  Am  5.  Sepember  1914  sei  zwischen
  der  britischen,  der  französischen  und  der
russischen  Regierung  in  London  ein  Vertrag
unterzeichnet  worden,  der  damals  in  der  Presse
veröffemlicht  worden  sei  und  in  dem  die  drei
Mächte  übereinkommen.,  während  des  Krieges
keinen  Separatfrieden  zu  schließen.  Sic  seien
auch  übereingekommen,  auch  wenn  cs  zu  Fricdensverhandlungen
  komme,  nur  im  Einverktändnis
  mit  allen  übrigen  Verbündeten  Friedens,
be  dingungen  zu  stellen.  Artikel  2  des  englisch
jar  anischen  Bündnisses  enthalte  dieselben  Verlilichtungen
  und  binde  bei  der  Regelung  der
Fragen,  die  aus  den  Kriegsereignissen  im  fer:
nen  Often  entstehen,  die  vier  Mächte  aneinander.
  (Z.)  Aufsallend  ist  die  Erörterung
der  Friedensfrage.
Zriegevorbercitungen
gegen  China.

Mailand,.  21  Febr..  Ser“  meldet  aus
Piking:  Die  japanischen  Staatsangehörigen  ver
la  sen  in  aller  Eile  Peling  und  China.  Au
Schanmung  haben  die  Japaner  mit  dem  Bau
von  zwei  strategischen  Aahnen  begonnen,  ohne
die  chinesischen  Behorden  um  eine  Konzession
ersucht  zu  haben.  Aus  Söul  und  Port  Artbur
  sind  infolge  der  Kriegsvordereitungen  alle
Ausländer  durck  die  japanischen  Regierungs=Jnpanische



 

Herkunn  der  Templer  im  Spchart.  uber  das
Altler  der  versallenen  Burg  und  Breitschwert,  der
zur  Ueberraschung  Rechenbachs  durchansg  informiert
war,  trat  eiwas  zurück  und  bielt  einen  längeren
Vortrag  über  den  Ausgang  des  Templerordens
und  die  Flucht  seiner  Mitglieder  in  verschicdene
Reiche  des  Kontinents.

„Verzeihen  sie,  Oerr  Toltor.“  mit  diesen
Worien  trat  Wangenheim  näher  an  den  Redenden
era
v  A#ber  Breitschwert  wies  ihn  ziemlich  schroff  ab
mit  den  Worten:

Lassen  sie  mich  erst  zu  Ende  reden,  Herr  von

Wangenbeim,  ich  werde  ihnen  dann  Bescheid  geben

vor  allen  Tingen  möchte  ich  ihnen  noch  eine
Sensation  der  Gegend  zeigen:  wenn  namlich  hier
oben  ein  Schuß  abgeseuert  wird,  hat  man  den
Gindrut  v-eines  siebensachen  Echos.  Passen  sie  einmal
  a

Aue  diesen  Worten  zog  er  geiwent  schweren
Revolver  aus  der  Tasche  was  für  Kluge,  der
seinem  Meister  getreulich  alles  nachmachte,  das
Signal  war,  seine  sireul  um  den  Griff  seines
bayerischen  Dolches  zuent

Wangenheim  sic  Dregcchwert  in  den  Arm  und
agte  la
E  4  bitte,  schießen  sie  nicht,  denken  sie  doch
daß  wir  hier  in  einer  militärischen  Umgebung  sind
und  daß  ein  Schuß  Aufsehen  und  Verwirrung
anrichten  müßte

Der  Doktor  schüttelte  sich  leicht  den  Arm  des
Offiziers  ab  und  trat  hinter  einen  Mauerkranz,
als  ob  er  die  Anwesenden  auffordern  wollte,

weiterugebtn.
In  diesem  Augenblic  gescheb  etwas  Seltsames:
Mitten  in  dem  Kre  fte  Män  zne  erschien

eine  vrsschleirt-  junge  "  rr  *  rief  laut:
„Meine  Herren,  ich  slehe  sic  an,  8  sie  sich

vietn  Offizieren,  es  sind  Anarchinen“
Rechenbach  erlannte  die  Stimme.  Es  war.  als
ob  sie  ihm  den  Alein  versenlte  und  doch  wieder  ihn
uu  himmlischer  Seligteit  erbob:  denn  er  war
Dertha.  die  heiß  (Gellebsc.  schon  Verlorengeglaubte
und  nun  Miedergeiundene.  sie  war  gelommen,
ihn  zu  warnen.

Er  wollle  auf  sie  zusturzen,  aber  da  sah  er,
wie  der  schlanle  HOerr  von  Wangenheim  ihr  ent:
gegensprang  und  mit  einem  wütenden  Pfeifen  die
Worte  beransstieß

„Also  Verrat!  Ta  nimm  den  Lobn  dafür!“

öe  Rechenbach  daiwischen  treten  lonnte,  führ
es  wic  ein  Bun  durch  die  Nacht  und  Herlha  sank
mit  einem  leisen  Zammerschrei  in  Boden.

Die  Aufregung  war  ungemein.  Ter  Staatsanwalt
  sprang  zu  und  kuicte  neben  der  Getroffenen
bin.  Breitschwert  schoß  auf  dic  enteilenden  Ofüiiere
ins  Ungewisse  ab  und  Kluge  rannte.  den  furcht,
baren  Tolch  in  der  Faust.  den  Emwwischenden  nach.

.Stub  nicht.  flirb  mu  nicht,  Oertha.  einzig
Geliebte.  jammerte  der  ungluckliche  Mann.

Aber  Breitschwert  stieß  ihn  rauh  zurück,  untersuchte
  die  Niedergesunkene  und  eundeckte  einen
lleinen  Tolch  mit  ilaubernen  (GGirh,  der  etwas
oberhalb  des  Her;  ens  in  der  Brust  Herthas  stal.

„Vor  allen  Tingen  er  reiten,  entgehen  werden
uns  die  Schufte  ich.  denn  Kiuge  ist  auf  ihrer
Spur.  So  hat  *  doch  erreicht,  der  gewissenlose
Verbrecher,  hat  en  furchibarer  Tolch  doch  das
Ovfer  getroffen.  (6eben  sie  mir  ihr  Taschentuch.
suchen  sie  einen  alatten  Stein,  ich  will  versuchen.
den  Dolch  aus  der  Wunde  zu  ziehen  und  die
Blutung  zu  stillen.“

enbach  taumelte  wie  betrunken  und  voll-T
  die  Befehle  des  Dokiors  wic  im  Traum.

 

Um  Gettes  willen,  machen  sie  doch  schnell.“

 

 

ref  Breitschwert  aufgerrten.
des  schonen  Madchenleuheer-
  .(  «  us.  .

   
 

als  sich  chen  die  Lippen
rurn  jarbten  und  ein
dan
&.  daß  wir  hirr  oben  auf  dem
Berge  ##m#  Mmiuffen.  Sie  binunter  zu  bringen.  ist  fast
unmoglich,  ohne  der  verlenten  Lunge  alles  B
in  entlocken  und  wir  mussen  sic  schonen,  wir
müssen  das  Blut  aufbalten.  wenn  wir  sie  telten
wollen  .  .  .  Gehen  sie  huunter  nach  dem  Forithaus.
  holen  sie  Mnn  rer  so  vicl  als  meglich,  eine
Matrane.  Lopflissen,  Beitzeng.  alles  herauf  und
sancken  Zie  einen  Boten  zum  Axzt,  zum  nächten
Militararzt.  irgendwo  in  einem  Quartier  wird  sich
schon  eine  #inden.  aber  alies  in  Eile.  in  Eite
Rechenbach  war  schon  verschwunden.  Er  w
daß  sĩein  aanzes  Lebensaluck  an  dieier  ernen  Seet
bing  und  kehrte  auch  bald  zuruck  alles.  mas  ve#r.
lana:  worden  war  und  ein  Tutend  Soldaten  zm
Stelle  hringend.  wo  Hertha  unter  den  tuckischer-Morderhanden
  nidergesunlen  war.
Manu  bettete  die  Ohnmachtige  se  ##rich  als  er
ging.  man  umschnurte  e  mn  breuen  Bandern.  das
be  seit  auf  der  Matraun:  lag  und  ein  halb  Dutzen:
lrafuaer  Soldaten  ariff  zu,  um  die  Las  vorsichiig
tununter  in  tragen.  Rechenbach  hatte  nicht  vergessen.
Areuschmerts  elelmusche  Laterne  miuzubringen  und
beleuchtete  vorangebend  den  gefahrlichen  Abflieg.
Als  man  im  Forsthaus  angelommen  war,
wariet  schon  ein  freundicher,  bayerischer  Ober
stabsarzt  und  begab  sich  sofort,  nachdem  die  Ver
wundete  zu  Beit  gebracht  war,  an  die  Untersuchung
  des  Dolchstoße
-Dat  die  Dame  Verwandse  hier  im  Oause?“"
„Sie  ist  meine  Braut.-  jammerte  Nechenbach.
„Armer  Herr,  machen  sie  sich  darauf  gefafnt
Witwer  zu  werden,  ehe  ie  Gatte  aeworden  sind.-  



 

W##  Dt