Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

LAIIIII

Donnerstag,  22.  Juni  1910  1910

 

Nuffüster  144

—
.,  Englänbder  in  Rußland.
London,  20.  Junie  Reuter  efährt,  baß  eine
Heltändige,  vollständig  ausgernstete  britische
Tiuppenabtellung  in  Archangelsk  angekommen
ist.  „Dailpy  Graphic“  bemerkt  dazu,  dies  sei  ein
neuyer  Beweis  für  das  Zusammengehen  der  Alid#erten
  und  Deutschland  werde  auf  diese  Weiee
daran  erinnert,  daß  Großbritanien  trotz  der
Prahlereien  Deutschlands  mit  seinem  Seesieqe
nach  wie  vor  die  Meere  beherrsche.  —  Dummdreister
  könnte  dieses  Geschwätz  kaum  sein.

a  "

Vom  U.Boot-skrieg.

Mailand,  20.  Juni.  „Corriere  della  Sera“
meldet:  Der  vor  San  Remo  von  einem  seindlichen
  Unterseeboot  versenkle  englische  Dampfer
„Gassa“  hatte  6000  Tonnen  Steinkohlen  an
Bord.  Die  32  Köpfe  starke  Besatzung  wurde
gerettet.  Am  16.  ds.  versenlte  ein  Unterieebocs
den  italienischen  Segler  „Dolmetta“,  der  vo#
Porto  Maurizio  nach  Jochia  unterwegs  war,
Der  Kapitän  erzählt,  er  habe  wenige  Seemeilcy
pon  San  Remo  einen  italienischen  Schoner  und
eine  italienische  Brigg  versenten  gerehen.  Nachrichten
  aus  Sestri  mev  unte  besagen,  daß  am  Mor:
gen  des  17.  Juni  die  italienische  Brigg  „Audaca"
30  Seemeilen  vom  Kap  Corse  entfernt  versenkt
wurde.

 

BPolche  Rundschen.
Aus  der  sozialdemokratischen
*:  Partei.

In  der  Generalversammilung  des  sozialdemrkratischen
  Wahlvereins  Teltow-Beerkow,  den  det
Reichstagsabgeordnete  Zubeil  vertritt,  ist  es  am
Eonntag  zu  heftigen  Auscinanderfehungen  gekommen,
  die  damit  endeten,  daß  der  Vorstand  die
Versaminlung  für  cusgelöst  erllärte,  und  in  Gemeinschaft
  mit  dem  Vorsitzenden  des  Wahlvei#e
eins  Groß-Berlin,  den  Saal  verließ.  Die  Mehr-Eit
  der  Delegierten  wählte  ober  einen  neues

Borstand  und  setzte  die  Versammlung  fort.
Schließlich  wurde  folgender  Beschluß  gefaßt:  #
Generalversammlung  enthebt  den  alten  Kreite
vorstand  seines  Amtes  und  wählt  einen  provisorischen
  Vorstand.  Dieser  wird  beauftragt
schleunigst  eine  neue  Kreisgeneralversammum
einzuberufen.  Die  Versammlungsmehrheit  nahm
[iewlich  eine  Sympathieresolution  für  Liebknecht
  an  «

Die  Amerikaner  in  Meriko.

Anerilanische  Offiziere  sind  der  Ansicht,  daß
zur  Pazifzierung  Merikos  500  000  Mann  nötig
x  und  zwar  für  einen  Zeitraum  von  drei  Jahren.
  Telegramme  aus  El  Paso  berichten,  daß
eine  merilanische  Heeresabteilung  von  500000
Mann  nahezu  die  Umzingelung  der  amerilanischen
  Truppen  des  Generals  Persiing,  die  etwa
15  000  Mann  stark  sind,  volliogen  habe.  Staatssekretär
  Lanfing  erklärte,  daß  die  Vereinigien
Staaten  von  England  unterstützt  würden.  Gleichbeitig
  mit  der  Mobil'sierung  der  Miliz  für  den

ienst  an  der  merilanischen  Grenze  hat  das
amerikanische  Marineministerium  weitere  Kriegsschiffe
  zum  Schuße  der  Amerikaner  nach  den
beiden  merilamschen  Küften  geschiüt.  Eme
weitere  Meldung  besagt:  Der  ameri  anische
Konflickt  mit  Meriko  schennt  sich  der  Ent:  cheidung

zu  nähern.  General  Pershing  in  nach  telversorgungsslelle,  jedoch  nicht  von  der  Ver-  gen,
orker  Berichten  mit  seinen  15000  Mann  —  waltungsabteilung,  getrennt  werden  und  ihre
000  Mexrilanern  unter  Führung  des  Generaltz  srühere  Selbständigleit  erhalten  solle.  AußWer=Trevind

  dnnn  leiin  richtele  Carranzo
  eine  drohende  Not  Washington,  n
der  Garantien  für  den  rrh  ersch  d

„  Strase  xpedition“  gefordert  und  für  den  Fall  de
Wiederholung  die  Blfenung  k  ü  Gebietes
  durch  merikanische  Truppen  angekündigt
wird.  Die  „Times“  wollen  wissen,  doß  die  Zuruclberufung
  der  amerikanischen  Expeb  tion  iech
allem  nicht  zu  erwarten  sei.  Reuter  meldet  aus
Washington:  Die  amerikanische  Antwort  an
Merilo  weist  dessen  Hrnerunen  glatt  zurück  und,
tadelt  dessen  unhöflichen  Ton.

Die  Japaner  in  China.
„Daily  Mail“  meldet  aus  Tientsin:
ling  und  Schanhaiwan  sind  japanische
lungen  angekommen.

6##zu#  Zersanalnachriculen.

München,  20.  Juni.  Der  in  München  lebende
  Prinz  Ernst  von  Sachsen-Meiningen,  der
seit  Kriegsbeginn  im  Felde  steht,  zurzeit  gls
Oberst  und  Kommandeur  eines  preußischen:  Jäger-Regiments,
  hat,  wie  bekannt,  bereits  zwei
Söhne  durch  den  Heldentod  verloren.  Auf  ein
Beileidsschreiben  der  Stadt  Pöhneck  erwider!e
der  Prinz  vom  Kriegsschauplatze  aus:  „Dem
Magistrat  und  „Gemeinderat  sage  ich,  zugleich  im
Namen  meiner  Frau  für  die  ilrahe  eim  Tode
unseres  altesten  Sohnes  unseren  herglichsten  Dau
Solche  Opfer,  so  schwer  sie  sind,  werden  gebracht
zum  Heile  des  Vaterlandes.  habe  die  Zuversicht,
  daß  das  viele  Blut,  das  in  diesem  Kriege
vergosien  wird,  unserem  Volke  eine  bessere  Zukunft
  sichert.

Peischledene  Nachrichteu.

Essen-Ruhr,  20.  Jui.  Der  Kruppsche
Kriegsliebesdienst  stifitete  anläßlich  der  Secschlacht
  vor  dem  Slagerrak  100  000  Mark  für
die  Reichsmarinestiftung,  120  000  Mark  für
Unterslützung  in  Essen  und  weitere  120  000  Mt.
für  Kriegerfrauen  der  Kruppschen  Wertie.

Düsseldorf,  19.  Juni.  Geheimrat  Frz.
Haniel,  der  in  Dusseldorf  im  75.  Jahre  gestorben
ist,  war  einer  der  reichsten  Männer  Deutschlands,
  versteuerte  im  Jahre  1912  ein  Vermögen
  von  65  Millionen  und  ein  Einkommen  von
annähernd  312  Millionen.  Er  verdankt  sein
Vermögen  in  der  Hauptsache  der  Kohle  und  dem
Eisen  und  war  das  reichste  Mitglied  der  Familie,
deren  Gesamtvermögen  ungefähr  eine  halbe
Milliarde  Mark  beträgt.  Der  größte  Teil  der
Unternehmungen,  an  denen  die  Familie  beteiligt
  ist,  und  denen  sie  ihr  Vermögen  verdaunkt,
gehört  ausschließlich  ihren  eigenen  Familienmitgliedern.


Münchener  Neulgketten.

München,  20.  Juni.  Der  Magistrat  überwies
  heute  nach  ausgiebiger  Aussprache  zwei
Dringlichkeitsaniräge  der  liberalen  und  sozialdemotratischen
  Fraition  dem  städt.  Lebensmittelausschuß
  zur  weiteren  Behandlung.  Die  Anträge
  bezwecken  im  Zusammenbhang  mit  den
belannien  Vorkommnissen  eine  bessere  Verteilung
  der  Lebenomittelversorgung  Münchens  u.
besonders  die  Selbstständigmachung  der  hiesigen
  Lebensmittelversorgungsstelle.  Zu  lehterem
  Punkt  leilte  Burgermeister  Dr.  Merkt  mit,
daß  der  Minister  des  Innern  Frhr.  v.  Soden
in  einer  Besprechung  zugesagt  habe,  daß  die
Münchener  Lebensomittelversorgungsstelle  von
der  Geschäftsabieilung  der  bayer.  Lebensmitn

  Pe
tr- 



 

 

dem  wurden  vom  Minister  des  iInnern  die
München  benachbarten  Bezirksämter  angewiesen,
möglich  viel  Eier  nach  nchen  zu  liesern.
Weiter  hat  ver  Minister  des  Inmern  ein  drin“
gendes  Telegramm  an  das  Kriegsernährungsamt
  in  Berlin  gerichtet,  in  dem  um  sofortige
Zalenwung  größerer  Beslände  von  Teigwaren,
Graupen  und  Zucker  an  die  ebensmittelversorgungsstelle
  gebeten  wurde.  '
München,  20.  Juni.  In  der  Hauptver.
sammlung  der  Zwangsinnung  der  Mün
Schweinemetzger  und  Wurstmachermeister  usde
  mitgeteill,  daß  die  Zahl  der  Münchener
Geschäfte  von  130  auf  rund  100  zurückgegangen
  ist.  In  der  Frage  des  vollständigen  Ladenschlusses
  am  Sonntag  wurde  erklärt,  daß  einem
  vollständigen  Ladenschluß  nicht  zugestimmt
werden  könne,  weil  die  dauernde  Einführung
das  Gewerbe  zu  schwer  schädigen  würde  und  auch
ler  die  die  bessemwlichsei.  von  Nachteil  wäre.  Der
bermeister  empfahl  den  Innungsmitgliedern
*  solange  die  gegemwärtige  Fleischtnappheit
  besteht,  die  Läden  nachmittags  geschlossen
zu  halten,  und  erst  um  5  Uhr  oder  6  Uhr  wieder
  zu  öffnen,  damit  Leute,  welche  tagsüber
durch  Arbeit  verhindert  sind,  ihren  Fleischbedarf
zu  decken,  am  Abend  nicht  ausverkaufte  Läden
sinden,  während  anderen  tagsüber  Gelegenheit
zum  Einhamstern  gegegeben  wird.  Die  Versammlung
  gab  dieser  Anregung  einhellig  ihre
Zustimmung.

München,  20.  Juni.  Am  Sonntag  unternahm
  Oberamtsrichter  Georg  Meikel,  der  als
Richter  in  Beleidigungssachen  am  Amtsgeriche
München  tätig  war,  mit  zwei  Sportfreunden
eine  Vergtour  auf  die  Kreuzspitze  bei  Linderhof.
Schon  am  Vormittag  stürzte  Meikel  an  einer
sonst  ungefährlichen  Stelle  ab  und  erlitt  schwer
Kopf  perleungen.  die  seinen  baldigen  Tod  zus
Volge  hatten.  Die  meiche  wurde  in  das  Forsthaus
  Griesen  bei  Garmisch  gebracht.

Bayerische  Nachrichlen.

Augsburg,  20.  Juni.  Ein  Teil  des  großen
Loses  der  Preußisch-Süddeutschen  Klassenlotlerie,
  das  in  Augsburg  gekauft  wurde,  blieb
auch  in  Augsburg.  Der  glückliche  Gewinner,
der  nicht  genannt  sein  will,  stellte  dem  Oberbürgermeister
  den  Betrag  von  10  000  Mark
für  Kriegszwecke  und  für  die  Ernährungeahilfe
zur  Verfügung.  In  der  heutigen  Magistratssigung
  wurde  dem  Spender  der  Dank  des  Kollegiums
  ausgesprochen.

Weilhe#m,  20.  Juni.  Die  städtischen  Kollegien
  haben  den  Bizeadmiral  Hipper  in  einer
Festsitzung  einstimmig  zum  Ehrenbürger  der
Stadt  ernannt.  Die  Ehrenurkunde  wird  ihn
durch  die  Vorstände  der  Kollegien  persönlich
überreicht  merden.  Hipper  stammt  ja  bekanntlich
aus  Weilheim.

Grafenau,  20.  Juni.  In  verschiedenen  O#
ten  des  unteren  bayerischen  Waldes  ist  Samstag
  nacht  ein  derarnig  schwerer  Frost  ausgetrtcn.
daß  die  Kartoffeln  erfroren  sind.  Die  Feldes
welche  bereits  schon  sehr  üppig  standen,  stehen
nun  ganz  schwarz  da.  In  hochgelegenen  Ortert
wareil  Wasserlachen  mit  einer  Eiskruste  überzogen.


Rürnberg,  20.  Juni.  Der  Bürgerliche
und  Darlehns-Unterstützungsverein  Nürnberg,
der  sich  seit  einiger  Zeit  in  Schwierigkeiten  be#-sindet,
  hielt  gestern  eine  Mitgliederversammlung
  ab.  Der  Revisionsbericht  stellt  sest,  daß
die  mit  Verwaltung  und  Ausfsicht  betrauten  Versonen
  „schon  seit  Jahren  Bilanz-Verschleieruwenn
  nicht  gar  Bilanzfäl  chungen  betrioben
  haben  müssen,  um  durch  die  begangenen

 

 

Träumende  Menrchen.

Roman  don  Dora  Duncker.
MN  terboien)

Elne  zarte,  dunkelblonde  Frau  um  das
Ende  der  Zwanzig  etwa.  Der  Kopf  frei  und
1003  auf  dem  schlanken,  ein  wenig  entblößten

acken.  raue,  dunkel  bewimperte  Augen
blickten  klug  und  offen  in  die  Welt.  Der  Mund
vielleicht  ein  wenig  zu  groß,  aber  wunderocil
eschwungen.  Die  Nase  gerade  und  sein.  Die
autsarbe  zark,  von  einem  schwachen  Rosen-Keher
  überhaucht.  Sie  trug  ein  schwarzes
eid  aus  feinen,  durchsichigen  Stofsen.  Die
eidan  lässig  niederhängenden  Hände  hielten
einen  vollen  Strauß  blaßlila  Hyazinthen.

Rolf  hatte  sich  einen  Sessel  herbeigezogen
und  saß  stumm  und  voll  heißer  Andacht  vor
dem  Bildnis.  Wie  lange,  er  wuhte  es  nicht.
Es  mochten  Stunden,  es  mochten  Minuten  gewesen
  seln.  Er  verwochte,  nicht  sich  klarzumachen,
  was  ihn  tieser  ergriff.  dic  eigenartige
  Schönheit  dieser  fremden  Fr  iw.  der  Reiz
und  Saube  #rer.  Versonlichteit  oder  die  Meisterarbelt
  des  Mal

Endlich=  Fwishi  er  sich  aufzustehen.  Er

dicht  s  Bild,  um  den  2camen  d
Molers  zu  u10  v  Nirgends  ein  Zeichen.
Unk##  In  der  Ecke  fand  er  mit  steilen  Len,  ue
in  den  dunklen  Grund  Vezeichnet  die  Worte:
HFrau  n  Hygazinthen.

Hyazinthen,  Frühlingeblumen!  Wie  ein
bolden  Ewer  Hau  ch  von  Frühlingsahnc.-  Schien
es  aus  dem  Bildnis  zu  strömen,  die  gonze
Luft  anzufüllen,  das  Herz  schwer  und  #

 

zugtelyzu  machen  eu  sanster  und  doch  unwiderstehücher
  Gewalt
o  r  der  keen  an  den  übrigen
Bildern  verdorberr  Noch  einen  letzten,  ebsose.
nehmenden  Blick  warf  er  auf  die  Frau  mit  den
Hyazinthen,  dann  verließ  er  die  Ausstellung,
um  in  den  Alltag  zurückzuschreiten.
eim  Hinausgehen  stieß  er  auf  Mülller,
ohne  den  alten  Herrn  auch  nur  zu  gewahren.
Der  berü  küpte  Mann  nickte  mit  dem  Kopf
und  dechte  befriedigt:
„Verträumt  und  elend  Lenug  sieht  er  aus.
Aber  wenigstens  hat  er  sich  noetan.
IIIU  4  se  t  rnnLeGer  Fansss  u#ns  4#  Man
Kein  Meuch  soll  sich  vor  der  Zeit  ängstigen.“
Auf  dem  wackligen  Ticchen  seiner  kahlen
Mansarde  lagen  Briefe  für  Rolf.  Antworten
auf  ausgeschriebene  Stellun  Fnrgt  zu  denen  er
sich  gemeldet  hatte.  Alle  ft  nahm  er  zusammen,
  sich  auf  den  Inhalle  dieser  Briefe  zu
lonzentrieren,  das  Bild  der  Frau  mit  den
Hyazinthen  aus  seinen  Gedanken  zu  verbannen.
Nach  und  nach  gelang  es  ihm,  in  schwerem
heißen  Bemühen.  —  Ohne,  daß  er  sie
gebeten,  hatte  Frau  Beckmann  ihm  eine  Ka
Kassee  und  eine  Schrippe  hingestellt.
es  ihm  beim  Nachhausekommen  Wrs
er  wieder  eimmal  mit  leerem  Magen  ka
Rolf  nahm  ein  paar  Schlucke  ronr  dem
dünnen,  heißen  Trank,  aß  eln  paar  Brocken
von  der  trockenen  Scheiote  e  dazu.  Dann  überlas
  er  noch  einmal  das  Eingegang
rei  von  den  Briefen  z  176.  l-  beiselte.
Ee  war  ausgeschlossen,  daß  er  den  gestellten
Unsorderungen  jemale  würde  genügen  können.
zwel  Slhsern  machte  92  1  um
i“  bereit.  einem  ei#tschriftenderlag
  Ftrel  or  lofort  eln  Tronanont

 

Fchler  bezw.  durch  allzu  sorgloses  Kreditgeben
—“i#i

kur  ——  Im#eratenarauminon  gesucht.

war  nicht  ungewandt  im  Schreiben,  er
hatte  eEinen  Begriffevon  buchhändlerischem  2
Jeitungsbetrieb  iellelcht  würde  er  für  diese
Stelle  tauglich  erfunden  werden.  Ueber  das
Gehalt  sollte  mündlich  nach  Einsendung  des
Lebenslaufes  verhandelt  werden.  Er  miense
die  gewünschten  kurzen  Notizen  über  seine  E
Behug.  sein  Studium,  seine  Dlenstzeit,  seine

in  der  Maleres,  seine  Arbeit  in  dem
rn  Geschä

s  zweite  Sitten  betraf  eine  Vertrauensstelung
  in  einem  großen  Fabrikbureau.  Dort
handelte  es  sich  um  die  persönliche  Worstellung
und  Ammeldung  *  derfelten.  An  Wochentagen
zwischen  zehn  und  elf  Uhr  morgens,  um  ü##
bis  (fünf  in  den  n5  mittagsstunden

Rolf  meldete  sich  für  den  bunfni  sten  Tag.
Bis  dahin  konnte  eine  Antwort  von  dem  Zeltschriftenverlag,
  auf  den  er  berechtigtere  Hoffnungen
  elebte,  möglichenfalls  schon  eingegangen

Als  et  dle  Schrrosberelen  beendigt  chette,

dunkelte  es  bereits.  Was  n?  Petro
verbrennen  eier  noch.  einnal-  Lusgeher,
ein  "  142  Inser#

ntschloß
E  b
s3

 

und  Frau  —
PWos  n  Salamt  noch  immer  bllliger  o

DIE-  edkmdle  Lampe  .-  atel  4an,  sab  4

*
na  itstin  ude,  atte,  zmite  bemB  Feuilleton
über  die  SheSunh  n

dem  Verein  verursachte  erhebriche  Verluste  zu
verdecken.“  Im  —  Ai  berboiten,  da
eine  Unterbilanz  von  k.  vorhande.
#.  die  g  Atglieder.  59  W  au  Guthaben.

Schuldigen  sollen  zivil-  und  strafrechtli.)
2  Verantwortung  gezogen  werden.

G#e##zlane.

Innsbruck,  20.  Juni.  Der  aufsehenerregende
  Raubmord  an  dem  Konsumverwalter
Kuhn  in  Dalaas,  unter  dessen  Verdacht  der
Vahnwärter  Konzett  verhaftet  worden  war,  hat
eine  überraschende  Lölung  gefunden.  Als  Mör
der  ist  der  18jährige  Bauernbursche  Nosenh

Thoma  ermittelt  worden,  der  nach  eingehendem
Verhör  auch  eingestanden  hat,  auch  den  Mord  an
dem  früheren  Konsumverwalter  im  Oktober  1914
begangen  zu  haben.

Dayerisches  Oberland.

Pang,  20.  Juni.  Ende  Mai  und  anfangs
Juni  wurden  in  Pang  und  Wesierndorf  mehrere
Diebstähle  verübt,  ohne  daß  man  vom  Täter
eine  Spur  gehabt  hätte.  Der  Gendarmerie  Kol
bermoor  ist  co  gelungen,  als  Täter  den  Taglöhner
  Johann  Schned  und  seine  Geliebte,  die
Hilfsarbeiterin  Magdalena  Gerstl,  zu  ermitteln.

Beide  hielten  sich  unangemeldet  in  Kolbermoor
auf.  Als  sie  in  der  Nacht  zum  11.  Juni  bei  einem
Wirt  in  Pang  einen  Einbruchdiebstahl  verübt
hatten,  wurden  sie  wenige  Tage  darauf  festgenommen
  und  in  das  Amtsgerichtsgesängnis  Rosenheim
  eingeliefert.

Nolbermoor,  20.  Juni.  Die  Schulprüfungen
  an  der  hiesigen  Vollsschule  werden  am  12.
und  13.  Juni  abgehalten

Bad  Aibling,  20.  Juni.  Der  1.  Vorsitzente
der  Liedertasel,  Malerme  ster  Osendorfer,  welcher
nahczu  20  Jahre  diese  Stelle  bekleidete,  har
sich  veranlaßt  gesehen,  diesen  Ehrenposten  nie- 



 

derzulegen,  Die  außerordentliche  Generaloer:
sammiung  am  Samstag  boerief  Hauptlehree

Wiest,  der  auch  die  Stelle  eines  Kassiers  innehat,
  auf  diesen  Posten.
Bad  Aibling,  20.  Juni.  Ueber  eine
schmutzige  Geschiäst  berichtet  das  „Aibl.  Wochenbl.“:
  In  der  gewissenlosesten  Weise  täuschle
eine  kaum  18  Jahre  alte,  in  h'  siger  Gegend
gebürtige  Müllerstochter  Schwangerschaft  vor.
Einen  höheren  Beamten,  mit  dem  sie  ein  Liebesverhältnis
  unterhalten  hatte,  gab  sie  als
Vater  an.  Sie  wußte  sich,  als  die  Zeit,  zu  wel.
cher  sie  entbinden  sollte,  herangekommen  war,
ein  in  einer  Zeitung  ausgeschriebenes,  erst  einige
Wochen  altes  Kostkind  zu  verschaffen,  wobei  sie
sich  als  angesehene  vermögende  Frau  ausgab
und  das  Kind  an  Kindesslatt  anzunehmen  und
zu  ihren  Eltern  nach  der  Schweiz  zu  verbringen
versprach.  Ihren  Angaben  wurde  Glauben  geschenkt.
  Sie  verbrachte  das  Kind  nach  Bad
Aibling  und  erzählte,  sie  habe  kürzlich  in  der
Nähe  Münchens  geboren.  Sie  ließ  das  Kind
auf  ihren  Namen  tausen  und  zur  Ammeldung
bringen,  obwohl  es  bereits  auf  einen  anderen
Namen  getauft  war.  Der  als  Vater  angegebene
Herr  erkannte  die  Vaterschaft  an  und  mußte  nach
Vereinbarung  beim  Vormundschaftsgericht  außer
  den  übrigen  Kosten  monatlich  32  Mark
Alimentation  bezahlen.  Da  die  ganze  Sache
Schwindel  ist  und  das  Mädchen  ein  Verbrechen
der  Kindsunterschiebung  begangen  hat,  dürfte  es
für  sie  noch  ein  gerichtliches  Nachspiel  geben.
Rott  a.  J.,  20.  Juni.  Fünf  Söhne  hat  die
verw.  Kammermutter  von  hier  im  Felde  stehen.
Ihrer  drei  haben  bereits  das  Eiserne  Kreuz
geholt.
Burgshausen,  20.  Juni.  Nach  dem  nunmehe
auch  der  letzte  Schüler  der  ——  e,  Leopolo
der  Reserent  über  Grau  uul  ßian
——  geschrieben  hourt  Er  suchte  lange,
ua  das  Bildnio  nur  mit  dem  Titel  erwähnt
an
nause,“  dachte  Rolf  und  warf  das
Blati  Fanaus  beiseite.

Als  es  wieder  auf  den  Tisch  aussiel,  bemerkte
  er  zum  erstenmal  das  von  Lotte  mit
Blaustist  Inserat.

ohne  senderüchee  Interefse:
inen  Prdeerncohn
Knaben  wird  ein  jun  uter
Familie  als  Erchicher  u  ret  l
Bedingung  Stud  wenn  auch  ohne
schlleßendes  Sssen-  v1  D  lsches  Wesen,  ge-„Für


ntelligenten,  se  sehr  lebhaften

 

duldige  K  Hihbeit  #  Mel  uggen
mit  bleherigem  hbest,  unter  Chiffre  H.  v.
2  Hahf  estminster.

Vorstellungelage  Mittwoch
  und  Sonend  von  12—2  Uhr  ebenda.“

Rolf  Köhne  schnitt  das  Inserat  aus  und
siecke  es  in  seine  Brieftasche.  Erst  wollte  er
ie  Antwort  des  Jeitschristenverlo  s  abwarten,
bevor  u  Dienst  esnes  Kinderneehers-
  meelbete,  der  schwerlich  etwas  anderes
als  den  eines  ebersen  Bedienten  in  elnem  vor.
nehmen,  olelleicht  auch  in  einew#e.  Parvenühause
  bedeuten  de

5.  Kapltel.

Frau  von  Lersch  saß  in  ihrem  wohnlich
eingerichteten  Empfangssalon  im  Hotel  Weslminster
  und  hörte  mit  liebenswürdigem,  etwas
Prlteeuten  Lächeln  auf  die  Beschte  des  jungen
ensucgteng  en  er  züor  in  elnem  der  bequemen

e
n  er  eine  Welle  gesprochen  hatte,

 

 

g  ekoiit  um  zu  lelen.  1

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d  der  hübsche,  lank  ,.
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