Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

    

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Rosenheimer  Tagblakt

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—  .-Amkllches

  Publitations  ·  Organ
Samstag,  1.  Jannar  1916

 

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Die  österr.-ung.  Antwort  auf  die  amerikanische  Note.

Die  Krise  in  Gagland:  —  Die  Kämpfe  an  der  bessarabischen  Front.  —  Ein  Vorstoß  der  österreich-ungarischen  Flotte  in  der

EVIIIIIIII
G  u.  Itieden  im  neuen  Jahr

 

len  verehrlichen  mitarbeitern,

Nbonnenten  und  leiern,  aulen
6Göanern  und  freunden  unferes  blattes
enidieten  um  neuen  Jahre  die  beiten
Gluck-  und  Sepenswunsche

Verlag  und  Redaktion  des
„Kosenbeimer  Anzeiger“.

1916.

Zum  zweiten  Mal  gehen  wir  in  ernster
Kriegszeit  ins  neue  Jahr  hinein.  Unser  Heer
steht  unerschüttert  und  siegreich  da,  zu  neuen
Opfern  bereit,  bis  zum  ehrenvollen  Frieden.

Schon  am  Ende  des  Jahres  1914  haben  wir
gesagt:  Wir  halten  fest  am  Glauben  an  die
gerechte  Sache  unseres  Vaterlandes,  an  unser
Heer  und  seine  Führer,  an  unsern  Herrgott,
von  dem  schließlich  alles  abhängt  in  guten
und  in  bösen  Tagen.  Sind  wir  in  unserem
Glauben  getäuscht  worden?  Es  ist  nicht  nötig,
an  dieser  Stelle  ins  Gedächtnis  zurückzurufen,
was  unsere  Heere,  unsere  Flotte  und  unsere
Luftschiffe  gegen  eine  zahlenmähßig  bedeutende
Uebermacht  auf  allen  Kriegsschauplätzen  erreicht
haben.  Hier  unentwegtes,  sieghaftes  Vorwärtsschreiten
  ins  Feindesland  hinein,  fast  bis  üben
die  Grenzen  des  europäischen  Festlandes  hinaus,
dort  zielbewußtes,  opfervolles,  mutiges  Aushalten
  zum  Schutz  unserer  Grenzen  mit  dem  Erfolg,
daß  wir  daheim,  ohne  von  den  Feinden  im  eigenen
  Lande  bedroht  zu  sein,  arbeiten  konnten
und  schaffen  zum  Durchhalten  in  finanzieller  und
wirtschaftlicher  Beziehung.

Die  wirtschaftliche  Kraft  unseres  Volkes  hat
sich  in  der  Bewilligung  und  Durchführung  unserer
  Milliardenkredite  als  gesund  erwiesen,  wie
das  keines  der  feindlichen  Länder  vermochte.
Erst  in  diesen  Tagen  nahm  der  Reichstag  einen
  neuen  10.-Milliardenkredit  wiederum  an  und
—  was  besonders  wichtig  ist  —  das  Geld  bleibt
im  Lande,  wir  sind  unsere  eigenen  Schuldner  und
können  mit  dem  eigenen  Gelde  unsere  wirtschaftlichen
  Kräfte  weiter  entwickeln,  stützen  und  stärken.
  Wertschaftliche  Schwächung  und  allmähliges
  Lahmiegen  ist  das  Ziel,  dem  die  Feinde
—  England  voran  —  zusteuern,  nachdem  sie
sehen,  Laß  Heeresmacht  und  Absperrung  von

 

der  übrigen  Welt  nicht  zum  gewünschten  Endziel

Adria.  —  Die  Lagelin  Saloniki.

Zur  zweiten  Jahreswende  im  Weltbrieg.

 

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führten.  Aber  auch  dieses  Ziel  werden  unsere
Feinde  nicht  erreichen.  Wir  haben  den  Willen
  zum  Aushalten  und  werden  siegreich  durchholten
  „

Und  doch:  Als  die  ersten  Söhne  unseres
Volkes  in  den  heißen  Augusttagen  des  vorigen
Jahres  auszogen  in  den  Kampf  für  unser  Land,
da  riesen  wir  ihnen  ein  zuversichtliches  „Auß
Wiedersehen  zu  Neujahr“  zu.  Aber  Neujahr
lam,  und  die  Unfrigen  standen  draußen  in  Not
und  Tod  ein  zweites  Neujahr  zieht  jetzt
ins  Land  und  noch  stehen  sie  draußen  auf
Wacht,  kämpfen  in  West  und  Ost  und  Süd  tief
in  Feindesland:  immer  noch  Feinde  ringsum,
das  Vaterland  immer  noch  in  Gefahr.

Wo  heute  Menschenherzen  Neujahr  feiern.
da  treffen  sie  sich  nur  mit  einem  Wunsch  und
einer  heißen  Bitte:  daß  doch  bald  Frieden
wiederkehre  in  die  kriegsdurchwühlte,  blutdurchtränkte
  Welt.  Wer  vor  den  Leichenbergen  u.  an
dem  Blut=  und  Tränen#cer,  das  Europa  überflutet,
  aus  tieffter  Seele  nicht  um  Frieden  fleht,
der  trägt  des  Menschen  Namen  nicht  mit  Recht.
Nach  diesen  17  fürchterlichen  Kriegsmonaten
wünschen  alle  Völker  Frieden  und  jeder  Schwertschlag,
  den  sie  noch  tun,  und  jede  Drohung,
die  sie  ihren  Feinden  entgegenschleudern,  sollen
  nur  den  Tag  des  Friedens  näher  bringen.
Noch  kündet  aber  keine  Morgenröte  das  Nahen
dieses  heißersehnten  Tages,  und  nimmer  wird
die  Friedenssonne  sieghaft  strahlen,  wenn  nicht
die  Völker  ihren  Blick  zu  Dem  erheben,  der  in
den  Händen  Krieg  und  Frieden  wäget,  die
Voölker  prüft.

Die  Zeit  dieses  Weltkrieges  ist  eine  kostbare
Zeit,  wenn  nur  die  Menschheit  ihre  eherne
Sprache  verstehen  wollte.  Wir  wollen  doch  nicht
wieder  einen  Frieden,  der  nur  solange  währt,
wie  die  Erschöpfung  der  Nationen  und  gleich
dem  Krieg  wieder  weicht,  wenn  die  Waffen
wieder  scharf  und  die  Lücken  in  den  Heeren
wieder  ausgefüllt  sind.  So  manches  Mal  mögen
wwir  darum  gebetet  haben  und  haben  doch  nie
recht  gewußt,  welch  großes  Gluck  und  Gut  dieser
Frieden  ist.  Jetzt  wissen  wir's;  jetzt  können
wir's  ermessen  an  den  Millionen  zerrissener
Menschen,  an  den  Millionen  heimatlos  Umherir.
render,  an  den  Millionen,  die  um  ihr  Liebstes
weinen

Schon  läuten  die  Elocken  das  neue  Jah
1916  ein.  Indrünstig  heben  wir  die  Hände
zum  Himmel:  Moge  1916  ein  Jahr  des  Glükkes
  werden,  möge  es  uns,  dem  deutschen  Volke.
den  Frieden  bringen,  einen  ehrenvollen,  dauernden
  Frieden!  Möge  dem  Kriegsjahr  1915  ein
Segensjahr  1916  folgen!  «

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