LAIIIII
Donnerstag, 22. Juni 1910 1910
Nuffüster 144
—
., Englänbder in Rußland.
London, 20. Junie Reuter efährt, baß eine
Heltändige, vollständig ausgernstete britische
Tiuppenabtellung in Archangelsk angekommen
ist. „Dailpy Graphic“ bemerkt dazu, dies sei ein
neuyer Beweis für das Zusammengehen der Alid#erten
und Deutschland werde auf diese Weiee
daran erinnert, daß Großbritanien trotz der
Prahlereien Deutschlands mit seinem Seesieqe
nach wie vor die Meere beherrsche. — Dummdreister
könnte dieses Geschwätz kaum sein.
a "
Vom U.Boot-skrieg.
Mailand, 20. Juni. „Corriere della Sera“
meldet: Der vor San Remo von einem seindlichen
Unterseeboot versenkle englische Dampfer
„Gassa“ hatte 6000 Tonnen Steinkohlen an
Bord. Die 32 Köpfe starke Besatzung wurde
gerettet. Am 16. ds. versenlte ein Unterieebocs
den italienischen Segler „Dolmetta“, der vo#
Porto Maurizio nach Jochia unterwegs war,
Der Kapitän erzählt, er habe wenige Seemeilcy
pon San Remo einen italienischen Schoner und
eine italienische Brigg versenten gerehen. Nachrichten
aus Sestri mev unte besagen, daß am Mor:
gen des 17. Juni die italienische Brigg „Audaca"
30 Seemeilen vom Kap Corse entfernt versenkt
wurde.
BPolche Rundschen.
Aus der sozialdemokratischen
*: Partei.
In der Generalversammilung des sozialdemrkratischen
Wahlvereins Teltow-Beerkow, den det
Reichstagsabgeordnete Zubeil vertritt, ist es am
Eonntag zu heftigen Auscinanderfehungen gekommen,
die damit endeten, daß der Vorstand die
Versaminlung für cusgelöst erllärte, und in Gemeinschaft
mit dem Vorsitzenden des Wahlvei#e
eins Groß-Berlin, den Saal verließ. Die Mehr-Eit
der Delegierten wählte ober einen neues
Borstand und setzte die Versammlung fort.
Schließlich wurde folgender Beschluß gefaßt: #
Generalversammlung enthebt den alten Kreite
vorstand seines Amtes und wählt einen provisorischen
Vorstand. Dieser wird beauftragt
schleunigst eine neue Kreisgeneralversammum
einzuberufen. Die Versammlungsmehrheit nahm
[iewlich eine Sympathieresolution für Liebknecht
an «
Die Amerikaner in Meriko.
Anerilanische Offiziere sind der Ansicht, daß
zur Pazifzierung Merikos 500 000 Mann nötig
x und zwar für einen Zeitraum von drei Jahren.
Telegramme aus El Paso berichten, daß
eine merilanische Heeresabteilung von 500000
Mann nahezu die Umzingelung der amerilanischen
Truppen des Generals Persiing, die etwa
15 000 Mann stark sind, volliogen habe. Staatssekretär
Lanfing erklärte, daß die Vereinigien
Staaten von England unterstützt würden. Gleichbeitig
mit der Mobil'sierung der Miliz für den
ienst an der merilanischen Grenze hat das
amerikanische Marineministerium weitere Kriegsschiffe
zum Schuße der Amerikaner nach den
beiden merilamschen Küften geschiüt. Eme
weitere Meldung besagt: Der ameri anische
Konflickt mit Meriko schennt sich der Ent: cheidung
zu nähern. General Pershing in nach telversorgungsslelle, jedoch nicht von der Ver- gen,
orker Berichten mit seinen 15000 Mann — waltungsabteilung, getrennt werden und ihre
000 Mexrilanern unter Führung des Generaltz srühere Selbständigleit erhalten solle. AußWer=Trevind
dnnn leiin richtele Carranzo
eine drohende Not Washington, n
der Garantien für den rrh ersch d
„ Strase xpedition“ gefordert und für den Fall de
Wiederholung die Blfenung k ü Gebietes
durch merikanische Truppen angekündigt
wird. Die „Times“ wollen wissen, doß die Zuruclberufung
der amerikanischen Expeb tion iech
allem nicht zu erwarten sei. Reuter meldet aus
Washington: Die amerikanische Antwort an
Merilo weist dessen Hrnerunen glatt zurück und,
tadelt dessen unhöflichen Ton.
Die Japaner in China.
„Daily Mail“ meldet aus Tientsin:
ling und Schanhaiwan sind japanische
lungen angekommen.
6##zu# Zersanalnachriculen.
München, 20. Juni. Der in München lebende
Prinz Ernst von Sachsen-Meiningen, der
seit Kriegsbeginn im Felde steht, zurzeit gls
Oberst und Kommandeur eines preußischen: Jäger-Regiments,
hat, wie bekannt, bereits zwei
Söhne durch den Heldentod verloren. Auf ein
Beileidsschreiben der Stadt Pöhneck erwider!e
der Prinz vom Kriegsschauplatze aus: „Dem
Magistrat und „Gemeinderat sage ich, zugleich im
Namen meiner Frau für die ilrahe eim Tode
unseres altesten Sohnes unseren herglichsten Dau
Solche Opfer, so schwer sie sind, werden gebracht
zum Heile des Vaterlandes. habe die Zuversicht,
daß das viele Blut, das in diesem Kriege
vergosien wird, unserem Volke eine bessere Zukunft
sichert.
Peischledene Nachrichteu.
Essen-Ruhr, 20. Jui. Der Kruppsche
Kriegsliebesdienst stifitete anläßlich der Secschlacht
vor dem Slagerrak 100 000 Mark für
die Reichsmarinestiftung, 120 000 Mark für
Unterslützung in Essen und weitere 120 000 Mt.
für Kriegerfrauen der Kruppschen Wertie.
Düsseldorf, 19. Juni. Geheimrat Frz.
Haniel, der in Dusseldorf im 75. Jahre gestorben
ist, war einer der reichsten Männer Deutschlands,
versteuerte im Jahre 1912 ein Vermögen
von 65 Millionen und ein Einkommen von
annähernd 312 Millionen. Er verdankt sein
Vermögen in der Hauptsache der Kohle und dem
Eisen und war das reichste Mitglied der Familie,
deren Gesamtvermögen ungefähr eine halbe
Milliarde Mark beträgt. Der größte Teil der
Unternehmungen, an denen die Familie beteiligt
ist, und denen sie ihr Vermögen verdaunkt,
gehört ausschließlich ihren eigenen Familienmitgliedern.
Münchener Neulgketten.
München, 20. Juni. Der Magistrat überwies
heute nach ausgiebiger Aussprache zwei
Dringlichkeitsaniräge der liberalen und sozialdemotratischen
Fraition dem städt. Lebensmittelausschuß
zur weiteren Behandlung. Die Anträge
bezwecken im Zusammenbhang mit den
belannien Vorkommnissen eine bessere Verteilung
der Lebenomittelversorgung Münchens u.
besonders die Selbstständigmachung der hiesigen
Lebensmittelversorgungsstelle. Zu lehterem
Punkt leilte Burgermeister Dr. Merkt mit,
daß der Minister des Innern Frhr. v. Soden
in einer Besprechung zugesagt habe, daß die
Münchener Lebensomittelversorgungsstelle von
der Geschäftsabieilung der bayer. Lebensmitn
Pe
tr-
dem wurden vom Minister des iInnern die
München benachbarten Bezirksämter angewiesen,
möglich viel Eier nach nchen zu liesern.
Weiter hat ver Minister des Inmern ein drin“
gendes Telegramm an das Kriegsernährungsamt
in Berlin gerichtet, in dem um sofortige
Zalenwung größerer Beslände von Teigwaren,
Graupen und Zucker an die ebensmittelversorgungsstelle
gebeten wurde. '
München, 20. Juni. In der Hauptver.
sammlung der Zwangsinnung der Mün
Schweinemetzger und Wurstmachermeister usde
mitgeteill, daß die Zahl der Münchener
Geschäfte von 130 auf rund 100 zurückgegangen
ist. In der Frage des vollständigen Ladenschlusses
am Sonntag wurde erklärt, daß einem
vollständigen Ladenschluß nicht zugestimmt
werden könne, weil die dauernde Einführung
das Gewerbe zu schwer schädigen würde und auch
ler die die bessemwlichsei. von Nachteil wäre. Der
bermeister empfahl den Innungsmitgliedern
* solange die gegemwärtige Fleischtnappheit
besteht, die Läden nachmittags geschlossen
zu halten, und erst um 5 Uhr oder 6 Uhr wieder
zu öffnen, damit Leute, welche tagsüber
durch Arbeit verhindert sind, ihren Fleischbedarf
zu decken, am Abend nicht ausverkaufte Läden
sinden, während anderen tagsüber Gelegenheit
zum Einhamstern gegegeben wird. Die Versammlung
gab dieser Anregung einhellig ihre
Zustimmung.
München, 20. Juni. Am Sonntag unternahm
Oberamtsrichter Georg Meikel, der als
Richter in Beleidigungssachen am Amtsgeriche
München tätig war, mit zwei Sportfreunden
eine Vergtour auf die Kreuzspitze bei Linderhof.
Schon am Vormittag stürzte Meikel an einer
sonst ungefährlichen Stelle ab und erlitt schwer
Kopf perleungen. die seinen baldigen Tod zus
Volge hatten. Die meiche wurde in das Forsthaus
Griesen bei Garmisch gebracht.
Bayerische Nachrichlen.
Augsburg, 20. Juni. Ein Teil des großen
Loses der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotlerie,
das in Augsburg gekauft wurde, blieb
auch in Augsburg. Der glückliche Gewinner,
der nicht genannt sein will, stellte dem Oberbürgermeister
den Betrag von 10 000 Mark
für Kriegszwecke und für die Ernährungeahilfe
zur Verfügung. In der heutigen Magistratssigung
wurde dem Spender der Dank des Kollegiums
ausgesprochen.
Weilhe#m, 20. Juni. Die städtischen Kollegien
haben den Bizeadmiral Hipper in einer
Festsitzung einstimmig zum Ehrenbürger der
Stadt ernannt. Die Ehrenurkunde wird ihn
durch die Vorstände der Kollegien persönlich
überreicht merden. Hipper stammt ja bekanntlich
aus Weilheim.
Grafenau, 20. Juni. In verschiedenen O#
ten des unteren bayerischen Waldes ist Samstag
nacht ein derarnig schwerer Frost ausgetrtcn.
daß die Kartoffeln erfroren sind. Die Feldes
welche bereits schon sehr üppig standen, stehen
nun ganz schwarz da. In hochgelegenen Ortert
wareil Wasserlachen mit einer Eiskruste überzogen.
Rürnberg, 20. Juni. Der Bürgerliche
und Darlehns-Unterstützungsverein Nürnberg,
der sich seit einiger Zeit in Schwierigkeiten be#-sindet,
hielt gestern eine Mitgliederversammlung
ab. Der Revisionsbericht stellt sest, daß
die mit Verwaltung und Ausfsicht betrauten Versonen
„schon seit Jahren Bilanz-Verschleieruwenn
nicht gar Bilanzfäl chungen betrioben
haben müssen, um durch die begangenen
Träumende Menrchen.
Roman don Dora Duncker.
MN terboien)
Elne zarte, dunkelblonde Frau um das
Ende der Zwanzig etwa. Der Kopf frei und
1003 auf dem schlanken, ein wenig entblößten
acken. raue, dunkel bewimperte Augen
blickten klug und offen in die Welt. Der Mund
vielleicht ein wenig zu groß, aber wunderocil
eschwungen. Die Nase gerade und sein. Die
autsarbe zark, von einem schwachen Rosen-Keher
überhaucht. Sie trug ein schwarzes
eid aus feinen, durchsichigen Stofsen. Die
eidan lässig niederhängenden Hände hielten
einen vollen Strauß blaßlila Hyazinthen.
Rolf hatte sich einen Sessel herbeigezogen
und saß stumm und voll heißer Andacht vor
dem Bildnis. Wie lange, er wuhte es nicht.
Es mochten Stunden, es mochten Minuten gewesen
seln. Er verwochte, nicht sich klarzumachen,
was ihn tieser ergriff. dic eigenartige
Schönheit dieser fremden Fr iw. der Reiz
und Saube #rer. Versonlichteit oder die Meisterarbelt
des Mal
Endlich= Fwishi er sich aufzustehen. Er
dicht s Bild, um den 2camen d
Molers zu u10 v Nirgends ein Zeichen.
Unk## In der Ecke fand er mit steilen Len, ue
in den dunklen Grund Vezeichnet die Worte:
HFrau n Hygazinthen.
Hyazinthen, Frühlingeblumen! Wie ein
bolden Ewer Hau ch von Frühlingsahnc.- Schien
es aus dem Bildnis zu strömen, die gonze
Luft anzufüllen, das Herz schwer und #
zugtelyzu machen eu sanster und doch unwiderstehücher
Gewalt
o r der keen an den übrigen
Bildern verdorberr Noch einen letzten, ebsose.
nehmenden Blick warf er auf die Frau mit den
Hyazinthen, dann verließ er die Ausstellung,
um in den Alltag zurückzuschreiten.
eim Hinausgehen stieß er auf Mülller,
ohne den alten Herrn auch nur zu gewahren.
Der berü küpte Mann nickte mit dem Kopf
und dechte befriedigt:
„Verträumt und elend Lenug sieht er aus.
Aber wenigstens hat er sich noetan.
IIIU 4 se t rnnLeGer Fansss u#ns 4# Man
Kein Meuch soll sich vor der Zeit ängstigen.“
Auf dem wackligen Ticchen seiner kahlen
Mansarde lagen Briefe für Rolf. Antworten
auf ausgeschriebene Stellun Fnrgt zu denen er
sich gemeldet hatte. Alle ft nahm er zusammen,
sich auf den Inhalle dieser Briefe zu
lonzentrieren, das Bild der Frau mit den
Hyazinthen aus seinen Gedanken zu verbannen.
Nach und nach gelang es ihm, in schwerem
heißen Bemühen. — Ohne, daß er sie
gebeten, hatte Frau Beckmann ihm eine Ka
Kassee und eine Schrippe hingestellt.
es ihm beim Nachhausekommen Wrs
er wieder eimmal mit leerem Magen ka
Rolf nahm ein paar Schlucke ronr dem
dünnen, heißen Trank, aß eln paar Brocken
von der trockenen Scheiote e dazu. Dann überlas
er noch einmal das Eingegang
rei von den Briefen z 176. l- beiselte.
Ee war ausgeschlossen, daß er den gestellten
Unsorderungen jemale würde genügen können.
zwel Slhsern machte 92 1 um
i“ bereit. einem ei#tschriftenderlag
Ftrel or lofort eln Tronanont
Fchler bezw. durch allzu sorgloses Kreditgeben
—“i#i
kur —— Im#eratenarauminon gesucht.
war nicht ungewandt im Schreiben, er
hatte eEinen Begriffevon buchhändlerischem 2
Jeitungsbetrieb iellelcht würde er für diese
Stelle tauglich erfunden werden. Ueber das
Gehalt sollte mündlich nach Einsendung des
Lebenslaufes verhandelt werden. Er miense
die gewünschten kurzen Notizen über seine E
Behug. sein Studium, seine Dlenstzeit, seine
in der Maleres, seine Arbeit in dem
rn Geschä
s zweite Sitten betraf eine Vertrauensstelung
in einem großen Fabrikbureau. Dort
handelte es sich um die persönliche Worstellung
und Ammeldung * derfelten. An Wochentagen
zwischen zehn und elf Uhr morgens, um ü##
bis (fünf in den n5 mittagsstunden
Rolf meldete sich für den bunfni sten Tag.
Bis dahin konnte eine Antwort von dem Zeltschriftenverlag,
auf den er berechtigtere Hoffnungen
elebte, möglichenfalls schon eingegangen
Als et dle Schrrosberelen beendigt chette,
dunkelte es bereits. Was n? Petro
verbrennen eier noch. einnal- Lusgeher,
ein " 142 Inser#
ntschloß
E b
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und Frau —
PWos n Salamt noch immer bllliger o
DIE- edkmdle Lampe .- atel 4an, sab 4
*
na itstin ude, atte, zmite bemB Feuilleton
über die SheSunh n
dem Verein verursachte erhebriche Verluste zu
verdecken.“ Im — Ai berboiten, da
eine Unterbilanz von k. vorhande.
#. die g Atglieder. 59 W au Guthaben.
Schuldigen sollen zivil- und strafrechtli.)
2 Verantwortung gezogen werden.
G#e##zlane.
Innsbruck, 20. Juni. Der aufsehenerregende
Raubmord an dem Konsumverwalter
Kuhn in Dalaas, unter dessen Verdacht der
Vahnwärter Konzett verhaftet worden war, hat
eine überraschende Lölung gefunden. Als Mör
der ist der 18jährige Bauernbursche Nosenh
Thoma ermittelt worden, der nach eingehendem
Verhör auch eingestanden hat, auch den Mord an
dem früheren Konsumverwalter im Oktober 1914
begangen zu haben.
Dayerisches Oberland.
Pang, 20. Juni. Ende Mai und anfangs
Juni wurden in Pang und Wesierndorf mehrere
Diebstähle verübt, ohne daß man vom Täter
eine Spur gehabt hätte. Der Gendarmerie Kol
bermoor ist co gelungen, als Täter den Taglöhner
Johann Schned und seine Geliebte, die
Hilfsarbeiterin Magdalena Gerstl, zu ermitteln.
Beide hielten sich unangemeldet in Kolbermoor
auf. Als sie in der Nacht zum 11. Juni bei einem
Wirt in Pang einen Einbruchdiebstahl verübt
hatten, wurden sie wenige Tage darauf festgenommen
und in das Amtsgerichtsgesängnis Rosenheim
eingeliefert.
Nolbermoor, 20. Juni. Die Schulprüfungen
an der hiesigen Vollsschule werden am 12.
und 13. Juni abgehalten
Bad Aibling, 20. Juni. Der 1. Vorsitzente
der Liedertasel, Malerme ster Osendorfer, welcher
nahczu 20 Jahre diese Stelle bekleidete, har
sich veranlaßt gesehen, diesen Ehrenposten nie-
derzulegen, Die außerordentliche Generaloer:
sammiung am Samstag boerief Hauptlehree
Wiest, der auch die Stelle eines Kassiers innehat,
auf diesen Posten.
Bad Aibling, 20. Juni. Ueber eine
schmutzige Geschiäst berichtet das „Aibl. Wochenbl.“:
In der gewissenlosesten Weise täuschle
eine kaum 18 Jahre alte, in h' siger Gegend
gebürtige Müllerstochter Schwangerschaft vor.
Einen höheren Beamten, mit dem sie ein Liebesverhältnis
unterhalten hatte, gab sie als
Vater an. Sie wußte sich, als die Zeit, zu wel.
cher sie entbinden sollte, herangekommen war,
ein in einer Zeitung ausgeschriebenes, erst einige
Wochen altes Kostkind zu verschaffen, wobei sie
sich als angesehene vermögende Frau ausgab
und das Kind an Kindesslatt anzunehmen und
zu ihren Eltern nach der Schweiz zu verbringen
versprach. Ihren Angaben wurde Glauben geschenkt.
Sie verbrachte das Kind nach Bad
Aibling und erzählte, sie habe kürzlich in der
Nähe Münchens geboren. Sie ließ das Kind
auf ihren Namen tausen und zur Ammeldung
bringen, obwohl es bereits auf einen anderen
Namen getauft war. Der als Vater angegebene
Herr erkannte die Vaterschaft an und mußte nach
Vereinbarung beim Vormundschaftsgericht außer
den übrigen Kosten monatlich 32 Mark
Alimentation bezahlen. Da die ganze Sache
Schwindel ist und das Mädchen ein Verbrechen
der Kindsunterschiebung begangen hat, dürfte es
für sie noch ein gerichtliches Nachspiel geben.
Rott a. J., 20. Juni. Fünf Söhne hat die
verw. Kammermutter von hier im Felde stehen.
Ihrer drei haben bereits das Eiserne Kreuz
geholt.
Burgshausen, 20. Juni. Nach dem nunmehe
auch der letzte Schüler der —— e, Leopolo
der Reserent über Grau uul ßian
—— geschrieben hourt Er suchte lange,
ua das Bildnio nur mit dem Titel erwähnt
an
nause,“ dachte Rolf und warf das
Blati Fanaus beiseite.
Als es wieder auf den Tisch aussiel, bemerkte
er zum erstenmal das von Lotte mit
Blaustist Inserat.
ohne senderüchee Interefse:
inen Prdeerncohn
Knaben wird ein jun uter
Familie als Erchicher u ret l
Bedingung Stud wenn auch ohne
schlleßendes Sssen- v1 D lsches Wesen, ge-„Für
ntelligenten, se sehr lebhaften
duldige K Hihbeit # Mel uggen
mit bleherigem hbest, unter Chiffre H. v.
2 Hahf estminster.
Vorstellungelage Mittwoch
und Sonend von 12—2 Uhr ebenda.“
Rolf Köhne schnitt das Inserat aus und
siecke es in seine Brieftasche. Erst wollte er
ie Antwort des Jeitschristenverlo s abwarten,
bevor u Dienst esnes Kinderneehers-
meelbete, der schwerlich etwas anderes
als den eines ebersen Bedienten in elnem vor.
nehmen, olelleicht auch in einew#e. Parvenühause
bedeuten de
5. Kapltel.
Frau von Lersch saß in ihrem wohnlich
eingerichteten Empfangssalon im Hotel Weslminster
und hörte mit liebenswürdigem, etwas
Prlteeuten Lächeln auf die Beschte des jungen
ensucgteng en er züor in elnem der bequemen
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n er eine Welle gesprochen hatte,
g ekoiit um zu lelen. 1
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