Aummer r##
Rolenelmex Anzelger.
Sonnlag, 1. April 7913
ausk igt Die Kriegsunterstützungskasse zahlte
bis zum Jalreswechsel 133 01344 Mk., die Darlehen#slasse
15 222 Mt., die Stellenlosenversi.
cherung 319 408 Mk. aus.
Wrchliche Nacheichten.
Die Karfreitagefeier. Während viele
für des Vaterlandes Ehre verblulen, seierte die
Kircle gestern den Karfreitag, den Todeslag des
Herru, an dem die geheimmisvollen Ratschlüsse
der Ewigleit in Erfüllung gegangen sind. Der
Tag des Sch'nerzes und der Trauer prägen
sien nalürlich auch in dem Gottesdienst aus. Die
Stille des Todes und der Trauer liefes Dunkel
erfüllen die Kirche. Kein Licht brennt, selbst
ie „ewige Lanipe vor dem Tabernalel ist
crloschen, denn er. zu dessen Ehre sie Tag und
Nad: Wache hiell, liegt heulte im Grabe, umgeben
ron Blumen nad brennenden Kerzen.
Wie deuliche Innigleil dem neugeborenen Heiland
in der Krippẽ huldigt, so erweist sie auch
den to en Heiland i#n (GGrab:= ihr: innigte Verehrung.
Heilige Gräber am Karfreitag zu errid#zen,
die, nach der Kunstfertigleit der Versertiger
und den aufgewendeten Mit: teln wohl
ver schieden. n- .Grundform do. h alle ähnlict.
sind. inden: das Feliengtab des Jüngers von
Mu#autd naur- senk#n#a igo:, L ural er deutscher
Brauck. Bunisarbine Lampen umgeben die
Gräver, müne Sträucher und Bäunchen und
eine Kale uh: ider Blumen, die des Gärt
ners lunsa ändige Hand im Wetiitreit mit
*W*i*sn
den Kahres:eiten zur Eneallung gebracht Pat,
sch ninclen ie. Im Scheine vieler Kerzen ihront
über dem ganten Aufbau des Grabes in gold-—
schinmernder. mit inen weißen Schleier ver
Bhülller Monranz dan Allerl- e#liaur, Zu Tar
senten pilgern die Kländiden in dim im Grabe
ruheuden Goln enscken. u # in Rosenheim
erricke großer Andran in den Golleshänfern.
begaliet vo präc inem Frählingewetler. Auf
Sch und der eillten Gräher mor übcerall
TLorsarn leeimendet worden. Dir
r kerbesna nnt Leuer für viele, die einen ge
—ktis* u k. kuran sstunutkondcrv
- .-is-«rxlstdkanxhcrrum
-
am M seild ½ der (rabimusil in der Stadlpfurrlirnme.
der Kircheucr umer der jachlunigen
Leuung des H. H. Clorditeltocs
Haider bot dabei ein Meüterwerl seine mutilalischen
und gesangliüen Könnens. Die hekre
Feier Einterliett bei allen einen nachhaliigen, tiefwirienden
Eindruck. Die proteitantische- Gemeinde
beging den Karfreilag als ihren höchsten
und ernstesen Gedächtnistag dre Kirchenjahres
mit Abendmallsfeier und feierlichem
Hauplgollesdienst. Auch hier war der Andrang
au?s Sladtl und Land so zallreich. daß die Kirche
alle laum zu faisen vermochte. Hert Sladt—
pfarrer Weber hielt eine inhal:spolle Festpredigt.
Mosik und Ahealer.
BVolletl,eater. Wie bereits mitgeteilt,
gelangt am Ostersonnlag. nachminags 3 Uhr
und öbends 6 Uhr die vorzügliche Lolalposse
„Die beiden Reichkenmüller" im Hotel „Deui-"l
er Kaiser“ zur Aufführung. Das Stück ist
eine der besten Possen, die je geschrieben wurden.
Der musikalische Teil wird ausgeführt vom
Rosenheimer Stadtorchester.
##
Bergnügungsanzeiger.
Lickilfpiele Helios. Am Outermontag
gelangt im Srie! „Deutscher Kaiser"“ die groß:
arlig in S#enee Kriegs- Allegorie in zwei
Alten „Mille eileFausft“. 2. Teil, zur Vorfürrung.
Der 1. Tei md: vor einigen Wochen
im Helios lier gezent 5 fand allseito
großen Beifall. Der 2. Tei erlrifft an szenischer
Ausstattung sogar noch v. # erreits gezeigten
1. Teil. Jeder Teil ist fur siu; abgeschlossen.
Das neueste vom Kriegsschauplatz and
herrliche Rebennummern sind dem Programme
für Ostermontag noch beigegeben.
Aus Jadusteie und Gewerbe
Das Buchdruckgewerbein der Kriegs
zeit.
Den wirkschaftlichen Druck der Gegenwarl
füuhlen am DLarteten diejenigen Gewerbe, denen
es ichon in der Zeit des Friedens sehr erschwert
wurde, für ihre Erzeugnisse von den Auftraggebern
auslömmliche Preise zu erhalten. So
mustten sich die Buchdruckereien, ohne daß dies
össentlich belamt geworden ist, schon seit Jahren
fast allgemein mit einem Preisstande begnügen,
der in einem nachweisbaren Mißoerhältnis zu
den Herstellungskosten der Druckarbeiten steht.
Jeyt hat sich die mißliche Lage der Buchdrudereien
so verschlimmert, daß sich eine Er-Göl’
ung der Druckpreise nicht länger mehr vermeiden
läßt.
Alles, was für den Buchdrudereibetrieb an
Materialien gekauft werden muß, ist leurer gemorden.
Welchen Grad diese Verteuerung erreicht
hat, ergibt sich daraus, daß z. B. die
Einkaufspreise für Papier 10 Prozent und mehr,
für Druckfarbe bis 50 Prozent, für Schriftmetalle
bis 40 Prozent, Chemikalien bis 100
Prozent, Schmieröle bis 100 Prozent, Kohlen
bis 30 Prozent und sonstige Materialien ebenfalls
bis 30 Prozent gestiegen sind. Zur Steige-
rung der Selbstkosten bei Herstellung der Druckarbeiten
trägt weiter der gegenwärtige Mangel
an geschultem und im Betriebe eingearbeiteten
Personal wesentlich bei.
Vor kurzem wurde vom Deutschen Buchdrucker-Verein
gemeinsam mit dem Gehilfenverbande
an die behördlichen und sonstigen
Drudauftraggeber die Bitte gerichtet, den nach
Ausbruch des Krieges bei zahlreichen Buchdruckerelen
eingetretenen Mangel an Beschäftigung!
nicht durch Einschränlung des Verbrauchs
von Drucdsachen noch zu vergrößern. Wie dieser
Wunick vielsach berücksichtigt worden ist, so darf
wohl auch erwartet werden, daß die Verbraucher
von Drucdardeiten die unbedingte Notwendigleit
einer mätigen Preiserhöhung nicht verleunnen
werden. Jedenfalls ist der Wunsch der
Buchdrudereien, daß man ihnen in der für sie
besonders schweren Zeit angemessene Preise für
ihre Arbeiten zubilligen und sich der leider noch
immer vorklommenden, jetzt aber am wenigsten
angebrachten Preisdrückereien enthalten möchte,
vollauf berechtigt.
Was für das Buchdrudgewerbe gilt, das gilt
in gleich hohtem Maße auch für ein ihm nahestel
endes, aus ihm hervorgegangenes Gewerbe,
für das auf so hvehr Siuse stehende deulsche
Zeitungsgewerbe, an das man nicht nur immer
mehr sich sleigernde Ansprüche itellen sollte, dein
man vielmehr ebenfalls, damit es seine für die
Allgemeinbeit wichtigen Ausgaben zu erfüllen
vermag, angemeisene Abonnements- und In
seratenpreise nicht versagen darf!
Eln Wo k an die Banern.
(Schluß)
Glandt ihr denn nicht, daß diese Familien,
wenn sich Vater, Multer und Kinder wieder
finden lönnten, und wieder ihr alles Heint
bUüätten, mit 9 Kilv Geireide im Monat gern
Daufrieden wären? Deuli an das olles! Und
Cateei sage id., daß ihr en auf dem ere doch
eher heljen ltönnt wie in der Stadt. Neulich
hade id mit einem Bürgermeisler von einer
Gemeinde gesprechen, wo man jahraur, jahr
ein die reine Mehttost hal, wo fast tein: Kar
ioffeln gebant werden, wo Schmeine unbeiann
iind, wo wenig Getreide gebam wird, aus ei-#rer
Gegend reiner Biehend,t, in welcher das
Mchl von auswäris bezogen wird, aus einer
(degend, in der Fleisck mit Aus nahme von
Lohen Feiertagen überhaupt nicht gegessen wird,
sondern nur die träftige Schmalzlost. Er hat
mick gefragt: Herr Doktor, was sollen wir
iun? Was habe ich ihm zur Antworl gegeben?
Ich habe ihm die Dinge so dargestellt,
wie ich eben zu euch rede. Er hat alles eingesehen.
Ich habe ihm dann den Rat gegeben, den
ich ihm in Friedenszeiten sicher nicht geben
würde, der aber der Not der Zeit entspringt.
doch in Gottes Namen eben mehr die Fleischlost
auf einige Monate einzuführen. In jedem
Bauerndorf lönnen die „Bauern, wenn sie sick.
uusammentun, alle 14 Tage, wenn man kein
Schwein hat, auch ein Stück Rind schlachten
und die Eleischnahrung in fden Vordergrund
stellen. Cs gibt in jedem Dorfe einmal eine
delle Kuh oder ein ähnliches Stück, das sollen
die Bauern gemeinsckastlich sclachten und unter
sich auspfundeln. Man kann das Rindfleisch
auch räuchern.
Dann haben die Bauern doch Eier und vor
allem haben sie Milck. Durch Einsparung des
Mehles ist auch die Nachfrage nach Butterchmalz
nicht mehr so groß. Die Milch enthält
alles, was der Mensca, zur Ernährung braucht.
nsolgedessen heißt es weniger Butler machen
und mehr Milch im eigenen Haus verbrauchen.
Um ein Pfund Butter herzustellen, braucht
nian je nach Feitgehalt 12 14 Liter Milch.
- in der entbutterten Milch bleiben noch für
den Menschen überaus wertvolle Bestandteile
rurnf. Nur das Fett geht in die Butter über.
Mild, Zucker und Eiweiß, die sehr nahrhafte
Beslandieile bilden, werden beim Buttern nicht
ausgeschieden, sie bleiben in der entrahmten
Milck. Ein Bauer. der heute Butter verkauft
um 1.20 Mletder 1.30 Mark per Pfund
und dafür um 55 Afg. Reis oder sonstige
Nahrungsmittel tauft, ist ein schlechter Rechner.
Butteit venwer aus und verwertet in erster
Linie die so eingesparte Milch im eigenen Hause!
Das lann euck niemand verdenken. Man muß
halt einmal mit den alten Lebensgewohnheiten
ieht in der Rriegszeit brechen. Es ist hier kein
Zweifel, daß bei uns auf dem Lande die Ernährungsweise
überall viel zu einseitig ist. In
der einen Gegend kommt nur Fortoftelost immer
in der einen Form, in der Oberpfalz 3 eiberlnödel
und Reiberdatsch, in Oberbayern
nichts wie Nudeln und Schmarten usw. auf
den Tisch.
Was läßt sich nicht alles aus Magermilch
bereiten? 5 6 Liler Magermilch ergeben ein
Pfund Topfen oder Käse. Topfen ist ein vorrügliches
Nahrungemittel, im Sommer erfrisch
end und sättigend, besonders wenn man #n
mit einigen Löfseln Rahm oder Milch anmacht,
Lrebel hineinschneidet oder Schnittlauch darau
Ein Vauer, der Milchvieh hat, kann nicht
verhungern, besonders wo jetzt der Milchertrag
bei beginnender Gränfuterun steigt. Wie vorzüglich
sind die Milchspeisen aus Topfen, wobei
viel Mehl gespart wird. Vorzügliche Topf-
nudeln kann man auck, mit Kartoffeln machen,
die gul ausgedünstet sind, mit mehligen Spelsekartofseln,
keinen Salatkartoffeln. Aus 112
Pfund gekochten Kartofseln und 1 Pfund gut
ausgewässertem und getrodnetem Topfen, ein
wenig Mehl zum Einstäuben, Salz, alles gut
gemischt und zu Teig geknetet, werden Nudeln
geformt und in Fett herausgebacken. Das gibt
eine vorzügliche Nahrung, die alles enthält,
was der Mensch braucht, Eiweiß. Kohlenhydrate
(Stärkemehl) und Felt. Das lann man
zu Kraut essen, zu Blaukraut, zu Wirsing. Der
Bauer lann sich helsen. Aber vor allem ist
es, wie gesagt, noiwendig, gemeinschaftlich der
Not gehorchend, in solchen Gegenden mit vorwiegender
Mehlkost mehr zur Fleischkost, wenigstens
für die nächsten Monate, überzugehen.
Wo man leine Schweine hat, müssen die Bauern
zusammenstehen und ein Stück aus dem
Stall bestimmen und gemeinschaftlich auspfündeln.
Es muß gehen und es wird gehen.
Bot allem möchte ich die Selbstversorger,
d. die Bauern, die aus ihren Beständen
9 Kie Getreide pro Kopf und Monat zurückbehalten
dürsen, vor einem warnen, nämlich
nid auf Kosten der Zukunft zu leben. Es wird
ie zt vielfach auf dem Lande vom Vorrat ge-Art,
ohne Einschränlung. Das endet bös.
Menn in einem Haushalt für 10 Personen
10½ jgenn: (betreide zurückbehallen wurden,
jo muß dieser Vorrat reichen bis 15. August.
Von leiner Seile isi Mehl oder Brot zu erwarsen.
Darüber muß Klarheit herrschen. In
den Städten und vielen Landbezirken wird bereits
Mehl nur noch gegen Karten abgegeben
und der Städter bekommt nicht mehr Mehl und
Brot pro Kopf als 200) Gramm, das macht
pro Monat C//.0 Gramm, während der Selbstversorger,
wenn er 80 Prozent ausmahlen läßt,
8/100 ramm pro Kopf und Monat in seiner
Familie zur Versorgung hat.
Amt, darüber muß sich der Vauer, der sein
(Letreide selbst vermahlen läßgt, klar sein, daß
er- jedes Piund Mehl, das er von der Kundenmühle
meniger belommt, aiso 30 Pfund Mehl
fr 10 | Pfund Getreide, am eigenen Leib ver-##zrürt
und dam weniger zur Verfügung hat.
Glande niemand, daß ihm von irgendeiner
Seile ein fund Brot oder Mehl oder Getreide
ugeteilt wird, wenn er seine Vorräte zu
früh verzehrt hat! Darüber muß Klacheit
herrschen.
Auch werden immer noch Klagen geführt,
daß das Mehl nicht mehr so schön weiß sei.
Im Jahre 1817 hatten wir in Deutschland
eine Mißernte. Dortmals hat das Volk Kleie
zu Brot verbaden. Wir haben dank der Tapferleit
unseres Heeres vom Krieg noch nichts
verspürt. Wer diese lleine Last nicht mittragen
will, der soll an die Heimsuchung der armen.
ostpreußischen Bauern denlen.
Dr. Georg Heim.
## de Gerichisiaui
Telegraphengeheimnis.
Lürnberg, 2. April. Der Postsekretär Wilhelm
Haßloch hatte am 17. Jannar 1913,
au welchem Tage die Wahl des Präsidenten
der französischen Republik statifand, Schalterdienst
bei der Telegraphenamtszweigstelle im
Hauptbahnhof zu Nürnberg. Dort sprach er
am Abend mit dem ihm bekannten franzöfischen
Berufskonsul Fuchs über die Wahl und
erbot sich, diesem, sobald er das Wahlergebnis
erfahren habe, Nachricht zu geben. Haßloch
fragte bei dem Haupttelegraphenamt an, ob
das Wahlresullat schon telegraphisch eingegangen
sei; nachdem er auf diesem Wege erfahren
hatte, daß Poincare als Präsident gewählt war,
ichrieb er das Walllergebnis auf ein Lelegrammsormular
und ließ es durch einen Depeschenboten
dem Konsul Fuchs überbringen. Auf
Grund dieses Tatbestandes hat das Landgericht
Nürnberg den Postsekretär Haßloch wegen Vergehens
im Amie zu vier Monaten Gefängnis
verurteilt. Zur Begründung dieses Urteils
führte das Landgericht aus: Die Telegraphenbeamten
sind zur strengsten Wahrung des Telegraphengeheimnisses
verpflichtet. Es ist den
Beamten verboten, dritten Personen Mitteilung
zu machen von der Kenntnis des Inhalies eines
Telegramms, die im dienstlichen Wege erlangt
ist. Es war schon unstatthaft, daß der Beamte
sich die Auskunft über das Wahlresultat vom
Hauptamt geben ließ. Unter keinen Umständen
aber durfte er dann dritten Personen Mitteilung
davon machen. — Gegen dieses Urteil legte
der Angeklagte Maision ein, die vom Reichsgericht
verworfen wur
Macktrderschte.
Canoͤshut, 31. März. Der heutige Viltualienmarkt
war mäßig bestellt. 12 bis
13 Eier, sehr viel vorhanden, erhielt man um
1 Ml., später, nachdem die Nachfrage etwas
lebhofier war, nur 11 Stück. Das Pfund Rindschmalz
tostete im Grohverkauf 1.18 bis 1.20
Mark, im ““*—| 4-2# bis 1.25 Mark.
Landbutter 1.30 bis 1.3 0 Mk., Boikereiue
1.60 Mk., Schweinfett 90 Pfa. bis 1 O
— Viehmarkt. Kälber lebend 1. Qual. 57
bis 60 Mn 2. Qual. 53 bis 57 Pfg., 3. Qual.
50 bis 5 3 g. Schweine tot 81 bis 84 Pfg.
e Mnd, Spanferkel das Paar 25 bis 30
ark.
—
as
Sprechecke der Hausfranu.
Der Topfen. Da die Landbevölkerung
selten Topfen bereilet, ist es ratsam, im Haushalte
selbst ihn zu bereilen, was ganz mühelos
ist. Man stellt 2—3 Tage in einer Schüssel
oder Topf Magermilch oder Vollmilch in die
warme Küche ober dem Herde, nicht auf die
Platte. Hat sich der Kässtoff von dem Wasser
gelrennt, läßt man letzteres durch ein feines
Sieb abtropfen, schütlet den Topfen hernach in
ein Tuch oder Säckchen und läht ihn 1. 2 Tage
abtropsen, so lange als man den Topfen eben
zur Bearbeitung benötigt.
Topfenmehlspeise. 12 Pfund Kopien
wird mit 12 Liter Milch fein abgerührt,
Eier, 12 Liter Mehl dazu gemengt, mit Meten
oder Weichseln gefüllt. Zu einer Form, die
mit Butler ausgeschmiert und erwärmt ist, dann
gebaden. Oder: 8 Lot Topfen mit 4 Lot
Butter gut abrühren, 4 Dotter. 4 Lot Zucker,
4 Lot geschälle, gehackte oder durch die Maschine
geriebene Mandeln, etwas Zitronenschale
und den Schnee von 3 Eiern bei mäßiger Hitze
backen und mit Fruchtsaft oder einer Milchereme
auftragen.
Topfenkrapferln. 3 Lot Butter mit
2 Dotter und 1 ganzen Ei abrühren, 12 Pfund
Topfen, nicht ganz 12 Liter Mehl, Salz und
10 Pfg Hese, dann sormt man mit dem
Lössel lleine Kräpschen aufs Brett, läßt sie
darauf gehen und backt sie dann goldgelb im
heizen Fett oder in Butterschmalz aus. Stark
mit Zucer beftreut zu einem Fruchtsaft auftragen.
Einsocher, aber guter Zwieback. 7
Delagramm Vutier werden flaumig abgerührt,
nach und nach 7 Dekagramm Zucker und von
*tl zitrone die feingewiegle Schale. Von 3
Delagramm Hese wird ein Gärleig angemacht,
1 Ei und 10 Delagramm abge ogene geriebene
Mandeln mil 42 Delkagramm Mehl am Brett
mit so viel Müch angemacht und ausgearbeilet,
haf der Teig set, aber geschmeidig bleibt. Gut
abgearbeilet werden 2 Skollen daraus geformt,
am geselicten Blech gut gehen lassen. Sind sie
gut ausceg. auen » werden sie in einer miltelheisen
Nölre gedacen. Am nächsten Tag werden
die FalleVo in gleiche, nicht zu dide Scheiben
geschnitien aufs Blech neben einander gelegt, im
Rohr getrocknel und einmal gewendet. Will
man den Zwiecbad mit Zucker haben, werden
die Scheiben nach dem Schneiden in Vanille:
zucler, der mit etwas Zimmt gemischt ist, vingewicdlt
und nebeneinander auf das Blech gelegt
und getrocknet im Rohr bei mittlerer Hitze.
Sprechsoal.
(Ohne Verantworlung der Redaklion.)
Verleumderisie Gerüchte.
Schon seit längerer #eit kursieren in hiesiger
Stadt über zwei Frauen, deren Männer vor
dem Feind stehen, schwer beleidigende Gerüchte,
über deren Verbreitung sich jeder anständige
Mensch entrüsten müßte. Die schwer angegrifsenen
Frauen haben bei Gericht Hilfe gesucht
und die Verbreiter dieses Gerüchtes wegen Beleidigung
verllagt. Obwohl in der schöffengerichtlichen
Verhandlung nicht nur kein Beweis
für die haltlosen Beleidigungen erbracht, im
Gegenteil, die beleidigenden Aeußerungen auf
Grund eines vom Gericht vorgeschlagenen Vergleiches
als unwahr zurückgenommen wurden,
sinden sich doch wieder Leute, die den traurigen
Mut finden, den schmutzigen Kot im Straßenilatsch
neu aufzulischen und weiter zu verbreiten.
Im Interesse des gulen Rufes unserer Stadt
diegt. es, wenn diesen Leuten, die in unverantwortlicher
Weise die Ehre zweier Frauen und
damil des Frauengeschlechts selber in der schmählichsten
Weise herabwürdigen, das Handwerk
gelegt wird.
rr
Bei der Lauptsammesstelle des Roten Kreuzes
sind seit 1.
Januar 1915 folgende Beträge ein-
gegangen:
Vortrag: 10 228.08 Mfk.
Anzeiger 14.— „
—
4.— „
2.— „
18.—- „
Anzeiger 30.— „
Anzeiger 5.— „
Sammesstelle Högner & Cie. 23.-— „
Sammelstelle Senft
Briefkossen der Read#
Firmpate. Bischof Dr. v. Schlör von
Wurzburg hat für seine Diözese den Wunsch
ausgesprochen, daß im Hinblick auf den Krieg
für die heurige Firmung der Klerus lich vor
der Gemeinde bereit erkläre, auf Wunsch der Eltern
die Stelle des Firmpaten bei den Firmlingen
zu übernehmen. Es ist nicht ausgeschlossen,
daß ein ähnlicher Wunsch auch für die Erzdiözese
München Freliug verlautbart wird. Auf
die Einfachheit, bei der heurigen Firmung
eingehalten soll, ist bereits P n
worden.
rtterberscht für Sonntag, den 4. April:
Wechselnd bewölkt, stellenweise Nlederschläge, besonders
Pfalz, Nordbayern.